13. Darß Marathon, 22.04.18

13. Darß Marathon, 22.04.2018
(von Birgit Leszinski)

Unterwegs

Meine 4. Teilnahme an diesen wunderschönen Landschaftslauf wollte ich mit einer neuen Bestzeit krönen, laut Plan SUB 3:50.
Nur das Training lief nicht optimal, ErkĂ€ltung und Probleme mit Fuß und Piriformis. Aber pĂŒnktlich zum Marathon alles gut und der Halbmarathon eine Woche vorher vielversprechend.

Sonntag 9 Uhr am Start in Wieck, das erste Mal kein Aprilwetter sondern angenehme Temperaturen, Sonne und kaum Wind. Am Start keine Hektik ca. 250 Marathonis, viele WiederholungstÀter, man kennt sich.

Die erste HĂ€lfte der abwechslungsreichen Strecke ĂŒber die Wiesen nach Prerow, durch den Darßer „Urwald“ bis zum Deich Richtung Ahrenshoop machten Spaß, locker und leicht alles nach Plan. Vielleicht ein wenig zu schnell. Von Anfang an jeder VP zum Trinken gestoppt denn es wurde schnell warm, zu warm und von nun an kein Schatten mehr.

Bei km 25 kam der Einbruch, es ging rauf auf die SteilkĂŒste und ich fĂŒhlte mich als hĂ€tte mir jemand den Stecker gezogen. Ich wurde immer langsamer, die Beine schwer, die Sonne brannte und ich sehnte jede VP herbei. Der lange Weg am Bodden, ich kĂ€mpfte mit mir.
Bei km 36 wollte ich schon aufgeben der Traum von SUB 3:50 war lĂ€ngst ausgetrĂ€umt, der Fuß tat weh und durch das stĂ€ndige auf die Uhr schauen wurde ich auch nicht schneller.
Aber Stopp, da war doch noch Plan B: unter 3:55 h, etwas schneller als 2017. Vielleicht zu schaffen, das gab neuen Mut, nur noch 5 km. Einige LĂ€ufer konnte ich ĂŒberholen, km 40. Jetzt noch mal letzte KrĂ€fte mobilisieren, dachte ich. Oh nein, nicht schon wieder, KrĂ€mpfe kĂŒndigten sich an. Dann endlich im Ziel, 3:53 h, geschafft!
Nach einer wohltuenden Massage, der Blick auf die Ergebnislisten.
Wow, 7. Frau und 1. Platz AK. Da hatten heute wohl einige mit dem Wetter und der Strecke zu kĂ€mpfen. Ich saß auf der Wiese in der nun angenehmen Sonne, wartete auf die Siegerehrung und TrĂ€nen kullerten mir ĂŒber die Wange.
Das PrĂ€sent habe ich gleich an den schnellsten Mann weitergegeben, ich steh nicht so auf eingeschweißten, toten Fisch.

Ich brauchte diesmal recht lange um mich körperlich & mental von diesem Lauf zu erholen.
Aber wie sagt man so passend: „Schmerz geht, Stolz bleibt“.

Vielen Dank an Constanze & Steffanie, die auf der Halbmarathonstrecke Ihr Bestes gaben, fĂŒr die nette Fahrgemeinschaft und den Tipp mit der kostenlosen Massage.
Die Orga war wieder spitze, super Stimmung ĂŒberall und eine schöne, außergewöhnliche Medaille. Vielleicht mag 2019 der ein oder andere Vegan Runner mitlaufen, es gibt auch eine Teamwertung.

Veranstalter: www.darss-marathon.de

Bericht aus dem Jahr 2017
Bericht aus dem Jahr 2016
Bericht aus dem Jahr 2015

Marathoncamp, 30.06.- 02.07.17

Nicole im Marathoncamp

Marathoncamp 30.06.- 02.07.2017

Ein besonderes Geburtstagsgeschenk


Wer hĂ€tte das gedacht, dass ich dieses Jahr beim 44. Berlin Marathon starte? Ich sicherlich am wenigsten. Letztes Jahr fieberte ich nach einem ErmĂŒdungsbruch noch vorm TV mit und kĂ€mpfte mich Anfang dieses Jahres mental und körperlich wieder zurĂŒck.
Das Highlight war fĂŒr mich der Halbmarathon beim BIG 25, den ich das erste Mal unter 2h finishte. Danach hat es mich wieder gepackt und ich war fast etwas traurig, dass ein Marathon dieses Jahr nicht mehr möglich war. Denn mein erster Marathon sollte natĂŒrlich der meiner Herzheimat sein und in Berlin ist es bekanntlich nicht so einfach einen Platz zu ergattern. Vor allem 4 Monate vorher
 Doch dann kam mein Geburtstag und meine bessere HĂ€lfte schenkte mir das Marathoncamp vom SMS Medical Institute, inklusive Startplatz
 Ihm lag viel daran mir damit eine Freude zu bereiten, aber auch mich gut vorbereitet zu wissen. Und das wurde ich definitiv


Das Camp ging drei Tage lang und begann mit einem Kennenlernen der weiteren 14 Teilnehmer*innen und der Vorstellung des professionellen Teams, das uns in den nĂ€chsten Tagen begleitete: Natalie Baron – Assistenz und Pacerin beim Laktattest, Dr. Matthias KrĂŒll – Fachmann fĂŒr PrĂ€vention und medizinische Fragen, Dr. Srdan Popovic – Coach und Biomechanik-Fachmann, Matthias Jaworski – Coach und Fachmann fĂŒr Leistungsdiagnostik und Lennart Sponar – Coach und Campleiter.

Hier seht ihr das komplette Programm:

Danach ging es zum Laktatfeldtest auf der Tartanbahn. Die Ergebnisse bekamen wir noch am selben Abend per Mail zugeschickt wodurch jeder zeitnah wusste, wo man in Bezug auf den Marathon leistungsspezifisch steht. Hierzu wurden wir auch entsprechend beraten. Alle Coaches hatten wĂ€hrend dem Wochenende, aber auch per Mailkontakt danach, immer ein offenes Ohr und gaben wertvolle Tipps in Bezug auf einen individuellen Plan, Laufstil, PrĂ€vention/ Vermeidung von Verletzungen sowie den richtigen Schuh. Auch ErnĂ€hrung rund ums laufen war natĂŒrlich ein Thema. Aber auch hier gab es ein gutes Miteinander und positive GesprĂ€che. Bei den Teilnehmer*innen waren einige dabei, die schon etliche Marathons und/oder UltralĂ€ufe bestritten hatten. Auch hieraus ergaben sich interessante GesprĂ€che, die mich fesselten und mich in meinem Vorhaben noch mehr bestĂ€rkten.

WĂ€hrend dem gesamten Wochenende fĂŒhlte ich mich ernst genommen in meinen Fragen und entsprechend wirklich gut beraten. So konnten viele Fragezeichen in meinem Kopf durch das Camp geklĂ€rt werden, was mich mental noch mehr stĂ€rkte und mir in Bezug auf die nĂ€chsten 12 Trainingswochen und den Marathon Sicherheit gegeben hat. Auch wurde ich in meiner Vorliebe in Bezug auf das nĂŒchtern laufen beim LDL bestĂ€rkt. Im Gegensatz dazu werde ich mich in den nĂ€chsten Wochen bei TempolĂ€ufen an selbstgemachte Gels herantasten.

