Stockport Big Event 10k 2017, 17.09.17

Hallo liebe Vegan Runners BBI! 🙂
Zu allererst wie immer meine (aufrichtig gemeinte) Entlastungsformel: Entschuldigung, dass ich auf Englisch* schreibe!

Ok, jetzt zur Sache: Am 17. September 2017 wollen die Vegan Runners UK das „BIG Stockport 10K-Rennen“ laufen. Das ist ein Massen-Event in der NĂ€he von Manchester, England. Bis jetzt haben sich 108 von unseren fast 1.500 Mitgliedern angemeldet, und wir erwarten, dass noch viel mehr dazukommen. Folglich wird auf diesem Event das grĂ¶ĂŸte Treffen von Vegan Runners stattfinden, das es jemals gegeben hat. Letztes Jahr hatten wir dort bereits die Rekordteilnehmerzahl von 70 LĂ€ufern. Wenn also irgendjemand von Euch sich zu dieser Zeit in England aufhĂ€lt und Lust hat, sich uns an unserem großen Tag anzuschließen, wĂŒrden wir uns sehr freuen, Euch dort zu sehen! Überdies findet am Vortag in der NĂ€he auch ein veganes Bierfestival statt, also schön vorsichtig sein!

Hier ist die Facebook-Gruppe, die wir fĂŒr das Event erstellt haben:
facebook.com/groups/…/

Es gibt auch eine hollĂ€ndische Vegan-Runners-Gruppe, die teilnehmen möchte und den Besuch plant. Daher wĂ€re es schön, einige von Euch ebenfalls als ReprĂ€sentanten in Schwarz und GrĂŒn dort zu sehen. Bitte teilt die Facebook-Gruppe in allen Vegan-Runners-Gruppen, die Ihr kennt und helft mit, dass unser Treffen nicht nur groß, sondern auch richtig international wird.

Danke fĂŒr Eure Zeit! 🙂

<a href="https://www.facebook.com/profile.php?id=100000215466260" target="_blank">Kevin Dempsey</a>
Kevin Dempsey

Ein Bericht aus dem Vorjahr auf der englischsprachigen veganrunners.org.uk: The BIG Stockport 10k – Vegan Runners Takeover

* Übersetzung von Iris Ute Depping
Original:

Hello Vegan Runners BBI 🙂 First of all, my usual disclaimer: sincere apologies for English. OK, on to business! On September 17th 2017, Vegan Runners UK are targeting the BIG Stockport 10K race, near Manchester, England, as a mass-participation event. So far we have 108 of our almost 1,500 members signed up with plenty more to follow, so it’s easily going to be the largest gathering of Vegan Runners ever (last year we had 70 runners there – our previous record attendance). If any of you will be in the UK around that time and fancy joining us for our big day (there’s also a Vegan Beer festival nearby the day before – take care!), we would love to see you there! Here’s the facebook group created for the event: https://www.facebook.com/groups/1845922885687606/ There’s a group planning to visit from the Dutch Vegan Runners club, so it’d be great to see some of your guys there as well representing in the black and green. Please share this group with any other Vegan Runners/groups you know and help make our big meet-up a truly international gathering. Thank you for your time 🙂

Tough Guy England, 29.01.17

Tough Guy England 2017, von Steve Klockow:

Ich bin am Sonntag den 30. und letzten originalen Tough Guy in Wolverhampton, England gelaufen.

18 Km voller Monster, Schrecken und Ängste.

Wir versammelten uns am Morgen, ganz entspannt und fuhren vom Hotel los. Auf dem Weg merkte ich, dass ich ganz notwendig und vor allem sehr plötzlich Wasser lassen musste. Nicht um die Frage verlegen, ob der Fahrer kurz stoppen könne, sagte er: „NEIN, wir mĂŒssen da hin, verkneif es dir noch 15 Minuten. Das ist dein erstes Hindernis fĂŒr den heutigen Tag.“

Die nÀchste rote Ampel nutzte ich um spontan aus dem Auto zu springen und mich zu entlasten.

Mit relativ entspannt- genervten Worten wurde kurz reagiert, aber schnell waren wir wieder im Gedanken beim Lauf.

Wie immer wollte ich nackt laufen (kurze Hose, MĂŒtze, Flipflops).

Ich hatte mir bewusst keine Sportschuhe gekauft, weil ich sie bei den zwei letzten LĂ€ufen jeweils verloren hatte. Also war mir spontan die Idee gekommen, einfach in Flipflops zu laufen, weil ich sie ja sowieso verlieren wĂŒrde.

