Finsterwalder Dutzend, 09.09.17

Ein Bericht von Karsten Meyer.

In der Vorbereitung auf meinen zweiten Über-20-km-Lauf lief ich den Hennigsdorfer Citylauf (10,8 km in 50:17) und den Friedrichsfelder Gartenlauf (10,16 km in 47:09). Der Gartenlauf, bei dem ich meine Zeit um mehr als zweieinhalb Minuten verbessern konnte, fand leider zum letzten Mal statt. Der Citylauf in Hennigsdorf wechselte ungenau zwischen Straßen und Gehwegen, wobei die Straßenabschnitte nicht immer autofrei waren. Stefanie von Laufen gegen Leiden (Foto) wurde dort Zweite in ihrer Altersklasse. Im Training lief ich 12 km unter 57 Minuten.

Finsterwalde liegt in der Niederlausitz. Per Zug brauchte ich vom Bahnhof Lichtenberg mit Umstieg in Calau etwa eine Stunde und 45 Minuten. Vom Bahnhof Finsterwalde bis zum Stadion des Friedens waren es zu Fuß 20 Minuten.

Die Veranstaltung heißt Finsterwalder Dutzend, weil sie normalerweise zwölf Wettbewerbe umfasst. Die Marathonstrecke verlĂ€uft wohl auch durch zwölf Orte. Auch diesmal sollten es wieder zwölf Wettbewerbe sein, aber das Skating wurde wegen zu geringer Teilnahme abgesagt.

Start des Halbmarathons war um 15:45 Uhr MESZ. Nur 47 LĂ€uferinnen und LĂ€ufer traten an. Das Wetter war angenehm, nicht zu warm, nicht zu kalt.
Es nieselte leicht. Bei dem Wetter musste ich unterwegs nichts trinken.
An den meisten Verpflegungsstellen lief ich einfach vorbei. Ich nahm nur zwei ApfelstĂŒcke, die ich wĂ€hrend des Laufens langsam zerkaute.

Die Strecke war einfach, die Höhenunterschiede gering. Die meiste Zeit blieb ich locker und versuchte, gleichmĂ€ĂŸig zu laufen. Ich hĂ€tte mir die Kilometerzahlen der Verpflegungsstellen nicht merken mĂŒssen, denn an der Strecke wurden die restlichen Kilometer bis zum Ziel angezeigt. So wusste ich immer ungefĂ€hr, wie schnell ich war. Im Schlussteil der Strecke vermischte sich die Halbmarathon-Gruppe mit den Gruppen der anderen LĂ€ufe. Das war kein Problem. Auf dem letzten Kilometer, kurz vor dem Stadion, ging es noch ĂŒber matschigen Boden. Das fiel nicht mehr ins Gewicht. Meine Verfolger konnte ich auf Abstand halten. Obwohl ich niemanden mehr ĂŒberholen konnte, zeigte ich einen Endspurt auf der Tartanbahn. Ich liebe Endspurts auf Tartanbahnen.

Mit der Zeit von 1:42:37 bin ich zufrieden. Sie lÀsst auf eine 25-km-Zeit unter zwei Stunden hoffen. Die werde ich vielleicht nÀchstes Jahr laufen.

Die Veranstaltung ist sehr empfehlenswert. Da der Start am Nachmittag ist, muss man nicht allzu frĂŒh aufstehen, um pĂŒnktlich da zu sein.
StartgebĂŒhr fĂŒr den Halbmarathon: 16 Euro. Start und Ziel im Stadion des Friedens. Mehrere Verpflegungsstellen an der Strecke. Weitere Verpflegung im Ziel. Medaillen, Urkunden, Siegerehrungen. UmkleiderĂ€ume, Duschen. Finsterwalde ist nicht finster. Vielleicht werde ich nĂ€chstes Jahr dort die 28 km laufen.

Solidarische GrĂŒĂŸe
Karsten

Halbmarathon-Staffel in Potsdam, 30.08.17

Gruppenbild 1

2017 sind wir mit fĂŒnf Staffeln angetreten und haben großartige Erfolge erzielen können, unter anderem einen Sieg der Mixed-Staffel.
Dazu gab es ein reichhaltiges und köstliches selbstorganisiertes Buffet, sehr viel Spaß und gute Laune.

Sieger Mixed Staffel

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Tiergartenstaffel, 16.06.17

Nach mehr als einem Jahr komme ich dazu, einige Zeilen zur Tiergartenstaffel 2017 zu schreiben. Man möge mir verzeihen, dass mir das nicht frĂŒher gelang. Und weil das doch schon etwas her ist, halte ich es relativ kurz.

Wir hatten unseren Spaß. – Soweit ich mich erinnern kann, war das Wetter relativ stabil und es regnete kaum. Das Picknick war wieder ausgezeichnet und die Stimmung super.
Wir gingen mit 4 Staffeln an den Start. Laufen gegen Leiden war ebenfalls mit einer Staffel dabei. Ich selbst war angeschlagen und ruhte und stĂ€rkte mich auf meinen „TeamkapitĂ€n“-Platz aus, mit Picknick-Naschereien, die bestĂ€ndig in meinen Mund plumpsten.

Unser schnelles Team 1 belegte sehr erfolgreich den 12. Platz des Tages und in der Gesamtwertung aller drei Lauftage den 24. Platz von insgesamt 5301 Teams!!! Einfach nur gut. – Aber auch unsere anderen Staffeln konnten wie gewohnt begeistern und waren wie immer ein echter Blickfang auf der Strecke. 😉

Ich war am Ende total platt. 😛 – Umso schöner und fĂŒr mich ein absoluter GĂ€nsehaut-Moment, als wir noch unser Gruppenfoto machten und die anderen statt „Cheese“ in Richtung Kamera „Danke, Auge!“ riefen. Das war wirklich toll, vielen Dank dafĂŒr!
(Wenn es am besten ist, soll man Schluss machen. Bericht-Ende.)

🙂
Auge

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Getting Tough, 10.06.17

Steve Klockow in Aktion

Ein brennender Nachmittag in der sonnigen Hölle von Mellrichstadt.

Der Name: „Getting Tough“ steht an sich fĂŒr EiseskĂ€lte, Leiden und Schmerzen. Das ist es, was in mir so viel Leidenschaft erweckt. Manche Leute mögen Kegeln, Spazieren oder Fischen, ich mag es Menschen vor Schmerzen leiden zu sehen 😀

Es ist nicht das Leiden an sich, sondern mehr die Tatsache, dass diese Leute Schmerzen ertragen, sich aber trotzdem nach Vorne kĂ€mpfen. Dieses GefĂŒhl „nicht aufzugeben“ weckt in mir sehr viel Motivation und WĂ€rme. Und im Feuer von Mellrichstadt war da einiges möglich.

Nach anfĂ€nglichen Wartezeiten wegen NaturschĂŒtzern, die einen besonderen Uhu vor uns retten wollten, ging es los. Die Sonne brannte. Wie immer halb nackt, mit Flipflops oder barfuß ging ich mit den Sturmwölfen zur Startlinie.

Selbst dem Kalinator vielen meine dĂŒrftigen oder fehlenden Fußkleider auf und er fragte mich durchs Mikro, ob das tatsĂ€chlich mein Ernst sei. Meine Antwort Ă€ußerte sich in einem entspannten LĂ€cheln.

Wenn ich mich selbst frage, warum ich das immer tue, gebe ich mir immer wieder die selbe Antwort: „Ich liebe es unter den schwierigsten Bedingungen das Beste zu erreichen.“ Ich kam untrainiert, mit dickem Bauch, bei brennender Sonne, ohne Sonnencreme und ohne Schuhe. Meine Gedanken waren fokussiert. Niederlage, Aufgeben oder mich zu verletzen gab es in meinen Gedanken nicht. Ich wĂ€re auch weiter gelaufen, wenn ich mich verletzt hĂ€tte. So lange ich mich bewegen kann, komme ich durchs Ziel.

Der Startschuss fiel. Jetzt ging es los: Nun ist alles gefragt und es geht nur noch darum, wie hart du bist und was du ertragen kannst oder ob du zusammenbrichst. Was steckt in dir und wie weit gehst du wirklich?

Ich liebe es!

MĂ€nner, Frauen, alles von klein, dick, groß, schlank dabei. Die meisten natĂŒrlich muskulös, aber eben nicht alle. Und ich glaube, es zĂ€hlen nicht die Muskeln, sondern die Gedanken. Du stehst und fĂ€llst mit dem Kopf. Wenn du dich den Schmerzen ergibst, hast du verloren, egal, wie gut dein Körper trainiert ist.

Mein Geist ist stark. Mein Körper wird meinen Gedanken folgen. Und so krochen, rannten und sprangen wir in den Schlamm und die WassergrÀben.

Das ist schon alles nett, doch wie kann man einen Sommerlauf auch richtig hart machen?, wo in den WinterlĂ€ufen doch sonst die KĂ€lte das grĂ¶ĂŸte Hindernis ist.

Die Antwort war klar: „mit vielen harten und gemeinen Hindernissen“.

Nach gefĂŒhlten fĂŒnf Minuten war es soweit. Wir bekamen einen Sandsack auf die Schultern, der (wenn es mich nicht tĂ€uscht) 35 Kg schwer war. Nun ging es erstmal bergauf mit dem Sandsack, 1,9 Km lang.

Schnell machte sich bei mir das fehlende Training bemerkbar und ich schnaufte wahnsinnig wenn es hochging, und es ging sehr weit hoch.