Besonders beeindruckt hat mich der Vortrag zur Lauftechnik und der intensive Trainingsnachmittag hierzu. Aber auch der letzte Tag, der als aktives Element „nur“ ein LDL beinhalten sollte, ĂŒberraschte mich sehr und war letztendlich ein guter Abschluss. Hier ging es zum Tiergarten auf eine 3km Strecke was mich befĂŒrchten lies, dass es etwas eintönig werden wĂŒrde. Denn zunĂ€chst gaaanz langsames Pulstraining fĂŒr mich (nach Puls laufen fĂ€llt mir sehr schwer) und das 90-120min auf einer 3km Strecke. Doch auch hier kamen die Coaches bei jedem jeweils eine Runde mit und besprachen nochmal individuelle Themen und wiesen auf weitere wichtige Schwerpunkte im Training hin. Den LDL beendete ich nach knapp 90min da mein rechter Fuß anfing zu schmerzen. Ein leichtes zwicken bemerkte ich bereits einen Tag zuvor beim rĂŒckwĂ€rtslaufen. Denn auch das wurde mir wieder bewusst: Lerne auf deinen Körper zu hören und handele danach!

Rundum war es ein wirklich informatives, intensives und anstrengendes Wochenende bei dem ich jederzeit wieder teilnehmen wĂŒrde und somit nur empfehlen kann 😊.

Liebe GrĂŒĂŸe
Nicole

12. Darß Marathon, 23.04.17

Ein Bericht von Birgit Leszinski.

Bereits zum 3. Male stand ich am Start des Darß Marathons in Wieck.
Diesmal ohne Regen, immer wieder mal Sonne, dafĂŒr eisiger, oft böiger Wind.

Und ich hatte nur ein Ziel, endlich unter 4 Stunden!
War ich irre, bei der anspruchsvollen Strecke?
Laut Trainingsplan waren 03:58 möglich, mein Plan B, falls nicht alles supi lÀuft, 03:59:) und das bitte ohne Stress und Druck.

Auf den Wiesen zwischen Wieck und Prerow begrĂŒĂŸte uns ein starker, eiskalter Wind. Gut, das ich mich zwischen großen Jungs „verstecken“ konnte. Nur so lief ich schneller als geplant.

Im Ostseebad Prerow; meinem Urlaubsort, super Stimmung, Musik und Spinnmarathon.


Dann durch den Darßer Urwald; SĂŒmpfe, uriger Buchenwald und Naturlehrpfade.
Es gab viel zu bestaunen, schön dass ich noch ein paar Tage hier bin.

Kurz vor Ahrenshoop auf dem Deich die HM-Marke, nun nur noch 21,1 km. So zĂ€hlte ich die km runter und es lief gut und machte Spaß. Der Weg fĂŒhrte nun durch den Ort und dann rauf auf die SteilkĂŒste, was fĂŒr ein toller Blick auf die stĂŒrmische Ostsee.
Aber dieses StĂŒck kostete viel Kraft und es wird nicht einfacher. Keine Stecke fĂŒr Bestzeiten, dachte ich noch. Immer wieder blies ein böiger Seitenwind und dann der nicht endende Weg an der BoddenkĂŒste Richtung Born. Zum GlĂŒck schob mich hier der RĂŒckenwind vorwĂ€rts.

Die letzten 10 km musste ich arg kĂ€mpfen. Ich ignorierte die leichten Fußschmerzen und das Teufelchen: „Hey da ist eine Bank, hör doch auf, quĂ€l dich nicht so.“ Aber nichts da, einige LĂ€ufer konnte ich noch einsammeln, das motiviert. Nicht lustig, wieder einmal die Nordic Walker zu dritt nebeneinander.

Dann endlich das Ziel in Sicht, ein unglÀubiger Blick auf die Anzeige 03:56.. brutto.
Wie oft hatte ich mir den Zieleinlauf mit 03:58 vorgestellt aber nicht im Traum gedacht noch schneller zu sein. Ich brauchte eine Weile bis ich das realisiert hatte, dann ließ ich mir, fix und fertig aber glĂŒcklich, das Erdinger schmecken.

SpÀter die Urkunde: 03:55:38 netto, 2. Platz AK 50

Damit habe ich die Vorjahreszeit um 20 min verbessert und war sogar 10 min schneller als beim Berlin Marathon.

Die Organisation war wieder top, reichlich Verpflegungsstellen, nette Leute und die einzigartige Medaille.

Diesen wunderschönen Landschaftslauf möchte ich nicht missen, also dann bis April 2018.

www.darss-marathon.de
www.darss-marathon.de

Alle Fotos:

Bericht aus dem Jahr 2016
Bericht aus dem Jahr 2015

10. Schlaubetal-Marathon, 15.10.16

16_schlaube10. Schlaubetal-Marathon
(Ein Bericht von Robert Boyde-Wolke)

Ich hatte einfach Lust, wieder ein neuer Marathon zu laufen. Wie immer seelenruhig ins Internet nachgeschaut, mit GlĂŒck konnte ich doch aus der WohnnĂ€he (90km von Berlin entfernt) ein kleiner MarathonjubilĂ€um (10 Jahre) finden. In sĂŒdöstlicher Richtung findet man in EisenhĂŒttenstadt das schönste Bachtal Brandenburgs. Schlaube ist ein Fluss im Osten Brandenburgs (77km lang) und durchfließt die Schlauberinne. Heute gilt das Schlaubetal als eines der Ă€ltesten BachtĂ€ler Deutschlands und steht unter Naturschutz.

Am Samstagmorgen mit meinem „Fast“-Nachbar Marek N. (Running Twins), ebenfalls Veganer, waren wir mit dem Auto ĂŒber eine gute Fahrtstunde unterwegs und kamen an der gut organisierten ParkflĂ€che vor der Inselhalle an. Auf dem Weg zum Standort hatte Marek mir schon etwas angedeutet, dass es dort etwas schwierig sein wird mit dem Lauf. Ich hatte in A3-Papierformat die Laufstrecke sowie Höhenmeter fĂŒr uns ausgedruckt, so haben wir bessere Kenntnisse dieser Laufroute.

Marek hatte schon daheim fast die Laufbekleidung bei sich angezogen und brauchte dort nur die Startunterlagen abzuholen. Bei mir im Gegenteil, mit dem Umziehen habe ich noch viel Zeit und nahm die ganze Umgebung vom Wettkampfort im Visier. Deshalb hatte ich viele Fotoaufnahmen. Man hatte sofort den klaren Eindruck, das erfahrene Organisationsteam hat hier alles gut im Griff und kann mit Sicherheit alles gut gehen.

In der StartertĂŒte findet man einige Dinge wie das gute Laufkalender mit den aktuellen Terminen fĂŒrs 2017, das ĂŒberwiegend fĂŒrs Land Brandenburg, aber auch fĂŒr die ostdeutsche Region bestimmt waren.
Eine kleine, niedliche Marathonmesse in der Inselhalle fand man dort, wo mittig die Siegertreppen herbstlich geschmĂŒckt bzw. Pokale aufgestellt wurden.

Die Zeit verging schnell und alle waren schon vorm Start. Die Neuheit war fĂŒr mich, die Zeitmessung wird ĂŒber einem Transponder vom Veranstalter gestellt, der Bruttozeit sowie Zwischenzeiten erfasst.

PĂŒnktlich ging der Start fĂŒr alle los, auch Nordic-Walker, 10-km- sowie HM-LĂ€ufer und fĂŒr Kinder waren dabei. Viele hatten gute Laune und waren in bester Laufstimmung, das hatte man gesehen.

Kurz durch die Stadtspur gelangen wir nach 3 km auf den Geh- bzw. Radwegen. Endlich ein Musikband brachte uns etwas Stimmung. Es war ein typisches Herbstwetter, etwas feucht und kĂŒhl, aber zum GlĂŒck trocken. Optimal fĂŒr ein Marathonlauf!