Nachdem mich alle fĂŒr verrĂŒckt erklĂ€rten und ich merkte, dass die Flipflops bei nassem Boden sehr sehr rutschig waren, fragte ich zig Leute, ob sie Tape bei hĂ€tten, damit ich sie mir an den Fuß tapen kann.

Die Hoffnung war, dass sie so ein paar Kilometer lÀnger tragen könnte und sie nicht sofort im Schlamm verliere.

Der Start kam immer nÀher und ich zog mich aus.

Frisch vom unbarmherzigen, englischen Wetter abgekĂŒhlt gingen wir zum Startpunkt. Es war 10.30 Uhr. 11 Uhr sollte es los gehen und wir standen im Block. Plötzlich kam die Nachricht, dass sich der Start aufgrund der Masse an Teilnehmern um 45 Minuten verzögern wĂŒrde.

Ich Àrgerte mich innerlich, weil die KÀlte beim herumstehen so viel Energie kostet und ich nicht durch eine Verzögerung meine ganze Kraft verlieren wollte.

Also immer bewegen um warm zu bleiben und nicht auszukĂŒhlen. Nach dem Start warfen viele LĂ€ufer einzelne KleidungsstĂŒcke weg um ohne sie zu laufen. Ich sah Jacken, T-Shirts und Pullover mitten auf den Wegen liegen. SpĂ€ter nahm ich eine Jacke falls es mir doch zu kalt werden sollte.

Der Lauf begann super entspannt. Frische Wiesen, Heuballen und Hölzer ĂŒber die wir springen sollten. Alles erinnerte an einen entspannten und freundlichen Lauf. Da ich aber wusste, was mir noch blĂŒhen wĂŒrde, blieb ich respektvoll und entspannte mich nicht.

Langsam kamen die Berge und so mussten wir einen lang gezogenen Berg immer wieder hoch und runter, hoch und runter, hoch und runter laufen. Ich weiß nicht, wie oft es war, aber es werden ca. 8 bis 10 Mal gewesen sein. Das ist es, was Kraft raubt und einen an die inneren Grenzen bringt, wenn man nachher den elektrischen Strom und die KĂ€lte abbekommt. Kurze, schnelle Schritte bergauf, oder auch gehen, je nachdem wie stark der Anstieg ist, aber so energiesparend wie möglich laufen um keine Kraft zu verschwenden. Was jetzt verloren geht, fehlt am Ende, wenn die harten Hindernisse kommen und Mr. Mouse (der Veranstalter) wird bei seinem letzten Rennen sicher nicht an HĂ€rte gespart haben.

Ich musste mir eingestehen, dass Flipflops (auch mit Riemen um die Hacke getaped) nicht sehr geeignet sind, wenn man Berge hoch und runter lĂ€uft. So riss mir der Riemen vom Hacken und ich dachte: „ohne Riemen kein Schuh“, also nahm ich auch den anderen ab und steckte mir beide Flipflops hinten in die Hose, um barfuß weiter zu laufen. Der Untergrund fĂŒhlte sich angenehm an. Nicht zu kalt und nicht zu steinig. Allerdings war ich ja auch noch nicht in Matsch und Wasser gelaufen und wir hatten milde 6 Grad.

Spontan vielen mir die Horror-Geschichten ein, die mir die anderen LĂ€ufer meines Teams erzĂ€hlt hatten, dass ĂŒberall zerbrochene Ziegelsteine im Schlamm stecken wĂŒrden.

Das Problem am barfuß laufen ist, dass man nur einen kleinen Unfall haben muss. Wenn die Haut am Fuß einmal reißt, ist nicht mehr viel zu machen. Wenn die Wunde doller blutet und nicht nur eine Kratzwunde ist, kann man nicht mehr weiter laufen. In diesem Fall hĂ€tte ich aber auch nicht aufgegeben und genau deswegen wollte ich vorsichtig sein. Ich war so ĂŒbermotiviert, ich wĂ€re auch verletzt weiter gelaufen.

Kratzwunden hatte ich genug und blutete auch immer wieder. Fremde LĂ€ufer, wiesen mich immer wieder darauf hin, dass ich an den Zehen blutete. Ich antwortete: „ist ja nicht so schlimm, heißt ja schließlich auch Tough Guy“.

Und so lief ich mit viel Respekt und großer Vorsicht, barfuß ĂŒber das Feld der Ehre.

