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Halbmarathonstaffel – Die Vegan Runners sind dabei

Märkische Allgemeine: „Halbmarathonstaffel – Die Vegan Runners sind dabei“; am 29.08.16 berichtete das Blatt über unseren bevorstehenden Einsatz bei der Halbmarathonstaffel in Potsdam. Nachzulesen unter: http://www.maz-online.de/Nachrichten/Sport/Die-Vegan-Runners-sind-dabei

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Textversion:

Potsdam

Sie sind bei den Laufveranstaltungen in der Region mit ihren schwarzen Trikots und dem grünen Brustring mit der Aufschritt „Vegan Runners“ kaum zu übersehen.

Auffällig ist, wie viel Spaß die Hobbyläufer miteinander haben. Der wird ganz sicher am Mittwoch bei der Halbmarathonstaffel – fünf Läufer bilden ein Team – anlässlich der Barmer-GEK-City-Night nicht zu kurz kommen. Wenn um 19 Uhr auf dem Bassinplatz der Startschuss fällt, dann wird die Laufgemeinschaft Vegan Runners Berlin-Brandenburg-International mit über 20 Läufern vertreten sein.

Mit mehreren Staffeln am Start

Frank Spade, der im Potsdamer Ortsteil Neu Fahrland wohnt, hat die Frauen und Männer um sich geschart und für die Staffel in Potsdam geworben. „Wir schauen mal, dass wir möglichst in allen Kategorien vertreten sind. Also in der Firmen-, in der Mixed-, in der Männer- und in der Frauen-Staffel sind wir sicher dabei. Vielleicht kommt noch ein fünftes Team hinzu. Davon ist dann abhängig, in welcher Staffel ich mitlaufe“, erklärt der 65-Jährige, der seit 50 Jahren die Laufschuhe schnürt und seit über 30 Jahren vegan lebt.

„Ich stamme aus Niedersachsen, habe lange in Hamburg und den USA gelebt“, erzählt der drahtige Mann, der sich beruflich beim Humanitären Verband mit Patientenverfügungen beschäftigt. „Die Vegan Runners sind eine informelle Laufgemeinschaft und über Facebook ständig im Austausch. Wir sehen uns als Botschafter einer pflanzenbetonten, gesunden Lebensweise“, berichtet Spade. Seit zwölf Jahren sind die Vegan Runners läuferisch aktiv. „Wir wollen zeigen, dass gute Leistungen und Freude am Laufen auch ohne den Konsum tierischer Produkte möglich sind.“

Hinterher gibt es ein leckeres Picknick

Das konnten sie bereits unter Beweis stellen. So belegten die Vegan Runners 2014 in der Firmenwertung bei der Halbmarathonstaffel den zweiten Platz. „Wir wollen aber nicht nur zeigen, wie schnell wir sind. Hinterher setzen wir uns auf dem Bassinplatz noch zusammen, dann gibt es ein buntes veganes Picknick und genügend Zeit zum Schnacken“, berichtet Spade. Neben Obst und Gemüse – die Mohrrübe darf nicht fehlen – bringen die Lauffreunde auch selbstgebackenen Kuchen oder Trockenobst mit. Dabei kommen sie schnell mit Nicht-Veganern ins Gespräch und stoßen bei Neugierigen bezüglich ihrer Lebensweise auf Interesse. „Wir haben da keine Berührungsängste, wollen kein elitärer Club sein“, versichert Spade.