Nach 7,5km etwas spÀter wurde man aufgeteilt, die 10-km-Strecke wird dann abgebogen und den Rest weiter geradeaus ab in den Wald.

Der Schlaubetal-Marathon fĂŒhrte uns auf und ab ĂŒber die sanften HĂŒgel der GrundmorĂ€nenlandschaft, vorbei an ehemaligen MĂŒhlen und ForsthĂ€usern, Seen und SĂŒmpfen sowie an WĂ€ldern und Wiesen. Wie ein Mittelgebirgsbach windet sich die Schlaube dort durch steile, bis zu 30 m hohe Schluchten und durchfließt eine Kette von Seen.
Wirklich ein Genuss fĂŒr begeisterte LandschaftslĂ€ufer!

Die gesamte Abwicklung fĂŒr die Streckenmarkierungen (man verlĂ€uft fast gar nicht), Verpflegungsstationen und vieles mehr waren sagenhaft einfach spitze! Alles war da, sogar warmen Tee
. Hut ab an das Orga-Team! Kann jedem mit Sicherheit weiterempfehlen
 Ich werde gern Werbung machen.

Ich hatte nie gedacht, dass im Land Brandenburg doch erhebliche Steigungen in der Landschaft gibt. FĂŒr mich war dort schon sehr anspruchsvoll und habe ihn trotzdem voll genossen. Nachhinein hatte Marek doch Recht und auf ihn ist immer ein Verlass mit seinem speziellen LĂ€uferwissen. :o) Er hatte ja noch viele schwere Herausforderungen im Bergmarathon wie Transalpine Run, Rennsteiglauf usw. mit Bravour gemeistert!

Zum etwas erschöpften Ziel bekam ich eine große, selbst hergestellte Finishermedaille aus Gips (Vorsicht ist geboten wegen Bruchgefahr!). Sieht fein aus und passt zu diesem ultimativen Crossmarathon.

Ein paar VerpflegungsnachschĂŒbe fĂŒr mich waren wir zur Kaffeezeit pĂŒnktlich wieder zu Hause.

Mit meinem Lauf hatte es sich gelohnt, dort mitgemacht zu haben und eine lehrreiche Lektion eingesammelt, 2 Marathons innerhalb von einer Woche hatte ich noch nie und war wirklich nicht einfach
. Immerhin geschafft! Nun ein paar Wochen Pause
. Die nÀchste Marathonreise wird sicher in diesem Jahr noch kommen.

Robert Boyde-Wolke

Veranstalter: schlaubetal-marathon.com

15. Mitteldeutscher Marathon, 09.10.16

16_mitteldeutsch_01

Ein Bericht von Robert Boyde-Wolke

Die schon lange angemeldete Teilnahme beim „31. SPAR Budapest Marathon“ (ebenfalls am 9. Oktober) habe ich vor ĂŒber einem Monat verzichtet, zusammen mit meiner Frau wollten wir nicht unsere 18-jĂ€hrige Perserkatze (seit Juni dieses Jahres erblindet worden) wegen der langen Reisezeit nicht im Stich lassen. Deshalb habe ich mich aus diesem Grund beschlossen, solange unsere Katze noch lebt, werde ich die nĂ€chsten Marathonteilnahmen nur auf deutschem Boden mitmachen. DafĂŒr sind wir schnell fĂŒr die Katze im Notfall erreichbar.

Mit der Absage hatte ich einfach GlĂŒck, als ich mit dem Budapest-Veranstalter meine Bitte um die Kostenerstattung von 50 % angefragt habe. Er hatte VerstĂ€ndnis mit meiner BegrĂŒndung und konnte sein Kulanz anbieten. Ich soll im nĂ€chsten Jahr trotzdem nach Budapest fliegen und Marathon teilnehmen. DafĂŒr mein erfreulicher Respekt an Budapest!

Mit dieser Absage konnte ich nicht ohne Marathonlauf damit zufrieden sein, nur so habe ich schnell eine kleine JubilĂ€umsveranstaltung gefunden, die unweit von zu Hause war. Nicht nur beim 15. Mitteldeutscher Marathon in Halle ist das JubilĂ€um zu erleben, sondern auch gleichzeitig feiert Waldemar Cierpinski (geborener Hallenser) seinen Olympiasieg als erster deutscher MarathonlĂ€ufer vor 40 Jahren in Montreal eine große Party. Der Veranstalter bietet auch die Neuauflage der MarathonstreckenfĂŒhrung von Leipzig bis Halle. 1925 war mit dieser Strecke die erste deutsche Meisterschaften im Marathon und mit dem Marathon 2002 als UnterstĂŒtzung der Olympiawerbung von Leipzig wiederbelebt.

Nach 180 km Autofahrt waren wir am Samstag schon zur Mittagszeit in Halle da. Kleiner Altstadtbummel in Halle und ab 14 Uhr öffnete fĂŒr die Startunterlagen-Abholung im Stadthaus.
Am Marktplatz konnte man schon einiges mit dem Aufbau fĂŒr diese Laufveranstaltung erkennen.

Die Abholung verlief trotz vielen Teilnehmern schnell und problemlos, meine Frau wird mit ihrer Teilnahme beim 3,6km-Lauf auch dabei sein.
Bis zur Olympiaparty von Waldemar Cierpinski am Abend im Sportcenter unweit vom Marktplatz, wo er selbst noch als GeschĂ€ftsfĂŒhrer dort betreibt, waren wir unterwegs in der Stadt. Bei der Feier ab 19 Uhr waren rund 300 Gratulanten anwesend. Es war ein Bonus fĂŒr die Marathonis, bei der Anmeldung fĂŒr 42,195km waren der Eintritt zur Olympiaparty sozusagen kostenlos, alle andere Distanzen sollten fĂŒr 10 EUR zusĂ€tzlich bezahlt werden. Die Party bestand Musik, Rede von Waldemar mit seinen Erlebnissen vom 1976 und 1980 bei den Olympischen Spielen im Marathon. Ein paar Prominente sowie MDR-TV-Team waren ebenso dabei. Als die Vorstellung zu Ende war, konnte ich locker mit ihm ein stolzes Gruppenfoto ablichten. Ein bodenstĂ€ndiger, lockerer Typ – das gefĂ€llt mir!

FĂŒr die kurze Übernachtung haben wir fĂŒr die Jugendherberge entschieden, denn mit 10 min vom Marktplatz und 20 min Fußweg vom Hauptbahnhof entfernt, war ein passender Ort fĂŒr uns


Am frĂŒhen Sonntagmorgen schnell ein lockeres FrĂŒhstĂŒck (vegetarisches Angebot vorhanden), darunter mit einigen Marathonis. Dann kleines Fußmarsch zum Hauptbahnhof, wo dann nur 30 min mit der S-Bahn nach Leipzig Hbf zu fahren war. In der Bahn waren noch mehrere LĂ€ufer zu sehen und bis zum Startort (nahe Red-Bull-Arena vom Fussballklub RB Leipzig) benötigte man mit der Straßenbahn nach einigen Haltestellen. Allgemein sollte man diese einstĂŒndige Fahrt vorher genau planen.

Wie ĂŒberall bei MarathonwettkĂ€mpfen standen vor Ort WC, Kleidertransport sowie Betreuer zur VerfĂŒgung. Viele Teilnehmer lassen Nachmeldungen ausfĂŒhren. Zum GlĂŒck war das Wetter fĂŒr mich noch optimal, vor ein paar Tagen deutete nach Dauerregen an. Also ein trockener Startbeginn möglich!

