Bericht von der Adidas City Night in Berlin 2021

Ergebnis bei Strava

70 Jahre und noch ganz schön schnell! Samstag-Nacht (31.07.2021) bin ich die 10 Km bei der Adidas City Night in Berlin 2021 gelaufen. Nachdem ich zunÀchst in den letzten Startblock eingeteilt war, durfte ich nach meinem Einspruch doch im dritten von sechs Blöcken starten, dort wo die laufen sollten, die unter 50 Minuten ins Ziel kommen wollten.

Am Start
Am Start

TatsĂ€chlich konnte ich gut mit den LĂ€uferinnen und LĂ€ufern in dem Block mithalten, bis nach ca. 6 Km mein rechter Oberschenkel zu schmerzen begann. Also wurde ich etwas langsamer und hab‘ den Fokus vermehrt auf das linke Bein gelegt. Bis dahin hatte sich das Feld schon etwas ausgedĂŒnnt, sodass ich niemanden behinderte. Das lief dann auch ganz gut, bis 2 Km spĂ€ter die rechte Wade stĂ€rkere Schmerzen zeigte. Nun wurde ich noch langsamer, aber schaffte es dann doch noch aufrecht ins Ziel.

Ergebnis: 51:14 Minuten und damit schnellste Zeit in der Altersklasse 70. Zudem war ich 40 Sekunden schneller als vor fĂŒnf Jahren, beim gleichen Rennen, wo ich in der AK 65 Zehnter geworden war.

Im Ziel
Im Ziel

Was hat sich in den letzten fĂŒnf Jahren geĂ€ndert? Ich habe etwas Gewicht verloren und esse nicht nur ausschließlich vegan und nach Möglichkeit saisonal, regional und Bio, sondern jetzt ĂŒberwiegend roh. Direkt vor dem Lauf hatte ich noch einen grĂŒnen Smoothie aus selbst gesammelten wilden KrĂ€utern getrunken sowie mir GoldnesselblĂ€tter eingesteckt und alle zwei Kilometer eins gegessen, die beim Kauen den Speichelfluss anregten, sodass ich nicht an den Trinkstationen bremsen musste.

Ergebnis

Leider taucht mein Ergebnis nicht in der Veranstaltungs-Ergebnisliste auf, weil ich keinen Chip bekommen hatte und mir das erst fĂŒnf Minuten vor dem Start auffiel. Da ich meine GPS-Uhr und Brustgurt anhatte, reichte mir das. Die Zeitdifferenz kam dadurch zustande, dass ich meine Uhr gestartet habe, als der Startschuss ertönte und nicht erst, als ich die Startlinie ĂŒberquerte. Das Ergebnis kann auf Strava begutachtet werden, wo auch zu sehen ist (fĂŒr Angemeldete), wie ich mein Trainingspensum vor dem Lauf (auch mit Hilfe eines Lauftreffs in Potsdam) erhöht hatte.

Ende des Monats ist das nÀchste 10 Km-Rennen, an dem ich vorhabe teilzunehmen (am 29.08.2021 in Reinickendorf), und hoffe, meine Muskeln haben sich bis dahin wieder erholt.

15. MotzenSeeLauf, 16.06.18

Ein Bericht von Sven Gerschewski

Wie bereits im vergangenen Jahr, nahm ich auch in diesem Jahr am Drittelmarathon beim Motzenseelauf teil. Die Veranstaltung fand in Kallinchen nicht weit vor meiner HaustĂŒr statt, schon allein deswegen muss ich diesen Lauf einfach mit meiner Anwesenheit unterstĂŒtzen. Die Unterschiede zum vergangenen Jahr waren, dass sich mit dem MSV Zossen nun ein anderer Verein an der Seite des Heimatvereins Kallinchen um die Veranstaltung kĂŒmmerte, es einen zusĂ€tzlichen Lauf ĂŒber 8 km gab, es sich dieses Mal um einen Wertungslauf des EMB-Energiecup Teltow-FlĂ€ming handelte (deswegen auch die 8 km) und sich damit das Teilnehmerfeld in seiner Gesamtheit deutlich stĂ€rker prĂ€sentierte. Zudem startete ich in diesem Jahr unter der Flagge der Vegan Runners, was mir einen zusĂ€tzlichen Motivationsschub gab.

Es war trocken, mit 26-28 Grad recht warm, die Sonne wechselte sich immer wieder mit den Wolken ab, zudem war es leider relativ schwĂŒl, was die ganze Sache recht unangenehm machte. Da der Lauf erst um 16 Uhr startete, waren die Straßen entsprechend erhitzt und die Luft ganz schön stickig. Beim AufwĂ€rmen lief mir der Schweiß schon wie Wasser. FĂŒr mich galt zu diesem Zeitpunkt schon, dass ich nur unter meiner Vorjahreszeit (1:17:15) bleiben wollte und das schon ein Erfolg wĂ€re.
Der Startschuss erfolgte pĂŒnktlich und ich begann wie geplant etwas schneller, um den Großteil an LĂ€ufern der kĂŒrzeren Distanzen (1,5 km, 4 km, 8 km) hinter mir zu haben. Als diese dann nach ca. 2 km abbogen, drosselte ich mein Tempo und versuchte ein gleichmĂ€ĂŸiges Niveau zu erreichen. Durch den schnellen Start kamen dann in der Folge ca. 2 Sekunden pro km auf meine durchschnittliche Pace drauf, die Spitze des Feldes zog dann auch sehr schnell davon. Ich hatte relativ frĂŒh schon mit mir zu kĂ€mpfen: Obwohl meine Pulswerte noch im normalen Bereich lagen, machte meine Atmung Probleme und allgemein fĂŒhlte ich mich unwohl, meine Beine waren schwer, mein RĂŒcken tat weh. Ein LĂ€ufer mit Ă€hnlichem Tempo schloss sich mir an und wir liefen bis zum Ziel fast ausschließlich zusammen, das war meine Rettung, denn sowohl vor als auch nach uns war sonst weit und breit niemand, an dem man sich hĂ€tte orientieren können. Meine Atmung bekam ich das ganze Rennen nicht in den Griff, dass die Strecke nicht gesperrt wurde (ist natĂŒrlich bei so einem kleinen Lauf auch unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig) und man regelmĂ€ĂŸig den Abgasen von Autos, MotorrĂ€dern und Mopeds (eine Schwalbe mit defektem Auspuff war der Höhepunkt) ausgesetzt war, tat bei der ohnehin dicken Luft ihr Übriges. Im Prinzip war das ab Kilometer 6-7 bis zum Schluss eine einzige QuĂ€lerei und ich ĂŒberlegte mir noch wĂ€hrend des Rennens, dass ich meine Taktik fĂŒr nĂ€chstes Jahr Ă€ndern mĂŒsse, also das Gewusel am Anfang in Kauf nehmen, aber lieber langsamer anfangen sollte, um hinten raus noch mehr Power zu haben. Die Strecke an sich hatte kaum erwĂ€hnenswerte Steigungen und man lief ausschließlich auf Asphalt bzw. gepflasterten Wegen. Ich glaubte erkannt zu haben, dass alle 3 km eine GetrĂ€nkestation auf einen wartete, aber so ganz ging es dann doch nicht auf: 3, 6, 9 oder 10 km alles super, aber dann plötzlich Ebbe. TatsĂ€chlich gab es hinten raus keine Station mehr (oder ich habe sie ĂŒbersehen), was ich als einzigen Kritikpunkt hier erwĂ€hnen möchte. Die Anzahl von 3 Station auf 14 km ist an sich nicht kritikwĂŒrdig, aber die Verteilung derer fand ich nicht optimal.

