Paarlauf in Mitte, 06.12.16


Ein Bericht von Kira Rehfeld:

Die LĂ€ufe des ABC Berlin sind immer toll organisiert (Danke!). Den PlĂ€nterwaldlauf demnĂ€chst verpassen wir, aber den Paarlauf wollten wir mitmachen. Matze und ich laufen ja unterschiedlich schnell, und so ist ein Paarlauf fĂŒr uns mal die Möglichkeit zusammen zu starten und im kleinen auszuprobieren was wir nĂ€chstes Jahr vorhaben (… 24-Stunden-Paarlauf…).


Am Nikolaus-Abend machten wir uns also des Abends auf in das kleine Stadion (240m die Runde!) an der JannowitzbrĂŒcke, zwischen Plattenblöcken eingeklemmt. Von weitem hört man schon die Musik, und Feuerwerk (nach dem Lauf vor uns) gab es auch.
Matze startete um 19:30, nach einer Runde ĂŒbernahm ich, und so ging es weiter, immer weiter. Da die Runde so kurz ist lĂ€uft man eigentlich immer am Limit, und der Paarlaufpartner ist gefĂŒhlt immer vieeel zu schnell wieder da.

Das ĂŒbergeben (per Hand-Abklatschen) klappte sehr gut. Die schnellste Mix-Staffel war anscheinend durch uns etwas unter Druck und verfolgte genau unsere Rundenzahl. Wir haben das nur am Rande mitgekriegt – wir hatten einfach nur Spaß am schnellen Laufen :-).

So wurden wir mit 17.26km/60min zweite von 16 bei den Mixed-Staffeln in unserem Lauf – supertoll!!

Liebe GrĂŒĂŸe!

Kira

Getting Tough the Race V, 04.12.16

Ein Bericht von Steve Klockow:

Mit den Schneewölfen durch die geliebte KÀlte!
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Ich bin gestern mit meinen Jungs, den Sturmwölfen bei -4 bis 1 Grad den Getting Tough in Rudolstadt (ThĂŒringen) gelaufen. 24 Km voller Eis, Schnee, Schlamm und Wasser. (Die Eishölle von Rudolstadt)

Der Anfang war sehr kĂŒhl. Es waren am Morgen -4 Grad und der Frost bedeckte alle Wiesen und Pflanzen. Die GesprĂ€che der LĂ€ufer handelten nur davon, wie sie sich vor der KĂ€lte schĂŒtzen konnten und was sie dafĂŒr alles anzogen.

Manche trugen Neopren AnzĂŒge, manche PlastiktĂŒten (unter der Kleidung).
Ein paar VerrĂŒckte wollten die Strecke halb nackt bestreiten.

In der Regel bereiten sich alle gut auf diese KÀlte und die UmstÀnde vor, wir nicht!

Meine Wölfe und ich (4 Leute aus der Gruppe) starten den Lauf mit kurzen Hosen und Oberkörper frei.

Meine AusrĂŒstung bestand aus Shorts, Five Fingers und einer MĂŒtze.
Handschuhe hatte ich nicht dabei, aber ich wollte sowieso mal testen, ob man auch ohne laufen kann. Heute weiß ich, das sollte man besser nicht tun.

Der Lauf begann. Wir stĂŒrmten mit unserer Fahne bewaffnet ĂŒber das Feld der Ehre. Die erste Station war ein Hindernis, bei dem man unter Stacheldraht durchkriechen musste. Direkt danach ging es sofort ins Wasser. Bis zur HĂŒfte steckten wir im schlammigen Wasser. Nass aber fit.

Bei so einem Lauf lebt man durch die Hilfe aller. Es ist annÀhernd unmöglich, so einen Lauf allein zu bewÀltigen, da man nicht alle Hindernisse allein schaffen kann. Wenn man einen hohen, schlammigen Berg hinauf muss, an dem man immer wieder runter rutscht, ist es notwendig, dass man sich gegenseitig hilft.

Da diesmal 3000 Leute am Start waren, gab es Massen von Menschen in den ersten WassergrÀben.

DurchnĂ€sst ging es weiter. Wir liefen nun ein StĂŒck durch die Straßen und dann in den Wald. Meine HĂ€nde waren eiskalt und ich wusste, dass es eine scheiß Idee war, ohne Handschuhe zu laufen. Im Wald gab es viele Höhenmeter zu bestehen, aber das ging, da die Sonne nun schien, jetzt wurde es auch langsam warm. Es waren zwar immer noch Minusgrade, aber wir froren in der Sonne nicht.

Nun kam die erste Wartestelle. Wir standen und standen und wussten nicht, was auf uns wartet. Es war ein Hindernis, bei dem man drei HolzwĂ€nde ĂŒberwinden musste. Relativ einfach, aber es dauerte bis man drĂŒber war.

Wir standen also in großer Menge und warteten. Die Leute um uns herum zitterten schon vor KĂ€lte und traten uns mit viel Respekt gegenĂŒber, weil wir so leicht bekleidet waren.

Viele Kilometer ging es mit diesem Spiel. Bis Kilometer 20 war alles harmlos. Nun wurde es aber langsam feucht.

Da wir diesen Lauf bereits vor zwei Jahren bestritten haben, wusste wir, dass die Hölle erst auf den letzten Kilometern ausbrechen wĂŒrde.

Und so kamen wir zum großen Wassergraben. Man geht rein und lĂ€uft im Wasser bis zur Brust ca. 100 Meter in eine Richtung, dann um die Ecke, dort sieht man, dass es den gleichen Weg zurĂŒck geht. Wir handelten wie Wölfe und gingen aufrecht und ohne Klage.

Mein Körper ist ganz gut gegen kaltes Wasser abgehÀrtet, aber die HÀnde waren kaum noch zu gebrauchen. Bewegungen der Finger waren nur noch eingeschrÀnkt möglich. Ich konnte an den Hindernissen noch die Stangen und WÀnde greifen, aber Feinarbeit war aussichtslos.

Ich rutschte, nach dem Wassergraben immer wieder, mit der Hacke aus meinem Schuh und schaffte es kaum, die Hacke, mit der Hand, wieder reinzubekommen.

Wir kamen an ein Hindernis, durch das man krabbeln musste. Ich kam an, sah, dass man ins Wasser musste und dann unter einer Stange (kniehoch) durch tauchen sollte.

Ich nahm also meine MĂŒtze ab, tauchte mit dem Kopf unter der Stange durch und hob die MĂŒtze drĂŒber entlang, dass sie nicht nass wurde. Das ganze Spiel machte ich zwei Mal, dann war ich kalt und nass, aber die MĂŒtze wĂ€rmte mich wieder.