Eine seltene Besonderheit fĂŒr mich: Zu diesem Lauf habe ich eine einzigartige LaufausrĂŒstung besorgt, dafĂŒr wurde ich von den MitlĂ€ufern sowie Betreuern lachend belohnt. FĂŒr mich klar die Neuheit!
Warum ich diese AusrĂŒstung angenommen habe, kann ich Euch gern etwas berichten:
Beim letzten Usedom-Marathon habe ich zufĂ€llig ein Berliner MarathonlĂ€ufer kennengelernt, der lĂ€sst sich bei JEDEN Laufwettbewerben mit einem Ganzkörperanzug auflaufen, er stellte sich als „Gangster“ dar. FĂŒr mich war schön. Klasse fand ich das, als ich bewusst mit ihm nach dem Start bis zum 10. KM auf der Usedomer Strandpromenade (von SwinemĂŒnde bis Heringsdorf) gemeinsam unterwegs beim Laufen war. Er bekam sehr viel von den Zuschauern Applaus und die Motivation am Laufen ging nicht verloren. FĂŒr mich war das bemerkenswert wichtig und konnte dabei was Schönes miterleben.
Darum habe ich fĂŒr meine 10. Marathonteilnahme auch Ă€hnliches mit dem Ganzkörperanzug als „Zauberer“ entschieden, beim Mitteldeutschen Marathon (MDM) aufzutreten.

Wieder ein seltsames Zufall fĂŒr mich, er war auch dort beim MDM dabei, er hatte sich kurzfristig entschieden. Ich habe mich fĂŒr seine Teilnahme gefreut und hatte dann die gute Möglichkeit, mit ihm Foto zu machen. Es bleibt natĂŒrlich in Erinnerung. Ein mulmiges GefĂŒhl war es, mit dem Ganzkörperanzug die ganze Marathondistanz zu laufen. Im Hintergedanken machte ich mir Sorgen, ob es alles gut geht?

Beim Startschuss um 9 Uhr war nicht so attraktiv gewesen, im Hintergrund gab Probleme mit der Startpistole (Einklemmung), aber nach wenigen Sekunden war doch der Start frei fĂŒr alle LĂ€ufern.
Halle, die HĂ€ndelstadt, kann kommen!

Bei meiner Frau war der Start erst um 11 Uhr am Marktplatz in Halle und mit 3 Runden zu bewÀltigen.

Die ersten 25 Kilometer lief ich mit den anderen LĂ€ufern auf dem Hochwasserdamm der Neuen Luppe, auch Luppe-Kanal (kĂŒnstlicher Nebenarm der Weißen Elter) genannt. Zu sehen war im Allgemeinen nicht viel. Teils waren wir auch in den WĂ€ldern unterwegs.

Die Verpflegungsstationen waren mit dem zahlreichen Angebot zu finden. Mit der Streckenmarkierungen (Kilometeranzeige) verfolgte ich seelenruhig mit Hilfe meiner GPS-Sportuhr „Garmin“. Alles ungewollt nach passendem Plan

Kurz auf den Elsterradweg und spĂ€ter in den Diskauer Park, da hat man die halbe Fahrbahn fĂŒr uns alleine. Seltsam war es, dass der Gegenverkehr kaum kam.

5 km vorm Ziel durch die bewohnte Gegend, da hatten wir endlich etwas mehr Zuschauer. So macht dann mit dem Laufen mehr Spaß
 Die letzte Herausforderung war Anstieg an der großen BrĂŒcke, wo oberhalb der BrĂŒcke die Bahnlinien zu sehen waren.
Einige Kilometer durch den Parkweg und neben dem Hauptbahnhof von Halle vorbei war ich nur noch bergab (1,5km) zum Ziel durch die Hallenser Altstadt. Das war eine geile, super UnterstĂŒtzung fĂŒr mich, so leicht war das Zieleinlauf bisher fĂŒr mich nicht. Viele Zuschauer gaben uns Applaus, dass wir trotz Regen doch keine „Weicheier“ waren. Ab 28 km hatte es leider geregnet und keiner hatte es sich beschwert.

Am Ziel war ich erleichtert mit der LaufausrĂŒstung und selbst erstaunt, dass ich nicht ĂŒber 4 Stunden (3:58:22 h) gelaufen war. Da konnte ich davon 4 aus 10 Teilnahmen unter 4 Stunden erreichen, ein kleiner Stolz zum JubilĂ€umstag von MDM fĂŒr mich. Ich war noch ĂŒberglĂŒcklich darĂŒber, dass meine Frau mit ihrem Lauf geschafft. Wir hatten gleiche schöne Finishermedaille und zu diesem Event haben wir uns gesagt, es war einfach schön. Danke Halle! FĂŒr mich sowieso ein gelungener Highlight!

Gleich an diesem Tag waren wir am Abend schon zu Hause und konnten dann mit unserer Katze wieder kuscheln
. :o) Sie war froh darĂŒber.

Robert Boyde-Wolke

Veranstalter: mitteldeutscher-marathon.de

Berlin-Marathon, 25.09.16

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Am 25.09.15 fand der 43. Berlin-Marathon statt. Ungeachtet der vielen „vereinslosen“ veganen LĂ€uferInnen, haben wir wieder die Recherche nach „Vegan Runners“, „Laufen gegen Leiden“ und „Spreeganer“ bemĂŒht.

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Die YouTuberin aRnikachen prĂ€sentiert ihr Video „Ansicht der Supporter“ vom Berliner Marathon. Gemeinsam mit anderen Vegan Runners und Spreeganern leistete sie lautstarke UnterstĂŒtzung am Streckenrand.
Viel Spaß beim Schauen des Videos!