Info: Weitere Informationen zur Halbmarathonstaffel unter www.potsdamer-laufclub.de

Von Peter Stein

Veganes Sommerfest und StadtLauf Berlin, 21.08.16

Veganes Sommerfest und StadtLauf Berlin am 21.08.16
Ein Bericht von Constanze

Am Sonntag, den 21.08.2016 lief ich gemeinsam mit vielen anderen Vegan Runners, SpreeganerInnen und Läuferinnen von Laufen gegen Leiden (LgL) den 8. StadtLauf Berlin von SportScheck und BMW. Zudem fand von Freitag bis Sonntag (19.-21.08.) auf dem Alexanderplatz das vegane Sommerfest statt, wo sowohl die Vegan Runners als auch Laufen gegen Leiden mit einem Informationsstand vertreten waren. Ich hatte am Freitag VR-Standdienst und war an allen drei Tagen als Besucherin auf dem Fest, so dass ich ein aufregendes Wochenende mit vielen Begegnungen, netten Gesprächen und auch ein wenig Sport erlebte. An dieser Stelle ein großes Dankeschön

– an Felix für die Idee, die Anmeldung und dafür, dass er Tag für Tag allen Interessierten Rede und Antwort stand und das wirklich -entschuldige das Wortspiel- mit einer Engelsgeduld

– an Frank, der die Initiative ergriff und Flyer drucken ließ, die weggingen wie warme Semmeln

– an Guido und Kathrin, die ihren Farbdrucker heiß laufen ließen, beim Aufbau halfen und mit deren Fotos wir eindrucksvoll demonstrieren konnten, dass wir lieben was wir tun

– an Andrea und Jan von den Spreeganern, die mit ihrem Pavillon dafür sorgten, dass wir vor Regen, von dem es an diesem Wochenende leider reichlich gab, einigermaßen geschützt waren

Und nicht zuletzt ein Dankeschön an alle, die den Stand vor Ort unterstützten! Ich denke, wir haben uns gut präsentiert, so dass uns demnächst hoffentlich ein größer Zustrom an MitläuferInnen erwartet.

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Bereits im Vorfeld zum StadtLauf gab es einige Aufregung – N24 hatte sich gemeldet und wollte einen kurzen Beitrag über uns drehen. Also trafen sich am Wettkampftag um 8:30 Uhr brav alle interessierten LäuferInnen in ihren Laufshirts mit veganer Message im Startbereich. Zuvor noch ein wenig Verunsicherung, denn der Veranstalter schreibt auf der Homepage, dass das in der Anmeldegebühr inkludierte Funktionsshirt als „Startberechtigung“ dient. Die Ängstlichen unter uns (so wie ich) zogen es also vorsichtshalber unter ihr Vegan-Shirt, aber einige mutige und weise LäuferInnen wussten zu berichten, dass bisher noch niemand ausgeschlossen wurde, weil er das Veranstalter-Shirt nicht trug.
Mit einiger Verspätung trafen wir also die Verantwortlichen im Startbereich. Felix wurde interviewt, während wir hinter dem VR-Banner eine gute Figur machten. Nachdem alles fertig gedreht war, wurde von Auge noch schnell ein Erinnerungsfoto samt TV-Crew geschossen und dann blieben uns noch ganze fünf Minuten fürs Einlaufen, was der eine oder andere zugunsten eines letzten Toilettengangs jedoch komplett ausfallen lassen musste. Im angekündigten Beitrag kamen wir dann schlussendlich nicht vor, worüber wir im Nachhinein eigentlich eher froh sein sollten. Felix‘ Argumente waren wohl zu stichhaltig und passten nicht in den ansonsten eher kritischen und wenig aussagekräftigen Beitrag. Haken wir es also als „viel Aufregung für nix, dafür aber um einige Erfahrungen reicher“ ab.

