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15. MotzenSeeLauf, 16.06.18

Ein Bericht von Sven Gerschewski

Wie bereits im vergangenen Jahr, nahm ich auch in diesem Jahr am Drittelmarathon beim Motzenseelauf teil. Die Veranstaltung fand in Kallinchen nicht weit vor meiner Haustür statt, schon allein deswegen muss ich diesen Lauf einfach mit meiner Anwesenheit unterstützen. Die Unterschiede zum vergangenen Jahr waren, dass sich mit dem MSV Zossen nun ein anderer Verein an der Seite des Heimatvereins Kallinchen um die Veranstaltung kümmerte, es einen zusätzlichen Lauf über 8 km gab, es sich dieses Mal um einen Wertungslauf des EMB-Energiecup Teltow-Fläming handelte (deswegen auch die 8 km) und sich damit das Teilnehmerfeld in seiner Gesamtheit deutlich stärker präsentierte. Zudem startete ich in diesem Jahr unter der Flagge der Vegan Runners, was mir einen zusätzlichen Motivationsschub gab.

Es war trocken, mit 26-28 Grad recht warm, die Sonne wechselte sich immer wieder mit den Wolken ab, zudem war es leider relativ schwül, was die ganze Sache recht unangenehm machte. Da der Lauf erst um 16 Uhr startete, waren die Straßen entsprechend erhitzt und die Luft ganz schön stickig. Beim Aufwärmen lief mir der Schweiß schon wie Wasser. Für mich galt zu diesem Zeitpunkt schon, dass ich nur unter meiner Vorjahreszeit (1:17:15) bleiben wollte und das schon ein Erfolg wäre.
Der Startschuss erfolgte pünktlich und ich begann wie geplant etwas schneller, um den Großteil an Läufern der kürzeren Distanzen (1,5 km, 4 km, 8 km) hinter mir zu haben. Als diese dann nach ca. 2 km abbogen, drosselte ich mein Tempo und versuchte ein gleichmäßiges Niveau zu erreichen. Durch den schnellen Start kamen dann in der Folge ca. 2 Sekunden pro km auf meine durchschnittliche Pace drauf, die Spitze des Feldes zog dann auch sehr schnell davon. Ich hatte relativ früh schon mit mir zu kämpfen: Obwohl meine Pulswerte noch im normalen Bereich lagen, machte meine Atmung Probleme und allgemein fühlte ich mich unwohl, meine Beine waren schwer, mein Rücken tat weh. Ein Läufer mit ähnlichem Tempo schloss sich mir an und wir liefen bis zum Ziel fast ausschließlich zusammen, das war meine Rettung, denn sowohl vor als auch nach uns war sonst weit und breit niemand, an dem man sich hätte orientieren können. Meine Atmung bekam ich das ganze Rennen nicht in den Griff, dass die Strecke nicht gesperrt wurde (ist natürlich bei so einem kleinen Lauf auch unverhältnismäßig) und man regelmäßig den Abgasen von Autos, Motorrädern und Mopeds (eine Schwalbe mit defektem Auspuff war der Höhepunkt) ausgesetzt war, tat bei der ohnehin dicken Luft ihr Übriges. Im Prinzip war das ab Kilometer 6-7 bis zum Schluss eine einzige Quälerei und ich überlegte mir noch während des Rennens, dass ich meine Taktik für nächstes Jahr ändern müsse, also das Gewusel am Anfang in Kauf nehmen, aber lieber langsamer anfangen sollte, um hinten raus noch mehr Power zu haben. Die Strecke an sich hatte kaum erwähnenswerte Steigungen und man lief ausschließlich auf Asphalt bzw. gepflasterten Wegen. Ich glaubte erkannt zu haben, dass alle 3 km eine Getränkestation auf einen wartete, aber so ganz ging es dann doch nicht auf: 3, 6, 9 oder 10 km alles super, aber dann plötzlich Ebbe. Tatsächlich gab es hinten raus keine Station mehr (oder ich habe sie übersehen), was ich als einzigen Kritikpunkt hier erwähnen möchte. Die Anzahl von 3 Station auf 14 km ist an sich nicht kritikwürdig, aber die Verteilung derer fand ich nicht optimal.

Ich erreichte das Ziel nach den Strapazen sehr glücklich nach 1 Stunde 15 Minuten und 28 Sekunden, somit blieb ich beinahe 2 Minuten unter meiner Vorjahreszeit, klatschte meinen Laufpartner ab und bedankte mich dafür, dass er mich am Ende so gut mitgezogen hat. Der Gewinner kam mit einer Zeit von 55 Min. 42 Sek. fast 20 Minuten vor mir ins Ziel. Allerdings war die Gewinnerzeit weit hinter dem Niveau der Vorjahre, sodass ich mich ob der schwierigen Bedingungen bestätigt sah.