Nach so einer Aktion muss man sich erstmal wieder aufwÀrmen, und ich betete innerlich, dass nicht sofort das nÀchste Wasserhindernis kommt.
Aber selbstverstÀndlich kam es schon. Ein Tunnel, in dem man mit FontÀnen nass gespritzt wird.

Ich krabbelte so, dass mich die FontÀnen kaum trafen, aber meine HÀnde wurden immer kÀlter (stÀndig nass) und schmerzhafter.

Ich versuchte sie unter meinen Armen zu wÀrmen, denn die Schmerzen wurden immer schlimmer denn KÀlte und Anstrengung forderten ihren Tribut.

Aus den Kehlen der anderen hallte ein lautes: „Sturmwölfe! – Ahuuuuu!“.
So motivierten wir uns, wenn wir schwach wurden.

Wieder betete ich, dass ich mich wieder aufwÀrmen konnte, aber wir zitterten gemeinsam am ganzen Körper.

Das Klappern der ZĂ€hne konnte ich mit einem tiefen Atem ganz gut ĂŒberlisten, aber es war ziemlich schwer, nicht die Fassung zu verlieren.

Nun liefen wir wieder schneller, damit uns endlich wieder wÀrmer wurde.
Die NĂ€sse entzieht dem Körper so viel WĂ€rme, dass man dem kaum entgegen treten kann. Zum GlĂŒck kamen ein paar Tee Stationen. Der Tee war heiß und es fĂŒhlte sich ziemlich schmerzhaft im Mund an. Wenn ich den Tee trank, merkte ich erst, wie kalt es wirklich war.

Alles OK, es ging weiter. Das Hauptspektakel war das Schwimmbecken und das stand uns noch bevor.

Man springt rein, lĂ€uft ein StĂŒck und muss dann unter zehn BaumstĂ€mmen durch tauchen. Ich stellte mich dieser Aufgabe, wohl mit dem Wissen, dass ich jetzt fĂŒrchterliche Schmerzen erleiden wĂŒrde.

Es kam schlimmer als ich es mir vorstellen konnte. Ich setzte meine MĂŒtze ab und tauchte unter dem ersten Stamm durch. Der Kopf brannte sofort und ich hatte schreckliche KĂ€lte-Schmerzen. Ich wusste, ich muss weiter gehen, denn ĂŒber den Körper verliere ich auch WĂ€rme im Wasser.
Also machte ich weiter. Jeder Tauchgang war die Hölle und ich schrie im Wasser vor Schmerzen, wo mich niemand hören konnte. Wenn ich auftauchte, rubbelte ich wie wahnsinnig meinen Kopf um ein bisschen die Durchblutung anzuregen und den Kopf wieder warm zu kriegen.

Zum Anfang ging es, aber das Wasser tat so weh, dass ich begann, Sterne zu sehen. Ich wusste, dass ich das nicht lange durchhalten konnte, also tauchte ich nicht mehr nach oben und nahm von nun an immer zwei BaumstĂ€mme. Die Schmerzen waren unertrĂ€glich, wenn ich auftauchte und ich begann vor Schmerzen langsam zu verzweifeln. Ich wartete kurz und rubbelte wieder meinen Kopf. Der Taucher, der neben mir stand (um die ganzen unterkĂŒhlten Wasserleichen raus zu fischen) sagte mir, dass es nur noch zwei StĂ€mme sind, dann ich habe ich es geschafft. Ich konnte nicht mehr richtig sehen weil ich die Augen nicht mehr aufkriegte.

Ich nahm die HĂŒrde und tauchte das letzte Mal durch, beide StĂ€mme auf einmal. Ich schrie vor Schmerzen, doch es konnte kaum einer hören, weil alle LĂ€ufer im Wasser schrieen, kreischten und weinten. Es war ein großer Moment, als ich sah, wie alle anderen leideten und trotzdem nicht aufgaben. So viel Mut verdient Respekt und Anerkennung.

Völlig erschöpft, kam ich aus dem Wasser und versuchte mich durch ein paar Bewegungen (in der Sonne) wieder etwas aufzuwĂ€rmen. Schnell merkte ich, dass die Luft erstmal raus war. Ich musste mich kurz ausruhen, denn die KĂ€lte hatte unglaublich viel Energie gezehrt. Ich sah, dass meine Startnummer sich an einer Nadel der Hose gelöst hatte. Ich versuchte, die Nadel zu schließen, scheiterte aber. Ich sprach einen Helfer an, der mir dann auch half.

Keine 10 Meter entfernt, musste man sich an einer Stange ĂŒber das Wasser hangeln. Reihenweise vielen die LĂ€ufer von der Stange runter ins Wasser.
Ich wusste, dass ich nicht mehr so viel Kraft hatte und sprang gleich ins Wasser. Mit dem Körper kann ich KĂ€lte recht gut ertragen. Das war kein Problem. Ich fand das Wasser nicht mal so kalt. Ich ließ sogar zwei meiner Sturmwölfe vor, bis ich dann selbst aus dem Wasser kletterte.

Jetzt wurde es aber richtig kalt, also wieder schnell laufen um aufzuwĂ€rmen. Die HĂ€nde und der Kopf taten mir weh. Ich betete fĂŒr einen langen Laufweg und wenig Wasser. Zu meinem GlĂŒck zog sich die Strecke ĂŒber eine lĂ€ngere Distanz hin. Sandsack tragen, ĂŒber GerĂŒste klettern, durch Tunnel kriechen, alles kein Problem, denn es kam erstmal kein Wasser.

Wir wussten aber alle, das Ziel ist noch nicht erreicht. Auch wenn wir den Sprecher aus den Boxen des Ziels schon hören konnten, waren wir noch lange nicht am Ende.

Wieder kamen hohe TĂŒrme und Wasser, Wasser, Wasser. Langsam war ich so ausgelaugt, dass ich es kaum noch allein schaffte, mich ĂŒber die Hindernisse zu bewegen. Ich bekam nun bei jedem mal Klettern KrĂ€mpfe in der rechten Wade. Ich versuchte dann immer den Fuß heranzuziehen, aber hatte keine Chance. Das Bein verkrampfte so stark, dass ich unter Schmerzen immer runter springen musste um das Bein zu dehnen.
Kameradschaftlich halfen mir aber alle. Keiner ließ mich hĂ€ngen. Meine Jungs waren immer da, aber auch fremde LĂ€ufer halfen mir so gut es ging.