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Nun aber zum eigentlich Lauf, das ist ja schließlich ein Laufbericht:

Nachdem ich zuvor noch meinte, dass das Wetter nahezu ideal war, verschwanden pünktlich zum Start die Wolken und offenbarten eine strahlende Sonne. So musste ich diese Aussage dann bereits nach wenigen Kilometern und einigen sehr sonnigen Abschnitten revidieren. Wie ungünstig, dass ich nun auch noch zwei Shirts übereinander trug. Ich hatte es zwar geahnt, aber eine fehlende Taschenaufbewahrung ließ auf die Schnelle dann auch keine andere Option mehr zu. Das ist im Übrigen ein großer Kritikpunkt meinerseits am Veranstalter, aber darum soll es hier nicht vordergründig gehen. Durch die zuvor entstandene Zeitnot reihte ich mich zusammen mit Stefanie von LgL ziemlich weit hinten ein. Durch das Nichttragen des Einheitsshirt fühlt man sich inmitten der anderen LäuferInnen schon irgendwie wie ein abtrünniger Lemming. Aber damit kann ich leben. Denn wir #laufenfürdietierenichtfürsportscheck (vielen Dank, Anika, für diesen grandiosen Hashtag!). Nachdem ich irgendwann endlich die Startlinie passierte, hieß es überholen, überholen, überholen. Und das am laufenden Band. Die Straßen waren recht eng und meine Laune sank. Ich war regelrecht genervt, was dann auch dafür sorgte, dass ich viel zu schnell anging. Wut-Pace quasi. Kennt vielleicht der/die eine oder andere. Da ich am Morgen mit heftigen Halsschmerzen aufgewacht bin, rückte ich bereits im Vorfeld von meiner eigentlichen geplanten Zeit ab und wollte schauen, was möglich ist. Dass ich überhaupt gestartet bin, ist meiner eigenen Unvernunft zuzuschreiben und sollte besser nicht nachgemacht werden, denn heute (am Tag danach) liege ich so richtig flach! Ich bin also deutlich zu schnell angegangen und dann kam Heiko des Weges, mit dem ich genau einen Kilometer in 4:40 Minuten mithalten konnte, bevor ich ihn ziehen lassen musste. Dieses Tempo stellte sich für meinen angeschlagenen Gesundheitszustand als deutlich zu schnell heraus, obwohl es genau das gewesen wäre, was der Trainingsplan ursprünglich vorsah. Aber mit Marathon vor den Augen, blitzte dann doch etwas auf, was man mit viel Wohlwollen vielleicht als Vernunft bezeichnen könnte. Nachdem der SCC im Vorhinein die neue Streckenführung als sehr flach und bestzeitentauglich beworben hatte, habe ich mich über die (gefühlten?) Anstiege etwas gewundert. Aber ich bin was das angeht auch sehr empfindlich und nicht das Maß aller Dinge. Mir sind ja die Rehberge im Wedding schon zu bergig 😉 Insgesamt hat mir dieses Rennen ziemlich viel abverlangt und das hohe Anfangstempo rächte sich sehr schnell. In einer „steilen“ Phase am Botanischen Garten, in der ich gerade ziemlich genervt war (irgendwo zwischen km 6 & 7), passierte ich die Limonenstraße. Da fiel mir diese blöde Weisheit ein. Für die restliche Strecke wurde also folgendes mein Mantra: Wenn dir das Leben Limonen beschert, mach Limonade draus. Oder so ähnlich. Keine Ahnung warum, aber das heiterte mich auf und ließ mich das Rennen durchhalten, obwohl ich nach der ersten Runde wirklich kurze Zeit ans Aufgeben dachte und mich fragte, warum ich nicht einfach im Bett geblieben bin. Also bin ich den zweiten Teil in der Konsequenz deutlich langsamer gelaufen, aber ich habe es geschafft und meine HM-Bestzeit sogar noch um knappe zwei Minuten verbessern können.

Ergebnisse:
Ergebnisse VM
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Ergebnisse HM
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16_sommerfest_stadtlauf05Das Wochenende hat mir folgendes gezeigt: Ich bin unglaublich froh, ein Vegan Runner zu sein und fühle, dass ich in der Gemeinschaft angekommen bin. Nicht, dass ich dieses Gefühl nicht schon vorher hatte, aber es hat sich durch die vielen tollen Erlebnisse und Begegnungen auf und neben der Strecke sowie auf dem Fest noch intensiviert. Darüber hinaus freue ich mich über die friedvollen und bereichernden Kooperationen bzw. gemeinsamen Aktionen mit den LäuferInnen von Laufen gegen Leiden und den SpreeganerInnen. Wir verfolgen alle dasselbe Ziel – let’s spread the message!