Ich erreichte das Ziel nach den Strapazen sehr glĂŒcklich nach 1 Stunde 15 Minuten und 28 Sekunden, somit blieb ich beinahe 2 Minuten unter meiner Vorjahreszeit, klatschte meinen Laufpartner ab und bedankte mich dafĂŒr, dass er mich am Ende so gut mitgezogen hat. Der Gewinner kam mit einer Zeit von 55 Min. 42 Sek. fast 20 Minuten vor mir ins Ziel. Allerdings war die Gewinnerzeit weit hinter dem Niveau der Vorjahre, sodass ich mich ob der schwierigen Bedingungen bestĂ€tigt sah.

Gegen die StartnummernrĂŒckgabe gab es ein T-Shirt und man konnte sich eine Urkunde drucken lassen, zudem gab es in diesem Jahr sogar eine Medaille fĂŒr jeden Teilnehmer und das alles fĂŒr 8 Euro StartgebĂŒhr. Des Weiteren gab es, neben der Siegerehrung fĂŒr die Gesamtsieger, auch Ehrungen in den einzelnen Altersklassen und zu meiner großen Überraschung belegte ich den 2. Platz in meiner Klasse.
Der freie Strandeintritt fĂŒr jeden Teilnehmer lud dazu ein, sich nach der Qual ein entspanntes Sonnen- oder kĂŒhles Wasserbad zu gönnen und das war im Prinzip auch die einzige Gelegenheit, den schönen See ĂŒberhaupt ins Blickfeld zu bekommen, denn auch wenn es „Seelauf“ heißt, kommt man an keiner Stelle des Drittelmarathons in den Genuss, den See ĂŒberhaupt zu Gesicht zu bekommen, geschweige denn entlang des Ufers zu laufen, aber fĂŒr die Bebauungspolitik können ja die Veranstalter nichts, von daher soll das nur eine kleine Randnotiz sein. Die Startzeit fand ich persönlich einfach zu spĂ€t, aber da bei diesem Lauf auch viele Kinder mitmachen sollen, ist mir schon klar, dass es nicht auf den frĂŒhen Nachmittag gelegt werden kann. Vielleicht wĂ€re aber der Vormittag eine Alternative, denn da wĂŒrde auch der freie Strandeintritt besser ins Bild passen, zudem wĂ€ren die Temperaturen und die Luft noch deutlich angenehmer.

Insgesamt fand ich die Veranstaltung sehr gut organisiert, es gab Umkleidekabinen, Duschen und SchließfĂ€cher. WĂ€hrend des Laufes gab es diverse Angebote fĂŒr Kinder (Schminken, HĂŒpfburg, VorfĂŒhrungen usw.). Der freie Strandeintritt ist dann noch einmal das SahnehĂ€ubchen, denn gerade mit einer Gruppe könnte man hier nach dem Lauf sehr gut verweilen und den Tag ausklingen lassen.
Da ich alleine vor Ort war, gibt es leider keine Bilder (bin nicht so der Selfie-Typ). Vom Veranstalter wurden zwar Fotos gemacht, ich konnte diese aber bisher nicht ausfindig machen.
Wenn ich gesund bleibe, werde ich auch im nĂ€chsten Jahr wieder dabei sein und wer weiß, vielleicht kann ich ja die Zeit noch einmal um ca. 2 Minuten drĂŒcken.

Liebe GrĂŒĂŸe, Sven

15. ScharmĂŒtzelseelauf, 10.06.18

Der ScharmĂŒtzelsee liegt sĂŒdöstlich von Berlin und sĂŒdlich von FĂŒrstenwalde. Der Start-Ziel-Bereich des Laufes lag nahe dem Bahnhof Bad Saarow Klinikum. Von Ostkreuz fahren ZĂŒge mit Umstieg in FĂŒrstenwalde bis Bad Saarow Klinikum. Allerdings fuhr diesmal ab FĂŒrstenwalde ein Bus anstatt des Zuges. Die Fahrt dauerte insgesamt etwa eine Stunde.

Start des 27-km-Laufes um den See war um 9 Uhr MESZ. Die Ă€ußeren Bedingungen waren angenehm. Nicht zu heiß, leicht bewölkt, zwischen FĂŒrstenwalde und Bad Saarow nieselte es sogar leicht. Auf der Strecke konnte hĂ€ufig im Schatten gelaufen werden.

Jedoch erwies sich die Strecke als zu schwierig fĂŒr mich. Die erste HĂ€lfte ging noch, meistens Asphalt. Die zwei BahnĂŒbergĂ€nge stellten kein Problem dar. Dann kamen Waldwege, ziemlich welliges Profil, hin und wieder Zuckersand, jede Menge Wurzeln. Ich sah zwei LĂ€ufer stĂŒrzen.
Irgendwo am Westufer waren auch Treppen in den Waldweg eingebaut. Erst runter, dann wieder rauf.

Auf den letzten zehn Kilometern wurde ich nach hinten durchgereicht und fiel aus der vorderen HĂ€lfte des LĂ€uferfeldes. Da halfen auch keine
Apfel- und BananenstĂŒcke mehr. Ich hĂ€tte vorher mehr tanken mĂŒssen. Ich brauchte mehr als zweieinhalb Stunden bis ins Ziel.

Sehen wir von der schwierigen Strecke ab, so ist die Veranstaltung sehr empfehlenswert. 12 Euro StartgebĂŒhr. Sehr gute Strecken- und Wurzelmarkierung mit blauer Farbe. Mehrere Streckenposten, Straßensperren. Viele nette Menschen. Mehrere Verpflegungsstellen an der Strecke und im Ziel mit Wasser, Tee, Äpfeln, Bananen und mehr.
UmkleiderÀume, Duschen. Mehrere Siegerehrungen. Urkunden zum Herunterladen.