Nachdem ich stumpf die Berge hoch und runter gelaufen war, bemerkte ich, dass ich die anderen Sturmwölfe verloren hatte. Nicole aus meinem Team war noch in der NÀhe, ein paar Minuten spÀter war aber auch sie weg.

Ich war mir sicher, dass alle hinter mir waren und so wartete ich. GefĂŒhlte fĂŒnf Minuten ging ich zu Fuß ohne zu laufen, aber es kam niemand. Zweifel breiteten sich in meinen Gedanken aus. Ich wusste nicht, was mit ihnen passiert war, außerdem war ich ja barfuß sowieso langsamer als sie. Daher dachte ich mir, dass ich lieber weiter laufe und sie mich dann sowieso einholen wĂŒrden.

Die Berge waren geschafft, jetzt wurde es langsam nass und schlammig. Die ersten Wasserhindernisse kamen und zeigten sofort ihre Wirkung. Wie auf einem Schlachtfeld lagen zahlreiche Menschen am Rand mit schmerzverzehrten Gesichtern und KrÀmpfen in den Gliedern.

Nun wurde es auch mir immer kĂ€lter. Wasser, Schlamm, Schlamm, Wasser, Wasser, Wasser, Schlamm…. So sahen die folgenden Hindernisse aus. Eigentlich geht das ganz gut, wenn man zwischendurch die Möglichkeit hat, sich durch Laufstrecke wieder etwas aufzuwĂ€rmen. Leider hatten wir dieses GlĂŒck nicht und die Hindernisse folgten augenblicklich auf einander. Mein Körper wurde schwĂ€cher, aber mein Geist blieb stark.

Das einzige, was meiner Meinung nach hilft, ist diese Hindernisse schnell zu meistern. Schnell durchs Wasser, schnell durch den Schlamm. Ich schlÀngelte mich immer zwischen anderen LÀufern durch und an diesen vorbei. Es durfte keine Zeit verloren werden.

Immernoch keiner von den anderen zu sehen. Ich setzte mich an den Rand und wĂ€rmte meine FĂŒĂŸe mit den HĂ€nden. Viele viele LĂ€ufer sprachen mich an, ob alles OK sei. Ich lĂ€chelte und sagte, ich brauche nur eine kleine Pause.

Es ging weiter. Schritt fĂŒr Schritt, immer im ungewissen, was sich im Matsch an spitzen Steinen verbĂŒrgt. Gelegentlich trat ich auf spitzere Kanten, aber alles noch recht harmlos.

Die Flipflops hatte ich noch hinten in der Hose zu stecken. Nun war es Zeit, sie zu nutzen. Sie waren aus Gummi und schwammen ja im Wasser immer an der OberflÀche (dachte ich jedenfalls :D)

Ich zog sie an und sie blieben beim ersten Schritt im Matsch stecken Ich verlor einen sofort und warf den anderen dann auch weg. Also eben barfuß weiter. Ich konnte noch lĂ€cheln, daher ging es.

Ich hatte jemand ganz besonderen versprochen, dass egal was passiert, ich nur mit der Medaille diesen Lauf verlassen wĂŒrde. Ich sagte: „Es wird nichts auf dieser Strecke geben, dass stĂ€rker als mein Wille ist. Egal was passiert, ich bin hĂ€rter!“

Es sprach viel dagegen, dass ich es schaffen wĂŒrde.

Ich hatte im Hostel kein FrĂŒhstĂŒck bekommen und nur ein bisschen Obst gegessen. Ich war hungrig wie ein Wolf. Ich fror durch das unbarmherzige, englische Wetter und ich hatte keine Schuhe. Außerdem war mein Team weg und ich lief allein. Ich zitterte am ganzen Körper.

Hunger, Kraftlosigkeit und Schmerzen durch KĂ€lte und wechselnde UntergrĂŒnde, Angst vor KrĂ€mpfen, spitzen Steinen und elektrischen Stromkabeln.

Alles Faktoren, die einen zerbrechen können, wenn man körperlich schwach wird.

Ich dachte an alle, die an mich glaubten, die mir vertrauten. Ich dachte an meine Tochter und an die Menschen, bei denen ich genau wusste, dass sie in diesem Moment zu Hause sitzen und an mich denken wĂŒrden. Im Gedanken sprach ich zu ihnen und sagte, dass sie sich keine Sorgen um mich machen mĂŒssen. Ich werde heute durchkommen, egal was passiert!