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Ein persönlicher Bericht von Melanie Schaible:16_bln_marathon_melanie01
„Fall in love with the process, and the result will come.“
Seit April trainiere ich gezielt auf diesen Marathon.
Ein Marathon zu laufen ist eine große Belastung fĂŒr den Körper. Man sollte sich selbst genug wert sein um einen Marathon nicht aus der kalten Hose zu laufen. Das Risiko ist einfach zu groß! Ich finde es nicht erstrebenswert, untrainiert an den Start zu gehen und „irgendwie“ durch zukommen.
Das Training startete mit einem Halbmarathonplan, darauf folgte der Marathonplan. Viele Stunden Training, viele Zweifel. Aber auch sehr viele schöne Momente, Dinge, die man nur erlebt wenn man lÀuft. Das Laufen gab mir Struktur, Halt und innere Ruhe.
Bis zuletzt wusste ich nicht, ob mein Ziel, die magischen SUB4, realisitisch sind oder nicht. Habe ich mir zu viel vorgenommen, neben dem Masterabschluss?
Meine letzte HM Bestzeit war harte Arbeit. Die 3 Halbmarathons, die ich dieses Jahr gelaufen bin, waren anstrengend. Mir war klar, ich will diese Zeit schaffen, aber an allererster Stelle möchte ich Spaß haben, dieses ganz besondere GefĂŒhl. Letztes Jahr war der Marathon 42 km pures GlĂŒck. Das wollte ich wieder haben!
Die Tage vor dem Marathon war ich ein NervenbĂŒndel. Zweifel, Ängste, hier und da ein zwicken. Da waren ganz viele Menschen, die mich beruhigt & an mich geglaubt haben. Auf einmal ging alles ganz schnell.
Und dann stehe ich da mit 41 000 anderen VerrĂŒckten & freue mich, endlich los zu legen.
Die ersten 5 Kilometer war es ein Kampf. Ich musste viele ĂŒberholen, es war sehr voll. Bis Kilometer 12 brauchte ich, um meinen Rhythmus zu finden.
Der Support war der absolute Wahnsinn! Darum laufe ich in Berlin!
So viele Menschen waren da. Louise ist EXTRA aus Hamburg gekommen, danke! Die Spreegis waren so stark an der Strecke vertreten. Danke an Anika, Verena, Luna, Jan, beide Carolines, Heiko, Kathi, Tabea, Stefanie, Salka & Erik.
Mit Luftballons, Matcha, Cola, Datteln & EnergiebĂ€llchen beladen war ich bestens durch die einzigartigen Supporter versorgt. Ohne euch wĂ€re es nicht halb so schön. Ihr opfert euren Sonntag und ich weiß wie viel ihr alle zu tun habt. DANKE!
Romina, die den perfekten Plan geschrieben hat und mich so auf SUB4 gepusht hat. Fahnie, die immer ein offenes Ohr hatte & online die ganze Zeit dabei war.
Mein Freund war nicht nur wĂ€hrend des Marathons an meiner Seite. In den ganzen Monaten sind wir viele Kilometer gemeinsam gelaufen, mentale UnterstĂŒtzung & letztendlich meine Laufbegleitung von KM 21-37.
Es war magisch. Es lief einfach. Ich habe es geschafft, die perfekte Pace zu finden. Geplant war 5:40, ich lief eine konstante 5:30.
Als ich bei KM21 auf die Uhr sah, zeigte sie 1:57. Eine neue Halbmarathonbestzeit! Wie ist das passiert??
Ich quatsche 2 km mit Salka, die mich begleitete und plapperte danach fröhlich meinen Freund mit allem voll, was mir so in den Sinn kam. „Sag mal, ist es gut wenn du so viel redest?“
„Keine Ahnung, es fĂŒhlt sich gut an.“
So gingen 30 Kilometer sehr schnell vorbei mit vielen, vielen GĂ€nsehautmomenten.
Ich bin nicht eingebrochen, obwohl es ab KM 33 hart wurde und ich das GefĂŒhl hatte nicht mehr vom Fleck zu kommen.
Dennoch hatte ich die ganze Strecke ĂŒber dieses MarathongefĂŒhl. Dieses leichte, das Besondere. Es ist anstrengend, aber es ist auch gleichzeitig das Schönste! Es tut ein bisschen weh, ich habe schnell die Oberschenkel gespĂŒrt, aber es lief auch einfach.
Alle anderen WettkĂ€mpfe sind nicht vergleichbar! Ich lief einfach konstant mein Tempo, hatte unfassbar viel Spaß dabei.
Dann kam Kilometer 40. Es zog sich, aber ich wusste, ich schaffe es. Und zwar locker unter 4 Stunden. Das Ziel, das Brandenburger Tor, dass ich monatelang bei so vielen LĂ€ufen im Kopf hatte, war zum Greifen nah! Ich war so glĂŒcklich, voller Emotionen. Das Ziel war erreicht. 3:55. 17 Minuten schneller als letzte Jahr. Ich habe keine Ahnung wie ich das gemacht habe. Es hat einfach alles gepasst.
Die TrĂ€nen sind geflossen, vor Freude, ÜberwĂ€ltigung und ganz viel Dankbarkeit.
Es war genauso, wie ich es mir gewĂŒnscht habe.
Lasst euch von niemand sagen, dass ihr etwas nicht könnt. Man kann alles erreichen. Vor drei Jahren konnte ich gerade mal 3 Kilometer laufen, fĂŒr meine ersten 10 Kilometer habe ich ĂŒber 75 Minuten gebraucht. Wenn man dran bleibt, regelmĂ€ĂŸig lĂ€uft und SPASS daran hat, kann man alles erreichen.
Ich möchte ein Vorbild sein. DafĂŒr, dass Laufen das Schönste ist. DafĂŒr, dass man mit Freude alles geben kann & dann erfolgreich ist. Mit ganz viel LĂ€cheln & ganz viel Laufliebe.

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Bilder von Leni Lecker:

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Bilder von Jan OelschlÀgel:

10 Teiche Marathon Hahnenklee (Oberharz), 17.09.16

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Ein Bericht von Robert Boyde-Wolke

Nach meinem wunderschönen Insellauf beim Usedom-Marathon vor 14 Tagen hatte ich einfach etwas Lust, was Neues mit dem Marathon auszuprobieren, nĂ€mlich den kleinen Bergmarathon wie beim 3. „10 Teiche Marathon Hahnenklee“ im Oberharz.

Mit kleiner StartgebĂŒhr von 25 EUR wĂŒrde es fĂŒr mich nicht schaden, bei meiner ersten Teilnahme im Bergmarathon einfach locker auszuprobieren.
Die Anmeldung musste spÀtestens 4 Tage vorm Wettkampfbeginn komplett erfolgen, da sonst die Nachmeldung vor Ort nicht möglich war.

Am Abend nach 3-stĂŒndiger Fahrt war ich schon in der Jugendherberge (DJH) in Hahnenklee bei Goslar angekommen. Etwas war ich unsicher, auf der Fahrt im Oberharz waren die enorm hohe Berge zu sehen und dachte schon an meine Marathonteilnahme, ob ich ĂŒberhaupt es schaffe? „Einfach positiv denken, dabei sein ist alles“ – so war mein Motto an diesem Laufwettbewerb.

Als Neumitglied bei der DJH hatte ich eine ruhige Schlafnacht und ein gutes FrĂŒhstĂŒcksangebot wurde angeboten, auch fĂŒr Veganer. Alles in Zufriedenheit!

Die Startnummer-Abholung war nicht weit von der DJH (keine 50 m) und alles einfach. Nur das Wetter war fĂŒr alle Teilnehmer sicher nicht akzeptabel. Laut Wettervorhersage soll tagsĂŒber nur regnen. Nichts zu machen! Gemessen wird ĂŒber die Leihgabe mit einem Laufchip, das nach dem Ziel gegen die Abholung der Erinnerungsmedaille wieder abgegeben werden soll.

Der Start befindet sich im Ortsteil Bockswiese im kleinen Kurpark an der Wiesenstraße. In direkter NĂ€he befindet sich die Jugendherberge (DJH) mit Umkleidemöglichkeiten und Duschen. (300m entfernt)

Vor dem kompletten, pĂŒnktlichen Start suchten alle Teilnehmer Schutz unter den BĂ€umen vorm starken Regen. Angeboten werden Marathon, Halbmarathon und der Einsteigermarathon (11,5km). In diesem Jahr zum ersten Mal den Einsteigermarathon


Gelaufen wird auf gepflegten Waldwegen durch eine ruhige und romantische Wald-, Wiesen- und Seenlandschaft, nur im Ortsbereich auf asphaltierten Straßen. Erleben Sie Natur pur und gleichzeitig eine einzigartige Kulturlandschaft. Das in Teichen gespeicherte Wasser war die Kraftquelle fĂŒr die WasserrĂ€der der Gruben des Oberharzer Bergbaus. Dieses einzigartige Wasserwirtschaftssystem ist als UNESCO Weltkulturerbe anerkannt worden.

FĂŒr den Marathon ist der rote Streckenverlauf zweimal zu durchlaufen und dann weiter bis zum Ziel in der FußgĂ€ngerzone von Hahnenklee, beim HM nur einmal.
Der höchste Punkt liegt bei 631m, der tiefste bei 534m (im Streckenprofil oberste Höhenlinie 620m, unterste Höhenlinie 540m).
Beim Marathon sind 685 Höhenmeter zu bewÀltigen, beim Halbmarathon 351 Höhenmeter.