Solidarische GrĂŒĂŸe
Karsten

5 x 5 km TEAM-Staffel-Wettbewerb, 08.06.18

Gruppenbild3

Erlebnisbericht vom 19. Berliner Wasserbetriebe 5 x 5 km TEAM-Staffel-Wettbewerb am 8. Juni 2018

Ein Bericht von Sven Gerschewski

In meinem Bericht möchte ich nicht nur Tatsachen vorstellen, sondern vor allem, wie ich den Lauf und mein Debut mit den Vegan Runners erlebt habe. Ich denke, dass es vielen geht wie mir und es doch etwas einschĂŒchternd ist, mit einer Gruppe fremder LĂ€ufer an den Start zu gehen. So viel vorab: Jedes Zweifeln hat sich als unnötig erwiesen. FĂŒr alle, die nur die Hard Facts wissen möchten, hier vorab die Tatsachen zusammengefasst. Anschließend folgt ein sehr ausfĂŒhrlicher und persönlicher Bericht.

Tradition x 10 – die Vegan Runners bei der Wasserbetriebe Staffel
2009 ging erstmalig eine handvoll Vegan Runners bei der etablierten 5×5 Staffel der Berliner Wasserbetriebe an den Start. Und wir sind dabei geblieben. Der diesjĂ€hrige Lauf 2018 war unsere zehnte Teilnahme.

An dieser Stelle einen großen Dank an Constanze & Gregor, die die Teilnahme dieses Jahr supertoll organisiert und alles zusammengehalten haben. Ebenso an Stefanie & ihren Mann, die uns schon am Nachmittag einen tollen Platz mit Steinen organisiert haben, die als Ablage fĂŒr unser Buffet dienten. Und natĂŒrlich an Andrea – die die Teilnahme 2009 in Leben gerufen und bis vor 2 Jahren organisiert hat. Auch sie hat sich das JubilĂ€um nicht entgehen lassen, sondern war mit ihrer kleinen Tochter zum anfeuern dabei und freut sich schon, bald wieder dabei zu sein.
Passend zur zehnten Teilnahme konnten wir mit 10 Teams, also 50 veganen LĂ€uferinnen und LĂ€ufern an den Start gehen. Die LĂ€ufer setzen sich zusammen aus 6 Staffeln der Vegan Runners, 2 Staffeln von ProVeg und 2 Staffeln des Vereins Laufen gegen Leiden. An unserem wohlbekannten Cheering Point waren allerdings noch viel mehr Vegan Runners, die eigens zum anfeuern an die Strecke gekommen sind.
Die Teilnahme der Vegan Runners ist auch dem Veranstalter nicht entgangen. So gibt es seit ein paar Jahren wenigstens eine vegetarische Variante des Picknickkorbes, der mittlerweile erfreulich viele vegane Produkte enthĂ€lt. Und kleine Schritte hin zu vegan mĂŒssen ja auch gewĂŒrdigt werden. Wer weiß, wenn wir weiter so zahlreich teilnehmen, vielleicht dĂŒrfen wir dann bald einen veganen Picknikkorb in den HĂ€nden halten. Die unveganen Sachen (KĂ€se, Gummitiere, Deo) haben wir ĂŒbrigens noch am selben Abend einer Obdachlosenunterkunft gespendet, wo sie wie bereits im letzten Jahr sehr dankbar angenommen wurden.

Und hier die Ergebnisse:

Unsere schnellste MĂ€nnerstaffel brachte mit einer Zeit von 1 Stunde, 34 Minuten und 21 Sekunden.die siebtbeste Tagesleistung. In der Gesamtwertung schrammten sie damit nur knapp an den Top 10 vorbei und belegten Platz 12 und das bei 5935 Staffeln. Auch die zweite Staffel blieb mit 1:48:47 weit unter der 2 Stunden-Marke, die auch unsere reine Frauen Staffel um ein Haar geknackt hĂ€tte (2:00:10). Insgesamt blieben alle 6 Staffeln unter der 2:20 Stunden-Marke. „Hut ab“!

Ergebnisse

Quelle: https://www.berliner-teamstaffel.de/der-tag/ergebnisliste.html

Endlich Freitag – Vorfreude!
Zum GlĂŒck war Freitag und das Wochenende nicht weit, zudem begleitete mich da schon den ganzen Tag die freudige Gewissheit, dass ich heute zum ersten Mal zusammen mit den Vegan Runners auf die Strecke gehen werde – ja ich, der dicke Junge vom Dorf, darf die Bekanntschaft mit den Leuten machen, dessen Werdegang er schon mit Beginn seiner ErnĂ€hrungsumstellung verfolgte, wahrscheinlich waren sie auch mit ein Grund, dass ich es ĂŒberhaupt so konsequent durchzog. 17:00 Uhr: Feierabend, es wird ernst!
Meine Freundin holte mich von der Arbeit samt Decke, Sport- und KĂŒhlasche ab, wo wir allerlei selbstgemachtes Essen reinstopften, was wir am Vorabend fleißig zubereiteten
 „meine GĂŒte wie viel wiegt die denn?“ „Heul mal nicht, dafĂŒr fĂ€llt heute dein Krafttraining aus“, „stimmt“.

Jetzt wird’s ernst – Anfahrt
Ab ging die Fahrt, das typische stop and go im Berliner Feierabendverkehr kannte ich noch von meiner Zeit als ich in Spandau wohnte und freitags war es immer besonders zĂ€h, „lasst mich durch, ich bin Vegan Runner“ und tatsĂ€chlich es ging vorwĂ€rts, ach nein doch nicht, wir standen wieder. So vergingen die Minuten wie im Flug, aber noch waren wir in der Zeit. Kurz vor 18 Uhr erreichten wir den Tiergarten, wo mich meine Freundin kurzerhand rauswarf.

Nur leider hatte ich nicht bedacht, dass der Weg zu Fuß noch relativ weit sein wĂŒrde und das mit der schweren KĂŒhltasche, als wollte mir jemand sagen, wenn schon kein Fitnessstudio, dann wenigstens das – „ja danke, ich habe es doch verstanden“. Die Zeit lief gegen mich, die NervositĂ€t stieg, „Panik? nein noch zu frĂŒh“, ich fragte eine Ordnerin ob ich auf dem richtigen Weg sei, „keine Ahnung“, „Danke“ hmm also einfach der Masse hinterher. Mein Handy vibrierte: Constanze fragte wo ich denn bliebe
 „doch Panik?“, nein ich wusste, dass ich gleich da sein musste, da mir hier Massen an LĂ€ufern mit bunten Shirts begegneten und die Festzelte unĂŒbersehbar waren. Ich wollte nicht lange suchen und versuchte noch einmal mein GlĂŒck bei einem Ordner, dem ich unseren Standpunkt auf der Karte zeigte. Er konnte mir auch ganz genau erlĂ€utern wo ich lang musste – „danke, danke, danke“
 und gleichzeitig die Gewissheit, dass ich bei meinem ersten Lauf fĂŒr die Vegan Runners gleich mal zu spĂ€t kommen werde, „ja geil, das wird mĂ€chtig Eindruck machen“.