Gegen die Startnummernrückgabe gab es ein T-Shirt und man konnte sich eine Urkunde drucken lassen, zudem gab es in diesem Jahr sogar eine Medaille für jeden Teilnehmer und das alles für 8 Euro Startgebühr. Des Weiteren gab es, neben der Siegerehrung für die Gesamtsieger, auch Ehrungen in den einzelnen Altersklassen und zu meiner großen Überraschung belegte ich den 2. Platz in meiner Klasse.
Der freie Strandeintritt für jeden Teilnehmer lud dazu ein, sich nach der Qual ein entspanntes Sonnen- oder kühles Wasserbad zu gönnen und das war im Prinzip auch die einzige Gelegenheit, den schönen See überhaupt ins Blickfeld zu bekommen, denn auch wenn es „Seelauf“ heißt, kommt man an keiner Stelle des Drittelmarathons in den Genuss, den See überhaupt zu Gesicht zu bekommen, geschweige denn entlang des Ufers zu laufen, aber für die Bebauungspolitik können ja die Veranstalter nichts, von daher soll das nur eine kleine Randnotiz sein. Die Startzeit fand ich persönlich einfach zu spät, aber da bei diesem Lauf auch viele Kinder mitmachen sollen, ist mir schon klar, dass es nicht auf den frühen Nachmittag gelegt werden kann. Vielleicht wäre aber der Vormittag eine Alternative, denn da würde auch der freie Strandeintritt besser ins Bild passen, zudem wären die Temperaturen und die Luft noch deutlich angenehmer.

Insgesamt fand ich die Veranstaltung sehr gut organisiert, es gab Umkleidekabinen, Duschen und Schließfächer. Während des Laufes gab es diverse Angebote für Kinder (Schminken, Hüpfburg, Vorführungen usw.). Der freie Strandeintritt ist dann noch einmal das Sahnehäubchen, denn gerade mit einer Gruppe könnte man hier nach dem Lauf sehr gut verweilen und den Tag ausklingen lassen.
Da ich alleine vor Ort war, gibt es leider keine Bilder (bin nicht so der Selfie-Typ). Vom Veranstalter wurden zwar Fotos gemacht, ich konnte diese aber bisher nicht ausfindig machen.
Wenn ich gesund bleibe, werde ich auch im nächsten Jahr wieder dabei sein und wer weiß, vielleicht kann ich ja die Zeit noch einmal um ca. 2 Minuten drücken.

Liebe Grüße, Sven

Die erste Leistungsdiagnostik


Die erste Leistungsdiagnostik

Das Marathontraining steht bevor, man sucht sich einen Trainingsplan heraus, sinnt über neue Laufschuhe nach und überlegt, die Energiegele nun doch endlich mal selbst herzustellen. Nachdem ich nun mehrere Monate, bzw. etwa ein halbes Jahr, eher gemütlich vor mich hintrainiert habe, mehr oder weniger regelmäßig, hatte ich jetzt beschlossen, es mal wieder richtig anzugehen. Doch wo stehe ich nun, nach so langer Pause? Um das herauszufinden habe ich einen Termin im Zentrum für Sportmedizin (Standort Olympiapark) gemacht und heute war es dann soweit.
Für mich war es die allererste Leistungsdiagnostik und entsprechend aufgeregt war ich. Da einige mich gefragt haben, wie so eine Diagnostik abläuft, versuche ich im Folgenden die wesentlichen Punkte grob darzustellen. Nach einer kurzen Einführung was mich heute erwartet, begann die Untersuchung mit einer Urinprobe. Es folgte dann das erste Gespräch mit dem Sportmediziner, in meinem Fall Frau Dr. Utsch. Sie checkte zunächst den Fragebogen (Erkrankungen in der Familie, Medikamente, Trainingspensum, Beschwerden…), den ich zuvor ausfüllen musste. Dann wurden Puls und Blutdruck gemessen, die Beweglichkeit getestet, der Brustkorb abgehört, die Wirbelsäule abgetastet und eventuelle Fehlstellungen wurden notiert. Anschließend ging es rein in die Sportklamotten. Bevor es auf das Laufband ging, wurden aber zunächst noch Körpergröße, -gewicht und -fettanteil ermittelt, sowie ein Lungenfunktionstest durchgeführt.
Dann endlich, das Laufband. Allerdings erst nachdem ich erst an allen Ecken und Enden verkabelt worden bin (Belastungs-EKG) und einen Brustgurt zur Pulskontrolle angelegt bekommen habe. Jetzt aber. Drei Minuten lang ging es in einem gemütlichen Tempo ganz langsam los (6:30 min/km?). Es folgte eine 30-Sekunden-Pause, in der dann zum ersten Mal Blut aus dem Ohrläppchen für den berühmten Laktattest abgenommen worden ist. Weiter ging es mit dem nächsten Belastungsintervall für drei Minuten, diesmal etwas schneller, und anschließend wieder eine 30-Sekunden-Pause für die Blutabnahme. Dieses Schema wiederholte sich und das Tempo wurde pro Zeitintervall immer um 20-30 Sekunden weiter gesteigert. Das Ende des Belastungstests ist quasi dann erreicht, wenn man merkt, dass das jeweilige Tempo nicht mehr gehalten werden kann. Nach einem kurzen Cool-Down war dann eigentlich auch schon alles vorbei.
Es ging unter die Dusche und dann wieder ins Sprechzimmer zur Auswertung. Alle aufgenommenen Werte werden besprochen, man erfährt wo das eigene GA1-, GA2- und Tempolauf-Tempo liegt und ob die gesetzten Ziele auch realistisch sind, bzw. ob nicht sogar mehr geht. Die komplette Auswertung bekommt man wohl nach einigen Tagen per Mail zugesendet. Es besteht auch die Möglichkeit, zusätzlich ein großes Blutbild anfertigen zu lassen. Diese Option habe ich allerdings nicht wahrgenommen. Das ganze Prozedere dauerte 2.5 Stunden und die Kosten lagen bei 153 Euro. Ich persönlich fand den Test sehr hilfreich. Nicht nur, dass ich jetzt weiß wo ich leistungsmäßig stehe, sondern auch, weil ich nun sicher sein kann, dass mit Herz und Kreislauf alles tip top ist und dem Marathontraining nichts mehr im Wege steht.