Vegan ist im Rennen

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Potsdamer Neueste Nachrichten: „Vegan ist im Rennen“; am 16.10 berichtete das Blatt über Frank Spade, über seinen Weg zum Veganismus und seinen Einsatz bei den Vegan Runners. Nachzulesen unter: http://www.pnn.de/regionalsport/901974/
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Kleine Richtigstellung des Artikels:
„Sehr schön, nur leider hat der Journalist meinen Namen verhunzt, denn ich heisse nicht Sparde oder Barde, sondern Spade. Daneben hatte ich nicht meinen Feldwebel sondern meine Feldwebel beeindruckt, denn ich war als Erkundungsoffizier und Leutnant deren Vorgesetzter. Last but not least war ich nicht Hausmeister in einem Kindergarten, sondern Geschäftsführer und Mann für alles in der Montessori-Kindertagesstätte meiner amerikanischen Frau.“ Frank Spade.

Textversion:
Vegan ist im Rennen
von Peter Könnicke
Frank Spade isst seit 30 Jahren kein Fleisch. Am Laufen hat ihn das nie gehindert. Mit 65 will er beim Marathon starten

Was draufsteht, ist auch drin, sagt Frank Spade, wenn er Mitläufer überholt und diese ihm fragend hinterherschauen wegen seines schwarz-grünen Trikots mit dem Aufdruck „Vegan Runners“. „Vegan?“, mag manch einer denken, „da kann doch nicht viel drinstecken.“ „Und ob“, sagt Spade, „ich krieg mit veganer Ernährung alles, was ich brauch.“

Fleischlose Ernährung ist hip. In Presseshops füllt gleich ein halbes Dutzend Zeitschriften mit vegetarischen und veganen Rezepten die Regale. Aktuelle Ausgaben beschäftigen sich mit dem Thema „Vegan & Sport“ und dem möglichen Zusammenhang zwischen sportlicher Leistung und vegetarischer Ernährung. Für Frank Spade ist die Frage längst beantwortet: „Natürlich bin ich fitter, weil ich mich vegan ernähre“, sagt der 63-jährige Potsdamer. Genauso denken seine Mitstreiter der „Vegan Runners Berlin-Brandenburg“. Die Laufbewegung der Vegan Runners hat in England ihren Ursprung und gibt es inzwischen auf der ganzen Welt. Die deutsche Sektion wurde vor sieben Jahren von der Berlinerin Andrea Hayn gegründet, im Mailverteiler stehen inzwischen 110 Adressen, zum harten, laufenden Kern gehören 25 Frauen und Männer, darunter eine Potsdamer Gruppe.

Es gibt zahlreiche prominente Beispiele für Sportler, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, und dabei einen engen Zusammenhang zwischen höherer Leistungsfähigkeit durch ein besseres Regenerationsvermögen betonen. Der Triathlet Dave Scott gehört dazu, der – als Vegetarier – sechsmal Ironman-Weltmeister wurde und selbst mit über 40 Jahren noch zur absoluten Weltspitze gehörte. Der derzeit wohl populärste Athlet in der veganen Sportszene ist Matt Frazier. In seinem Bestseller „No Meat Athlete“ beschreibt der US-Amerikaner seinen Wandel vom Fastfood-Junkie zum Veganer und vom Couch-Potato zum Ultramarathoner.