Das Bewusstsein fokussiert, ging es weiter. Wieder folgenten Schlamm und Wasser in vielfÀltiger und vorallem zahlreicher Form. Hinein in die GrÀben, durch gehen und wieder raus, wieder und wieder.

Die Schlangen der Leute waren mir zu lang. Ich konnte nicht ĂŒberall warten und weiter auskĂŒhlen. Aber ich war gut drauf und fand immer wieder Wege auch schwierige Hindernisse auf relativ einfache und schnelle Weise zu meistern.

Doch trotz der kleveren Ideen blieb die KĂ€lte und ich wurde einfach nicht warm. Auf den riesigen KlettergerĂŒsten taten mir stark die FĂŒĂŸe weh, weil ich immer auf die Seile treten musste. Ich merkte wie mein Körper immer schwĂ€cher und kĂ€lter wurde. Aber plötzlich nach dem KlettergerĂŒst, ein Seegen, ein Feuer ĂŒber das man springen sollte.

Ich wĂ€rmte mich am Feuer. Es rauchte wie verrĂŒckt und so musste ich mich stĂ€ndig vorsehen, dass ich nicht den Rauch einatmete. Wenn es doch passierte, keuchte und hustete ich mir die Seele aus dem Leib.

Meine HĂ€nde und FĂŒĂŸe waren steif und völlig unterkĂŒhlt und so wĂ€rmte ich erst die HĂ€nde. Ich zitterte am ganzen Körper, aber wenigstens konnte ich die HĂ€nde bald wieder bewegen, jetzt die FĂŒĂŸe. Ich stellte mich auf ein Bein und hielt das andere ins Feuer.

Das Problem an unterkĂŒhlten Beinen ist, man hat nur wenig GefĂŒhl drin und so merkte ich erst, dass ich mich verbrannt hatte, als es nicht warm wurde sondern richtig auf der Haut zu jucken und brennen begann. Schnell ging ich weiter ins kalte Wasser. Dort kĂŒhlte die Haut fĂŒr einige Sekunden ab, dann ging es wieder. Fast normal temperiert ging es also weiter.

Es folgten zahlreiche KlettergerĂŒste, die alle Ă€hnlich aufgebaut waren, also klettern, klettern, klettern.

Ich kam zu der berĂŒhmten dunklen Kammer. Man sieht so gut wie nichts, weil es so dunkel ist. Durch die zahlreichen LĂ€ufer vor mir, konnte ich mich aber orientieren. Es kamen Steinröhren, durch die man kriechen musste. Zu groß um auf den Knien zu krabbeln, robbte ich auf allen vieren. Zwischendurch hingen vereinzelt Stöcke und BĂ€nder von der viel zu tiefen Decke. Die BĂ€nder waren sonst immer mit Strom gefĂŒllt, nur dieses Mal waren sie anscheinend ausgestellt. Skeptisch und Ă€ngstlich wollte ich aber trotzdem keinen Schlag bekommen, also sah ich mich sehr vor, keine BĂ€nder zu berĂŒhren.

Ich musste weiter. Wieder merkte ich wie mein Körper immer schwÀcher wurde. Das Problem war, ich wusste, dass bald das Hinderniss kam, wo so viele LÀufer scheiterten, da sie nicht mehr die KÀlte ertragen konnten. Es war ein kleiner See, in den man musste um unter vier Balken durch zu tauchen. Immer wieder machte ich mir Gedanken, wie ich es schaffen konnte, mich aufzuwÀrmen um dort nicht zu scheitern.

Das ist ein enormer Druck, der auf einem lastet, wenn man weiß, dass man körperlich schwach ist aber noch so viel leisten muss.

Endlich war es so weit. Ich sah das Wasser. Ich wusste, dass ich es nicht verhindern konnte und akzeptierte die Situation. Ich ging ins Wasser und war bis zur Brust eingetaucht, als ich vor den Balken stand. Ich dachte, wenn ich alle vier Balken einzeln nehmen wĂŒrde, wĂŒrde ich zu stark leiden mĂŒssen, weil der Kopf dann dröhnt und die Psyche stark leidet. Also entschied ich mich, alle vier auf einmal zu nehmen.

Ich nahm den Kopf unter Wasser und tauchte durch alle vier Balken durch. Die Jacke, die ich trug, war nun mit Wasser gefĂŒllt. Immer wenn ich die Arme bewegte, bewegte sich auch das Wasser in ihr. So zog ich die BĂŒndchen bei den Handgelenken auf und ließ das restliche Wasser ablaufen.