Liebste Grüße,
Jessi

Links:
Zentrum für Sportmedizin

17. Traditionslauf in Hohen Neuendorf, 06.11.16

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(Ein Bericht von Karsten Meyer)

Am Mittwoch hatte ich noch Muskelkater in den Waden vom Lauf in der Hasenheide. Am Donnerstag war ich wieder zu einem kurzen Trainingslauf in der Lage. Heute nahmen Nora und ich am Traditionslauf in Hohen Neuendorf teil. Wir waren beide zum ersten Mal dabei.

Diese Veranstaltung hat mehrere Vorteile: Umkleideräume und Duschen, vegane Verpflegung, Stadionankunft, eine Medaille für jeden Zieleinläufer, Urkundenausdruck, Siegerehrungen für viele Altersklassen. Das Ganze für eine Startgebühr von nur 8,50 Euro. Na gut, für den veganen Kuchen gehen noch 50 Cent pro Stück drauf. Auch die Teilnehmerzahl kann sich sehen lassen: Allein auf der 10,6-km-Strecke kamen diesmal 148 Läuferinnen und Läufer ins Ziel.

Der Lauf war hauptsächlich ein Crosslauf über Waldwege mit geringen Höhenunterschieden. Wurzeln waren rot markiert. Gleich beim Start ereignete sich kurz vor uns ein Sturz. Später musste eine Läuferin verletzt ausscheiden. Ich wirkte im letzten Drittel des Laufes ziemlich schwach. Auf dem letzten Kilometer musste ich drei Läufer an mir vorbeilassen.

Ich liebe Stadionankünfte. Aber diesmal war ich zu schwach für einen Endspurt. Mit 51:43 min wurde ich 63., immerhin sicher in der vorderen Hälfte des Läuferfeldes. Der Lauf war nicht mein schlechtester in diesem Jahr, aber auch nicht berauschend. Dennoch hatten wir Grund zum Jubeln und warteten geduldig auf die entsprechende Siegerehrung: Nora wurde mit 57:48 min Dritte in ihrer Altersklasse. Ergebnisse ab Seite 9.
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Mein Abschluss 2016
6 Läufe zwischen 9 und 11 km Länge: Kreuzberger Viertelmarathon, Friedrichsfelder Gartenlauf, Nordahl-Grieg-Gedenklauf in Kleinmachnow, Run for Refugees aufm Tempelhofer Feld, Friedrich-Ludwig-Jahn-Lauf in der Hasenheide, Traditionslauf in Hohen Neuendorf. Jetzt kommt es darauf an, dass ich mit dem Training gut durch den Winter komme, denn 2017 sollen es mehr Läufe und längere Strecken werden.

Solidarische Grüße
Karsten

Veranstalter: ssv-hohen-neuendorf.de

Weitere Fotos:
http://www.ssv-hohen-neuendorf.de/wp-content/uploads/IMG_1519-9.jpg
http://www.ssv-hohen-neuendorf.de/wp-content/uploads/IMG_1582-12.jpg

Veganes Sommerfest und StadtLauf Berlin, 21.08.16

Veganes Sommerfest und StadtLauf Berlin am 21.08.16
Ein Bericht von Constanze

Am Sonntag, den 21.08.2016 lief ich gemeinsam mit vielen anderen Vegan Runners, SpreeganerInnen und Läuferinnen von Laufen gegen Leiden (LgL) den 8. StadtLauf Berlin von SportScheck und BMW. Zudem fand von Freitag bis Sonntag (19.-21.08.) auf dem Alexanderplatz das vegane Sommerfest statt, wo sowohl die Vegan Runners als auch Laufen gegen Leiden mit einem Informationsstand vertreten waren. Ich hatte am Freitag VR-Standdienst und war an allen drei Tagen als Besucherin auf dem Fest, so dass ich ein aufregendes Wochenende mit vielen Begegnungen, netten Gesprächen und auch ein wenig Sport erlebte. An dieser Stelle ein großes Dankeschön

– an Felix für die Idee, die Anmeldung und dafür, dass er Tag für Tag allen Interessierten Rede und Antwort stand und das wirklich -entschuldige das Wortspiel- mit einer Engelsgeduld

– an Frank, der die Initiative ergriff und Flyer drucken ließ, die weggingen wie warme Semmeln

– an Guido und Kathrin, die ihren Farbdrucker heiß laufen ließen, beim Aufbau halfen und mit deren Fotos wir eindrucksvoll demonstrieren konnten, dass wir lieben was wir tun

– an Andrea und Jan von den Spreeganern, die mit ihrem Pavillon dafür sorgten, dass wir vor Regen, von dem es an diesem Wochenende leider reichlich gab, einigermaßen geschützt waren

Und nicht zuletzt ein Dankeschön an alle, die den Stand vor Ort unterstützten! Ich denke, wir haben uns gut präsentiert, so dass uns demnächst hoffentlich ein größer Zustrom an MitläuferInnen erwartet.