Frank Spade war nie ein internationaler Spitzenläufer, gleichwohl: Die 25 Kilometer lief er im Alter von 35 Jahren unter beachtlichen 90 Minuten. Dass er ein Ausdauertyp war, habe er schon in der Schule gemerkt, später habe er bei der Bundeswehr seine Feldwebel mit seiner guten Kondition beeindrucken können. Während seiner Armeezeit bekam er auch erstmals eine Ahnung, welchen Einfluss eine gesunde Ernährung auf seinen Körper haben kann. Nach einer Blinddarm-Entzündung empfahl ihm der Stabsarzt, beim Essen auf alles zu verzichten, was den Heilungsprozess verzögert. „Und ich dachte mir, dass ich das dann wohl auch tun sollte, wenn ich gesund bleiben will“, sagt Spade. Also begann er sich mit gesunder bis hin zu vegetarischer Ernährung zu beschäftigen. „An der Uni habe ich mein eigenes Müsli gemixt und sogar verkauft“, erzählt er.

Die ersten Gedanken über die ethische Komponente seines Speiseplans machte sich Frank Spade während seiner Hochzeitsreise nach Israel. Da habe er zum ersten Mal eine Hühner-Legebatterie gesehen. „Dabei war das Tierleid das eine“, sagte er. Aber sein ausgeprägtes humanistisches Weltbild habe ihn auch fragen lassen, was mit den Menschen passiert, die in solchen Zucht- und Mastanstalten arbeiten und die Tiere schlachten. „Wie verroht und abgestumpft müssen die sein?“

Wegen eines Jobs zog der Informationswissenschaftler in die USA, arbeitete dort zunächst für eine Nachrichten-Agentur, später als Geschäftsführer in einem Kindergarten, dann als IT-Manager für einen Naturkost-Supermarkt. Bei all den Wechseln blieb die Einstellung für eine Ernährung ohne Fleisch. „Seit 30 Jahren lebe ich vegan“, sagt Spade. Dabei verheimlicht er nicht, dass er mit der bekanntesten Mangelerscheinung, die bei veganer Ernährung auftreten kann und von Kritikern immer wieder angeführt wird, kurze Zeit Probleme hatte: dem Mangel an Vitamin B12, das nur in tierischen Nahrungsmitteln enthalten ist. Das Defizit habe er durch eine Zahncreme, in der das wichtige Vitamin enthalten ist, ausgleichen können.

Und am Laufen habe ihn seine vegane Lebensweise nie gehindert. „Ich bin immer weitergelaufen, egal wo ich war. Und gesund geblieben bin ich auch“, sagt Spade. Derzeit sei sein wöchentliches Laufpensum nicht allzu hoch, „30 bis 40 Kilometer“, sagt er. Im kommenden Jahr soll es wieder etwas mehr werden, weil er ein größeres Ziel vorbereiten möchte. „Mit 65 will ich Marathon laufen“, sagt Spade. Es wäre sein erster.

Erschienen am 16.10.2014 auf Seite 22

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Vegan Runners im Interview

In der Mai/Juni 2014 Ausgabe der „Vegetarisch Fit“ gab es einen Artikel über die Vegan Runners Berlin/Brandenburg.

Vegetarisch Fit – Bericht:

VF3-coverEine Karotte als Staffelstab

Veganer sind blass und unterernährt? Von wegen! Bestes Beispiel sind die Vegan Runners aus Berlin. Sie ernähren sich komplett ohne tierische Produkte und laufen den meisten anderen trotzdem davon.

Was haben der neunfache Leichtathletik-Olympiasieger Carl Lewis aus den USA und der kanadische Ironman-Gewinner Brendan Brazier gemeinsam? Sie beide sind Veganer – und trotzdem sportlich äußerst erfolgreich. Dass sich Veganismus und sportliche Höchstleistungen nicht gegenseitig ausschließen, wollen auch die Vegan Runners aus Berlin beweisen. In Laufschuhen demonstrieren sie, dass der typische Veganer eben nicht blass und unterernährt, sondern gesund und fit ist.