Schritt fĂŒr Schritt. Ich versuche den Sandsack so auszubalancieren, dass ich so wenig Kraft wie möglich nutzen muss. Ein StĂŒck nach vorne zieht zu sehr nach vorn, zu weit nach hinten ist auch nicht so leicht, aber doch leichter als nach vorne, also trage ich ihn ein bisschen nach hinten geneigt.

Endlich auf dem Gipfel angekommen, ging es nun wieder bergab. Ich war jetzt schon ganz schön alle, wollte langsam gehen, hatte aber immer noch den Sandsack auf den Schultern. Ich beschloss also einen leichten Laufschritt einzulegen, um den kraftraubenden und verdammt schweren Sandsack schneller los zu werden.

Alle Wölfe außer mir waren trainiert, also alle schon lange weg.

Endlich sah ich das Ende dieser Etappe. Mein Schritt wurde schneller. Sandsack weg und weiter. „Jetzt wieder schneller laufen und die anderen einholen“. Einziges Problem: „Scheiße, ich bin total alle“. Ein unglaublich schönes PhĂ€nomen ist aber, dass man sich nach einer solchen Tortur sehr sehr leicht und befreit fĂŒhlt. Die Last auf meinen Schultern war weg und sie fĂŒhlten sich total geschmeidig an.

Nun lief ich was die Beine hergaben.

HolzwĂ€nde waren zu ĂŒberwinden, ca. 2,5 Meter hoch.

Die anderen LĂ€ufer waren von meiner fehlenden Fußbekleidung angetan und wĂŒrdigten es mit eilender Hilfe.

Nun war es fĂŒr mich an der Zeit wieder neue Menschen in mein Herz zu lassen.

Martin (mein neuer Held) rannte jedes Mal vor, wenn eine Wand kam und half mir mit einer RĂ€uberleiter drĂŒber zu kommen.

Beim ersten Mal bedankte ich mich, beim zweiten Mal lĂ€chelte ich schon mehr und beim dritten Mal nahm ich ihn in den Arm und dankte ihm herzlich, dass er mir diese MĂŒhe ersparte.

Ich liebe diesen Zusammenhalt. Wir haben uns vorher noch nie gesehen und helfen uns doch in den schwierigsten Situationen. Sowas verdient Respekt und Anerkennung.

Doch ich bin ein KĂ€mpfer und wollte mehr. Das Blut kochte in meinen Adern und ich musste mehr erreichen. Also rannte ich nach der dritten Wand nach vorn und nahm die kommenden WĂ€nde allein. Fuß an die Seite auf den StĂŒtzbalken und das andere Bein drĂŒber geschwungen. So ging es auch sehr schnell und vor allem allein. Jetzt kam der Wolf in mir zum Vorschein und ich rannte wie besessen.

Immer wieder kam ich in Situationen in denen der Boden so steinig war, dass ich am liebsten meine Flipsis angezogen hĂ€tte. Wenige Meter spĂ€ter sah ich aber wieder Schlamm und so ließ ich sie aus.

Ich liebe es barfuß zu laufen. Es ist wie eine Passion fĂŒr mich, mich natĂŒrlich zu bewegen. Viele Menschen mögen anders darĂŒber denken, aber ich liebe es. Die Haut der FĂŒĂŸe wird mit der Zeit auch immer hĂ€rter und so kann ich mittlerweile auch immer steinigere Strecken unten ohne laufen.

Nur fĂŒr besonders harte Stellen habe ich die Flipflops bei. Wenn es gefĂ€hrlich wird, weil die Steine im Untergrund durchgehend scharfkantig sind, zieh ich die kleinen Scheißer an um mich doch noch etwas zu schĂŒtzen.

Vom Ehrgeiz gepackt lief ich schneller und schneller. Nun kam ein neuer Gegner: „die Sonne“. Selbstredend habe ich vergessen, Sonnencreme aufzutragen. Ich creme mich so gut wie nie ein und dachte, es wird schon nicht so schlimm werden. Fazit: „es war die Hölle“. Meine Haut brannte von oben bis unten und ich war erst wenige Kilometer unterwegs. Da kam noch einiges und ich musste etwas tun.

Krebsrot dachte ich erst an Pflanzen. Spitzwegerich (sieht so Ă€hnlich aus wie Löwenzahn) bringt gute Heilung, aber nur, wenn man dann nicht mehr in der Sonne ist. Ich war aber noch ĂŒber Stunden in der Sonne unterwegs. Ich brauchte etwas, was die Haut abdeckt und kĂŒhlt. Klar, ich war ja im Wald.

Und was gibt es im Wald zur GenĂŒge? Schlamm!

Ich hielt an der nĂ€chsten PfĂŒtze an und rieb meine Schultern und meinen Hals mit Schlamm ein. Er kĂŒhlte fein. Die Haut war auch schon recht rot und heiß. Es war höchste Zeit zu handeln. Der Schlamm tat mir gut und ich rieb mich stark damit ein, damit keine Sonne mehr auf die Haut kam.

Wenn ich andere LĂ€ufer nun sah, waren die Reaktionen immer in zwei Kategorien aufgeteilt.

1. (verwundert) „Warum machst du das?“ – „Weil ich mir sonst die Haut stark verbrenne.“
2. (mit einem dicken Grinsen) „Cool, das machen die Wildschweine, Elefanten und sĂ€mtliche, andere Waldtiere auch.“

Egal, gelÀchelt und weiter, es gibt noch viel zu tun und wir sind noch nicht am Ziel.

Ich nehme die Hindernisse meist sehr schnell und leicht. Immer wieder merke ich, dass ich ziemlich gut mit den Hindernissen umgehen kann. Wenn andere Leute manchmal zwei Minuten dafĂŒr brauchen, bin ich meist in 20 Sekunden drĂŒber, dafĂŒr stinke ich total beim Laufen ab, regelmĂ€ĂŸiges Training ist eben noch nicht so meine StĂ€rke.

Ich konnte die meisten Hindernisse also sehr schnell nehmen und holte sogar meine Wölfe manchmal wieder ein. Aber einmal eingeholt, waren sie bei der nÀchsten Laufstrecke auch schon wieder verschwunden.

Nicht so schlimm, ich kann auch mal allein laufen. Der Matsch kĂŒhlte meine Haut und schĂŒtzte mich vor der brennenden Sonne. Ich fĂŒhlte mich wie ein Urmensch, aber es sah auch verdammt klasse aus 😀

Im Wald war es schattig, viele kleine, abgefuckte Übungen, Steine fĂŒr 100 Meter tragen, Holzscheiben 100 Meter tragen, SandsĂ€cke …, Kugeln …..

Mein Körper schrie nach Wasser und NĂ€hrstoffen. Zum GlĂŒck gab es Martin und seinen Freund Andreas, die mir eine dopingartig wirkende Kaumasse gaben. Andreas sagte mir: „einmal zerbeißen, in beide Backen legen und nicht weiter kauen, einfach zerlaufen lassen“. Gesagt, getan …, sofort hatte ich wieder Power und legte weiter los. Mit dicken Hamsterbacken (wegen dem Gummizeug) lief ich mit großen Schritten, gestĂ€rkt, weiter.

Endlich kam mal wieder ein Hindernis meines Geschmackes. Ein GerĂŒst mit quer liegenden Holzstangen. Über eine Stange drĂŒber klettern unter der nĂ€chsten unten durch (in 1,5 Meter Höhe), ohne runter zu fallen. Endlich durfte ich mal wieder etwas meinem Kopf einsetzen und mit relativ guter körperlicher Geschmeidigkeit glĂ€nzen 😀

Ich meisterte die Aufgabe phantastisch und scheiterte bei der letzten Stange. Schei… runtergefallen, 30 Burpees (in LiegstĂŒtzposition stehen, dann in die Hocke gehen und einen Hockstrecksprung machen)

Doch alles egal, es gab Wasser!

Kraftgetankt, weiter geht es, die HĂ€lfte ist geschafft. Der Wald zieht sich, doch die Wege sind mit viele kleinen Hindernissen wie Holz, Ästen und spitzen Steinen gefĂŒllt. Ich fokussiere mich auf die Grasnarben und laufe immer im weichen, wenn ich eine Stelle sehe.

Heute will ich mich mal nicht verletzen. Ich reiße mir oft genug die FĂŒĂŸe in den LĂ€ufen auf, damit soll heute Schluss sein. Heute will ich verletzungsfrei ins Ziel kommen. Doch selbst wenn es passiert, mache ich weiter.

Sowas kann theoretisch bei jedem Schritt passieren, also mache ich mir keine Gedanken darĂŒber und laufe einfach weiter.

Aus dem Wald geht es wieder in die Sonne und bald zum Steinbruch.

Was fĂŒr eine unfassbar schöne Umgebung. Tief beeindruckt laufe ich zu den Klippen, wo ich viele Leute warten sehe. Ich geselle mich zu ihnen und schaue was dort passiert.

Es ist eine Bergschlucht, an der man sich mit einem Seil ablassen muss. Einige LĂ€ufer sind sehr sehr schnell, andere sehr Ă€ngstlich und daher langsam. Die Schlucht ist steil und das Abseilen alles andere als alltĂ€glich. Ich verstehe jede Angst. Doch da mir der RĂŒcken von der Sonne brennt, drĂ€ngle ich mich höflich und mit einem freundlichen LĂ€cheln vor.