Der schlimmste Augenblick war in einem Hindernis, bei dem man auf einem Turm klettern musste, bei dem von allen Seiten Wasser-FontÀnen kamen.
Ich merkte, dass ich völlig fertig war und begann die Orientierung zu verlieren. Angst und Panik machten sich in mir bemerkbar weil ich darĂŒber nachdachte, was passiert, wenn ich irgendwo hĂ€ngen bleibe und nicht raus komme.

Es ging aber alles gut und wir machten weiter.

Die Eishölle beginnt erst im Stadion auf den letzten 500 bis 1000 Metern. Dort brechen viele zusammen, wir aber nicht!

Ich kam mit den Jungs und unseren zwei Damen in die letzten Wassercontainer. Dort wollte ich durch und verlor einen Schuh im Wasser.
Das Wasser war so trĂŒb, dass ich nichts entdecken konnte, also ging ich ohne weiter. Als ich das zweite Bein ĂŒber den Container-Rand hob, verlor ich auch den zweiten Schuh. Und das bei immer noch -1 Grad.

Also lief ich ohne Schuhe weiter. Es waren vielleicht noch 500 bis 600 Meter zu schaffen und ich biss die ZĂ€hne zusammen. Da ich aber nun auch schon recht weich auf den Knien war und stĂ€ndig WadenkrĂ€mpfe bekam, war es ziemlich schwierig die großen GerĂŒste, barfuß, hoch und runter zu klettern. Ein KlettergerĂŒst hatte etwa eine Höhe von vermutlich 8 bis 10 Metern. Man konnte herunter klettern oder an einer Stange rutschen. Ich wagte es und rutschte runter, weil ich keine Kraft mehr zum Klettern hatte.

Unten angekommen, kamen wieder Traktor Reifen, ĂŒber die man klettern musste, keine Ahnung wie viele, 5 StĂŒck hintereinander, 10 StĂŒck….
keine Ahnung, es waren viele.

Einer der Helfer an der Seite sagte, es sind nur noch zwei Hindernisse.
Ich glaubte ihm nicht, weil ich so verzweifelt und fertig war, dass wenn ich es geglaubt hĂ€tte, und dann mehr gekommen wĂ€ren, ich ausgerastet wĂ€re. Ich war nervlich und körperlich lange ĂŒber meine Grenzen hinausgegangen. Also machte ich einfach weiter. Und tatsĂ€chlich. Es ging ĂŒber eine große Betonwand und ich konnte schon das Ziel sehen. Hoffnung machte sich neben Schmerzen und stĂ€ndigen KrĂ€mpfen in mir bemerkbar.

Ich kletterte die zweite Wand herunter und ging zum letzten Hindernis.
Ein Tunnel (ich glaube, Fuchsbau Tunnel genannt oder so Ă€hnlich, auf jeden Fall sehr eng und klein). Ich begann durch zu kriechen. Der Untergrund war mit großen und harten Kieselsteinen aufgefĂŒllt. Jede Bewegung tat mir weh und ich stöhnte vor Schmerzen. Aber ich wusste auch, dass es gleich geschafft war. Allerdings, war ich so langsam, dass mich jemand von hinten tatsĂ€chlich an den FĂŒĂŸen packte und mich immer wieder vor schob.

Auf diesem Wege, möchte ich dir danken. Ich war geistig nicht mehr in der Lage mich umzudrehen und dir in die Augen zu schauen um mich dafĂŒr zu bedanken. Du hast mir bestimmt 3 bis 4 Minuten erspart.

Aus dem Tunnel, ging es direkt zum Ziel. Die Veranstalter schauten nicht schlecht, als sie uns (halbnackt und ich ohne Schuhe) dort ankamen sahen. Wir bekamen unsere Medaille und ich ging sofort ins Kleidungszelt, zog meine Jacke an und legte mich erstmal direkt neben die Heizung um schnell wieder aufzuwĂ€rmen. Meine HĂ€nde und FĂŒĂŸe waren so taub von der KĂ€lte, dass ich mich nicht mehr bewegen konnte.

Die Partnerin meines Freundes Marco, zog mir darauf hin die Socken und Schuhe an, weil ich dazu nicht mehr in der Lage war. Jemand anders machte mir eine Banane auf und eine Flasche mit Fanta wurde mir aufgedreht. Leicht benebelt wurde ich von allen versorgt 😀

Wir fuhren dann ins Hotel. Ich sprang sofort unter die Dusche. Mit vielen Schmerzen erlebte ich, wie mein Körper sich langsam wieder zur Normaltemperatur aufwÀrmte. Es dauerte bestimmt zwei Stunden, bis ich wieder vollkommen warm war.

Mein Fazit von diesem Lauf ist: Der hĂ€rteste Hindernis-Lauf, den ich mir bisher vorstellen konnte. Ich habe auch schon hĂ€rtere LĂ€ufe gemacht, weil ich manchmal ein bisschen verrĂŒckt bin, aber noch nie einen derartig harten Hindernislauf.

Meinen Dank und Respekt an alle Organisatoren, ihr seid wahre Sadisten.
So viel Leid, wie ihr uns zugefĂŒhrt habt, kann nur einer kranken Seele entspringen. Ihr habt meinen vollen Respekt dafĂŒr.

Das Motto war: „Schmerz geht, Stolz bleibt“. Die Definition fĂŒr dieses Statement habe ich nun selbst am eigenen Leib zu spĂŒren bekommen und kann dem nur beipflichten. Ich habe vieles bei diesem Lauf gelernt und bin unheimlich dankbar fĂŒr die Erfahrung und alle Schmerzen.

Getting Tough

53km – Trail-Uewersauer (Luxemburg), 20.11.16

Laufbericht Trail-Uewersauer Luxemburg 2016
Ein Bericht von Pit Reger:

Nachdem ich letztes Jahr aus beruflichen GrĂŒnden beim Trail Uewersauer nicht hatte teilnehmen können, war es dieses Jahr wieder soweit. Seit nunmehr 13 Jahren wird der Trail Uewersauer in Luxemburg im Naturpark Uewersauer organisiert. Seit einigen Jahren gilt der Lauf auch regelmĂ€ĂŸig als nationales Trail Championnat.
Da ich jedoch ĂŒberwiegend in Berlin auf flachem GelĂ€nde trainiere, ist mir diese Wertung nicht sonderlich wichtig.

Ich war also schon ein paar Tage vorher schon nach Luxemburg gereist, habe die Zeit genutzt meine Eltern mal wieder zu besuchen, und ein wenig nichts zu tun. Da ich jedoch eine Woche vor Start noch mit meinem Ichias-Nerv und einer ErkĂ€ltung leichte Meinungsverschiedenheiten hatte, ging ich eher nĂŒchtern und ohne große Erwartung an den Start.