Nun wieder klettern, klettern, klettern.

Langsam wurde ich mĂŒde und körperlich so schwach, dass ich bei jedem weiteren Hindernis die Augen verdrehte.

Witzig war, als ich weiter ging, kam ich zu Balken, die ca. 3 Meter lang waren und 20 cm breit. Man musster drĂŒber balancieren um dann etwa 3 Meter tief ins Wasser zu springen.

Vor mir war ein EnglÀnder, der darauf balancierte. Er ging bis zum Ende des Balkens, drehte sich Àngstlich um und sagte, dass er nicht springen wird. Er habe zu viel Angst. In feinstem Englisch sagte ich ihm motivierend, dass er es bis hier her geschafft hat und jetzt nicht aufgeben kann. Ich machte ihm Mut und brachte ihn dazu doch zu springen.

Als ich aber sah, dass er sogar mit dem Kopf ins Wasser eintauchte, dachte ich mir: „Oh Gott, ist das tief, da hab ich gar keine Lust drauf“.

Ich balancierte nach vorn und schaute, was ich machen konnte, um nicht auch so stark ins Wasser zu stĂŒrzen wie er. Neben den Balken waren Netze, ich hockte mich auf das Netz und hangelte mich runter, so dass ich nur bis zur Schulter im Wasser landete anstatt ganz unterzutauchen.

Als ich weiter zum Ufer schwamm, sah ich den sichtlich angepissten EnglÀnder, der mir in einem nicht sehr feinen Englisch klar machte, dass ich ein richtiges Arschloch sei.

Man war der sauer auf mich!

Genervte EnglÀnder waren mir aber in diesem Moment nicht so wichtig also lÀchelte ich und lief weiter.

Die körperlichen KrĂ€fte schwanden immer weiter. Wo ich hinsah ĂŒberall Schlamm. Ich hörte auf zu denken und handelte nur noch. Ich meisterte jeden Schritt.

Schritt fĂŒr Schritt, StĂŒck fĂŒr StĂŒck.

StĂ€ndig rutschte ich aus, viel in den Dreck, tat mir weh, war mĂŒde, war kalt, war ausgelaugt und hoffte immer, dass es eine Verpflegungsstation gĂ€be, an der auch Bananen statt ausschließlich Wasser ausgegeben werden.

Nichts! Ich wusste aber auch, dass ich nun kurz vor dem Ziel war. Völlig unterkĂŒhlt und ausgelaugt, sah ich ein weiteres Feuer, aber ich wusste, dass ich wenn ich mich jetzt wieder dort wĂ€rme, wĂ€re die Umstellung, wieder in die KĂ€lte zu mĂŒssen einfach zu groß. Ich quĂ€lte mich also weiter und rannte, einfach stumpf gerade aus. Wieder ein See und ich fing an, richtig genervt zu sein. Emotionen kamen in mir hoch, SchwĂ€che machte sich bemerkbar.

Ich ging durch den See und zog mich an den, vom Schlamm verkrusteten Seilen hoch. Nun war es nur noch ein kleines StĂŒck bis zum Ziel und ich konnte es kaum fassen. Ich war immernoch angespannt, weil ich hier alles erwartete.

Nein, Entwarnung! Ich war im Ziel.

Ich konnte mein GlĂŒck nicht fassen und schlug die HĂ€nde ĂŒber dem Kopf zusammen.

Ich sah einen Franzosen, mit dem ich im Hostel die Tage verbrachte. Ich sprach ihn an, aber er war so fertig, dass er mich nicht erkannte. Als ich ihm sagte, wer ich bin, erkannte er mich trotzdem nicht.

Egal, ab durchs Ziel und endlich bekam ich die lang ersehnte und hart erkÀmpfte Medaille. Endlich endeten Schmerzen und KÀlte. Noch nicht ganz! Ich musste noch zur Umkleide, die aus einer Scheune bestand.

Ich war allein unterwegs und merkte, wie aller Stress von mir abviel. So starke emotionale Dankbarkeit, das Herabfallen aller Ängste kam in mir hoch. Ich musste mich kurz hinknien. Ich atmete tief durch. TrĂ€nen kamen. TrĂ€nen der Freude aber auch Verzweiflung, TrĂ€nen der Dankbarkeit.