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Bereits im Vorfeld zum StadtLauf gab es einige Aufregung – N24 hatte sich gemeldet und wollte einen kurzen Beitrag über uns drehen. Also trafen sich am Wettkampftag um 8:30 Uhr brav alle interessierten LäuferInnen in ihren Laufshirts mit veganer Message im Startbereich. Zuvor noch ein wenig Verunsicherung, denn der Veranstalter schreibt auf der Homepage, dass das in der Anmeldegebühr inkludierte Funktionsshirt als „Startberechtigung“ dient. Die Ängstlichen unter uns (so wie ich) zogen es also vorsichtshalber unter ihr Vegan-Shirt, aber einige mutige und weise LäuferInnen wussten zu berichten, dass bisher noch niemand ausgeschlossen wurde, weil er das Veranstalter-Shirt nicht trug.
Mit einiger Verspätung trafen wir also die Verantwortlichen im Startbereich. Felix wurde interviewt, während wir hinter dem VR-Banner eine gute Figur machten. Nachdem alles fertig gedreht war, wurde von Auge noch schnell ein Erinnerungsfoto samt TV-Crew geschossen und dann blieben uns noch ganze fünf Minuten fürs Einlaufen, was der eine oder andere zugunsten eines letzten Toilettengangs jedoch komplett ausfallen lassen musste. Im angekündigten Beitrag kamen wir dann schlussendlich nicht vor, worüber wir im Nachhinein eigentlich eher froh sein sollten. Felix‘ Argumente waren wohl zu stichhaltig und passten nicht in den ansonsten eher kritischen und wenig aussagekräftigen Beitrag. Haken wir es also als „viel Aufregung für nix, dafür aber um einige Erfahrungen reicher“ ab.

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Nun aber zum eigentlich Lauf, das ist ja schließlich ein Laufbericht:

Nachdem ich zuvor noch meinte, dass das Wetter nahezu ideal war, verschwanden pünktlich zum Start die Wolken und offenbarten eine strahlende Sonne. So musste ich diese Aussage dann bereits nach wenigen Kilometern und einigen sehr sonnigen Abschnitten revidieren. Wie ungünstig, dass ich nun auch noch zwei Shirts übereinander trug. Ich hatte es zwar geahnt, aber eine fehlende Taschenaufbewahrung ließ auf die Schnelle dann auch keine andere Option mehr zu. Das ist im Übrigen ein großer Kritikpunkt meinerseits am Veranstalter, aber darum soll es hier nicht vordergründig gehen. Durch die zuvor entstandene Zeitnot reihte ich mich zusammen mit Stefanie von LgL ziemlich weit hinten ein. Durch das Nichttragen des Einheitsshirt fühlt man sich inmitten der anderen LäuferInnen schon irgendwie wie ein abtrünniger Lemming. Aber damit kann ich leben. Denn wir #laufenfürdietierenichtfürsportscheck (vielen Dank, Anika, für diesen grandiosen Hashtag!). Nachdem ich irgendwann endlich die Startlinie passierte, hieß es überholen, überholen, überholen. Und das am laufenden Band. Die Straßen waren recht eng und meine Laune sank. Ich war regelrecht genervt, was dann auch dafür sorgte, dass ich viel zu schnell anging. Wut-Pace quasi. Kennt vielleicht der/die eine oder andere. Da ich am Morgen mit heftigen Halsschmerzen aufgewacht bin, rückte ich bereits im Vorfeld von meiner eigentlichen geplanten Zeit ab und wollte schauen, was möglich ist. Dass ich überhaupt gestartet bin, ist meiner eigenen Unvernunft zuzuschreiben und sollte besser nicht nachgemacht werden, denn heute (am Tag danach) liege ich so richtig flach! Ich bin also deutlich zu schnell angegangen und dann kam Heiko des Weges, mit dem ich genau einen Kilometer in 4:40 Minuten mithalten konnte, bevor ich ihn ziehen lassen musste. Dieses Tempo stellte sich für meinen angeschlagenen Gesundheitszustand als deutlich zu schnell heraus, obwohl es genau das gewesen wäre, was der Trainingsplan ursprünglich vorsah. Aber mit Marathon vor den Augen, blitzte dann doch etwas auf, was man mit viel Wohlwollen vielleicht als Vernunft bezeichnen könnte. Nachdem der SCC im Vorhinein die neue Streckenführung als sehr flach und bestzeitentauglich beworben hatte, habe ich mich über die (gefühlten?) Anstiege etwas gewundert. Aber ich bin was das angeht auch sehr empfindlich und nicht das Maß aller Dinge. Mir sind ja die Rehberge im Wedding schon zu bergig 😉 Insgesamt hat mir dieses Rennen ziemlich viel abverlangt und das hohe Anfangstempo rächte sich sehr schnell. In einer „steilen“ Phase am Botanischen Garten, in der ich gerade ziemlich genervt war (irgendwo zwischen km 6 & 7), passierte ich die Limonenstraße. Da fiel mir diese blöde Weisheit ein. Für die restliche Strecke wurde also folgendes mein Mantra: Wenn dir das Leben Limonen beschert, mach Limonade draus. Oder so ähnlich. Keine Ahnung warum, aber das heiterte mich auf und ließ mich das Rennen durchhalten, obwohl ich nach der ersten Runde wirklich kurze Zeit ans Aufgeben dachte und mich fragte, warum ich nicht einfach im Bett geblieben bin. Also bin ich den zweiten Teil in der Konsequenz deutlich langsamer gelaufen, aber ich habe es geschafft und meine HM-Bestzeit sogar noch um knappe zwei Minuten verbessern können.