Endlich da: Ein herzliches Willkommen
Kurz vor halb sieben: Endlich sah ich das Banner und die Traube an Menschen mit dem mir so bekannten Shirt, „hi ich bin Sven“ und ja ich war endlich da. Man erwartete mich bereits, aber von VorwĂŒrfen keine Spur, ganz im Gegenteil: Leni fragte sofort ob sie fĂŒr mich einspringen solle, sodass ich erstmal in Ruhe ankommen könne. Aber kein Problem „dank dir, aber das dĂŒrfte ich hinkriegen“. Jasmin war natĂŒrlich schon am Start, sodass wir uns nicht mehr persönlich sahen, aber wir dĂŒrften uns schon finden. HĂ€tte ich vorher gewusst, was an der Wechselzone los ist, hĂ€tte ich vielleicht doch lieber mit Leni getauscht, aber dazu gleich mehr. Inzwischen habe ich Gregor, Constanze, Ulrike und viele, viele andere liebe Leute begrĂŒĂŸt. Der Stress fiel ab und wandelte sich in positive NervositĂ€t. Die Shirt-Übergabe vertrieb dann die letzten negativen Zweifel: Ich in diesem schwarz-grĂŒnen VR-Shirt, „wow“, ich war stolz wie ein kleiner Junge, der seine erste Spielzeugeisenbahn bekommen hat oder sowas in der Art. Vielleicht ist es ein wenig zu klein, aber ganz ehrlich, ich hĂ€tte auch eine XS genommen und wĂ€re bauchfrei gelaufen, nur um dieses Shirt mein eigen nennen zu dĂŒrfen.

Irgendwie hatte ich in dieser Phase ganz zittrige HĂ€nde. Keine Ahnung ob mich die Aufregung, der Stress, die Vorfreude oder alles zusammen ein wenig mitgenommen haben, auf jeden Fall war ich nicht in der Lage mir die Startnummer mit den Sicherheitsnadeln zu befestigen, sodass ich Ulrike bitten musste mir zu helfen- „ach Ulrike, vielen Dank dafĂŒr!“ Oh man was fĂŒr ein Einstand! Zu spĂ€t kommen und dann noch den anderen die Arbeit ĂŒberhelfen, „Aber laufen kannst du selber ja?“

Los geht’s – In der Wechselzone
Sodann wollte ich nicht gleich wieder ins Hintertreffen geraten und begab mich gleich zur Wechselzone, Jasmin sollte noch ca. 15-20 Minuten unterwegs sein, also konnte ich mir noch ganz in Ruhe alles angucken. Mein neues Shirt und die Gewissheit, dass ich rechtzeitig an den Start gehen wĂŒrde, ließen mich ganz locker werden „guckt her Leute, ich bin ein Vegan Runner“.

Als ich dann die Masse von Menschen gesehen habe, war ich erst einmal von den Socken: „Wo muss ich hin? Wie soll mich Jasmin in diesem Gewusel jemals finden? HĂ€tte ich doch lieber Lenis Angebot annehmen sollen?“. Die erste Planlosigkeit legte sich aber relativ schnell, man musste nur den Worten des Sprechers lauschen und die anderen LĂ€ufer beobachten, dann war mir recht klar, wie der Ablauf funktionierte. Zudem waren ja alle 6 Vegan Runners Staffeln in einer Box, sodass ich dann mit Friedrich und Lukas noch ein paar Worte wechseln und die letzten Zweifel beseitigen konnte.

So jetzt hieß es warten, in weniger als fĂŒnf Minuten mĂŒsste Jasmin eintreffen, sie hat mich vorher noch nie gesehen, also musste ich mich ganz nach vorne kĂ€mpfen, um gesehen zu werden. Das klappte auch ganz gut und ich hatte perfekte Sicht auf die LĂ€ufer, die durch eine dicke Staubwolke in den Wechselbereich einliefen und damit war dann auch klar, dass eine staubtrockene Angelegenheit auf mich wartete.

Friedrich und Lukas gingen vor mir ins Rennen und mit dem Schulterklopfer fĂŒr Lukas wĂŒnschte ich ihm natĂŒrlich viel Erfolg, konnte mich aber auch gleichermaßen vergewissern, dass dieser Mann tatsĂ€chlich aus Fleisch und Blut besteht. Ich wĂ€re auch nicht ĂŒberrascht gewesen, hĂ€tte ich auf Carbon geklopft. „Wahnsinn“ dachte ich, denn Lukas war als dritter LĂ€ufer unserer ersten Staffel bereits unterwegs, da waren noch nicht einmal die StartlĂ€ufer der meisten Staffeln bei der Übergabe.

Start und Lauf – Das Erlebnis

„Da hinten kommt Jasmin“, ich wollte meine Uhr starten und dann wieder diese zittrigen HĂ€nde. „Hier, hier, hallo“ perfekt – sie hat mich relativ schnell gesehen und unsere Banane wechselte nun den Besitzer. Auf ging es! WĂ€hrend ich meine Uhr einstellte und mehreren LĂ€ufern im letzten Moment auswich, machte ich schon gut Meter. Ungewohnt mit so vielen Menschen auf der Strecke, denn im Prinzip konnte man hier kaum ein gleichmĂ€ĂŸiges Tempo halten, man war nur am Ausweichen, Überholen, Durchlassen. Ich versuchte durchzuatmen, die AtmosphĂ€re auf mich wirken zu lassen und den Lauf ganz bewusst zu erleben und ja, ich genoss es.

Die vielen Zuschauer, die Trommlervereine, die klatschenden Streckenposten, die tief stehende Sonne, mein neues Shirt
 „genial“, ich schaute auf die Uhr und musste mich bremsen, sie zeigte 4:35 Minuten/km, das wĂŒrde ich nicht durchhalten. Die Hitze stieg mir langsam zu Kopf und ich merkte, dass meine Pumpe anfing zu arbeiten. „Alles im grĂŒnen Bereich“ dachte ich mir und ließ die erste Wasserstation rechts liegen, schaute auf die Uhr „immer noch zu schnell“, aber ich fĂŒhlte mich ganz gut und die HĂ€lfte war auch schon geschafft.