Andrea Hayn hat die Gruppe 2007 ins Leben gerufen. Die 37-Jährige hatte damals mit Bekannten eine vegane Staffel auf die Beine gestellt. Mit der Zeit schlossen sich immer mehr Läufer der Bewegung an. „Mittlerweile stehen 110 Personen auf unserem Verteiler“, erzählt Hayn, „wobei der harte Kern aus 25 Läufern besteht.“ Darunter finden sich Männer und Frauen aller Altersklassen, vom Hobbyläufer bis zum Marathon-Ass. Sie alle treffen sich regelmäßig bei Wettkämpfen, gelegentlich wird auch gemeinsam trainiert. Als Staffelstab dient eine Karotte. „Aus Plastik“, sagt Andrea Hayn und lacht. „Damit wir nicht während des Rennens hineinbeißen.“

– Mit Spaß für die gute Sache –
„Mit den Vegan Runners verbinden wir zwei Dinge, die uns allen am Herzen liegen: das Laufen und die Rechte der Tiere“, sagt sie. Die Berliner haben Spaß am gemeinsamen Sport und setzen sich dabei noch für eine gute Sache ein. Damit Außenstehende die Gruppe auch erkennen können, tragen die Mitglieder bei Laufveranstaltungen das schwarz-grüne Trikot der Vegan Runners. Ein Motiv, das sie sich von der britischen Organisation Vegan Runners UK abgeschaut haben. „Ich werde häufig darauf angesprochen“, berichtet Andreas Augstein. Als der 34-Jährige vor kurzem bei einem Crosslauf mühelos an einem anderen Teilnehmer vorbeizog, habe dieser ganz schön daran zu knabbern gehabt, ausgerechnet von einem Veganer überholt worden zu sein.

Auch in Potsdam gibt es seit längerem eine vegane Laufgruppe, eine weitere in Leipzig steht in den Startlöchern. „Neulinge sind jederzeit willkommen“, sagt Andrea Hayn. Einzige Voraussetzung: Sie sollten eine Begeisterung fürs Laufen mitbringen und einen veganen Lebensstil verfolgen oder ihm gegenüber zumindest aufgeschlossen sein. „Wir geben auch gerne Hilfestellung für Sportler, die auf dem Weg zum Veganer sind“, sagt Andrea Hayn. Auch sie selbst war zunächst 13 Jahre lang Vegetarierin. Doch je mehr sie sich mit dem Thema Ernährung sowie den Hintergründen der Lebensmittelproduktion beschäftigte, desto mehr wuchs die Erkenntnis, dass ihr das allein nicht mehr genügte. „Ich war erstaunt, wie gut mein Körper die Umstellung zu einer veganen Lebensweise verkraftet hat“, sagt sie. Auch nachdem sie vor acht Jahren mit dem Laufen anfing, hatte sie keine gesundheitlichen Probleme oder Mangelerscheinungen. Im Gegenteil – sie wurde über die Jahre immer schneller. „Am Anfang bin ich wirklich gruselige Zeiten gelaufen, drei Kilometer in 30 Minuten“, erzählt sie. Inzwischen startet sie beim Halbmarathon und peilt ihren ersten Marathon an.

– Problemlos immer schneller –
Andreas Augstein hat schon mehrere Rennen über die klassische Distanz von 42,195 Kilometer absolviert. Der Polizist war immer schon sportlich aktiv, doch erst seit er 2011 zum Veganer wurde, geht es ihm wirklich gut. Die Arthrose, die ihn früher oft behinderte, ist verschwunden, sein Cholesterinwert gesunken, seine Eisenwerte sind sehr erfreulich. Auch ohne tierische Produkte macht Augstein beim Laufen nicht schlapp. Denn viele vegane Lebensmittel sind für Sportler optimal. „Nüsse und Mandeln liefern ausreichend Mineralstoffe und Eiweiß, in Bananen sind massig Kohlenhydrate enthalten, in Hülsenfrüchten viel Protein, teilweise sogar mehr als in Fleisch“, erklärt Karsten Reiter von der Potsdamer Sektion der Vegan Runners. „Ich kenne niemanden, der auf Grund seines veganen Lebensstil Probleme mit dem Sport und einer ausreichenden Ernährung hat“, sagt er. Reiter lebt aus ethischen Gründen schon seit über 20 Jahren vegan. Zum Läufer wurde er erst später. „Im Sportunterricht bin ich immer der Loser gewesen“, erzählt der 42-Jährige. Als Vegan Runner ist er nun jedoch voll durchgestartet.
Philip Häfner