Zum ersten Mal in meinem Leben beim Marathon war fast die ganze Zeit nur im Dauerregen und in der 2. Runde mit starkem Nebel zu bekĂ€mpfen. Der Lauf war nicht einfach fĂŒr mich, trotz nicht die flache Strecke sowie dieses miesen, nassen Wetter.
Trotzdem war ich sehr glĂŒcklich und etwas stolz darĂŒber, dass ich mit dem „kleinen“ Bergmarathon gut und vor allem gesund ĂŒberstanden habe. Eine wertvolle neue Erfahrung fĂŒr mich, eine Bergmarathonteilnahme soll man nicht unterschĂ€tzen.

Mein Fazit:
– 42,195 km in 4:15 Std trotz der diversen Höhenmeter
– alle lange Anstiege konnte ich meistens ohne zu gehen hoch laufen und deshalb sehr zufrieden mit meiner Laufzeit (etwas schneller als Usedom-Marathon!)
– schöne Laufstrecke (10 schöne Teiche waren zu sehen, auch wenn es zum grĂ¶ĂŸten Teil stark neblig war)
– sehr gute Organisation mit kleinem ĂŒberschaubarem Lauf (nett, motiviert)
– Streckenmarkierungen sicher und sichtbar kenngezeichnet
– Verpflegung wĂ€hrend des Lauf zahlreich vorhanden und nach dem Ziel viel Angebot
hat Spaß gemacht und NICHT bereut!!!!

Kann jedem gern weiterempfehlen, mal beim kleinen Bergmarathon auszuprobieren.
Die Teilnahme lohnt sich mehrfach: das sportliche Erlebnis, das Natur- und Kulturerlebnis, das gesunde Heilklima, last not least der aprĂšs Marathon.

Robert Boyde-Wolke

Veranstalter: 10-teiche-marathon.de

XXXVII. Internationaler Usedom-Marathon, 03.09.16

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Ein Bericht von Robert Boyde-Wolke

Laufen auf Europas lÀngster Strandpromenade

Mit meiner Frau habe ich schon seit Monaten mal darĂŒber unterhalten, ob wir auf Insel Usedom unseren Kurzurlaub machen werden im Anschluss mit einer Marathonteilnahme.
Das war möglich und die problemlose Anmeldung im Internet beim 37. Usedom-Marathon war schon im Juni dieses Jahres ausgefĂŒhrt. Anfang September soll das sommerliche Klima an der Ostsee relativ noch zu retten, vielleicht mit ein paar Sonnenstunden, so hatten wir uns mehrmals gehofft? Der Reiz fĂŒr mich war die vielen Kilometer Laufweg direkt an der Ostsee sowie die malerische Ortschaften und traumhafte Landschaften in der KĂŒstennĂ€he.

Schon am Freitagvormittag waren wir mit dem Auto in Zinnowitz angekommen, es verlief kein Stau auf der Autobahn. In Wolgast hatten wir fĂŒr 2 Übernachtungen mit FrĂŒhstĂŒck beim schön gestalteten Hostel „Postel“ (ehemals Postamt) gebucht. So hatten wir uns den halben Tag mit dem Baden genutzt, etwas Sonne war noch da. Ich konnte endlich in diesem Jahr an der Ostsee baden teilnehmen, das Wasser war ein wenig kalt, egal – ich bin doch kein Weichei – das war mein Blitzgedanke!

Schon nach drei Stunden bekam ich schnell leichten spĂŒrbaren roten Sonnenbrand am Gesicht, alle Achtung! Eincremen bitte! Selbst schuld, die mitgebrachte Sonnenöl war im Auto aufbewahrt.

Nach dem Einchecken im Hostel bzw. vor dem Abendessen in Wolgast schnell die Startunterlagen abholen im Sportcasino am Peenestadion. Die Abholabwicklung verlief schnell und problemlos. Kurios war allerdings wenige Tage vor dem Start die E-Mail vom Veranstalter, dass die finale Startnummer erst mit Abholung der Startunterlagen vergeben wĂŒrde. Der Nachteil war nur, dass man andere LĂ€uferInnen vor dem Lauf nicht an der Startnummer identifizieren konnte.
In einer PapiertĂŒte wurde ausgegeben: 2 Äpfel, 1 Capri Sonne, AnhĂ€nger mit der Startnummer fĂŒr die Kennzeichnung der Kleiderbeutel, Programmheft sowie ein Gutschein fĂŒr Essen und 1 GetrĂ€nk.

PĂŒnktlich um 8:30 Uhr am Wettkampftag war die Abfahrt vorm Stadion mit einem der drei bereitgestellten Busse nach SwinemĂŒnde. Das ist der Startort fĂŒr MarathonlĂ€ufer, bei dem HM beginnt in Wolgast mit der gleichen Startzeit. Über eine gute Fahrtstunde dauerte es, da unterwegs noch LĂ€uferInnen zustiegen – das nenne ich das gute Service vom Veranstalter.

Ich hatte ein gutes GesprĂ€ch mit einem Ă€lteren MarathonlĂ€ufer im Bus, der sich ĂŒppig frĂŒhstĂŒckte. DarĂŒber staunte ich bis heute noch, wie er sich schaffte, fast ĂŒber 1 Std vorm Start noch voll und satt gefrĂŒhstĂŒckt hat. Ich selbst ist die Schmerzgrenze bei fast 3 Stunden vorm Start. Seltsam! Sein erster Marathon mit 62 Jahren, mein Respekt! Er war schon 3x dort und wĂŒrde immer wieder gern wiederholen.

Er berichtete mir auch, dass frĂŒher bei der Anmeldung die Nummer von Ausweisen/ReisepĂ€sse angegeben werden musste wegen des GrenzĂŒbergangs. Heute ist das zum GlĂŒck nicht mehr der erforderliche Fall.

Am Start hatte ich noch ein wenig Zeit, mich schnell umzuziehen. Viele blickten mich komisch an, als ich das „Vegan Runners“-Laufshirt anzog. Es war meine stabile Routine und war auch etwas stolz darauf, ein wenig aufmerksam mit meiner veganen Lebensweise bekanntzugeben. Diesmal habe ich mir schlau machen lassen, etwas Sonnenöl einzucremen. Vom letzten Marathonlauf in MĂŒritz bekam ich starken Sonnenbrand, das war meine Lektion gewesen. Einmal und (hoffentlich?) nie wieder
.
An der Sporthalle stand der Bus fĂŒr den Kleidertransport nach Wolgast. Prima war auch vorm Startbeginn noch das Wasserangebot vom Veranstalter.

ZufĂ€llig war der bekannte Berliner LĂ€ufer mit seinem Vornamen „Henry“, der sich sehr fein mit weißem Hut und Handschuhen verkleidet war, auch vor Ort, ihn hatte ich letzten Mal beim „2. MĂŒritz Marathon“ gesehen. Ein Foto mit ihm kommt in mein Laufarchiv.

Über 200 Marathonteilnehmer vor dem pĂŒnktlichen Start um 10:30 Uhr. Das Wetter war fĂŒr mich schon optimal, etwas leichter Wind mit Sonnenschein. Das laute Startsignal kam aus einer historischen Kanone mit 2 Kanonieren. Mal was anders!

Viel Beifall von den polnischen, aber auch vielen besuchsweise anwesenden deutschen Zuschauern. Nach einer halben KilometerlÀnge die 180-Grad-Wende in die Richtung Westen zur polnisch-deutschen Grenze.

Schon nach ca. 2,5 km erreichte man die Grenzlinie Polen und Deutschland, was nicht zu auffĂ€llig war aufgrund des gleichen Ausbaus des KĂŒstenweges.