Ich lasse mich, ohne Schuhe, in die Schlucht hinab. Unten geht es zu einem steinigen Kreis von ca 100 Metern. Dort sollen wir eine Holzpalette mit zwei SandsĂ€cken (ca. 70 Kg) ziehen. Ich gehe zu einem LĂ€ufer, der fertig ist und sage ihm: „gib mal her, ich ĂŒbernehme ab hier“. Im nĂ€chsten Moment breche ich fast zusammen, weil ich so gut wie gar nicht voran komme. Schei… ist das Ding schwer zu bewegen. Ich kĂ€mpfe stark, weil ich mit den Flipflops nur schlecht auf dem Schotter weiter komme. Die Runde zieht sich sehr sehr lang, aber auch dieses Hindernis ist irgendwann geschafft.

Direkt danach geht es bergab, weiter in die Schlucht. Ich bin verwirrt, weil ich zwei Wege sehe, erst spÀter bemerke ich den Pfeil mit der Richtung, die wir nehmen sollen.

In der Schlucht angekommen, sehe ich einen der Helfer, der mir sagt, dass es nun nach oben geht.

Mit einem Blick nach oben fange ich gedanklich an zu stottern. Der scheiß Berg ist echt hoch und super steil. In solchen Situationen bekommt man sogar mich manchmal zum fassungslosen Staunen. Wenn ich mit einer Sache ĂŒberfallen werde, mit der ich ĂŒberhaupt nicht gerechnet habe.

Also bergauf und hoch hinaus.

Der Untergrund ist Gift fĂŒr meine FĂŒĂŸe. Alles gesplitterte Steine, sau scharf. Ich ziehe die Flipflops an und gehe ganz vorsichtig hoch, nur nicht zur Seite fallen, denn der Berg ist steil und die Steine sind scharf.

Mit viel FeingefĂŒhl, das ich noch nicht verloren habe, gehe ich Schritt fĂŒr Schritt. Oben angekommen, gibt es die nĂ€chste Gemeinheit. Einen Eimer voller kleiner Steine tragen. Ich weiß nicht wie schwer er ist (sau schwer), aber ich sehe die anderen schon sehr stöhnen. Da ich ihn relativ gĂŒnstig auf den Nacken, zwischen die Schultern lege, komme ich recht gut voran. Die 100 Meter habe ich nun auch geschafft.

Es geht weiter in eine Heide. Dummerweise sehe ich in der Ferne (links von mir, mehrere hundert Meter entfernt) LĂ€ufer und weiß, dass es jetzt eine ganze Weile erstmal in der Sonne weiter geht.

Ich höre auf zu denken und nehme den Weg. Schritt fĂŒr Schritt. Die Sonne brennt, doch der Schlamm hĂ€lt sich ganz gut auf meinen Schultern. trotzdem will ich so schnell wie möglich wieder aus der Sonne kommen. Ich halte den Laufschritt, fast geradlinig. Manchmal muss ich doch gehen, da es einfach zu anstrengend ist.

Die HĂ€lfte der Strecke ist geschafft. Ich sehe wenige hundert Meter vor mir andere LĂ€ufer. Bis ich merke, dass ich an eine Kreuzung komme, an der ich noch eine ganze Strecke nach rechts und spĂ€ter links laufen muss, deprimierend aber nicht zu Ă€ndern. Wieder höre ich auf zu denken und konzentriere mich auf die Schritte. Ich atme gut, der Schritt funktioniert, die Schultern sind durch den Schlamm geschĂŒtzt, zwischendurch kommt etwas Wind. Ich fĂŒhle mich also gut.

Ich sehe das Ende des Weges. Schnell einen Stein weit werfen und ab zur nĂ€chsten Wasserstation. Endlich gibt es sogar Bananen. Nach zwei Bananen ist der Kraftspeicher und der Magen wieder gefĂŒllt. Ich kann mich etwas besser bewegen doch mir fehlt das Salz.

Ich kriege langsam kleine KrÀmpfe und das dehnen reicht nicht mehr. Schlimmer wird es bei den nÀchsten Hindernissen.

Ich komme dem Killingfield langsam nĂ€her. Aber wie heißt es immer so schön, das Beste kommt zuletzt.

Ich laufe mit großer Freude weiter, weil ich weiß, dass ich bald dort bin. Endlich kann ich die Sturmwölfe wieder sehen, mit Ihnen heulen und natĂŒrlich meine Freundin erblicken, die am Ziel schon auf mich wartet.

Ich komme ins Killingfield und nehme die nĂ€chsten Schlammlöcher. Jedes einzelne mit Bedacht. Immer StĂŒck fĂŒr StĂŒck. Wenn ich jetzt zu ĂŒberhastet bin, verletze ich mich vielleicht noch. Also alles mit viel FeingefĂŒhl meistern. Das Wasser ist kĂŒhl, aber die Berge sind rutschig, so rutschig, dass ich mir etwas ĂŒberlegen muss um aus den WassergrĂ€ben wieder raus zu kommen. Es ist nicht leicht, aber ich finde einen Weg.

An den hohen Balken, die jetzt kommen, scheitere ich beim ersten Anlauf. Doch ich gebe ich nicht auf. Der zweite Anlauf ist schneller und mit genug Power komme ich auch drĂŒber. Auf den nĂ€chsten Tonnen, die ich ĂŒberqueren muss bekomme ich starke KrĂ€mpfe. Die Wade total verkrampft und verhĂ€rtet. Ich strecke das Bein vor Schmerzen. Andere LĂ€ufer wollen mir helfen und dehnen es ein bisschen. Unter starken Schmerzen muss ich kurz sitzen bleiben. Jetzt beginnt der interessante Teil des Laufes.

Ich bin schon so ausgelaugt, dass ich kaum noch FeingefĂŒhl habe und die Schmerzen von Mal zu Mal stĂ€rker werden. Nun kommt es darauf an. Jetzt kann ich zeigen, aus welchem Holz ich geschnitzt bin.

Als ich mich wieder bewegen kann, klettere ich von der Tonne runter und dehne die Wade. Ich werde nun vorsichtig sein, dass ich das Bein nicht mehr so stark einbeuge, so ist die Wahrscheinlichkeit fĂŒr WadenkrĂ€mpfe geringer.

Jetzt wird es fies. Direkt am Ende, wo kein Mensch mehr Kraft hat, kommt es dick, Hangelhindernisse. Ich sehe sie und denke nichts freundliches…

Ich gehe zu dem Helfer und frage ihn, was ich machen muss, wenn ich es nicht schaffe, mich ĂŒber den Parkour zu hangeln. Er sagt, dass ich zur Strafe eine Steinkugel tragen muss.

Ich schaue nach der Steinkugel, lÀchle ihn an und gehe durch das Hangelhindernis durch, direkt zur Strafstelle und absolviere die Strafe mit der Kugel.

Ich finde es immer witzig, wenn die Strafe leichter ist als die Übung, die man machen soll, um keine Strafe zu bekommen. Die Kletterwand schaffe ich auch nicht mehr, da ich kaum noch FeingefĂŒhl in mir habe. Ich setze diese Strafe also gleich noch mit hinten dran. Wieder KrĂ€mpfe in der Wade, aber ich bin auch schon fast am Ende.

Jetzt wieder ein Hangelhindernis. Ich hangele mich tatsÀchlich bis zum Ende durch und sehe eine Wand, so wie man sie mit einem Fahrrad oder Skateboard hochfÀhrt. Ich sehe, wie die Leute mit starkem Anlauf dort hoch rennen und versuchen die HÀnde der anderen im Sprung zu greifen.

Weil ich dort ein Seil hĂ€ngen sehe, bin ich ein bisschen verwundert und gehe ganz entspannt dort hin um das Seil zu greifen. Ich gehe relativ geschmeidig hoch und werde von den anderen hochgezogen. Ich reiße das Bein ein letztes Mal hoch und rolle mich auf die Plattform. Das Bein schön gestreckt halten, damit es nicht wieder krampft.

Auf der anderen Seite muss man runter ins Wasser rutschen. Als ich im Wasser lande, bin ich ein bisschen orientierungslos, weil ich nicht weiß, wo es raus geht. Schon relativ verwirrt, folge ich der Richtung, die mir die Leute mit dem Finger zeigen.

Als ich raus klettere sehe ich auf einmal, dass ich schon im Ziel bin. Endlich kann ich fast alle Sturmwölfe und meine Freundin in die Arme schließen. Die Medaille ist wie immer wunderschön!

Fazit: Da haben sich der Kalinator und der Capitano doch ganz schön was einfallen lassen.

FĂŒr mich persönlich waren es zu viele Hindernisse, an denen man wirklich etwas schaffen musste. Ich bin ja eher so der Typ, der gern mit Geschmeidigkeit und Lösungen an schwere Hindernisse heran geht. Ich mag es mehr meinen Kopf einzusetzen. Wenn ich aber nur Kugeln tragen muss, kommt der Kopf meist zu kurz.

Im selben Moment sagt mir das aber auch, dass ich endlich mal beginnen sollte zu trainieren, aber das sage ich mir auch nach jedem anderen Lauf 😀

Mein Fazit ist also: Es war hart und gut, aber im Enddefekt ersetzt nichts die KĂ€lte des Winters. Die KĂ€lte macht fĂŒr mich den grĂ¶ĂŸten Reiz aus. Die Sonne war auch hart, aber ich konnte sie mit Schlamm ĂŒberlisten, und auch wenn er regelmĂ€ĂŸig getrocknet und dadurch abgefallen ist, hat es super funktioniert.

Resultat: Schmerz geht, Stolz, Muskelkater und Sonnenbrand bleiben noch ein paar Tage.