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Vielen Dank an dieser Stelle an den Autor Philip Häfner und den Fotografen Andreas Schwarz für den kurzweiligen Vormittag und das spannende Foto-Shooting!
Die Vegetarisch Fit erhaltet Ihr im gut sortierten Zeitungshandel, Reformhäusern, Biomärkten oder natürlich im Abonnement.

Alle Fotos von Andreas Schwarz:


Mit freundlicher Genehmigung, Andreas Schwarz: Homepage | Facebook.

Links:
www.vegetarischfit.de
www.philip-haefner.de
www.andreasschwarz.net

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MAZ: Potsdamer Nachtlauf und die Vegan Runners

Quelle: Märkische Allgemeine; 28.08.2013: Schnellen Fußes durch die Stadt.
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Schnellen Fußes durch die Stadt
(Breitensport) 117 Läufer-Staffeln haben heute für die 12. City Night gemeldet / Startschuss gällt um 19 Uhr
Von Ralf Thürsam
POTSDAM | Sie kommen immer wieder. Denn das Flair des Potsdamer Nachtlaufs mögen sie nicht missen. Auch die Vegan Runners lassen daher nicht locker und haben sich heute zur 12. Barmer GEK City Night, den die Gesundheitskasse gemeinsam mit dem Potsdamer Laufclub (PLC) auf die Beine stellt, angemeldet. Die muntere Truppe um Kira Rehfeld beteiligt sich bereits zum dritten Mal. „Wir bringen zwei Teams an den Start“, erzählt die 30 Jahre alte Organisatorin. Die Physikerin, die am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung tätig ist, aktiviert ihre Begleiter per E-Mail. Derzeit stehen 13 Sportler aus Berlin und Brandenburg in ihrer Liste. „Wir sind gut vernetzt, treffen uns aber ert kurz vor Beginn des Laufes.“ Der Startschuss für die nunmehr zweite Halbmarathonstaffel fällt heute um 19 Uhr in der Potsdamer Innenstadt. Fünf Sportler einer Staffel treten bei dem Rundkurs um den Bassinsplatz über 21,0975 Kilometer an. Jeder Starter absolviert vier Runden und legt dabei 4,2195 km zurück.
Diese Distanz dürfte für Kira Rehfeld eher etwas zu kurz bemessen sein. „Ich komme ja mehr aus dem Bereich der Ultraläufer“, berichtet sie. Für den 27. Oktober hat sie für den Marathon in Frakfurt / Main gemeldet, unlängst brachte sie die B-12-Staffel von Lindau nach Tschechien hinter sich. „Das waren so 50 Kilometer für mich.“
Die Vegan Runners – vegan, weil sie in ihrer Ernährung nicht auf Tiere oder tierische Produkte zurückgreifen – wollen mit zwei Läufer-Riegen bei den „Jedermann-Staffeln“ zeigen, was sie draufhaben. „Wir bieten eine Staffek auf, die schnell ist und eine, die gut aussieht“, ulkt Kira Rehfeld über deren gemischte Zusammensetzung. Vom Frührentner bis zum Optiker, vom Teenager bis zum Physiker – eine bunte Truppe. „Wir wollen zeigen, dass Veganer keineswegs die mangelernährten, verhuschten Wesen sind, die gleich zusammenbrechen.“ Der Spaß am Laufen steht eindeutig… (Abschriftsfortsetzung folgt…)

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MAZ: Laufend gegen Vorurteile

Märkische Allgemeine: „Laufend gegen Vorurteile – Vegane Sportler werben für ihre Lebenseinstellung“
märkische_allgemeine vegan_runnersQuelle: Märkische Allgemeine, Potsdamer Stadtkurier, 28.09.2011. Von Christian Meyer.