Der Start sollte morgens um 8.45 erfolgen. Dank der Orientierungskunst von meiner Fahrerin, die sich spontan dazu entschied in die komplett falsche Richtung zu fahren, kam ich nach 2-StĂŒndiger Autofahrt erst am Rennort an, als das Feld bereits losgelaufen war. Also nichts mit entspannt warmlaufen oder Startnummern abholen. Ich rannte dem Feld also 15Minuten hinterher. Ein ordentlicher Schuss in den Ofen. Aber ich war nicht extra angereist, um dann direkt wieder nach Hause zu fahren.

So lief ich mit Musik auf den Ohren zuerst auf die Walker auf, um dann StĂŒck fĂŒr StĂŒck die Trail LĂ€ufer zu erreichen. Die ersten 10km waren dann um die 48Minuten, die nĂ€chsten wieder Ă€hnlich. Eigentlich schneller als geplant, aber was sollte an so einem Tag noch schief gehen.

Ich fĂŒhlte mich super und lief an einem nach dem anderen vorbei. So durfte es gerne weitergehen, dachte ich mir. NatĂŒrlich hatte ich gekonnt ignoriert, dass die erste HĂ€lfte der Strecke etwas mehr bergab war.
Bei Kilometer 35 dann wie so oft. DurchhĂ€nger. Bei so gut wie jedem lĂ€ngeren Rennen habe ich meine 5 Kilometer. Die wollen dann nicht, die Moral ist so lala und ich fange an zu rechnen und zum Teil zu zweifeln. Dann esse ich wie verrĂŒckt und irgendwann gehts dann wieder. Dann ist aber schon fast Marathon Zeit und der Zug fĂŒr eine gute Endzeit ist abgefahren. WĂ€hrend ich am Anfang noch mit einer 4Stunden 30Minuten geliebĂ€ugelt habe, ist jetzt 5Stunden und drĂŒber angesagt.

Als dann am Ende das Wetter sich noch deutlich verschlechtert und wir oberhalb des Waldes ĂŒber einen Kamm laufen wo es nur so stĂŒrmt denke ich nur noch ans ankommen.
Am Ende steht eine respektable Zeit von 5:29 auf der Uhr. Obwohl ich der festen Überzeugung war, dass ich fast 15 Minuten nach dem Feld losgelaufen bin, attestiert mir die offizielle Zeit nur dicke 4 Minuten. Damit war ich nur ziemlich genau eine Minute langsamer als vor 2 Jahren, wo es meines Erachtens deutlich bessere Bedingungen gab.
Wie auch immer. Ich bin im Ziel und auch wieder Ă€ußert glĂŒcklich.

Bis zum nÀchsten Mal.

Resultate 2016:
REGER, Pit N°148 TVB09 / Vegan Runners / CAB LUX 1992 MPlatz gesamt: 58 von 279 FinishernPlatz MÀnner: 57

split 1: 01:38.24
split 2: 03:33.10
split 3: 04:51.55
brutto: 05:33.57
netto: 05:29.48

Laufbericht: 2014
Laufbericht: 2013

Teltowkanal Halbmarathon, 06.11.16

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Teltowkanal Halbmarathon, ein Bericht von Lukas StĂŒck:

Am 6.11. fand der Teltowkanal Halbmarathon nun zum bereits 13. Mal statt. WĂ€hrend ich das erste Mal an den Start gegangen bin, war Birgit hingegen die Jahre davor schon dabei. Am Zeppelin Ufer in Teltow gingen dann um 10:30, bei recht frischen Temperaturen, etwa 1500 LĂ€uferinnen und LĂ€ufer an den Start. Zuvor gab es fĂŒr die kleinen mit 800 m noch den Bambinilauf. Den Hauptlauf bildete dabei der Halbmarathon welcher aus drei Runden (je 7,1 km) bestand. Dabei fĂŒhrte die Strecke zunĂ€chst bis zum Teltower Damm und von dort aus am Teltowkanal entlang bis zur BrĂŒcke an der Wismarer Straße. Von hier aus ging es dann auf der anderen Seite wieder zurĂŒck. FĂŒr wen diese 3 Runden zu viel waren, konnte auch nur zwei (14 km) oder eine Runde laufen. Birgit und ich liefen beide jeweils die volle Distanz. Entlang der Strecke gab es zu beiden Seiten des Kanals StĂ€nde an denen man als LĂ€ufer mit Trinken versorgt wurde.
Eigentlich hatte ich vor dem Start die Absicht den Lauf in einem eher lockeren Tempo anzugehen, da ich nach dem Marathon ein wenig aus dem Training raus war. Mit dem Startschuss war diese Entscheidung dann allerdings hinfĂ€llig und ich ließ mich von den losrennenden Massen mitreißen. Meine Endzeit betrug dann Schlussendlich 1:33:00, womit ich in meiner Altersklasse auf dem 10. Platz und in der Gesamtwertung auf dem 38. Platz landete. TeltowkanalHalbmarathon16 - vorZielBirgit hatte sich vor dem Lauf als Ziel eine Zeit unter 1:55 vorgenommen und diese mit 1:52:15 deutlich unterboten, was den 4. Platz in der Altersklasse und insgesamt den 220. bedeutete.
Nach dem Lauf konnte man sich dann in dem großen Festzelt aufwĂ€rmen. Hier erfolgte vor dem Start die Ausgabe der Startnummern und nach dem Lauf dann die Siegerehrung. FĂŒr einen Platz auf dem Podest hat es fĂŒr uns zwar nicht ganz gereicht, der Lauf hat aber sehr viel Spaß gemacht und mit unseren Zeiten waren wir zudem auch sehr zufrieden.

17. Traditionslauf in Hohen Neuendorf, 06.11.16

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(Ein Bericht von Karsten Meyer)

Am Mittwoch hatte ich noch Muskelkater in den Waden vom Lauf in der Hasenheide. Am Donnerstag war ich wieder zu einem kurzen Trainingslauf in der Lage. Heute nahmen Nora und ich am Traditionslauf in Hohen Neuendorf teil. Wir waren beide zum ersten Mal dabei.

Diese Veranstaltung hat mehrere Vorteile: UmkleiderĂ€ume und Duschen, vegane Verpflegung, Stadionankunft, eine Medaille fĂŒr jeden ZieleinlĂ€ufer, Urkundenausdruck, Siegerehrungen fĂŒr viele Altersklassen. Das Ganze fĂŒr eine StartgebĂŒhr von nur 8,50 Euro. Na gut, fĂŒr den veganen Kuchen gehen noch 50 Cent pro StĂŒck drauf. Auch die Teilnehmerzahl kann sich sehen lassen: Allein auf der 10,6-km-Strecke kamen diesmal 148 LĂ€uferinnen und LĂ€ufer ins Ziel.