Ab Kilometer 3 kam dann ein kleines Tief und ich musste meinem Übermut ein wenig Tribut zollen, aber dennoch kam kein Einbruch oder dergleichen. Ich war immer noch gut in der Zeit und gab keinen Meter verloren. Ich fragte mich ernsthaft, ob es denn noch eine weitere Wasserstation geben wĂŒrde, denn die Strecke wurde wesentlich staubiger und meine Atemwege waren schon mĂ€chtig ausgetrocknet.

Bei Kilometer 4 stellte ich mich darauf ein, dass ich das auch noch ohne eine Erfrischung schaffen wĂŒrde und prompt kam dann eine Station, „muss man immer erst meckern?“. Also schnappte ich mir einen Becher und rannte durch die Sprinkleranlage „weiter, weiter keine Zeit zum Planschen. Nun lief ich am Lager der Vegan Runners vorbei, die sich zusammen mit zwei ProVeg- und einer Laufen gegen Leiden-Staffel zusammen fanden, sich gegenseitig anfeuerten, zusammen picknickten und einfach eine schöne Zeit hatten.
Jubel, Klatschen, Rufe, ein mĂ€chtiges Getöse schlugen mir entgegen und die gewaltige, positive Energiewelle erfasste mich und schien mich ins Ziel zu tragen. „Unglaublich, was war das denn?“. Ein unbeschreibliches GefĂŒhl und rĂŒckblickend nicht mehr in Worte zu fassen, was da einem durch den Kopf ging. Die letzten Meter durch die Staubwolke und Ulrike schon im Blick, setzte ich zum Schlussspurt an und ĂŒbergab unsere Staffelbanane ĂŒberglĂŒcklich und völlig fertig. Keine Ahnung ob ich ihr noch was mit auf dem Weg gegeben habe oder nicht, ich war bereits im Autopilotmodus, nicht fĂ€hig zu denken „atmen, atmen, Wasser, Wasser“ waren meine einzigen Gedanken. Die Uhr lief natĂŒrlich auch noch, sodass hinten raus die Werte ein wenig verfĂ€lscht wurden, aber dennoch so round about 5 Minuten/km waren schon in Ordnung. Zu Feier des Tages genehmigte ich mir einen Becher Wasser auf Ex.

After-Run-Buffet und Get together
Ich begab mich, immer noch immer Autopilot-Modus, zu unserem Lager, auf dem Weg dorthin klatschte ich mit diversen Leuten von uns ab „viel Erfolg, ihr packt das“ und machte mich sogleich ĂŒber das ĂŒppig gefĂŒllte Buffet her. „Herrlich wenn man sich keine Gedanken machen muss, was man sich dort greift“ alles war natĂŒrlich vegan und es schmeckte einfach nur super gut. Problem: Es war so viel zur Auswahl, dass man unmöglich alles probieren konnte.

Ich unterhielt mich mit vielen, vielen netten Menschen: Jasmin, Leni, Frank, MĂ€x
 und zusammen sorgten wir nun fĂŒr den Support, der mir kurz vorher zuteilwurde. Ich brĂŒllte und klatschte, Andreas D. entfachte eine La-Ola-Welle und Frank klatschte ganz lĂ€ssig alle ab, „Wahnsinnsstimmung“ dachte ich mir tief beindruckt. Um den Kreis zu schließen: Es war genial
 sehr genial! Ich danke allen die daran mitgewirkt haben, besonders natĂŒrlich Gregor und Constanze fĂŒr die ganze Organisation, die aufgrund vieler AusfĂ€lle und der damit verbundenen Suche nach ErsatzlĂ€ufern (z.B. mich) mit Sicherheit nicht einfach war. Ihr seid klasse!

Sven

Alle Fotos:

S25 (ehem. BIG25), 06.05.18

Heute war der BIG25 angesagt. 25km quer durch Berlin: Die Strecke Ă€hnelt zum Teil der des Berlin Marathon. FĂŒr mich war es das erste mal und eine ebenso spontane Entscheidung. Nachdem Constanze eine Woche vorher noch eine Freikarte zu vergeben hatte, habe ich zugesagt. Vorbereitet war ich nach einem etwas lĂ€ngeren 1.Mai Wochenende und intensiver beruflicher Verpflichtung ziemlich genau gar nicht.

Aber die Sonne schien, also war ich guter Dinge. 6 Vegan Runners fanden sich kurz vor Start am Freibad am Olympiastadion fĂŒr ein kleines Foto zusammen.
Dann ging es los. Mit Lukas zusammen fand ich mich im ersten Startblock ein. Hier durfte starten, wer eine Zielzeit von unter 1:45 auf 25km anpeilte. Der Startschuss fiel direkt vor dem Stadion, direkt vor den olympischen Ringen. Da, wie mir berichtet wurde, scheinbar keine Startgelder an auslĂ€ndische LĂ€ufer mehr verteilt wurde, war die Leistungsdichte in den vorderen Reihen ĂŒbersichtlich. Wir starteten in der 2. Reihe von anscheinend 12.500 Startern. Der erste Kilometer wurde demnach in 3:30 absolviert. Alles super. Da sich aber auch die Halbmarathon ebenso wie die 10km LĂ€ufer mit unter uns gemischt hatten, war es nicht all zu einfach sein Tempo zu zurĂŒckzuhalten. Nach den ersten 5km standen rund 19Minuten auf der Uhr. Vom Wetter und der Menge getragen, lief ich ein wenig vor Lukas. Ich fĂŒhlte mich super. Unter den Linden hoch hatte die Gruppe sich ausgedĂŒnnt und ich lief mit der ersten Halbmarathon Frau gegen den Wind.
Diese verabschiedete sich kurz vor dem Brandenburger Tor von mir zurĂŒck Richtung Stadion. FĂŒr uns ging es weiter geradeaus, erst kurz nach der Bahn Station Französische Straße bogen wir in Richtung Leipziger Straße, Potsdamer Platz ab Richtung zurĂŒck. Bei Kilometer 10 zeigte meine Uhr 38 Minuten.

Zu trinken gab es nur alle 5km etwas. Ich gönnte mir zwei Gels, bei km10 und km15. Leider ein wenig spÀt, wie ich im Nachhinein merken musste. Bei der zweiten Verpflegung holte Lukas auf und lief durchgehend ein paar Meter vor mir. Durchgehend im Blickfeld konnte ich jedoch nicht aufschliessen. Als wir dann ca. bei km 17 wieder auf die LÀufer vom Halbmarathon trafen, verlor ich ihn aus dem Blickfeld. Einerseits konnte man sich jetzt von LÀufer zu LÀufer nach vorne angeln, andererseits wurde es schwerer den Anschluss an die Leute aus seinem Rennen zu behalten ggf. aufzuschliessen.