Treppenmarathon Radebeul, 22/24.04.17


Das vierte Mal nun sind wir angemeldet zum Mt.Everest Treppenmarathon.
Die ursprĂŒngliche Aufregung vor der Anstrengung ist verflogen. Das leidige Problem mit den abspringenden Teammitgliedern ist geblieben.
Eigentlich waren FĂ©lix, Emile und Ich angemeldet. Diesmal mussten wir den Leidensweg ein weiteres Mal ohne Emile nehmen, der aus persönlichen GrĂŒnden nicht dabei sein konnte. Immerhin fanden wir mit Jens NĂ€hler, einem erfahrenen Trail LĂ€ufer und Vegan Runner, relativ schnell Ersatz.

Und eigentlich kann ich Jens‘ ursprĂŒnglichen FB Bericht nichts mehr beifĂŒgen:

Heute war Staffel, die sogenannte Dreierseilschaft, angesagt, Start um 0 Uhr ĂŒber 100 Runden in Radebeul. Das sind: 84,390 km mit 8848 m Höhenunterschied. 39.700 Stufen aufwĂ€rts, 39.700 abwĂ€rts. Dazu am Ende der Treppe eine Steigung, wie sie manch einer in der Woche nicht rennt. Und oben auch.

Weil Felix (im Bild mitte) leider nach 15 von ihm gelaufenen Runden verletzt ausfiel, haben Pit und ich allein weitergemacht – wohl wissend, dass wir aus der Wertung fallen (weil jeder der drei LĂ€ufer mindestens 25 Runden absolviert haben muss), obwohl wir mehr rennen mĂŒssen. Dabei sein ist alles…
Der Treppenmarathon war definitiv das HĂ€rteste, das ich lĂ€uferisch bisher je gemacht habe. Nicht zu vergleichen mit irgendwas! Und es gibt Athleten, die laufen 24 Stunden allein, um mindestens die 100 Runden zu erreichen, mit denen man den Mt. Everest erklommen hĂ€tte! In der Staffel (Seilschaft) geht es dagegen darum, dieses Ziel möglichst schnell zu schaffen. Ich habe den allergrĂ¶ĂŸten Respekt vor allen LĂ€ufern – gegen diese Treppe sind die Kaskadentreppen in Kassel, obwohl mehr und lĂ€nger, eine Wohltat fĂŒr die Beine…
Am Ende behaupteten wir unseren zweiten Platz – trotz eines LĂ€ufers weniger sogar mit fast drei Runden Vorsprung – und sind zumindest fĂŒr uns trotzdem zweiter Sieger (der Herzen).
War eine Lektion in Sachen Mentaltraining fĂŒr mich: Als irgendwann feststand, dass Felix definitiv nicht mehr wĂŒrde laufen können, wollte ich ernsthaft abbrechen, weil ich mir weitere 28 Runden nicht zutraute. Und wir Sonne erst erhielten, als wir im Ziel waren. Davor: Nacht, Wind, Regen, KĂ€lte, Hagel – und damit einhergehende Erschöpfung. Man muss sich das runterrechnen, kleine Ziele setzen. Wir legten dann fest, doppelte Runden zu laufen – so waren es dann nur noch 14 x 2 Runden. Und wenn man erst bei Runde zehn ist, steigt man dann auch nicht mehr aus (auch wenn die zehn zwanzig Runden entspricht).
Jede einzelne Runde war hart – aber am Ende war ich meist sogar in der zweiten Runde schneller als in der ersten und blieb hintenraus erstaunlich konstant auf gutem Niveau mit etwa 7:40 min pro Runde. Bei jeder Runde musste ich auf die ZĂ€hne beißen und fluchen. Aber aufgeben? Never. Klingt etwas pathetisch, ist es auch. Doch ich wollte diese Herausforderung unbedingt meistern.
Am Ende lief ich 43 Runden, 3800 HM. Wir waren in etwas ĂŒber 12 Stunden durch. Man stellt einfach immer wieder fest, dass man viel mehr leisten kann als man zuvor vermutet hat.

Fazit: Ein großartig, hochanspruchsvolles Event, das heute besseres Wetter verdient hĂ€tte.
Danke an meine MitlĂ€ufer, die tolle Orga, die netten Helfer, die herrliche Massage und die Zuschauer, die sich an die Strecke verirrt haben. Und einen ganz besoderen Dank an Claudine, die unermĂŒdlich unsere Zeiten notierte und uns die ganze Nacht und den Rest unterstĂŒtzte! Wow. ïżŒ👍
Ach ja: Ich bin fix und alle und mĂŒde.

Pit Reger und Jens NĂ€hler

Weitere Links:
Erfahrungsbericht eines anderen LĂ€ufers
– Veranstalterseite: SĂ€chsischer Mt. Everest Treppenmarathon

12. Darß Marathon, 23.04.17

Ein Bericht von Birgit Leszinski.

Bereits zum 3. Male stand ich am Start des Darß Marathons in Wieck.
Diesmal ohne Regen, immer wieder mal Sonne, dafĂŒr eisiger, oft böiger Wind.

Und ich hatte nur ein Ziel, endlich unter 4 Stunden!
War ich irre, bei der anspruchsvollen Strecke?
Laut Trainingsplan waren 03:58 möglich, mein Plan B, falls nicht alles supi lÀuft, 03:59:) und das bitte ohne Stress und Druck.

Auf den Wiesen zwischen Wieck und Prerow begrĂŒĂŸte uns ein starker, eiskalter Wind. Gut, das ich mich zwischen großen Jungs „verstecken“ konnte. Nur so lief ich schneller als geplant.

Im Ostseebad Prerow; meinem Urlaubsort, super Stimmung, Musik und Spinnmarathon.


Dann durch den Darßer Urwald; SĂŒmpfe, uriger Buchenwald und Naturlehrpfade.
Es gab viel zu bestaunen, schön dass ich noch ein paar Tage hier bin.

Kurz vor Ahrenshoop auf dem Deich die HM-Marke, nun nur noch 21,1 km. So zĂ€hlte ich die km runter und es lief gut und machte Spaß. Der Weg fĂŒhrte nun durch den Ort und dann rauf auf die SteilkĂŒste, was fĂŒr ein toller Blick auf die stĂŒrmische Ostsee.
Aber dieses StĂŒck kostete viel Kraft und es wird nicht einfacher. Keine Stecke fĂŒr Bestzeiten, dachte ich noch. Immer wieder blies ein böiger Seitenwind und dann der nicht endende Weg an der BoddenkĂŒste Richtung Born. Zum GlĂŒck schob mich hier der RĂŒckenwind vorwĂ€rts.

Die letzten 10 km musste ich arg kĂ€mpfen. Ich ignorierte die leichten Fußschmerzen und das Teufelchen: „Hey da ist eine Bank, hör doch auf, quĂ€l dich nicht so.“ Aber nichts da, einige LĂ€ufer konnte ich noch einsammeln, das motiviert. Nicht lustig, wieder einmal die Nordic Walker zu dritt nebeneinander.

Dann endlich das Ziel in Sicht, ein unglÀubiger Blick auf die Anzeige 03:56.. brutto.
Wie oft hatte ich mir den Zieleinlauf mit 03:58 vorgestellt aber nicht im Traum gedacht noch schneller zu sein. Ich brauchte eine Weile bis ich das realisiert hatte, dann ließ ich mir, fix und fertig aber glĂŒcklich, das Erdinger schmecken.

SpÀter die Urkunde: 03:55:38 netto, 2. Platz AK 50

Damit habe ich die Vorjahreszeit um 20 min verbessert und war sogar 10 min schneller als beim Berlin Marathon.

Die Organisation war wieder top, reichlich Verpflegungsstellen, nette Leute und die einzigartige Medaille.

Diesen wunderschönen Landschaftslauf möchte ich nicht missen, also dann bis April 2018.

www.darss-marathon.de
www.darss-marathon.de

Alle Fotos:

Bericht aus dem Jahr 2016
Bericht aus dem Jahr 2015

Braveheart Battle 2017, 11.03.17


Bischofsheim an der Rhön in Franken/Bayern! Durch die Hölle gingen hier wieder ca. 3000 mutige Extremsportler aus Deutschland und dem europÀischen Ausland. Bei nur 7 Grad C, wurden dabei von den Bravehearts 1400 Höhenmetern und eine Strecke von 24 km, mit mehreren kraftraubenden Stationen wie Schlammgruben, Kriech- u. Kletterhindernissen, Wasserdurchquerungen und unwegsamen steilen AbhÀngen und Aufstiegen quer durch den Wald bezwungen. Sieger 2017 sind Andreas Zwickel, Startnummer 213, Zeit: 2:18:26, beste Frau Ludmilla Hertle, Startnummer 2539, Zeit: 2:50:23 (Veranstalter-Info)

Braveheart Battle 2017
(Steve Klockow)

Auf den Spuren von William Wallace wollen wir heute leiden und kÀmpfen, wie er es tat.

Wir mögen keine schottischen Patrioten sein, aber wir können unsere eigene Geschichte schreiben, Schritt fĂŒr Schritt ….

Samstag, 11 Uhr ….

Wir stehen bereits am Start und sind alle heiß auf den Kampf. Die Stimmung ist so aufgeladen, dass es fast knistert. Meine Flipflops sind mit Tapeband am Hacken festgebunden, aber die selbstkonstruierte Schnalle weist sich als sehr mangelhaft heraus und so reisse ich alles ab und stecke die Flipflops hinten in die Hose.

Wir starten.