Ergebnisse:
Ergebnisse VM
16_sommerfest_stadtlauf03_vm
Ergebnisse HM
16_sommerfest_stadtlauf04_hm

16_sommerfest_stadtlauf05Das Wochenende hat mir folgendes gezeigt: Ich bin unglaublich froh, ein Vegan Runner zu sein und fühle, dass ich in der Gemeinschaft angekommen bin. Nicht, dass ich dieses Gefühl nicht schon vorher hatte, aber es hat sich durch die vielen tollen Erlebnisse und Begegnungen auf und neben der Strecke sowie auf dem Fest noch intensiviert. Darüber hinaus freue ich mich über die friedvollen und bereichernden Kooperationen bzw. gemeinsamen Aktionen mit den LäuferInnen von Laufen gegen Leiden und den SpreeganerInnen. Wir verfolgen alle dasselbe Ziel – let’s spread the message!

Fakten der Vegan Runners

Die Vegan Runners wurden beim London Vegan Festival am 4. Juli 2004 in Großbritannien von der dortigen Vegan Society gegründet: http://www.veganrunners.org.uk/

VEGAN RUNNERS BBI Logo

Während die Briten sich als Verein mit Mitgliedsbeiträgen organisiert haben, sind wir eine lose Verbindung, die sich fast nur bei Rennen trifft. Unsere Gruppe wurde 2007 von Andrea Hayn ins Leben gerufen. Seit Juni 2009 haben wir eine eigene Website: http://veganrunners.de/. Dort posten wir Berichte von Rennen, an denen Einzelne von uns teilgenommen haben.

Die deutschen Vegan Runners haben eine Facebook-Gruppe mit inzwischen 1.314 Mitgliedern:https://www.facebook.com/groups/VeganRunnersGermany/ (Stand 21.08.2016).

Die Berlin-Brandenburger Vegan Runners haben seit 29. Mai 2013 ihre eigene Gruppe auf Facebook mit 181 Mitgliedern: https://www.facebook.com/groups/veganrunners/ und eine Fanpage: https://www.facebook.com/veganrunners.de/ mit ca. 800 Followern (Stand 21.08.2016). Fans kommen u. a. auch aus Brasilien, Mexiko und den USA.

Leicht zu erkennen sind wir über unsere Shirts mit dem weißen Schriftzug auf grünem Grund VEGAN RUNNERS:
VEGAN RUNNERS Shirt

Auf Veranstaltungen sind wir immer in der Nähe unseres Banners zu finden:
VEGAN RUNNERS BBI BannerWir tauschen uns über Facebook und unsere Mailingliste aus. In die Mailingliste kann man sich eintragen lassen, wenn man uns eine E-Mail schreibt.

Auf FlickR haben wir ein Archiv unserer Fotos angelegt: http://www.flickr.com/photos/veganrunners_bbi/sets/

Per E-Mail sind wir über kontakt@veganrunners.de zu erreichen.

Inzwischen organisieren sich Vegan Runners auch in Polen, der  Schweiz  und Österreich.

Darss-Marathon, 24.04.16

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Marathon, der Zweite, ein Laufbericht von Birgit Leszinski.16darss_birgit
Ein Jahr ist rum und versprochen ist versprochen. Also wieder Urlaub mit sportlicher Herausforderung kombiniert. Außerdem kann man sich diesen wunderschönen Naturerlebnislauf auf dem Darß nicht entgehen lassen!
Früh mit dem Fahrrad zum Start nach Wieck: Kälte, Regen, Wildschweine. Die netten Schweine ließen mich passieren und pünktlich zum Startschuss um 9 Uhr hörte der Regen auf und auch wegen der nur ca. 3 Grad ging es zügig voran. Entlang der Wiecker Wiesen nach Prerow. Dort wurden wir zünftig begrüßt und vor dem Heimatmuseum konnte man die fleißigen Frauen an den alten Spinnrädern bestaunen. Weiter ging es durch den urigen Darßer-Urwald mit wechselndem Untergrund, Betonplatten, Sand, Matsch, „verwunschene“ Pfade, in Richtung Ahrenshoop.
16darss_urwald
Die 1. Hälfte war geschafft, alles lief super in geplanter Zeit nur leider wird es bekanntlich ja nicht einfacher! Dann rauf zum Steilufer mit unvergesslichem Blick auf Strand und Ostsee. Ab und zu ließ sich auch mal die Sonne blicken. Der Weg führte uns jetzt an der Boddenküste zum Althagener Hafen. Gefühlt nahm der Weg kein Ende und ab km 30 meldete sich mein linker Fuß. Ich konnte zwar weiterlaufen aber es lief nicht mehr rund.16darss_birgit2
Nachdem passieren des Fischerdorfes Born, hoffte ich die letzten 8 km noch mal etwas schneller laufen zu können. Aber die Luft war raus, trotz allem konnte ich noch einige LäuferInnen überholen, welche wohl am Anfang zu schnell unterwegs waren. Kurz vorm Ziel zur “Abkühlung“ ein Graupelschauer dann endlich geschafft!
In 04:16:20 erreichte ich das Ziel an der Darßer Arche in Wieck.
Es lief nicht optimal aber immerhin eine Verbesserung von 15 min zum Vorjahr. Die Organisation war wieder perfekt, großen Dank den fleißigen Helfern an den 14 VP’s, die Medaillie einzigartig.
Nächstes Jahr bitte einige Grad wärmer und Sonne im Ziel und bitte die eine Stunde später gestarteten HM Nordic-Walker hintereinander laufen!
www.darss-marathon.de