Ein paar Kilometer waren also richtig anstrengend. Dann ĂŒberquerten wir die Halbmarathon Markierung und das Ziel rĂŒckte fĂŒhlbar nĂ€her. Bei Kilometer 23 dann, waren wir wieder am Stadion angekommen. Zwar hörte man schon die Moderation im Zieleinlauf, dochh gab es noch eine quĂ€lende Runde um das Stadion zu absolvieren. Erst als wir uns von hinten dem Eingang des Stadions bergab nĂ€herten, kam Erleichterung auf. Die Runde ĂŒber die Leichtathletik Piste konnte ich zwar nur bedingt geniessen, aber am Ende konnte ich trotz einiger Strapazen eine solide 1:44:44 ins Ziel retten. Gemessen an den Beinen und dem doch sehr unregelmĂ€ssigen Lauf meinerseits bin ich damit sehr zufrieden. Auch Lukas hat es kurz vor mir (1:43:00) ins Ziel geschafft, wenn auch sichtlich geschafft.

Im Zieleinlauf gönnten wir uns, wie fĂŒr Veganer typisch, Bier Bananen und Becher Wasser.

Auf ein nÀchstes!

Von Pit Reger

Ergebnisse

Streckenrandnotiz:

Andrea, Stuff und Jan waren als Streckenposten fĂŒr den guten Zweck im Einsatz (ihre AufwandsentschĂ€digung haben sie fĂŒr einen Lebenshof gespendet) und anschließend haben wir es uns uns noch auf der Wiese gemĂŒtlich gemacht.
Liebe GrĂŒĂŸe
Constanze

KondiusMan Triathlon Berlin-Neukölln, 06.05.18

Ein Bericht von Karl Sandoval

Als mehrere Vegane LĂ€uferInnen sich gerade fĂŒr die S25 startklar machten, bin ich quer durch Berlin gefahren zum sĂŒdlichen Neukölln, fast an die Grenze zu Brandenburg. Ich hatte mich fĂŒr einen von TuS Neukölln Berlin veranstalteten kurzen Triathlon angemeldet. Es gab unterschiedliche Distanzen, Zeitfahren und Kinderrennen – ich hatte mich fĂŒr die Jedermann-Distanz angemeldet.

Da mein letzter Triathlon etwa 10 Jahre her war, freute ich mich ĂŒber die kurze Distanz. 300m schwimmen in einem 50m Schwimmbecken, 8,7k Fahrrad ĂŒber 10 Runden und letztlich 2k laufen.

Ich hatte schon an ein paar Triathlons und Duathlons teilgenommen und es richtig genossen, wenn auch als schwacher Schwimmer. Fahrradfahren war eher meine StĂ€rke, aber dann kamen die Geburten meine drei Kinder dazwischen, wenig Zeit zum Fahrradfahren und insgesamt wenig Motivation wenn es um Sport ging. Manche Jahren gab es ein paar Laufwettbewerbe (5k, 10k, Halbmarathon und einen Marathon), aber manche Jahren auch echt wenig. Nachdem ich letztes Jahr einen Kraulkurs gemacht hatte, dachte ich es wĂ€re wieder Zeit fĂŒr einen Triathlon.

Der Wettbewerb war am Tag vor meinem 40 Geburtstag. Bei der Anmeldung habe ich gesehen, dass ich nicht mehr in der “Elite”-Altersgruppe war, sondern jetzt in der “Masters”. Diese “Masters”-Gruppe war auch die letzte Altersgruppe – ĂŒberhaupt. Jetzt weiß ich also wo ich die nĂ€chste 40 Jahre hingehöre!

Bei Ankunft habe ich mich angemeldet und angezogen. Da mein letzter Triathlon so lange her war, versuchte ich mich daran zu erinnern, wie das alles funktionierte. Und weil ich so selten an Triathlons teilnehme, habe ich nicht die optimale AusrĂŒstung. Statt einen Einteiler zum Schwimmen, Fahrradfahren und Laufen, schleppe ich mich am Ende mit Schwimmhosen, Fahrradhosen und Laufweste rum. Dazu trage ich Brillen und habe mir fĂŒrsorglich den Poolbereich angeschaut, um nach den Schwimmen wieder den Weg zum Wechselzone zu finden!

Ich war in der Wechselzone mit den Vorbereitungen fertig und bald war es Zeit fĂŒr unsere Gruppe. Etwa 35 von uns starteten zusammen, maximal 8 Schwimmer pro Bahn. Ich hatte einen Teil der Anweisungen verpasst und war nicht sicher, ob es erlaubt war beim Umdrehen am Bahnende abzukicken. Ich bin jetzt ein guter Krauler, aber nicht besonders schnell, also positionierte ich mich am Ende meiner Gruppe in unserer Bahn. Mit nur 300m war alles schnell vorbei und ich war auf den Weg zur Wechselzone.

Etwas woran ich mich an meinen letzten Triathlons vor 10 Jahre stark erinnern konnte, war dass es nicht einfach ist, eine enge Vegan Runners Laufweste anzuziehen, wenn du gerade nass aus dem Wasser kommst. Dieses Mal war es natĂŒrlich genau so! Nach einer gefĂŒhlten Ewigkeit mit der Weste halb-an / halb-ab, hatte ich es geschafft FahrradfĂ€hig zu werden und war mit dem Rad zum Anfang der Radstrecke gelaufen. Weil es ein Triathlon war, gab es Windschattenverbot und die Strecke war kurz – es hat nicht lange gedauert bevor ich nicht mehr wusste wie viele von die 10 Runden ich schon absolviert hatte! Als der Tacho 9km angezeigt hatte, vermutete ich, ich mĂŒsste fertig sein, aber mit der Anzahl von Radfahrern, die ich ĂŒberholt hatte und die Gesamtzeit fĂŒr die Radstrecke, bin ich mir immer noch nicht sicher ob ich 10 oder 11 Runden gedreht habe.

Dann zurĂŒck in die Wechselzone, Helm und Fahrradschuhe ab, Laufschuhe an. Zwischen meinem ersten und zweiten Triathlon hatte ich elastische SchnĂŒrsenkel gekauft, eine Empfehlung worĂŒber ich immer noch ziemlich happy bin. SchnĂŒrsenkel binden, mit vom Radfahren steif gewordenen HĂ€nden, macht keinen Spaß und ist nicht viel einfacher als eine enge Laufweste anzuziehen wenn du nass bist. Los ging es, drei Runden im Stadion, wo ich mich stark fĂŒhlte und mehrere LĂ€ufer ĂŒberholt habe.