Alle stĂŒrmen los, bergab. Viele fallen hin oder rutschen aus, weil sie zu schnell los laufen. Jetzt kommt eine Schneekanone. Der Schnee ist ziemlich kalt, aber wir sind schlau und tauchen an der Seite unter dem Strahl durch. Auf einigen Wegen bin ich froh keine Schuhe zu tragen, denn hier könnte man sie jetzt schon verlieren, wenn man mit dem Fuß bis zum Knöchel in den Schlamm einsinkt. Wir werden schnell auseinander gerissen. Die Sturmwolffahne wird vom ersten Mann getragen. Ich sehe sie ein StĂŒck vor mir wehen. Vor mir Wölfe, hinter mir Wölfe. Ich bin die goldene Mitte.

Schneller werde ich erstmal nicht laufen. Die Damen hinter mir, holen mich sowieso noch schnell genug ein.

Ich bin kein schneller LĂ€ufer, aber ich kann Hindernisse meist gut ĂŒberwinden, außerdem stresst es mich, lange irgendwo anzustehen und so drĂ€ngle ich mich immer, höflich und mit einem LĂ€cheln vor.

Die Strecke zieht sich. Ich laufe schon eine ganze Weile allein, aber bald holen sie mich bestimmt ein. Ich mache mir meine Gedanken, aber keine Sorgen. Sie sind zu dritt und können sich gegenseitig helfen, wenn etwas passiert.

So viele Steigungen und Berge. Ich sehe Kilometer 6.

Die Luft ist raus, aber der Kopf schaltet sich endlich ab und ich beginne nur noch von Schritt zu Schritt zu denken, langsam werde ich warm, blende alles andere aus und kÀmpfe mit mir selbst. Ich lÀchele immer wieder und denke daran, wie meine Freundin jetzt zu Hause sitzt an mich denkt. Im Gedanken spreche zu ihr, sie soll sich keine Sorgen um mich machen, ich komme heute nicht ohne Medaille nach Hause.

Die ersten Schmerzen kommen, endlich beginnt der Kampf!

Heute wird es nichts geben, das stÀrker ist als mein Wille.

Die MÀdels haben mich eingeholt, aber beim nÀchsten Hindernis bin ich wieder schneller im VordrÀngeln und lasse sie hinter mir. Wald, Feld, Berg hoch, Berg runter.

Es zieht am Fuß. Ich schaue nach unten und sehe meinen großen Zeh bluten. Ich habe keine Schmerzen, aber die Haut hĂ€ngt nur noch dran. DarĂŒber verĂ€rgert gehe ich zum nĂ€chsten SanitĂ€ter und schreie von weitem: „ich brauche Tapeband 
.!“.

Der SanitĂ€ter kommt ganz entspannt zu mir getrabt und sagt: „wir verbinden es gleich“. Ich: „nichts verbinden, ich trage keine Schuhe und habe noch 12 Km vor mir. Wenn ich eine Binde kriege, ist sie nach 200 Metern kaputt“.

Die Sanis reinigen die Wunde und kleben etwas Tapeband drĂŒber. Der Zeh schmerzt und ich merke ihn bei jedem Schritt, versuche aber die Schmerzen zu vergessen.

Ich verschwende keinen Gedanken ans Aufgeben!

Langsam komme ich voran. Wieder schaltet sich der Kopf ab, als ich ein lautes „Steeeeeve……! „hinter mir höre. Die MĂ€dels haben mich endlich wieder eingeholt und laufen nun mit mir. Mit dem Fuß kann ich nicht so schnell laufen und sie ĂŒberholen mich bald.

Jetzt muss ich wieder stehen. Viele Leute, keine Sicht, auf das, was passiert. Ich stehe und stehe, Àtzend. Endlich sehe ich das Hindernis, ein Kriech-Hindernis. Ich lege mich hin und beginne zu kriechen.

Der Kopf ist wieder ohne Gedanken und ich bewege mich einfach fort. Mit den Flipflops, hinten in der Hose, bleibe ich an den DrĂ€hten, oben hĂ€ngen. Als ich mich los machen will und den Arm nach hinten strecke, berĂŒhre ich die Leitung und bekomme eine schöne Ladung gepfeffert. Der Strom schießt durch meinen ganzen Körper. FĂŒr einen Bruchteil einer Sekunde fĂŒhle ich mich wie gelĂ€hmt. Ein kurzer, intensiver Aufschrei, aber es geht weiter.

Nur nicht nochmal da oben ran kommen, denn das hat ganz schön geknallt. Leider ist der Typ vor mir echt langsam und ich bin nicht gut im Kriechen. Immer wieder komme ich gefĂ€hrlich hoch mit dem RĂŒcken und dem Kopf. Als ich das zweite Mal einen Stromschlag bekomme, sehe ich mich nun doch etwas mehr vor.

Wieder rein in den Wald. Die Berge runter rutschen. Nicht so lang und steil wie beim ersten Mal, aber trotzdem gefĂŒhlte 50 Meter. Ich sehe einen verletzten-, von SanitĂ€tern eingepackten, Mann zwischen den BĂ€umen liegen. Er sieht ziemlich schlecht aus. Ich rufe ihm zu, dass ich ihm alles Gute wĂŒnsche und laufe weiter. Jetzt kommt der Fluß. Mit kaputtem Zeh ziehe ich die Flipflops an und steige ins Wasser. Die Strömung ist ziemlich stark und da wir gegen den Strom laufen und Hindernisse zu meistern haben, rutsche ich immer wieder aus. Ich kann mich nur schwer halten, bin schon leicht benommen, eben ein Tief.

Ich mache mir bewusst, dass man als LĂ€ufer immer mal ein Tief hat und ich da schon wieder raus kommen werde.

Es kommt ein Netz, das ĂŒber die LĂ€ufer gespannt ist. Man muss sich ducken um darunter lang laufen zu können. Es ist eine riesige Qual die Balance zu halten und gegen die Strömung in dem unebenen Fluss zu laufen. Die Strömung und die Steine reißen mir oft die FĂŒĂŸe weg. Um die Balance nicht zu verlieren, muss ich mich irgendwo festhalten. Es gibt nichts außer diesem Netz, unter dem wir gebĂŒckt lang laufen mĂŒssen, weil es uns im Nacken hĂ€ngt. Ich strecke seitlich die Arme aus und drĂŒcke sie mit der Oberseite gegen das Netz. So treffe ich zwar immer wieder andere LĂ€ufer am Kopf, aber es geht nicht anders. Umfallen heißt sich eventuell stark zu verletzen, denn die Steine im Fluss sind teilweise sehr spitz und die Strömung unbarmherzig.

Ich kann das Ende des Netzes sehen. Nur noch wenige Meter. Ich gehe am rechten Flussrand, weil ich mich dort an den Steinen abstĂŒtzen kann. Endlich, ich sehe den Ausstieg aus dem Wasser. GlĂŒcklich nehme ich ihn, als ich wieder ein „Steeeeeeve 
… !“ hinter mir höre. Ein Bekannter aus SaarbrĂŒcken, hat mich eingeholt. Ich war letztes Jahr fĂŒr seine Freundin beim Braveheart Battle eingesprungen und nun laufen wir zusammen. Was fĂŒr ein schöner Schicksalsschlag. Peter ist mir eine große Hilfe und seine Damen: Cindy und ihre Tochter stehen an der Strecke und unterstĂŒtzen uns mit viel Pfefferminztee.

Ich bin schon ziemlich dehydriert und bei den Verpflegungsstellen stehen immer zu viel Leute an oder es wird nur sĂŒĂŸer Tee ausgeschenkt.

Ich trinke ca. einen halben Liter, bis mein Durst gestillt ist. Jetzt hab ich wieder Power. Es geht weiter.

Wieder ab in den Fluss und gut an allem festhalten, was sich zu greifen bietet, auch andere LĂ€ufer dienen dazu. Entschuldigen braucht man sich nicht, denn wir sitzen alle im selben Boot und stĂŒtzen uns gegenseitig, auch wenn wir uns vorher noch nie gesehen haben, halten wir zusammen.

Ich liebe diesen Zusammenhalt.

Wieder bergauf, die Berge sind so rutschig und so schlammig, dass man mit bloßen FĂŒĂŸen nicht einfach hoch kommt. Peter hilft mir und drĂŒckt mich so gut es geht nach vorne. Der erste Berg ist geschafft, aber mein Tape lockert sich vom Fuß. Ich ziehe es immer wieder zurecht, muss mich aber auch auf die Strecke konzentrieren. Der zweite Berg kommt und wieder muss ich alles geben. Das Tape lockert sich und fĂ€llt ab, wĂ€hrend mich Peter hoch drĂŒckt. Der Zeh ist frei, aber Peter ruft: „du hast etwas verloren“. Er wirft es mir hoch und ich rufe ihm zu, dass er mein Held ist. Jetzt kommt der letzte Berg und diesmal merke ich, dass es jetzt einfach zu locker- und kaputt ist. Ich werfe es weg und laufe auf der Wunde weiter.

Wenn der Zeh an der Unterseite offen ist, bekommt man natĂŒrlich Angst, dass sich der Dreck zu tief in die Wunde setzt und so starken Schaden anrichten könnte, aber ich vertraue auf meinen Körper und ignoriere die Schmerzen.

Meine Gedanken sagen: Ich verstehe die Schmerzen, aber ich bin noch nicht am Ende und muss einfach weiter laufen. Beim nĂ€chsten SanitĂ€ter versuche ich es nochmal. Kein gutes Tapeband, beim ĂŒbernĂ€chsten das selbe. Egal, dann laufe ich ohne weiter.