SCC Laufcamp 2016 an der Costa de la Luz (Andalusien)

Von diesem Laufcamp hatte ich bei meinem diesjährigen Sportleistungstest beim SMS Sportmedizin Berlin (SMS Medical Institute) erfahren. Das Angebot beinhaltete die Option noch einen Startplatz für den Berlin-Marathon zu bekommen, was den Ausschlag gab, weil ich es versäumt hatte rechtzeitig zu buchen. Meine Hoffnung war, hiermit auch einen guten Start in die diesjährige Laufsaison zu haben. Mit bald 65 Jahren habe ich mir vorgenommen im Herbst meinen ersten Marathon zu laufen. In den letzten beiden Jahren hatte ich jeweils einen Halbmarathon absolviert und mich zum Aufbau für dieses Jahr bereits für die BIG25 in Berlin im Mai angemeldet.

Freitag 26.02. Anreise mit Germanwings von Berlin über Düsseldorf nach Jerez de la Frontera. In Berlin hatte ich zwei Bordkarten ausgedruckt bekommen und mich in Düsseldorf zu dem angegebenen Gate A 46 begeben. Während ich mich schon wundere, dass man noch nicht mit den Vorbereitungen zum Boarding beschäftigt ist, bekommen ich einen Telefonanruf, währenddessen ich nebenbei meinen Namen über den Flughafenlautsprecher ausgerufen höre, mit der Aufforderung mich unverzüglich zum Gate A 49 zu begeben. Dort bin ich dann der Letzte, der an Board geht. Wenn das mal kein Ohmen ist …

In Jerez habe ich einen Fiat 500 Leihwagen bestellt, weil Taxifahrten zum über 60 km entfernten Hotel fast genauso teuer geworden wären. Bei der Fahrt stelle ich fest, dass ohne einen lokalen Telefonvertrag das GPS in meinem Handy nicht funktioniert. So frage ich an zwei Tankstellen nach dem Weg und komme dann doch noch, wenn auch später als nötig, an.

Der Pool
Foto: Axel Kieser

Das Hotel IBEROSTAR Royal Andalus liegt mit anderen Hotels direkt am Strand der Costa de la Luz in der spanischen Region Andalusien. An der Rezeption spricht die Dame lieber Deutsch als Englisch mit mir und händigt mir die Türkodekarte für mein Zimmer aus. Es liegt im obersten Stockwerk, welches der zweite Stock ist, weil hier die Häuser nicht höher als die Bäume gebaut werden dürfen. Das Zimmer hat einen Balkon, von dem aus ich das Meer zwar rauschen hören, aber nicht sehen kann. Ich tröste mich damit, dass ein Balkon zum Meer und Pool durch die Leute sicher lauter gewesen wäre.

Zum Abendesse ist ein umfangreiches Buffet aufgebaut, von dem ich als Veganer nur einen Bruchteil in Betracht ziehe, aber trotzdem gut speisen kann, denn es gibt auch reichlich rohes Gemüse und einfache Salate. Das Hotel scheint ein Rentnerparadies zu sein. Ich höre, dass unter den Gästen vorwiegend Deutsch gesprochen wird. Ob das wirklich ein guter Ort für Sportler ist?

Der Wetterbericht hatte vor einer Woche für die ersten zwei Tage Regen vorhergesagt und Recht behalten. Es gießt zeitweise in Strömen, aber so günstig, dass ich in den Pausen gut mein Gepäck ausladen kann. Der Regen prasselt auf das Plastikdach des Hotelganges und erzeugt so einen erheblichen Lärm. Unten im Foyer wird bis spät in die Nacht Musik gemacht und gesungen. Trotz dieses ungewohnten Geräuschpegels schaffe ich es früh ins Bett zu gehen und einzuschlafen.