Am Ende landete ich auf Platz 29 von etwa 50 Teilnehmer, nichts besonderes aber ich hatte einen Riesenspaß, der Wettbewerb war gut organisiert und zu Empfehlen. Als nĂ€chstes steht der Halbmarathon in Potsdam und die Teamstaffel im Tiergarten an, bevor es Zeit ist, fĂŒr noch einen Triathlon, diesmal etwa die doppelte Distanzen und Schwimmen draußen im See. Ich bin mir immer noch nicht sicher, wie ich die Vegan Runners Laufweste ankriegen sollte ohne steckenzubleiben – vielleicht ist es Zeit fĂŒr Vegan Runners Triathlon Klamotten?

13. Darß Marathon, 22.04.18

13. Darß Marathon, 22.04.2018
(von Birgit Leszinski)

Unterwegs

Meine 4. Teilnahme an diesen wunderschönen Landschaftslauf wollte ich mit einer neuen Bestzeit krönen, laut Plan SUB 3:50.
Nur das Training lief nicht optimal, ErkĂ€ltung und Probleme mit Fuß und Piriformis. Aber pĂŒnktlich zum Marathon alles gut und der Halbmarathon eine Woche vorher vielversprechend.

Sonntag 9 Uhr am Start in Wieck, das erste Mal kein Aprilwetter sondern angenehme Temperaturen, Sonne und kaum Wind. Am Start keine Hektik ca. 250 Marathonis, viele WiederholungstÀter, man kennt sich.

Die erste HĂ€lfte der abwechslungsreichen Strecke ĂŒber die Wiesen nach Prerow, durch den Darßer „Urwald“ bis zum Deich Richtung Ahrenshoop machten Spaß, locker und leicht alles nach Plan. Vielleicht ein wenig zu schnell. Von Anfang an jeder VP zum Trinken gestoppt denn es wurde schnell warm, zu warm und von nun an kein Schatten mehr.

Bei km 25 kam der Einbruch, es ging rauf auf die SteilkĂŒste und ich fĂŒhlte mich als hĂ€tte mir jemand den Stecker gezogen. Ich wurde immer langsamer, die Beine schwer, die Sonne brannte und ich sehnte jede VP herbei. Der lange Weg am Bodden, ich kĂ€mpfte mit mir.
Bei km 36 wollte ich schon aufgeben der Traum von SUB 3:50 war lĂ€ngst ausgetrĂ€umt, der Fuß tat weh und durch das stĂ€ndige auf die Uhr schauen wurde ich auch nicht schneller.
Aber Stopp, da war doch noch Plan B: unter 3:55 h, etwas schneller als 2017. Vielleicht zu schaffen, das gab neuen Mut, nur noch 5 km. Einige LĂ€ufer konnte ich ĂŒberholen, km 40. Jetzt noch mal letzte KrĂ€fte mobilisieren, dachte ich. Oh nein, nicht schon wieder, KrĂ€mpfe kĂŒndigten sich an. Dann endlich im Ziel, 3:53 h, geschafft!
Nach einer wohltuenden Massage, der Blick auf die Ergebnislisten.
Wow, 7. Frau und 1. Platz AK. Da hatten heute wohl einige mit dem Wetter und der Strecke zu kĂ€mpfen. Ich saß auf der Wiese in der nun angenehmen Sonne, wartete auf die Siegerehrung und TrĂ€nen kullerten mir ĂŒber die Wange.
Das PrĂ€sent habe ich gleich an den schnellsten Mann weitergegeben, ich steh nicht so auf eingeschweißten, toten Fisch.

Ich brauchte diesmal recht lange um mich körperlich & mental von diesem Lauf zu erholen.
Aber wie sagt man so passend: „Schmerz geht, Stolz bleibt“.

Vielen Dank an Constanze & Steffanie, die auf der Halbmarathonstrecke Ihr Bestes gaben, fĂŒr die nette Fahrgemeinschaft und den Tipp mit der kostenlosen Massage.
Die Orga war wieder spitze, super Stimmung ĂŒberall und eine schöne, außergewöhnliche Medaille. Vielleicht mag 2019 der ein oder andere Vegan Runner mitlaufen, es gibt auch eine Teamwertung.

Veranstalter: www.darss-marathon.de

Bericht aus dem Jahr 2017
Bericht aus dem Jahr 2016
Bericht aus dem Jahr 2015

IX Euroopa Saunamaraton OtepÀÀl 2018, 03.02.18


Inziwschen habe ich ja schon an diversen Marathon Veranstaltungen teilgenommen:
Stadtmarathon, MarathonStaffel, Ultramarathon und sogar Treppenmarathon.
Dieses Mal habe ich dann aber was ganz neues gefunden.
WĂ€hrend meines Urlaubs in Estland bin ich auf die Veranstaltung „IX Euroopa Saunamaraton OtepÀÀl“ aufmerksam geworden. Da konnte ich also nicht anders als sofort anmelden.

Die Infos zur Veranstaltung waren sehr spÀrlich:
Es gilt in einem gewissen Zeitraum möglichst viele Saunen mithilfe einer Karte zu finden und fĂŒr mindestens 3 Minuten zu besuchen.
Extra Punkte gibt es fĂŒr „Hot Tubes“ oder TauchgĂ€nge in Eisbecken oder gefrorenen Seen. Das ganze ist eine Teamveranstaltung.

Zusammen mit 2 lettischen Freunden und meiner Freundin meldeten wir uns also an und trafen uns am Veranstaltungstag in OtepÀÀ, einem Skiort im SĂŒden von Estland.

Auch hier gab es kaum mehr Informationen: 12:50 Start und ein paar BĂ€ndchen.
Dass das ganze eher zu den weniger seriösen Rennen gezÀhlt werden soll, war uns bewusst.

Der Startschuss erfolgt in mehreren Wellen. Unserer war um 12:50 angesetzt. Wie alle Teilnehmer vor uns, rannten wir, als eine der wenigen nicht Angetrunkenen, den HĂŒgel hinunter, hin zur ersten Sauna. Erst zur AbkĂŒhlung in den gefrorenen Weiher, dann in die Sauna, und erst danach bekamen wir unsere Karte als Orientierungshilfe.

Es gab 21 Stationen aufzusuchen, dass die Distanzen dazwischen aber mit dem Auto zu bewÀltigen waren, wurde uns erst sehr spÀt bewusst.
Aus dem „Marathonlauf“ wurde ein mehr als amĂŒsanter Tag, der auch ernsthaft an den KrĂ€ften gezehrt hat, jedoch eher als Jux anzusehen war.