Ich blende alles aus.

Peter wird etwas schneller, so dass ich nicht mehr mithalten kann und so schicke ich ihn weiter.

Jetzt muss ich mich ausruhen und mein eigenes Tempo laufen. Ich sehe Kilometer 16 und werde immer mĂŒder. Kein Essen fĂŒr mich (nur Leberwurst- und Nutella-Brote an der Strecke, ess ich beides nicht).

Die Hindernisse fordern ihren Tribut.

Ich werde immer langsamer.

Ich schaue wieder auf meinen Fuß, wieder Blut an der Wunde. Was tun? Neben mir verlĂ€uft ein Fluss. Wenn man den Fuß lange genug ins Wasser hĂ€lt, wird die Wunde vielleicht ein bisschen gesĂ€ubert und die Blutung stoppt, weil das Wasser so kĂŒhl ist. Gesagt, getan, klappt, super, also weiter 😀

Immer wieder zollen mir die LĂ€ufer, die an mir vorbei laufen Respekt fĂŒr die fehlenden Schuhe.

Ein LĂ€ufer gesellt sich zu mir und fragt ob alles in Ordnung ist, als er mich hinken sieht. Er sagt: „Ich habe mir bei Kilometer vier den Finger gebrochen. Die SanitĂ€ter wollten dass ich aufhöre, aber ich bin ja schon vier Kilometer gelaufen, da höre ich doch nicht mehr auf“. Ich liebe solche verrĂŒckten Menschen, sie passen einfach phantastisch zu mir.

Wieder geht es bergauf und ich merke, dass ich nicht mehr kann. Es geht nichts mehr. Ich brauche eine Pause. Ich lege mich an der Seite auf den RĂŒcken. Ein Junge mit ca. 12 Jahren kommt zur mir und sagt: „steh auf, du bist noch nicht am Ende“. Ich antworte: „Ich brauche eine kurze Pause, lass mich kurz liegen“. Er sagt: „Wir machen einen Deal. Du stehst auf und ich gebe dir dafĂŒr Traubenzucker“. Ich lĂ€chle ihn an und richte mich auf. Er gibt mir den Traubenzucker und mein Körper beginnt sich wieder von allein zu bewegen. Neue KrĂ€fte kommen zum Vorschein. Ich kann endlich wieder laufen. Er lĂ€uft mit mir weiter.

Nach einer Zeit, sage ich ihm, wie glĂŒcklich ich bin, dass er bei mir ist. LĂ€chelnd und dankbar antwortet er, dass er froh ist, jemanden gefunden zu haben fĂŒr den es etwas bringt.

Ich bin ziemlich von ihm beeindruckt. Ca. 12 Jahre alt und schon so empathisch. Den letzten Kilometer lÀsst er mich allein laufen weil er auf Freunde warten will.

Es kommt ein Weg der eine lĂ€ngere Strecke bergab geht. Ich laufe schnell und werde immer noch schneller. So schnell, dass ich beschließe meine Schritte etwas sprunghafter zu wĂ€hlen um noch weiter zu kommen. Mit jedem Sprung komme ich noch ein gutes StĂŒck weiter, als wenn ich nur so laufen wĂŒrde.

Endlich, das Ziel ist schon zu hören. Ich laufe auf ein Feld zu. Schei….. wieder bergauf. Egal, die letzten Meter laufe ich, jetzt wird nicht mehr gegangen. 100 Meter spĂ€ter Ă€ndert sich meine Meinung, weil der Weg einfach zu steil ist. Ich muss nochmal kurz gehen. Jetzt wieder bergab, der Boden ist rutschig, aber ich renne wieder was das Zeug hĂ€lt. Die Gefahr ist groß auszurutschen, aber es sind auch nur noch wenige Meter also gehe ich das Risiko ein und renne so schnell mich die FĂŒĂŸe tragen. Nun ist das Ziel in Sicht. Die Leute applaudieren schallend. Ich laufe durchs Ziel und bekomme meine Medaille.

Ich bin so glĂŒcklich und ausgelaugt zugleich.

Das Duschen nach dem Lauf ist immer das Schlimmste. Wenn der Schlamm sich getrocknet hat, ist die Haut total wund und angespannt. Ich stehe dann immer unter der Dusche und leide mehr als beim Laufen. Dieses Mal war ich so fertig, dass ich im Sitzen, halb liegend geduscht habe. Es war die Hölle, ich war um 9 im Bett und habe 11 Stunden geschlafen.

Muskelkater gab es reichlich und der Zeh macht mir noch ein paar Probleme, aber das kriege ich auch wieder hin.

Veranstalter: braveheartbattle.de

Tough Guy England, 29.01.17

Tough Guy England 2017, von Steve Klockow:

Ich bin am Sonntag den 30. und letzten originalen Tough Guy in Wolverhampton, England gelaufen.

18 Km voller Monster, Schrecken und Ängste.

Wir versammelten uns am Morgen, ganz entspannt und fuhren vom Hotel los. Auf dem Weg merkte ich, dass ich ganz notwendig und vor allem sehr plötzlich Wasser lassen musste. Nicht um die Frage verlegen, ob der Fahrer kurz stoppen könne, sagte er: „NEIN, wir mĂŒssen da hin, verkneif es dir noch 15 Minuten. Das ist dein erstes Hindernis fĂŒr den heutigen Tag.“

Die nÀchste rote Ampel nutzte ich um spontan aus dem Auto zu springen und mich zu entlasten.

Mit relativ entspannt- genervten Worten wurde kurz reagiert, aber schnell waren wir wieder im Gedanken beim Lauf.

Wie immer wollte ich nackt laufen (kurze Hose, MĂŒtze, Flipflops).

Ich hatte mir bewusst keine Sportschuhe gekauft, weil ich sie bei den zwei letzten LĂ€ufen jeweils verloren hatte. Also war mir spontan die Idee gekommen, einfach in Flipflops zu laufen, weil ich sie ja sowieso verlieren wĂŒrde.

Nachdem mich alle fĂŒr verrĂŒckt erklĂ€rten und ich merkte, dass die Flipflops bei nassem Boden sehr sehr rutschig waren, fragte ich zig Leute, ob sie Tape bei hĂ€tten, damit ich sie mir an den Fuß tapen kann.

Die Hoffnung war, dass sie so ein paar Kilometer lÀnger tragen könnte und sie nicht sofort im Schlamm verliere.

Der Start kam immer nÀher und ich zog mich aus.

Frisch vom unbarmherzigen, englischen Wetter abgekĂŒhlt gingen wir zum Startpunkt. Es war 10.30 Uhr. 11 Uhr sollte es los gehen und wir standen im Block. Plötzlich kam die Nachricht, dass sich der Start aufgrund der Masse an Teilnehmern um 45 Minuten verzögern wĂŒrde.

Ich Àrgerte mich innerlich, weil die KÀlte beim herumstehen so viel Energie kostet und ich nicht durch eine Verzögerung meine ganze Kraft verlieren wollte.

Also immer bewegen um warm zu bleiben und nicht auszukĂŒhlen. Nach dem Start warfen viele LĂ€ufer einzelne KleidungsstĂŒcke weg um ohne sie zu laufen. Ich sah Jacken, T-Shirts und Pullover mitten auf den Wegen liegen. SpĂ€ter nahm ich eine Jacke falls es mir doch zu kalt werden sollte.

Der Lauf begann super entspannt. Frische Wiesen, Heuballen und Hölzer ĂŒber die wir springen sollten. Alles erinnerte an einen entspannten und freundlichen Lauf. Da ich aber wusste, was mir noch blĂŒhen wĂŒrde, blieb ich respektvoll und entspannte mich nicht.

Langsam kamen die Berge und so mussten wir einen lang gezogenen Berg immer wieder hoch und runter, hoch und runter, hoch und runter laufen. Ich weiß nicht, wie oft es war, aber es werden ca. 8 bis 10 Mal gewesen sein. Das ist es, was Kraft raubt und einen an die inneren Grenzen bringt, wenn man nachher den elektrischen Strom und die KĂ€lte abbekommt. Kurze, schnelle Schritte bergauf, oder auch gehen, je nachdem wie stark der Anstieg ist, aber so energiesparend wie möglich laufen um keine Kraft zu verschwenden. Was jetzt verloren geht, fehlt am Ende, wenn die harten Hindernisse kommen und Mr. Mouse (der Veranstalter) wird bei seinem letzten Rennen sicher nicht an HĂ€rte gespart haben.

Ich musste mir eingestehen, dass Flipflops (auch mit Riemen um die Hacke getaped) nicht sehr geeignet sind, wenn man Berge hoch und runter lĂ€uft. So riss mir der Riemen vom Hacken und ich dachte: „ohne Riemen kein Schuh“, also nahm ich auch den anderen ab und steckte mir beide Flipflops hinten in die Hose, um barfuß weiter zu laufen. Der Untergrund fĂŒhlte sich angenehm an. Nicht zu kalt und nicht zu steinig. Allerdings war ich ja auch noch nicht in Matsch und Wasser gelaufen und wir hatten milde 6 Grad.

Spontan vielen mir die Horror-Geschichten ein, die mir die anderen LĂ€ufer meines Teams erzĂ€hlt hatten, dass ĂŒberall zerbrochene Ziegelsteine im Schlamm stecken wĂŒrden.