Bis fast zum 10. Kilometer auf der wunderschönen Strandpromenade lief ich mit „Henry“, der Gentlemen-LĂ€ufer gemeinsam im angenehmeren Marathontempo. Bemerkenswert war fĂŒr mich, dass er viel Anerkennung und Bravour fĂŒr seine auffĂ€llige „Smoking“-Bekleidung von den Zuschauern erhalten hatte. Das war einzigartig geiles GefĂŒhl, neben ihm zu laufen und mitansehen durfte. Er feierte seinen 40. Marathon, fĂŒnffach mehr als meine derzeitige Teilnahme. Applaus fĂŒr ihn!

Die bekannte drei „KaiserbĂ€der“ Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin war fĂŒr mich eine tolle Mischung mit der guten Stimmung von den Zuschauern sowie die sehenswert restaurierten prĂ€chtigen Strandvillen, die vielen aus Holz in weiß gestrichen – typisch BĂ€derarchitektur – gewesen.

Am Ortsende von Bansin ging es dann links von der Promenade weg recht steil bergan, um dann ca. 4km auf einem profilierten schönen Waldweg zu laufen.

Es waren viele ĂŒberholte Radfahrer zu sehen, was mich aber nicht störte. Wir laufen ja fast auf dem bekannten „Usedom-Radweg“.

Nach dem WaldstĂŒck ging es parallel zu einem Campingplatz wieder auf geteerter Strecke und kurzen teilweise 16%igen GefĂ€llstrecken nach Ückeritz. Es wurde immer hĂ€rter mit den abwechslungsreichen Bergsteigungen.
Zum GlĂŒck waren wir mehr im Wald und somit im Schattenvorteil! Kaum Sonnenblicke sowie die Ostsee waren zu sehen.

Vorbei am Kölpiner See war die Halbzeit fĂŒr die gesamte Marathonstrecke. Nach der tollen Verpflegung bestehend aus viel Obst (Melone, Orangen, Äpfeln und Bananen) sowie GetrĂ€nke in die vielen Treppenstufen hoch wieder die herrliche Waldstrecke nach Koserow.

Bisher war bereits die schöne 25 km nach der Verpflegung mit Hilfe von Streckenposten, die mit Rad unterwegs waren, gelaufen. Noch ein weiteres letztes WaldstĂŒck von ca. 2,5 km, dort wurden vom Organisator die hochausstehende Wurzeln mit Leuchtfarben markiert, um ein Stolpern der LĂ€ufern zu vermeiden.

Bei 30 km war mit dem Waldlauf damit vorbei und musste nun bis zum 40 km parallel zur B 111 auf einem Radweg bei starkem Gegenwind! laufen. Das war brutal und krÀfteberaubend!

Die einige letzten Verpflegungen bei Zinnowitz und kurz vor der PeenebrĂŒcke war ein Lauf in Begleitung mit dem bekannten „Mann mit dem Hammer“, in meinen Gedanken immer wieder: „aufgeben, Pause machen, durchbeißen usw.“ im Spiel.

Nun endlich das „blaue Wunder von Wolgast“ – die moderne BrĂŒcke, die Usedom mit dem Festland verbindet, ĂŒberquert und dann um den Stadtkern zum Peenestadion.

Kurz vorm Ziellauf (500m) ein letzter kurzer Anstieg und eine halbe Stadionrunde zum stolzen Marathonziel mit einer Zielzeit von 4:16:22 Stunden. Die Zielzeit störte mich schon lange nicht mehr, ich hatte schon in der Zukunft immer vor, ich sei ein Marathontourist mit vielen schönen Erlebnismomenten.

Ich war echt froh, dass ich doch mit diesem interessanten Insellauf teilgenommen zu haben, obwohl viele im Vorfeld mich Angst zuredeten, dass dieser Usedom-Marathon sehr hart sein soll, aber im Endeffekt war es nicht so ausgegangen. Ich denke, es ist ein MUSS fĂŒr jeden MarathonlĂ€ufer, dort einmal mitzumachen.

Im Ziel bekam ich eine schöne Medaille sowie warme Verpflegung und GetrĂ€nke. FĂŒr Veganer ist die Essverpflegung leider nicht akzeptabel, daher aß ich nur die Nudeln pur. Es gab nur Fleischgerichte (Bolognese) und Erbsensuppe mit bekannten SpeckwĂŒrfeln – was sollÂŽs?

Ohne Anstehen holte ich die gut dargestellte Urkunde ab und ging mit verdientem Stolz zum Hostel. Meine Frau war fast den ganzen Tag mit ihrer Freundin beim Tagesausflug auf Usedom, wo ihr Ehemann auch beim Usedomer HM lief. Abends haben wir uns dann alle viert zusammengetroffen und viel Unterhaltungsstoff zu diesem Tagesprogramm mitgebracht.

Meine kurze Zusammenfassung:

Ein Marathon als deutsch-polnisches Naturerlebnis!. FĂŒr ein Startgeld von 28 EUR wurde die Marathonveranstaltung professionell und mit viel Erfahrung organisiert.
Die Verpflegung war lĂ€ufergerecht, die Laufstrecke meist flach mit ein paar kleinen Steigungen und jeder Kilometer ist sehr auffallend markiert. Auf der Straße ohne Autoverkehr und auf den Radwegen wurde meistens gelaufen. Ansonsten alles TOP mit ein super Preis-/LeistungsverhĂ€ltnis. Es lohnt sich fĂŒr alle, ein Kurzurlaub an der sonnigsten Ecke Deutschlands nĂ€her kennenzulernen!

Aus der Webseite von „Insel Usedom“ passt der Spruch mit meiner Teilnahme:
„Mehr Licht, Meerluft, mehr Zeit“ – fĂŒr mich auch beim Marathon auf Usedom! ;o)

Parallel wurde auch nicht nur Halbmarathon (295 Teilnehmer), sondern zum ersten Mal ein Staffelmarathon (20 Teilnehmer) angeboten.

Es waren keine bekannte vegane LÀuferInnen zu sehen, schade
 vielleicht klappt es beim nÀchsten Mal mit ein paar
.?

Robert Boyde-Wolke

Veranstalter: usedom-marathon.de

Gedenkmarathon Son Kee-Chung, 06.08.16

Gruppenfoto
Gruppenfoto

Am 6. August gab es einen Gedenkmarathon in Berlin, anlÀsslich des 80sten Jahrestages des Olympiasiegs von Son Kee-Chung.

Son Kee-Chung war ein koreanischer LĂ€ufer, der bei den Spielen in Berlin unter japanischer Flagge starten musste, weil Korea besetzt war. Sein Protest dagegen („das traurigste Siegerfoto der Olympiageschichte“) fĂŒhrte auch dazu, dass er unter der Besatzung nicht weiter Marathon laufen durfte. Sport
ist und war eben doch manchmal politisch…

Die Strecke 1936 (und 2016) verlief vom Olympiastadion in Spandau entlang der Kronprinzessinnenallee bis fast nach Wannsee, und dann entlang der AVUS bis zur TribĂŒne. Und dann die gleiche Strecke wieder zurĂŒck. Son Kee-Chung lief die 42.2km in 2:29h. Unsere Hochachtung fĂŒr diese Leistung ist nach dem eigenen Laufen der (halben) Strecke durchaus
noch mehr gestiegen…

Jens, Heiko, Younouss, Andreas und Robert liefen ĂŒber die volle Marathondistanz. Ulises und Dominique sowie Kira & Felix teilten sich jeweils die Strecke. Besonders toll fanden wir die motivierende Stimmung, und die nette Verpflegung durch die Veranstalter und den Empfang durch die in koreanische FestgewĂ€nder gekleideten Damen.