Der Lauf war hauptsĂ€chlich ein Crosslauf ĂŒber Waldwege mit geringen Höhenunterschieden. Wurzeln waren rot markiert. Gleich beim Start ereignete sich kurz vor uns ein Sturz. SpĂ€ter musste eine LĂ€uferin verletzt ausscheiden. Ich wirkte im letzten Drittel des Laufes ziemlich schwach. Auf dem letzten Kilometer musste ich drei LĂ€ufer an mir vorbeilassen.

Ich liebe StadionankĂŒnfte. Aber diesmal war ich zu schwach fĂŒr einen Endspurt. Mit 51:43 min wurde ich 63., immerhin sicher in der vorderen HĂ€lfte des LĂ€uferfeldes. Der Lauf war nicht mein schlechtester in diesem Jahr, aber auch nicht berauschend. Dennoch hatten wir Grund zum Jubeln und warteten geduldig auf die entsprechende Siegerehrung: Nora wurde mit 57:48 min Dritte in ihrer Altersklasse. Ergebnisse ab Seite 9.
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Mein Abschluss 2016
6 LÀufe zwischen 9 und 11 km LÀnge: Kreuzberger Viertelmarathon, Friedrichsfelder Gartenlauf, Nordahl-Grieg-Gedenklauf in Kleinmachnow, Run for Refugees aufm Tempelhofer Feld, Friedrich-Ludwig-Jahn-Lauf in der Hasenheide, Traditionslauf in Hohen Neuendorf. Jetzt kommt es darauf an, dass ich mit dem Training gut durch den Winter komme, denn 2017 sollen es mehr LÀufe und lÀngere Strecken werden.

Solidarische GrĂŒĂŸe
Karsten

Veranstalter: ssv-hohen-neuendorf.de

Weitere Fotos:
http://www.ssv-hohen-neuendorf.de/wp-content/uploads/IMG_1519-9.jpg
http://www.ssv-hohen-neuendorf.de/wp-content/uploads/IMG_1582-12.jpg

39. Friedrich-Ludwig-Jahn-Lauf, 30.10.16

Jedes Jahr um diese Zeit veranstaltet der TuS Neukölln in der Hasenheide diesen Crosslauf. Die Kurven sind gut markiert, sodass sich niemand verlaufen kann. Hier und da stehen auch Posten an der Strecke, Zuschauer eher weniger. Wenn ich es im Archiv richtig gesehen habe, bin ich der erste Vegan Runner, der fĂŒr die 10,7 (oder 10,84?) km antrat und ins Ziel kam. Beim Start um 10 Uhr 30 war es noch ziemlich kĂŒhl. Ich lief mit Jogging-Jacke, das Vegan-Runners-Shirt mit der Startnummer darĂŒber, die Kaputze zugeschnĂŒrt. Nach dem ersten schweren Anstieg nahm ich die Kaputze ab.

Wahrlich, ich sage euch, das war der schwerste Lauf, den ich je mitgemacht habe. Der Lauf war etwa so lang wie der Nordahl-Grieg-Gedenklauf in Kleinmachnow, aber die Anstiege waren steiler. Wart ihr mal auf der Rixdorfer Höhe? Sie ist vergleichbar mit dem Berg, auf dem der MĂŒggelturm steht. Zwei schwere Anstiege an der Rixdorfer Höhe waren Teil der Strecke. Die LĂ€ufer mussten dreimal da rĂŒber. Ich versuchte gar nicht erst durchzulaufen. In der dritten Runde stĂŒtzte ich mich sogar mit den HĂ€nden auf den Oberschenkeln auf, um die Anstiege zu schaffen. Die Abstiege waren ebenfalls schwieriger zu laufen als in Kleinmachnow, zum Teil mit engen Kurven. Auf den flacheren Abschnitten ging es zum Teil ĂŒber schrĂ€ge, holprige Wiesen. Es war eben ein Crosslauf.

Als 29. kam ich nach 56:35 min ins Ziel, deutlich langsamer als in Kleinmachnow. FĂŒr solch einen Lauf brĂ€uchte ich wirklich eine besondere Vorbereitung. Schon kurz nach dem Lauf hingen die Ergebnisse am Wagen der Zeitnehmer aus. Es gab eine Menge Siegerehrungen fĂŒr zig Altersklassen. Jeder, der es bis ins Ziel schaffte, konnte sich seine Urkunde ausdrucken lassen. Im Laufe der nĂ€chsten Woche soll ein Video von der Veranstaltung auf hauptstadtsport.tv veröffentlicht werden.

Die Nachteile der Veranstaltung:
1) Die Verpflegung besteht nur aus heißem Tee und kleinen grĂŒnen Äpfeln. Man sollte sich ein paar Energieriegel mitnehmen.
2) Taschen können auf eigene Gefahr im Start-Ziel-Bereich oder vor dem in der NÀhe befindlichen Kiosk abgelegt werden. Kleine Taschen können aber vielleicht auch im Wagen der Zeitnehmer abgegeben werden.
3) Keine Duschen.

Solidarische GrĂŒĂŸe
Karsten

Urkunde:
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The Great 10K Berlin, 09.10.16

16_10k_birgitJuhu! Es ist vollbracht! 10 km unter 50 Minuten -> 49:22!
8. Platz von 189 LĂ€uferinnen in der AK 50.

HĂ€tte heulen können vor GlĂŒck, vergessen ist der fĂŒr mich „misslungene“ Berlin-Marathon vor zwei Wochen. Da hat sich das lange und anstrengende Training doch ausgezahlt. Alle Zweifel weggefegt.
Das gibt mir Mut weiterzumachen und meine Grenzen auszuloten.
Diesmal habe ich mir vorher keinen Druck gemacht, einfach laufen, mal sehen was geht. Laufen ohne Ablenkung, voll konzentriert und kein stÀndiger Blick auf die Uhr.
Nach dem Start wollte ich eigentlich am 50Min Pacer dranbleiben aber der lief offensichtlich zu langsam. Also vorbei und das war gut so.
Klar die letzen zwei Kilometer waren hart aber da war der Satz im Kopf: Du schafft das!

Auch alle anderen Vegan Runners waren sehr schnell unterwegs.
Vanessa ohne Zeitmessung, sie hatte leider den Chip vergessen. Bettina?