Am Ende schafften wir 15 Stationen und ergatterten demnach leider nicht den Hauptpreis, eine Badewanne.
Schade. Dennoch war es das ganze mehr als wert. Immerhin sind wir am Ende im estnischen Fernsehen gelandet, wo wir als internationale Mannschaft (Luxemburg, Lettland und Deutschland) natĂŒrlich aufgefallen waren.

Falls sich also einer von euch mal anfang des Jahres nach Estland verirrt, es lohnt sich!

Pit

Facebookveranstaltung

Reportage (auf estnisch) – ab ca. min 46

Trail Uewersauer, 19.11.17

Nun schon zum 4. Mal (2013, 2014, 2016 & 2017) bin ich beim „langen“ Rennen des Trail Uewersauer in Luxemburg dabei.
WÀhrend es das erste Mal noch 50,1km zu bewÀltigen gab, ist die Strecke des UltraTrail seit 2014 53km lang.
Letztes Jahr wegen eines Missgeschicks einige Minuten nach dem Feld gestartet, habe ich es dieses Jahr zeitig an den Start geschafft. Rund um waren die Bedingungen dieses Jahr ideal.
Das Wetter war wunderbar klar, wenn auch ein wenig kalt. Ich war gut vorbereitet und zuversichtlich. Und dementsprechend lief es. Meine Taktik sich ca. alle 10km ein Zuckergel zu gönnen und an den Verpflegungsstationen mit BrĂŒhe und Banane zu Versorgung lief reibungslos. Das Koffein aus den Gels und die wunderschöne Landschaft sorgten dafĂŒr dass die ersten 35km wie im Flug vergingen. Und auch die Zeit stimmte: 10km: ca. 49min. bei km 35 stand die Uhr bei ca. 3 Stunden. Ich liebĂ€ugelte mit einer Zeit unter 5 Stunden.
Erst ungefĂ€hr bei Kilometer 42 wurde es „anstrengend“. Der Weg zurĂŒck hielt, zwar gewusst, aber dennoch immer wieder erstaunlich, harte Bergaufpassagen bereit. Ich hatte fĂŒr ca. 3 km zu kĂ€mpfen, was fĂŒr meine bisherigen VerhĂ€ltnisse sehr in Ordnung war.
Am Ende finishte ich in 5:01:30. Eine Bombenzeit. fast 30 Minuten besser als noch vor einem Jahr.
Gerne hÀtte es unter 5 Stunden sein können aber dennoch war ich sehr zufrieden.
Und als ich dann noch in der Ergebnisliste sah, dass der nette Belgier mit dem ich eine ganze Weile lief und spÀter ca. 6 min nach mir in Zeil kam, Axel Zeebroek war konnte ich es kaum fassen.
Einen Profitriathleten, Ironmangewinner und Olympiateilnehmer hinter sich zu lassen, machte mich zurecht stolz.

NĂ€chstes Jahr dann gerne wieder. Oder vielleicht setze ich ja noch einen drauf und gönne mir ein verrĂŒckteres Rennen. Mal ĂŒberlegen.

39. Berliner 1/4 und 1/2 Marathonlauf (21,1km Einzel)

Kleinmachnow
In der Vorbereitung auf meinen dritten Über-20-km-Lauf lief ich den 40.
Friedrich-Ludwig-Jahn-Lauf in der Hasenheide und den 18. Hohen Neuendorfer Herbstlauf. In der Hasenheide konnte ich meine Zeit vom letzten Jahr deutlich unterbieten. In Hohen Neuendorf wurde wegen SturmschÀden eine andere Strecke als letztes Jahr gelaufen. Dort blieb ich unter 48 Minuten, Durchschnittsgeschwindigkeit: 13,166km/h. Dieses Ergebnis konnte ich im Training bestÀtigen.

Bei der Veranstaltung in Britz gibt es vier Rennen: Viertel- und Halbmarathon jeweils Einzel und Mannschaft. Die MannschaftslĂ€ufe dĂŒrften fĂŒr Laufen gegen Leiden, Spreeganer und Vegan Runners interessant sein.
Jede Mannschaft besteht aus vier LĂ€ufern/LĂ€uferinnen. Die Mannschaften starten im Abstand von 20 Sekunden. Nur Mannschaften, die geschlossen ins Ziel kommen, kommen in die Wertung.

Der Start fĂŒr die EinzellĂ€ufer war um 10 Uhr. Zum Halbmarathon traten 58 LĂ€uferinnen und LĂ€ufer an. SpĂ€ter startete u.a. der aus frĂŒheren Laufberichten bekannte Robert Boyde-Wolke. Er lief wieder in Nadelstreifenanzug und Zylinder und kam mit seiner Mannschaft beim Viertelmarathon auf Platz 3.

Ich hatte mir eine Zeit unter 100 Minuten erhofft. Aber es war nicht mein Tag. Vielleicht lag es an der KÀlte, vielleicht an den Windböen.
Ein paar Abschnitte der Strecke waren matschig. FĂŒr die erste Runde brauchte ich 51 Minuten. Meine zweite Runde war noch langsamer. Im Ziel wurden 1:44:12 fĂŒr mich gestoppt. Damit war ich deutlich langsamer als in Finsterwalde. Immerhin konnte ich die Aufmerksamkeit des lustigen Stadionsprechers erregen. Er fand, dass mein Hemd gut zum Rasen passte; er konnte nur Vegan Runners nicht richtig aussprechen.

Ich denke, das Rennen ist fĂŒr Mannschaften wirklich besser geeignet, und es gibt sicherlich schönere Laufveranstaltungen. StartgebĂŒhren, UmkleiderĂ€ume und Duschen waren in Ordnung. Im Ziel gab es Äpfel, Bananen und heißen Tee. Wenige Siegerehrungen. Urkunden zum Herunterladen im Internet.

Mein Abschluss 2017
8 WettkÀmpfe in der zweiten JahreshÀlfte. 5 Rennen in Brandenburg:
Trebbin, Hennigsdorf, Finsterwalde, Kleinmachnow, Hohen Neuendorf; 3 Rennen in Berlin: MÀrkische Aue, Hasenheide, Britz. 3 der 8 Rennen waren lÀnger als 20km: Trebbin, Finsterwalde, Britz. Ein 1. Platz in der AK
M45 am 17.09. in Kleinmachnow (Foto).

Solidarische GrĂŒĂŸe
Karsten

RĂŒckblick der Veranstalter:
http://www.stolpertruppe.de/2017/11/mannschaftslauf-2017/#more-5540
Bilder: http://www.stolpertruppe.de/bilder-vom-39-mannschaftslauf-2017/