Danke an Stephan, Torpedo Berlin, die Berlin Wall Trail Runners, den Koreanischen Verein Berlin und die Koreaness Awakening Movement Union.

Es hat Spaß gemacht!

Ein Bericht von Kira Rehfeld

Nachfolgende Bilder von Ulises Rey:

9. Chemnitz Marathon, 03.07.16

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Ein Bericht von Felix Engelhardt

„Back to the roots“ hieß es fĂŒr mich am Sonntag, den 3.7. Als gebĂŒrtiger Karl-Marx-StĂ€dter war die Verlockung des Marathons in meiner Heimat trotz aller Vorbehalte, die ich ĂŒber die Jahre dieser eigenwilligen Stadt gegenĂŒber entwickelt habe, einfach zu groß. Naja, streng genommen wollte ich vor dem diesjĂ€hrigen Berlin Marathon eigentlich gar keinen weiteren Marathon laufen. Die Teilnahme resultierte vor allem aus meiner Absicht, meine Mutter durch meine physische PrĂ€senz bei ihrem ersten offiziellen Halbmarathon zu unterstĂŒtzen (wozu Stehen und Jubeln am Rand eigentlich auch gereicht hĂ€tten, aber lassen wir das :D).
Vor diesem Hintergrund verlief meine Vorbereitung auch eher halbherzig….ich bin zwar schon 2-3 Monate vorher immer mal 2-2,5 Stunden pro Woche gelaufen und habe auch meine Intervalltrainings nicht vernachlĂ€ssigt. Aber wie sich spĂ€ter zeigen sollte, hĂ€tten ein paar Kilometer mehr in den Beinen garantiert nicht schaden können!

Am Wettkampftag fĂŒhlte ich mich so gesehen topfit: lecker und gut am Vorabend gegessen, gut geschlafen, keine Beschwerden oder Wehwehchen. Die Sonne lachte bei angenehmen 18/19 °C und es wehte ein leichtes LĂŒftchen. Optimale Bedingungen also.
Der Lauf war in vier Runden Ă  10,4 km aufgeteilt, was Vor- und Nachteile hat: es lĂ€sst sich so zwar ziemlich gut die Pace und die noch zu laufende Strecke abschĂ€tzen, aber Runden können eben gerade gegen Ende hin auch sehr monoton und ermĂŒdend sein.
Die Strecke selbst bot einen guten Mix aus Straßen und weicherem Parkboden, weshalb zumindest in dieser Hinsicht schon etwas Abwechslung garantiert war. Es war auch fĂŒr jede*n was dabei: 5 km, 10 km, Halbmarathon und Marathon.

Vor Ort war einiges los, allerdings angenehmerweise bei weitem nicht so viel, wie bei anderen StadtmarathonlÀufen.
WĂ€hrend ich mich gemĂŒtlich warmlief, konnte ich auch schon ein paar Mitstreiter*innen in Laufen-gegen-Leiden-Shirts erspĂ€hen, was meine ohnehin schon gute Laune nochmal einen extra Schub nach oben gab.

16chemnitz02Als ich mich kurz vor dem Start gegen 9:30 Uhr in der Startzone einfand, gab es ein lustiges Wiedersehen: jemand tippte mir auf die Schulter und es war….natĂŒrlich unser lieber Robert Boyde-Wolke, der alte Marathon-Hase 😀 !
Er erzÀhlte mir, er sei noch nie zuvor in Karl-Marx-Stadt gewesen und habe sich anlÀsslich des Laufs extra optisch an den ehemaligen Namensgeber der Stadt angenÀhert.
FĂŒr den Lauf selbst hatte er sich aber nichts Besonderes vorgenommen, einfach entspannt durchkommen und eine schöne Zeit haben. Ich demgegenĂŒber, hatte mir – warum auch immer – trotz meiner dĂŒrftigen Vorbereitung das Ziel von 3h30min in den Kopf gesetzt….

Und so fiel der Startschuss pĂŒnktlich um 9:30 Uhr. Wir legten in eine entspannten 5:20/5:30 Pace los, Robert immer dicht in meinem Windschatten. FĂŒr ihn schien das Tempo genau richtig zu sein, was den schönen Nebeneffekt hatte, dass wir uns als Vegan-Runners-Doppelpack vor den Augen des gut gelaunten Publikums durch die Reihen der anderen LĂ€ufer*innen schlĂ€ngelten.
Ich weiß gar nicht, wie lange Robert mir an den Fersen klebte, aber als ich mich so nach einer Stunde umdrehte, war er verschwunden. SpĂ€ter sah ich ihn mir aber nochmal entgegenkommen und da wusste ich, dass wir von nun an unseren eigenen Lauf laufen wĂŒrden.
So zog ich im weiteren Verlauf auf 4:55/5:00 an, da ich mich sehr gut fĂŒhlte und ja immer noch die Marke von 3:30 vor Augen hatte.

Das Ganze ging auch bis so ca. km 34/35 gut, dann kam der berĂŒhmt berĂŒchtigte und allen Marathonis (zumindest aus ErzĂ€hlungen) bekannte Mann mit dem Hammer!!! Nun gab es die Quittung fĂŒr meine schlampige Vorbereitung und das dafĂŒr zu ambitionierte Ziel: die Beine wurden schwerer, der Laufstil dadurch unsauberer, die HĂŒfte fing an sich zu melden und zu allem Überfluss verabschiedeten sich die noch vereinzelt antreibenden Zuschauer*innen nach Hause, sodass ich auf den letzten Kilometern mutterseelenallein mit mir und meiner schwindenden Motivation zu kĂ€mpfen hatte. Aufgeben? Never! Kurze Gehpause? Schon eher, aber dann war’s das mit den 3:30! Kurz dehnen? Weiterer Zeitverlust, aber ohne geht echt nicht!
Ich raffte nochmal alle meine KrĂ€fte zusammen, atmete ein paar Mal tief durch und nahm wieder Fahrt auf. Noch 5 km….das ist doch nichts! Noch 4….fast geschafft! Noch 3….jetzt nochmal alles geben! Noch 2…Schmerz ist eine Illusion 😀 !
Noch 1…Schlusssprint (zumindest in meiner Wahrnehmung 😀 )!
Und geschafft! Aber hey, immerhin 3:35:15, 10 min. besser als zum letzten Berlin Marathon und Platz 20 von 86. Robert finishte schließlich auf Platz 47 mit einer Zeit von 4:03:29, was insofern Respekt verdient, als er sich zwischendurch auch noch 10 min. mit zufĂ€llig am Streckenrand stehenden Verwandten unterhalten konnte 😀 !

Im Ziel angekommen wurde ich dann jubelnd von meiner ganzen Familie empfangen, die mich auch gleich mit Kohlenhydraten und Elektrolyten vollstopfte.
Erstaunlicherweise brauchte ich nur 2 Tage, um nahezu nichts mehr von den nervenaufreibenden Qualen des Laufes in meinem Körper zu spĂŒren.
EIn weiteres Indiz dafĂŒr, was eine vollwertige, rein pflanzliche ErnĂ€hrung fĂŒr die Regeneration des Körpers bewirken kann!
Robert habe ich nach dem Lauf leider nicht nochmal gesehen, aber wir haben kurz danach geschrieben und ĂŒbereinstimmend festgestellt, dass es trotz alledem ein ziemlich schöner Lauf war,
der sogar Olympioniken fĂŒr die 10 km Distanz nach Chemnitz zieht!

Veranstalter: marathon-chemnitz.de