(Birgit Leszinski)

Ergebnisse:
16_10k_ergebnisse

Urkunde und Medaille:16_10k_birgit_urkunde
***

Ein weiteres Foto von Constanze und Julia:

10. Schlaubetal-Marathon, 15.10.16

16_schlaube10. Schlaubetal-Marathon
(Ein Bericht von Robert Boyde-Wolke)

Ich hatte einfach Lust, wieder ein neuer Marathon zu laufen. Wie immer seelenruhig ins Internet nachgeschaut, mit GlĂŒck konnte ich doch aus der WohnnĂ€he (90km von Berlin entfernt) ein kleiner MarathonjubilĂ€um (10 Jahre) finden. In sĂŒdöstlicher Richtung findet man in EisenhĂŒttenstadt das schönste Bachtal Brandenburgs. Schlaube ist ein Fluss im Osten Brandenburgs (77km lang) und durchfließt die Schlauberinne. Heute gilt das Schlaubetal als eines der Ă€ltesten BachtĂ€ler Deutschlands und steht unter Naturschutz.

Am Samstagmorgen mit meinem „Fast“-Nachbar Marek N. (Running Twins), ebenfalls Veganer, waren wir mit dem Auto ĂŒber eine gute Fahrtstunde unterwegs und kamen an der gut organisierten ParkflĂ€che vor der Inselhalle an. Auf dem Weg zum Standort hatte Marek mir schon etwas angedeutet, dass es dort etwas schwierig sein wird mit dem Lauf. Ich hatte in A3-Papierformat die Laufstrecke sowie Höhenmeter fĂŒr uns ausgedruckt, so haben wir bessere Kenntnisse dieser Laufroute.

Marek hatte schon daheim fast die Laufbekleidung bei sich angezogen und brauchte dort nur die Startunterlagen abzuholen. Bei mir im Gegenteil, mit dem Umziehen habe ich noch viel Zeit und nahm die ganze Umgebung vom Wettkampfort im Visier. Deshalb hatte ich viele Fotoaufnahmen. Man hatte sofort den klaren Eindruck, das erfahrene Organisationsteam hat hier alles gut im Griff und kann mit Sicherheit alles gut gehen.

In der StartertĂŒte findet man einige Dinge wie das gute Laufkalender mit den aktuellen Terminen fĂŒrs 2017, das ĂŒberwiegend fĂŒrs Land Brandenburg, aber auch fĂŒr die ostdeutsche Region bestimmt waren.
Eine kleine, niedliche Marathonmesse in der Inselhalle fand man dort, wo mittig die Siegertreppen herbstlich geschmĂŒckt bzw. Pokale aufgestellt wurden.

Die Zeit verging schnell und alle waren schon vorm Start. Die Neuheit war fĂŒr mich, die Zeitmessung wird ĂŒber einem Transponder vom Veranstalter gestellt, der Bruttozeit sowie Zwischenzeiten erfasst.

PĂŒnktlich ging der Start fĂŒr alle los, auch Nordic-Walker, 10-km- sowie HM-LĂ€ufer und fĂŒr Kinder waren dabei. Viele hatten gute Laune und waren in bester Laufstimmung, das hatte man gesehen.

Kurz durch die Stadtspur gelangen wir nach 3 km auf den Geh- bzw. Radwegen. Endlich ein Musikband brachte uns etwas Stimmung. Es war ein typisches Herbstwetter, etwas feucht und kĂŒhl, aber zum GlĂŒck trocken. Optimal fĂŒr ein Marathonlauf!

Nach 7,5km etwas spÀter wurde man aufgeteilt, die 10-km-Strecke wird dann abgebogen und den Rest weiter geradeaus ab in den Wald.

Der Schlaubetal-Marathon fĂŒhrte uns auf und ab ĂŒber die sanften HĂŒgel der GrundmorĂ€nenlandschaft, vorbei an ehemaligen MĂŒhlen und ForsthĂ€usern, Seen und SĂŒmpfen sowie an WĂ€ldern und Wiesen. Wie ein Mittelgebirgsbach windet sich die Schlaube dort durch steile, bis zu 30 m hohe Schluchten und durchfließt eine Kette von Seen.
Wirklich ein Genuss fĂŒr begeisterte LandschaftslĂ€ufer!

Die gesamte Abwicklung fĂŒr die Streckenmarkierungen (man verlĂ€uft fast gar nicht), Verpflegungsstationen und vieles mehr waren sagenhaft einfach spitze! Alles war da, sogar warmen Tee
. Hut ab an das Orga-Team! Kann jedem mit Sicherheit weiterempfehlen
 Ich werde gern Werbung machen.

Ich hatte nie gedacht, dass im Land Brandenburg doch erhebliche Steigungen in der Landschaft gibt. FĂŒr mich war dort schon sehr anspruchsvoll und habe ihn trotzdem voll genossen. Nachhinein hatte Marek doch Recht und auf ihn ist immer ein Verlass mit seinem speziellen LĂ€uferwissen. :o) Er hatte ja noch viele schwere Herausforderungen im Bergmarathon wie Transalpine Run, Rennsteiglauf usw. mit Bravour gemeistert!

Zum etwas erschöpften Ziel bekam ich eine große, selbst hergestellte Finishermedaille aus Gips (Vorsicht ist geboten wegen Bruchgefahr!). Sieht fein aus und passt zu diesem ultimativen Crossmarathon.

Ein paar VerpflegungsnachschĂŒbe fĂŒr mich waren wir zur Kaffeezeit pĂŒnktlich wieder zu Hause.

Mit meinem Lauf hatte es sich gelohnt, dort mitgemacht zu haben und eine lehrreiche Lektion eingesammelt, 2 Marathons innerhalb von einer Woche hatte ich noch nie und war wirklich nicht einfach
. Immerhin geschafft! Nun ein paar Wochen Pause
. Die nÀchste Marathonreise wird sicher in diesem Jahr noch kommen.

Robert Boyde-Wolke

Veranstalter: schlaubetal-marathon.com

Parkrun Cambridge at Milton Country Park (1,2,3,…)

Ein Bericht von Kira Rehfeld:

Wir haben vor kurzem Deutschland auf Wiedersehen gesagt und wohnen (erstmal auf Zeit) in Cambridge/ England.