Das Problem am barfuß laufen ist, dass man nur einen kleinen Unfall haben muss. Wenn die Haut am Fuß einmal reißt, ist nicht mehr viel zu machen. Wenn die Wunde doller blutet und nicht nur eine Kratzwunde ist, kann man nicht mehr weiter laufen. In diesem Fall hĂ€tte ich aber auch nicht aufgegeben und genau deswegen wollte ich vorsichtig sein. Ich war so ĂŒbermotiviert, ich wĂ€re auch verletzt weiter gelaufen.

Kratzwunden hatte ich genug und blutete auch immer wieder. Fremde LĂ€ufer, wiesen mich immer wieder darauf hin, dass ich an den Zehen blutete. Ich antwortete: „ist ja nicht so schlimm, heißt ja schließlich auch Tough Guy“.

Und so lief ich mit viel Respekt und großer Vorsicht, barfuß ĂŒber das Feld der Ehre.

Nachdem ich stumpf die Berge hoch und runter gelaufen war, bemerkte ich, dass ich die anderen Sturmwölfe verloren hatte. Nicole aus meinem Team war noch in der NÀhe, ein paar Minuten spÀter war aber auch sie weg.

Ich war mir sicher, dass alle hinter mir waren und so wartete ich. GefĂŒhlte fĂŒnf Minuten ging ich zu Fuß ohne zu laufen, aber es kam niemand. Zweifel breiteten sich in meinen Gedanken aus. Ich wusste nicht, was mit ihnen passiert war, außerdem war ich ja barfuß sowieso langsamer als sie. Daher dachte ich mir, dass ich lieber weiter laufe und sie mich dann sowieso einholen wĂŒrden.

Die Berge waren geschafft, jetzt wurde es langsam nass und schlammig. Die ersten Wasserhindernisse kamen und zeigten sofort ihre Wirkung. Wie auf einem Schlachtfeld lagen zahlreiche Menschen am Rand mit schmerzverzehrten Gesichtern und KrÀmpfen in den Gliedern.

Nun wurde es auch mir immer kĂ€lter. Wasser, Schlamm, Schlamm, Wasser, Wasser, Wasser, Schlamm…. So sahen die folgenden Hindernisse aus. Eigentlich geht das ganz gut, wenn man zwischendurch die Möglichkeit hat, sich durch Laufstrecke wieder etwas aufzuwĂ€rmen. Leider hatten wir dieses GlĂŒck nicht und die Hindernisse folgten augenblicklich auf einander. Mein Körper wurde schwĂ€cher, aber mein Geist blieb stark.

Das einzige, was meiner Meinung nach hilft, ist diese Hindernisse schnell zu meistern. Schnell durchs Wasser, schnell durch den Schlamm. Ich schlÀngelte mich immer zwischen anderen LÀufern durch und an diesen vorbei. Es durfte keine Zeit verloren werden.

Immernoch keiner von den anderen zu sehen. Ich setzte mich an den Rand und wĂ€rmte meine FĂŒĂŸe mit den HĂ€nden. Viele viele LĂ€ufer sprachen mich an, ob alles OK sei. Ich lĂ€chelte und sagte, ich brauche nur eine kleine Pause.

Es ging weiter. Schritt fĂŒr Schritt, immer im ungewissen, was sich im Matsch an spitzen Steinen verbĂŒrgt. Gelegentlich trat ich auf spitzere Kanten, aber alles noch recht harmlos.

Die Flipflops hatte ich noch hinten in der Hose zu stecken. Nun war es Zeit, sie zu nutzen. Sie waren aus Gummi und schwammen ja im Wasser immer an der OberflÀche (dachte ich jedenfalls :D)

Ich zog sie an und sie blieben beim ersten Schritt im Matsch stecken Ich verlor einen sofort und warf den anderen dann auch weg. Also eben barfuß weiter. Ich konnte noch lĂ€cheln, daher ging es.

Ich hatte jemand ganz besonderen versprochen, dass egal was passiert, ich nur mit der Medaille diesen Lauf verlassen wĂŒrde. Ich sagte: „Es wird nichts auf dieser Strecke geben, dass stĂ€rker als mein Wille ist. Egal was passiert, ich bin hĂ€rter!“

Es sprach viel dagegen, dass ich es schaffen wĂŒrde.

Ich hatte im Hostel kein FrĂŒhstĂŒck bekommen und nur ein bisschen Obst gegessen. Ich war hungrig wie ein Wolf. Ich fror durch das unbarmherzige, englische Wetter und ich hatte keine Schuhe. Außerdem war mein Team weg und ich lief allein. Ich zitterte am ganzen Körper.

Hunger, Kraftlosigkeit und Schmerzen durch KĂ€lte und wechselnde UntergrĂŒnde, Angst vor KrĂ€mpfen, spitzen Steinen und elektrischen Stromkabeln.

Alles Faktoren, die einen zerbrechen können, wenn man körperlich schwach wird.

Ich dachte an alle, die an mich glaubten, die mir vertrauten. Ich dachte an meine Tochter und an die Menschen, bei denen ich genau wusste, dass sie in diesem Moment zu Hause sitzen und an mich denken wĂŒrden. Im Gedanken sprach ich zu ihnen und sagte, dass sie sich keine Sorgen um mich machen mĂŒssen. Ich werde heute durchkommen, egal was passiert!

Das Bewusstsein fokussiert, ging es weiter. Wieder folgenten Schlamm und Wasser in vielfÀltiger und vorallem zahlreicher Form. Hinein in die GrÀben, durch gehen und wieder raus, wieder und wieder.

Die Schlangen der Leute waren mir zu lang. Ich konnte nicht ĂŒberall warten und weiter auskĂŒhlen. Aber ich war gut drauf und fand immer wieder Wege auch schwierige Hindernisse auf relativ einfache und schnelle Weise zu meistern.

Doch trotz der kleveren Ideen blieb die KĂ€lte und ich wurde einfach nicht warm. Auf den riesigen KlettergerĂŒsten taten mir stark die FĂŒĂŸe weh, weil ich immer auf die Seile treten musste. Ich merkte wie mein Körper immer schwĂ€cher und kĂ€lter wurde. Aber plötzlich nach dem KlettergerĂŒst, ein Seegen, ein Feuer ĂŒber das man springen sollte.

Ich wĂ€rmte mich am Feuer. Es rauchte wie verrĂŒckt und so musste ich mich stĂ€ndig vorsehen, dass ich nicht den Rauch einatmete. Wenn es doch passierte, keuchte und hustete ich mir die Seele aus dem Leib.

Meine HĂ€nde und FĂŒĂŸe waren steif und völlig unterkĂŒhlt und so wĂ€rmte ich erst die HĂ€nde. Ich zitterte am ganzen Körper, aber wenigstens konnte ich die HĂ€nde bald wieder bewegen, jetzt die FĂŒĂŸe. Ich stellte mich auf ein Bein und hielt das andere ins Feuer.

Das Problem an unterkĂŒhlten Beinen ist, man hat nur wenig GefĂŒhl drin und so merkte ich erst, dass ich mich verbrannt hatte, als es nicht warm wurde sondern richtig auf der Haut zu jucken und brennen begann. Schnell ging ich weiter ins kalte Wasser. Dort kĂŒhlte die Haut fĂŒr einige Sekunden ab, dann ging es wieder. Fast normal temperiert ging es also weiter.

Es folgten zahlreiche KlettergerĂŒste, die alle Ă€hnlich aufgebaut waren, also klettern, klettern, klettern.

Ich kam zu der berĂŒhmten dunklen Kammer. Man sieht so gut wie nichts, weil es so dunkel ist. Durch die zahlreichen LĂ€ufer vor mir, konnte ich mich aber orientieren. Es kamen Steinröhren, durch die man kriechen musste. Zu groß um auf den Knien zu krabbeln, robbte ich auf allen vieren. Zwischendurch hingen vereinzelt Stöcke und BĂ€nder von der viel zu tiefen Decke. Die BĂ€nder waren sonst immer mit Strom gefĂŒllt, nur dieses Mal waren sie anscheinend ausgestellt. Skeptisch und Ă€ngstlich wollte ich aber trotzdem keinen Schlag bekommen, also sah ich mich sehr vor, keine BĂ€nder zu berĂŒhren.

Ich musste weiter. Wieder merkte ich wie mein Körper immer schwÀcher wurde. Das Problem war, ich wusste, dass bald das Hinderniss kam, wo so viele LÀufer scheiterten, da sie nicht mehr die KÀlte ertragen konnten. Es war ein kleiner See, in den man musste um unter vier Balken durch zu tauchen. Immer wieder machte ich mir Gedanken, wie ich es schaffen konnte, mich aufzuwÀrmen um dort nicht zu scheitern.

Das ist ein enormer Druck, der auf einem lastet, wenn man weiß, dass man körperlich schwach ist aber noch so viel leisten muss.

Endlich war es so weit. Ich sah das Wasser. Ich wusste, dass ich es nicht verhindern konnte und akzeptierte die Situation. Ich ging ins Wasser und war bis zur Brust eingetaucht, als ich vor den Balken stand. Ich dachte, wenn ich alle vier Balken einzeln nehmen wĂŒrde, wĂŒrde ich zu stark leiden mĂŒssen, weil der Kopf dann dröhnt und die Psyche stark leidet. Also entschied ich mich, alle vier auf einmal zu nehmen.

Ich nahm den Kopf unter Wasser und tauchte durch alle vier Balken durch. Die Jacke, die ich trug, war nun mit Wasser gefĂŒllt. Immer wenn ich die Arme bewegte, bewegte sich auch das Wasser in ihr. So zog ich die BĂŒndchen bei den Handgelenken auf und ließ das restliche Wasser ablaufen.