Der Tough Guy in England ist mit Abstand der hÀrteste Hindernislauf, den ich je gelaufen bin. Der Getting Tough im Dezember 2016 war auch ein Monster, aber der Tough Guy hat seinem Namen alle Ehre gemacht.

Er konnte mich nicht brechen, aber er ließ mich vor Ehrfurcht und viel KĂ€lte zittern!

Ich bin dem Schicksal dankbar, dass es so mild zu mir war, dass ich mit meinen BrĂŒdern und Schwestern zu Anfang zusammen laufen konnte, dass so viele Menschen an meine verrĂŒckten Gedanken glaubten und mir vertrauten.

Ich bin gern ein bisschen verrĂŒckt und ich werde es wieder tun!

Parkrun Cambridge at Milton Country Park (1,2,3,…)

Ein Bericht von Kira Rehfeld:

Wir haben vor kurzem Deutschland auf Wiedersehen gesagt und wohnen (erstmal auf Zeit) in Cambridge/ England.

Da hat mir eine LĂ€uferin von Parkruns erzĂ€hlt. Ein Parkrun, das kann man sich so vorstellen: Jeden Samstag um 8:30 laufen wir gemĂŒtlich die 3 Kilometer zum nĂ€chstgelegenen Park. Auf dem Weg dorthin ĂŒberholen uns mehr und mehr sportlich angezogene Radler_innen, und mehr und mehr LĂ€ufer_innen. Um 9 Uhr treffen sich dann hunderte von Menschen am CafĂ© im Milton Country Park im Norden von Cambridge. Es ist ein entspanntes BegrĂŒĂŸen, es wird gescherzt und aufgewĂ€rmt. Es gibt kein GedrĂ€ngel.
Unter einem Baum wird das „First-Timer-Briefing“ abgehalten. Da werden denen die zum ersten Mal ĂŒberhaupt an einem Parkrun teilnehmen, oder zum ersten Mal in Cambridge dabei sind, die Spielregeln und Besonderheiten der Laufstrecke erklĂ€rt. Es geht drei Runden durch den Park, eine kurze und zwei lĂ€ngere, insgesamt 5 Kilometer (wie bei allen Parkruns). Es stehen „Marshals“ an der Strecke, um sicherzugehen dass sich keiner verirrt. Um das ĂŒberholen zu ermöglichen soll wenn möglich links laufen.
Im Ziel gibt es einen Chip – mit dem und der eigenen „Parkun-ID“ (eine Art Visitenkarte mit Barcode) geht man dann zu einem „Barcode-Scanner“ – also jemandem der erst den Ziel-Chip und dann die eigene ID scannt.
Damit kann dann hinterher Name und Zielzeit verknĂŒpft werden – und gegen
12 Uhr mittags stehen die Ergebnisse online… und das alles kostenlos, nur von Freiwilligen getragen!!

Also – Um 5 nach 9 geht es los – 5 Kilometer werden gerannt, gelaufen oder gegangen. Die schnellsten laufen meist um die 16, 17 Minuten. Wer will darf aber auch ganz gemĂŒtlich spazieren. Wir sind jetzt einige Male dabei gewesen – und auch wenn die Strecke fĂŒr uns ja eigentlich viiiiiel zu kurz ist – vielleicht schafft Matze mal ganz vorne dabei zu sein, unter 17 Minuten? Und schaffe ich die Strecke nochmal eine Minute schneller? Irgendwann bestimmt :). Der Spaß bleibt dabei nicht auf der Strecke. Denn das ist Parkrun. Laufen aus Spaß an der Bewegung. Und ein bisschen ĂŒber sich selbst hinauswachsen… Woche fĂŒr Woche.

Hier gibt es Informationen zu Parkruns in England & dem Rest der Welt:
http://www.parkrun.org.uk
Und hier könnt ihr verfolgen wie wir abschneiden :). Das nĂ€chste Mal Laufen werden wir aber erst am 14. Oktober. Denn am 8. werden wir im Ziel die „Finish Token Volunteers“ sein – also die Platzierungschips verteilen…
www.parkrun.org.uk/cambridge/results/latestresults/

PS: Und da die Vegan Runners in UK ein richtiger Verein sind, den man bei der Parkrun-Anmeldung angeben kann, kann man dann auch immer sehen, wo ĂŒberall Vegan Runners and Parkruns teilgenommen haben! Überall!

Der-Spiegel-Beitrag „Parkrun – Hier werden nicht die Schnellsten bewundert