Da hat mir eine LĂ€uferin von Parkruns erzĂ€hlt. Ein Parkrun, das kann man sich so vorstellen: Jeden Samstag um 8:30 laufen wir gemĂŒtlich die 3 Kilometer zum nĂ€chstgelegenen Park. Auf dem Weg dorthin ĂŒberholen uns mehr und mehr sportlich angezogene Radler_innen, und mehr und mehr LĂ€ufer_innen. Um 9 Uhr treffen sich dann hunderte von Menschen am CafĂ© im Milton Country Park im Norden von Cambridge. Es ist ein entspanntes BegrĂŒĂŸen, es wird gescherzt und aufgewĂ€rmt. Es gibt kein GedrĂ€ngel.
Unter einem Baum wird das „First-Timer-Briefing“ abgehalten. Da werden denen die zum ersten Mal ĂŒberhaupt an einem Parkrun teilnehmen, oder zum ersten Mal in Cambridge dabei sind, die Spielregeln und Besonderheiten der Laufstrecke erklĂ€rt. Es geht drei Runden durch den Park, eine kurze und zwei lĂ€ngere, insgesamt 5 Kilometer (wie bei allen Parkruns). Es stehen „Marshals“ an der Strecke, um sicherzugehen dass sich keiner verirrt. Um das ĂŒberholen zu ermöglichen soll wenn möglich links laufen.
Im Ziel gibt es einen Chip – mit dem und der eigenen „Parkun-ID“ (eine Art Visitenkarte mit Barcode) geht man dann zu einem „Barcode-Scanner“ – also jemandem der erst den Ziel-Chip und dann die eigene ID scannt.
Damit kann dann hinterher Name und Zielzeit verknĂŒpft werden – und gegen
12 Uhr mittags stehen die Ergebnisse online… und das alles kostenlos, nur von Freiwilligen getragen!!

Also – Um 5 nach 9 geht es los – 5 Kilometer werden gerannt, gelaufen oder gegangen. Die schnellsten laufen meist um die 16, 17 Minuten. Wer will darf aber auch ganz gemĂŒtlich spazieren. Wir sind jetzt einige Male dabei gewesen – und auch wenn die Strecke fĂŒr uns ja eigentlich viiiiiel zu kurz ist – vielleicht schafft Matze mal ganz vorne dabei zu sein, unter 17 Minuten? Und schaffe ich die Strecke nochmal eine Minute schneller? Irgendwann bestimmt :). Der Spaß bleibt dabei nicht auf der Strecke. Denn das ist Parkrun. Laufen aus Spaß an der Bewegung. Und ein bisschen ĂŒber sich selbst hinauswachsen… Woche fĂŒr Woche.

Hier gibt es Informationen zu Parkruns in England & dem Rest der Welt:
http://www.parkrun.org.uk
Und hier könnt ihr verfolgen wie wir abschneiden :). Das nĂ€chste Mal Laufen werden wir aber erst am 14. Oktober. Denn am 8. werden wir im Ziel die „Finish Token Volunteers“ sein – also die Platzierungschips verteilen…
www.parkrun.org.uk/cambridge/results/latestresults/

PS: Und da die Vegan Runners in UK ein richtiger Verein sind, den man bei der Parkrun-Anmeldung angeben kann, kann man dann auch immer sehen, wo ĂŒberall Vegan Runners and Parkruns teilgenommen haben! Überall!

Der-Spiegel-Beitrag „Parkrun – Hier werden nicht die Schnellsten bewundert

15. Mitteldeutscher Marathon, 09.10.16

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Ein Bericht von Robert Boyde-Wolke

Die schon lange angemeldete Teilnahme beim „31. SPAR Budapest Marathon“ (ebenfalls am 9. Oktober) habe ich vor ĂŒber einem Monat verzichtet, zusammen mit meiner Frau wollten wir nicht unsere 18-jĂ€hrige Perserkatze (seit Juni dieses Jahres erblindet worden) wegen der langen Reisezeit nicht im Stich lassen. Deshalb habe ich mich aus diesem Grund beschlossen, solange unsere Katze noch lebt, werde ich die nĂ€chsten Marathonteilnahmen nur auf deutschem Boden mitmachen. DafĂŒr sind wir schnell fĂŒr die Katze im Notfall erreichbar.

Mit der Absage hatte ich einfach GlĂŒck, als ich mit dem Budapest-Veranstalter meine Bitte um die Kostenerstattung von 50 % angefragt habe. Er hatte VerstĂ€ndnis mit meiner BegrĂŒndung und konnte sein Kulanz anbieten. Ich soll im nĂ€chsten Jahr trotzdem nach Budapest fliegen und Marathon teilnehmen. DafĂŒr mein erfreulicher Respekt an Budapest!

Mit dieser Absage konnte ich nicht ohne Marathonlauf damit zufrieden sein, nur so habe ich schnell eine kleine JubilĂ€umsveranstaltung gefunden, die unweit von zu Hause war. Nicht nur beim 15. Mitteldeutscher Marathon in Halle ist das JubilĂ€um zu erleben, sondern auch gleichzeitig feiert Waldemar Cierpinski (geborener Hallenser) seinen Olympiasieg als erster deutscher MarathonlĂ€ufer vor 40 Jahren in Montreal eine große Party. Der Veranstalter bietet auch die Neuauflage der MarathonstreckenfĂŒhrung von Leipzig bis Halle. 1925 war mit dieser Strecke die erste deutsche Meisterschaften im Marathon und mit dem Marathon 2002 als UnterstĂŒtzung der Olympiawerbung von Leipzig wiederbelebt.

Nach 180 km Autofahrt waren wir am Samstag schon zur Mittagszeit in Halle da. Kleiner Altstadtbummel in Halle und ab 14 Uhr öffnete fĂŒr die Startunterlagen-Abholung im Stadthaus.
Am Marktplatz konnte man schon einiges mit dem Aufbau fĂŒr diese Laufveranstaltung erkennen.

Die Abholung verlief trotz vielen Teilnehmern schnell und problemlos, meine Frau wird mit ihrer Teilnahme beim 3,6km-Lauf auch dabei sein.
Bis zur Olympiaparty von Waldemar Cierpinski am Abend im Sportcenter unweit vom Marktplatz, wo er selbst noch als GeschĂ€ftsfĂŒhrer dort betreibt, waren wir unterwegs in der Stadt. Bei der Feier ab 19 Uhr waren rund 300 Gratulanten anwesend. Es war ein Bonus fĂŒr die Marathonis, bei der Anmeldung fĂŒr 42,195km waren der Eintritt zur Olympiaparty sozusagen kostenlos, alle andere Distanzen sollten fĂŒr 10 EUR zusĂ€tzlich bezahlt werden. Die Party bestand Musik, Rede von Waldemar mit seinen Erlebnissen vom 1976 und 1980 bei den Olympischen Spielen im Marathon. Ein paar Prominente sowie MDR-TV-Team waren ebenso dabei. Als die Vorstellung zu Ende war, konnte ich locker mit ihm ein stolzes Gruppenfoto ablichten. Ein bodenstĂ€ndiger, lockerer Typ – das gefĂ€llt mir!