Nun wieder klettern, klettern, klettern.

Langsam wurde ich mĂŒde und körperlich so schwach, dass ich bei jedem weiteren Hindernis die Augen verdrehte.

Witzig war, als ich weiter ging, kam ich zu Balken, die ca. 3 Meter lang waren und 20 cm breit. Man musster drĂŒber balancieren um dann etwa 3 Meter tief ins Wasser zu springen.

Vor mir war ein EnglÀnder, der darauf balancierte. Er ging bis zum Ende des Balkens, drehte sich Àngstlich um und sagte, dass er nicht springen wird. Er habe zu viel Angst. In feinstem Englisch sagte ich ihm motivierend, dass er es bis hier her geschafft hat und jetzt nicht aufgeben kann. Ich machte ihm Mut und brachte ihn dazu doch zu springen.

Als ich aber sah, dass er sogar mit dem Kopf ins Wasser eintauchte, dachte ich mir: „Oh Gott, ist das tief, da hab ich gar keine Lust drauf“.

Ich balancierte nach vorn und schaute, was ich machen konnte, um nicht auch so stark ins Wasser zu stĂŒrzen wie er. Neben den Balken waren Netze, ich hockte mich auf das Netz und hangelte mich runter, so dass ich nur bis zur Schulter im Wasser landete anstatt ganz unterzutauchen.

Als ich weiter zum Ufer schwamm, sah ich den sichtlich angepissten EnglÀnder, der mir in einem nicht sehr feinen Englisch klar machte, dass ich ein richtiges Arschloch sei.

Man war der sauer auf mich!

Genervte EnglÀnder waren mir aber in diesem Moment nicht so wichtig also lÀchelte ich und lief weiter.

Die körperlichen KrĂ€fte schwanden immer weiter. Wo ich hinsah ĂŒberall Schlamm. Ich hörte auf zu denken und handelte nur noch. Ich meisterte jeden Schritt.

Schritt fĂŒr Schritt, StĂŒck fĂŒr StĂŒck.

StĂ€ndig rutschte ich aus, viel in den Dreck, tat mir weh, war mĂŒde, war kalt, war ausgelaugt und hoffte immer, dass es eine Verpflegungsstation gĂ€be, an der auch Bananen statt ausschließlich Wasser ausgegeben werden.

Nichts! Ich wusste aber auch, dass ich nun kurz vor dem Ziel war. Völlig unterkĂŒhlt und ausgelaugt, sah ich ein weiteres Feuer, aber ich wusste, dass ich wenn ich mich jetzt wieder dort wĂ€rme, wĂ€re die Umstellung, wieder in die KĂ€lte zu mĂŒssen einfach zu groß. Ich quĂ€lte mich also weiter und rannte, einfach stumpf gerade aus. Wieder ein See und ich fing an, richtig genervt zu sein. Emotionen kamen in mir hoch, SchwĂ€che machte sich bemerkbar.

Ich ging durch den See und zog mich an den, vom Schlamm verkrusteten Seilen hoch. Nun war es nur noch ein kleines StĂŒck bis zum Ziel und ich konnte es kaum fassen. Ich war immernoch angespannt, weil ich hier alles erwartete.

Nein, Entwarnung! Ich war im Ziel.

Ich konnte mein GlĂŒck nicht fassen und schlug die HĂ€nde ĂŒber dem Kopf zusammen.

Ich sah einen Franzosen, mit dem ich im Hostel die Tage verbrachte. Ich sprach ihn an, aber er war so fertig, dass er mich nicht erkannte. Als ich ihm sagte, wer ich bin, erkannte er mich trotzdem nicht.

Egal, ab durchs Ziel und endlich bekam ich die lang ersehnte und hart erkÀmpfte Medaille. Endlich endeten Schmerzen und KÀlte. Noch nicht ganz! Ich musste noch zur Umkleide, die aus einer Scheune bestand.

Ich war allein unterwegs und merkte, wie aller Stress von mir abviel. So starke emotionale Dankbarkeit, das Herabfallen aller Ängste kam in mir hoch. Ich musste mich kurz hinknien. Ich atmete tief durch. TrĂ€nen kamen. TrĂ€nen der Freude aber auch Verzweiflung, TrĂ€nen der Dankbarkeit.

Der Tough Guy in England ist mit Abstand der hÀrteste Hindernislauf, den ich je gelaufen bin. Der Getting Tough im Dezember 2016 war auch ein Monster, aber der Tough Guy hat seinem Namen alle Ehre gemacht.

Er konnte mich nicht brechen, aber er ließ mich vor Ehrfurcht und viel KĂ€lte zittern!

Ich bin dem Schicksal dankbar, dass es so mild zu mir war, dass ich mit meinen BrĂŒdern und Schwestern zu Anfang zusammen laufen konnte, dass so viele Menschen an meine verrĂŒckten Gedanken glaubten und mir vertrauten.

Ich bin gern ein bisschen verrĂŒckt und ich werde es wieder tun!

50 km-Ultramarathon Rodgau, 28.01.17

Ich habe am 28.01.17 meinen ersten richtigen Ultra mit einer LĂ€nge von 50km gefinisht.
Leider konnte ich nur die letzten 4 Wochen nach Hubert Becks Trainingsplan trainieren, aber das nur am Rande.

Am Freitag, 27.01., bin ich mit 8 weiteren Vereinskollegen der Laufgruppe Mauerweg e.V. mit einen 9 Sitzer nach Rodgau gefahren. Matze hatte sich im Vorfeld um die Hotelreservierung und die Busanmietung gekĂŒmmert, dafĂŒr schon mal recht herzlichen Dank! Wir sind erst recht spĂ€t am Freitagabend in Rodgau angekommen und haben noch bei einem Italiener Pasta gegessen. Danach bin ich gleich ins Bett gefallen, es war auch schon nach 23 Uhr. Gegen 6 Uhr klingelte wieder der Wecker, da man ab 7 Uhr frĂŒhstĂŒcken konnte. Trotz wenig Schlaf, fĂŒhlte ich mich ganz gut. Zwischen 8:30 Uhr und 9 Uhr trafen wir uns dann in der Turnhalle des Veranstalters.

Um 9:45 Uhr trafen wir uns dann im Start/Zielbereich fĂŒr ein Gruppenfoto des LGM.

Um 10 Uhr war dann endlich der Startschuss.


Ich hatte mir vorgenommen im Durchschnitt eine Pace von 5:20-5:30 min/km zu laufen. Die ersten 6 Runden liefen sehr gut, mit Zeiten um 27min/5km. In der 7 Runde (nach 30km) begann mein erstes Tief, welches sich ĂŒber die gesamte 8 Runde zog. FĂŒr die 8 Runde brauchte ich schon 28:35 min. Mir war klar, wenn ich die 4:30h Marke halten möchte, muss ich in den letzten zwei Runden Gas geben. Ab Kilometer 40 wurde ich wieder schneller und am Anfang fĂŒhlte es sich ganz gut an. Aber ab dem 44 km ging dann gar nichts mehr, trotz 27:37 fĂŒr Runde 9. In der letzten Runde war dann alles vorbei, Stefan und ich hielten uns sehr lange am Verpflegungsposten auf und wir hatten tatsĂ€chlich darĂŒber nachgedacht auszusteigen. Wir haben uns dann aber beide motiviert und sind dann wieder locker weiter. Mit etwas Frust und den letzten Kraftreserven wollte ich wenigstens den letzten Kilometer wieder schnell abschließen, was mir mit ca. 4:57 min/km gelungen ist.
Am Ende blieb die Uhr bei 4:37:15 stehen. Das ist der 153 Platz und der 29 Platz in der AK M35.

Heiko Grimm

Veranstalter: rlt-rodgau.de
Bericht: LG Mauerweg; Rodgau-RÀubertexte: Die MauerweglÀufer beim RLT-Ultra

Urkunde und Medaille:

WeihnachtsmÀrkte laufend erkunden, 09.12.16


Laufend ein paar WeihnachtsmĂ€rkte in Berlin erkunden und mal schauen, was es so fĂŒr vegane Köstlichkeiten gibt. Treffpunkt war fĂŒr uns 4 VeganRunner der Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus, dort gab es erstmal einen Kinderpunsch zum „warmwerden“, von dort aus ging es zum Potsdamer Platz, hier gab es die erste Klopause und eine kleine StĂ€rkung: frische Maronis. Lecker! Im Laufschritt ging es dann zum Ku’Damm, hier sind die Kartoffelpuffer mit Apfelmus lt. Mitarbeiter vegan 🌱 aber noch viel besser war der Stand Israeli Street Food: Seetang-Burger, Falafel, Schawarma und SĂŒĂŸkartoffelpommes. Alles vegan! SEHR LECKER! Ein Bratapfelpunsch spĂ€ter ging es dann noch zum Schloss Charlottenburg. Hier gab es nur noch einen HeidelbeerglĂŒhwein zum Abschluss, ein paar gebrannte Mandeln und immer wieder komische Blicke anderer Besucher.

Gelaufen sind wir locker und flockig ca. 9km von Markt zu Markt. NĂ€chstes Jahr werden wir das wiederholen, mit hoffentlich noch mehr LĂ€ufern.

Wir wĂŒnschen Euch ein schönes Weihnachtsfest mit all euren Lieben sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr.

(Anika Wolters)

Der Berliner Weihnachtsmarktfahrplan 2016:

Quelle: www.anamea.de
Der Weihnachtsmarktfahrplan fĂŒr Berlin. Grafik: Eike Mitte