Samstag 27.02. Nachdem ich die Nacht zuvor nur vier Stunden und etwas unbequem geschlafen hatte, weil ich schon um fünf Uhr früh am Flughafen sein musste, habe ich heute bis um acht durchgeschlafen. Es regnet nun nicht mehr und sogar die Sonne ist zu sehen. Also ziehe ich Laufshorts, mein Vegan-Runners-Laufshirt und Laufschuhe an und mache mich auf den Weg. An der Rezeption frage ich nach einem Jogging Trail und erfahre, dass es an der Straße markierte Gehwege gibt. Superleistung für ein Viersterne-Hotel, in dem regelmäßig Laufcamps stattfinden.

Pinienwäldchen
Foto: Axel Kieser

Von meinem Balkon aus hatte ich eine Holz­treppe gesehen, die in ein Pinien­wäldchen führt. Die nehme ich und komme schon nach kurzer Zeit zu einer Anhöhe, von der aus ich das Meer sehen kann. Hier bläst nun aber ein kalter Wind, der mich umkehren und wärmere Laufkleidung anziehen lässt. Unter zehn Grad und Böen mit bis zu 65 km/h sind so besser auszuhalten. Am Strand ange­kommen entscheide ich mich zunächst nach Norden gegen den Wind zu laufen, um es auf dem Rückweg einfacher zu haben. Der Sturm treibt die Gischt auf den Strand, wo sie vom Sand schnell aufgerieben wird. Trotz Jacke und langer Hose ist es recht kalt und so laufe ich nur etwas über drei Kilometer und drehe dann um. Plötzlich ist kein Wind mehr zu spüren und es läuft sich ganz leicht. Nach etwa einem Kilometer legte der Wind dann doch zu und trieb zu einem flotten Trab an. Bei einem Tempo von unter 4:30 Minuten pro Kilometer fühlt sich das Laufen fast so schön wie Fliegen an.

Nach den blumigen Beschreibungen des Strandes in den Werbe­texten des Hotels, war die Wirklichkeit doch eher ernüchternd. Teilweise ist der Strand übersäht mit Steinen und Muscheln, sodass ich aufpassen musste mit meinen Barfußlaufschuhen (VIBRAM Fivefingers) nicht draufzutreten und evtl. umzuknicken. Auch ist der Sand teilweise sehr weich, sodass man tief einsinkt, aber dicht am Wasser gibt es kaum Steine und der Sand ist zum Laufen schön fest.

Ich hatte gelesen, dass Mann im Restaurant lange Hosen tragen soll und hoffte, dass ich auch mit meiner Sporthose in den Speisesaal darf. An der Tür stand ein Hotelbediensteter, den ich freundlich mit Ola begrüßte und so anstandslos passieren durfte. Dann schaute ich mich nach einem Buffet mit Früchten um und fand frische, aufge­schnit­tene Orangen, Wasser- und Honigmelonen, frische Ananas, sowie eingelegte Pfirsiche und Mandarinen. Letztere schmeckten leider vergammelt und auch die Wassermelone war nicht von guter Qualität. Es gab auch acht verschiedene Säfte und mindestens sechs weitere Buffets mit Sachen, die für mich zumindest zum Frühstück nicht in Frage kamen. Leider wurden außer Kürbiskernen weiter keine Samen oder Nüsse angeboten bzw. ich habe sie an diesem Morgen nicht gefunden.

Am Nachbartisch sitzen drei sportlich aussehende jüngere Männer und eine Frau. Zwei davon tragen Shirts vom 41. Berlin-Marathon. Ob die zum Team des SCC-Laufcamps gehören? Die sind gut mit sich selbst beschäftigt, sodass ich die Frage zurückstelle, aber später als ich einen von ihnen an der Rezeption anstehen sehe, frage ich doch. Er bestätigt meine Vermutung und stellt sich als Srdan (Dr. Srđan Popović) vor, meint aber der Einfachheit halber dürften alle ihn Serge nennen. Er war auch schon am Strand laufen gewesen, sodass wir uns kurz über das Wetter unterhalten. Dann sagt er mir, dass wir uns um 19 Uhr im Konferenzraum zur Vorbesprechung und offiziel­lem Beginn des Camps treffen würden.

Wir habe mit dem Hotel Frühstück und Abendessen gebucht, sodass wir uns mittags selber versorgen können/müssen. Dafür habe ich mir am Vorabend bereits einen Becher mit Studentenfutter einge­weicht. Leider musste ich dabei feststellen, dass das Leitungswasser hier chloriert ist, sodass ich dann doch lieber ein paar Flaschen Wasser im Supermarkt einkaufen werde. Neun Liter sollten für die Zeit hier reichen.

Der aktuelle Wetterbericht kündigte bis Sonntag in einer Woche keinen weiteren Regen an, dafür ab morgen 15 °C und in den Folgetagen teilweise bis 18 °C. Gute Aussichten also.

Um 19 Uhr treffen sich alle im Konferenzraum des Hotels. Die vier Coaches stellen sich vor: Claudia als Physiotherapeutin (Claudia Helmstorf), Serge als Biomechaniker, Benny als Lauftrainer (Benja­min Schalanda) und Nico als Spezialist für Stabilisierungs- und Kraftübungen. Insgesamt haben sich 32 Läufer*innen eingefunden, von denen ca. zehn bereits im Jahr zuvor, beim ersten Laufcamp des SMS Medical Institutes dabei gewesen waren.