FĂŒr die kurze Übernachtung haben wir fĂŒr die Jugendherberge entschieden, denn mit 10 min vom Marktplatz und 20 min Fußweg vom Hauptbahnhof entfernt, war ein passender Ort fĂŒr uns


Am frĂŒhen Sonntagmorgen schnell ein lockeres FrĂŒhstĂŒck (vegetarisches Angebot vorhanden), darunter mit einigen Marathonis. Dann kleines Fußmarsch zum Hauptbahnhof, wo dann nur 30 min mit der S-Bahn nach Leipzig Hbf zu fahren war. In der Bahn waren noch mehrere LĂ€ufer zu sehen und bis zum Startort (nahe Red-Bull-Arena vom Fussballklub RB Leipzig) benötigte man mit der Straßenbahn nach einigen Haltestellen. Allgemein sollte man diese einstĂŒndige Fahrt vorher genau planen.

Wie ĂŒberall bei MarathonwettkĂ€mpfen standen vor Ort WC, Kleidertransport sowie Betreuer zur VerfĂŒgung. Viele Teilnehmer lassen Nachmeldungen ausfĂŒhren. Zum GlĂŒck war das Wetter fĂŒr mich noch optimal, vor ein paar Tagen deutete nach Dauerregen an. Also ein trockener Startbeginn möglich!

Eine seltene Besonderheit fĂŒr mich: Zu diesem Lauf habe ich eine einzigartige LaufausrĂŒstung besorgt, dafĂŒr wurde ich von den MitlĂ€ufern sowie Betreuern lachend belohnt. FĂŒr mich klar die Neuheit!
Warum ich diese AusrĂŒstung angenommen habe, kann ich Euch gern etwas berichten:
Beim letzten Usedom-Marathon habe ich zufĂ€llig ein Berliner MarathonlĂ€ufer kennengelernt, der lĂ€sst sich bei JEDEN Laufwettbewerben mit einem Ganzkörperanzug auflaufen, er stellte sich als „Gangster“ dar. FĂŒr mich war schön. Klasse fand ich das, als ich bewusst mit ihm nach dem Start bis zum 10. KM auf der Usedomer Strandpromenade (von SwinemĂŒnde bis Heringsdorf) gemeinsam unterwegs beim Laufen war. Er bekam sehr viel von den Zuschauern Applaus und die Motivation am Laufen ging nicht verloren. FĂŒr mich war das bemerkenswert wichtig und konnte dabei was Schönes miterleben.
Darum habe ich fĂŒr meine 10. Marathonteilnahme auch Ă€hnliches mit dem Ganzkörperanzug als „Zauberer“ entschieden, beim Mitteldeutschen Marathon (MDM) aufzutreten.

Wieder ein seltsames Zufall fĂŒr mich, er war auch dort beim MDM dabei, er hatte sich kurzfristig entschieden. Ich habe mich fĂŒr seine Teilnahme gefreut und hatte dann die gute Möglichkeit, mit ihm Foto zu machen. Es bleibt natĂŒrlich in Erinnerung. Ein mulmiges GefĂŒhl war es, mit dem Ganzkörperanzug die ganze Marathondistanz zu laufen. Im Hintergedanken machte ich mir Sorgen, ob es alles gut geht?

Beim Startschuss um 9 Uhr war nicht so attraktiv gewesen, im Hintergrund gab Probleme mit der Startpistole (Einklemmung), aber nach wenigen Sekunden war doch der Start frei fĂŒr alle LĂ€ufern.
Halle, die HĂ€ndelstadt, kann kommen!

Bei meiner Frau war der Start erst um 11 Uhr am Marktplatz in Halle und mit 3 Runden zu bewÀltigen.

Die ersten 25 Kilometer lief ich mit den anderen LĂ€ufern auf dem Hochwasserdamm der Neuen Luppe, auch Luppe-Kanal (kĂŒnstlicher Nebenarm der Weißen Elter) genannt. Zu sehen war im Allgemeinen nicht viel. Teils waren wir auch in den WĂ€ldern unterwegs.

Die Verpflegungsstationen waren mit dem zahlreichen Angebot zu finden. Mit der Streckenmarkierungen (Kilometeranzeige) verfolgte ich seelenruhig mit Hilfe meiner GPS-Sportuhr „Garmin“. Alles ungewollt nach passendem Plan

Kurz auf den Elsterradweg und spĂ€ter in den Diskauer Park, da hat man die halbe Fahrbahn fĂŒr uns alleine. Seltsam war es, dass der Gegenverkehr kaum kam.

5 km vorm Ziel durch die bewohnte Gegend, da hatten wir endlich etwas mehr Zuschauer. So macht dann mit dem Laufen mehr Spaß
 Die letzte Herausforderung war Anstieg an der großen BrĂŒcke, wo oberhalb der BrĂŒcke die Bahnlinien zu sehen waren.
Einige Kilometer durch den Parkweg und neben dem Hauptbahnhof von Halle vorbei war ich nur noch bergab (1,5km) zum Ziel durch die Hallenser Altstadt. Das war eine geile, super UnterstĂŒtzung fĂŒr mich, so leicht war das Zieleinlauf bisher fĂŒr mich nicht. Viele Zuschauer gaben uns Applaus, dass wir trotz Regen doch keine „Weicheier“ waren. Ab 28 km hatte es leider geregnet und keiner hatte es sich beschwert.

Am Ziel war ich erleichtert mit der LaufausrĂŒstung und selbst erstaunt, dass ich nicht ĂŒber 4 Stunden (3:58:22 h) gelaufen war. Da konnte ich davon 4 aus 10 Teilnahmen unter 4 Stunden erreichen, ein kleiner Stolz zum JubilĂ€umstag von MDM fĂŒr mich. Ich war noch ĂŒberglĂŒcklich darĂŒber, dass meine Frau mit ihrem Lauf geschafft. Wir hatten gleiche schöne Finishermedaille und zu diesem Event haben wir uns gesagt, es war einfach schön. Danke Halle! FĂŒr mich sowieso ein gelungener Highlight!

Gleich an diesem Tag waren wir am Abend schon zu Hause und konnten dann mit unserer Katze wieder kuscheln
. :o) Sie war froh darĂŒber.

Robert Boyde-Wolke

Veranstalter: mitteldeutscher-marathon.de