POTSDAM. Es gibt kein Vorurteil, das sie noch nicht gehört haben und klarstellen mussten: Nein, sie sind noch nicht mangelernährt. Nein, sie haben keine Probleme, satt zu werden. Und vor allem: Ja, sie können problemlos Sport machen.

Die „vegan runners“, englisch für die veganen Läufer, haben Spaß daran, die Vorurteile aufzuzählen, denen sie täglich begegnen. Sie haben kein Problem damit, immer wieder mit typischen Klischees konfrontiert zu werden. Denn – sie wissen es besser.

„Wir wollen zeigen, dass wir genauso fit sind, wenn nicht sogar fitter, als alle anderen“, sagt Matthias May. Deswegen haben sich vegane Potsdamer zusammengetan und einen Läufertreff ins Leben gerufen – die „vegan runners“. Wie groß die Gruppe ist, ist schwierig zu sagen. Mal kommen zehn Leute zu den Treffen, ein anderes Mal doppelt soviele. Der E-Mail-Verteiler, über den kommuniziert wird, umfasse um die 40, 50 Adressen, sagt Kira Rehfeld.

Wer vegan isst, der will nicht nur gesund leben, sondern auch ethische Grundsätze einhalten. Darin sind sich Rehfeld und ihre Mitstreiter einig. „Wir wollen Leid so gut es geht verhindern.“ Deswegen essen sie kein Fleisch oder andere tierische Produkte. Auch Schminke, für die Tiere sterben mussten, wird nicht den Weg in Rehfelds Gesicht finden.

Doch das moralisch einwandfreie Essen ist nur eine Leidenschaft der Potsdamer. Eine andere ist das Laufen. „Wir haben gemerkt, dass viele von uns begeisterte Läufer sind.“ Deswegen treffen sie sich nicht nur zum gemeinsamen Essen, sondern auch um die eine oder andere Runde um den Block zu laufen. Wann immer es geht, rennen sie bei Wettbewerben mit. Zuletzt beim Nuthetal-Crosslauf in Bergholz-Rehbrücke. Nach den Rennen setzen sie sich zusammen, um gemeinsam zu essen.

Wenn sie sich auf die Strecke begeben, tragen sie ein schwarz-grünes Trikot auf dem „vegan runners“ steht. „Das ist eine gute Möglichkeit, für uns zu werben“, sagt Karl Sandovak. Und es scheint zu klappen. „Wir werden immer wieder angesprochen“, sagt Kira Rehfeld. Viele würden sich wundern, dass Veganer trotz fleischloser Ernährung einen Marathon laufen könnten. Dann können die Potsdamer davon erzählen, dass viele Linsensorten genügend Proteine hätten, um als Fleischersatz herzuhalten. „Viele sind einfach nur neugierig und wollen wissen, ob es nicht schwierig ist, sich als Veganer zu ernähren.“ Über diese Frage müssen die gesundheitsbewussten Potsdamer immer wieder lächeln. „Vegan sein, macht vieles leichter“, finden sie. Zugegeben, die Umstellung auf eine vegane Lebenseinstellung sei schwierig. Aber wenn man sich einmal daran gewöhnt habe, sei auch das Einkaufen kein Problem mehr. Man wisse irgendwann, wo Tierisches drinnen steckt und was man dagegen problemlos kaufen könne. www.vegan-in-potsdam.de

Seite der Märkischen Allgemeinen

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