Der Strand am Morgen
Foto: Axel Kieser

Sonntag 28.02. 7:30 Uhr auf zum leichten Galopp am Strand mit nachfolgenden Dehnübungen. Dann gibt es Frühstück: Orangen, Honigmelone, Pfirsiche (ein­gelegt), Wasser­melone, Ananas und dann eine Schüssel mit Samen (Leinsaat, Sesam, Mohn, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne), Haferflocken und Soja­milch. Das werde ich mir morgen früh vor dem Lauf zusammen­mischen und dann länger einweichen lassen, damit es sich besser kauen lässt.

Um 10:30 Uhr ging es dann zu einem Intervalltraining: 1.000 m im Halbmarathontempo, zwei Minuten gehen, dann 800 m etwas schneller, gefolgt von wieder zwei Minuten gehen, dann 600 m noch schneller, gefolgt von wieder zwei Minuten gehen, dann 400 m so schnell es (dann noch) geht. Das ganze zwei Mal und dann im leichten Trab zurück.

Für um 14:50 Uhr hatte ich mich zur Physiotherapie bei Claudia angemeldet, die alle 20 Minuten jemanden von uns durchwalkte. Ich hab mir heute eine Behandlung meiner Schulterprellung erbeten. Sie machte das sehr gut, meinte aber, ich solle mir dafür zuhause noch mehr Physiotherapie verschreiben lassen.

Um 15:30 Uhr ging es dann im leichten Trab in einen nahe gelegenen Park und von dort am Strand zurück zum Hotel. Dort folgte dann noch eine Dehnungssession.

Alles zusammengerechnet bin ich heute 19,5 Km gelaufen.

Montag 29.02. Um 10:30 Uhr fand der Y-Test und dann Laufform­übungen am Strand statt. Beim Y-Test sollten wir zunächst einen Schieber auf einer Art Metermaß mit jeder Fußspitze soweit wie möglich nach hinten schieben. Dann mit einem Fuß so weit wie möglich nach rechtshinten und danach mit dem gleichen Fuß so weit wie möglich nach linkshinten, und dann das gleiche mit dem anderen Fuß. Die Werte wurden addiert und durch die dreifache Schrittlänge geteilt. Daraus soll sich ein allgemeines Verletzungsrisiko und ein Rechts-/Linksvergleich ableiten lassen. Bei mir erschien alles im positiven Bereich und relativ ausgeglichen.

Um 15 Uhr sollte eine Laufstilanalyse auf dem Laufband stattfinden, aber die Lichtverhältnisse spielten nicht mit, denn die Sonne schien jetzt direkt in das Fitnessstudio. Die Analyse wurde daher auf den frühen Morgen verschoben. Statt dessen fanden dann noch weitere Laufformübungen am Strand statt. Abends hat Serge einen Lichtbildvortrag zum Thema Laufkoordination gehalten. Fazit: „Forget almost everything“, but remember Form and short Steps.

MotionMetrix Laufanalyse
MotionMetrix Laufanalyse

Dienstag 01.03. 7:30 Uhr: Es steht zwar nicht im Plan, aber ich mache trotzdem einen leichten 20-minütigen Jog am Strand. Zuvor hatte ich mir ein Müsli gemischt und eingeweicht. Um 8:20 Uhr bin ich dran zur verschobenen Laufstildiagnostik. 30 Sekunden bei 12 Km/h auf dem Laufband joggen, in bester Haltung. Dabei von zwei Kame­ras gefilmt werden, wobei mit einer Software Markierungspunkte auf die Aufnahme projiziert werden, die meine Gelenke kennzeich­nen sollen und durch verbindende Linien meine Haltung leichter beurteilbar machen soll. Es gibt eine Auswertung wie beim Kühl­schrank von A bis E, wobei A die beste Note ist. Bei mir reicht es nur zum E, wobei Serge meint, nicht alle Indikatoren wären zuverlässig und mein Ergebnis eigentlich nicht schlecht.

Um 9 Uhr geht es schon weiter zur Aqua-Power-Gymnastik im beheizten Pool. Vor der regulären Öffnungszeit ist der Spa-Bereich für uns reserviert, wo wir in drei Gruppen jeweils 30 Minuten lang Aqua-Jogging und -Gymnastik machen. Hinterher noch schnell in die Dampfsauna und dann ist frei bis um Drei. Da das Spa täglich schon um 19 Uhr schließt und 90 Minuten Aufenthalt 15 Euro kosten, fällt das Spa für mich im Folgenden aus.

Für um 15:30 Uhr ist für 50 Minuten Tempowechsel-Dauerlauf angesetzt, gefolgt von Strechingübungen. Insgesamt bin ich heute 15 Km gelaufen.

Zum Abendessen hatte ich bei der Küchenleitung angefragt, ob sie nicht mal Hummus anbieten kann. Die Reaktion war sehr freundlich und aufgeschlossen, und ließ mich hoffen. Es hieß ich solle ihnen zehn Minuten Zeit geben. Nach zehn Minuten bekam ich eine Schüssel mit einer hellbraunen Masse überreicht. Hocherfreut und mit einem Ausdruck südländisch überschwänglicher Dankbarkeit, nahm ich die Schüssel mit zu meinem Platz, schnitt mir ein paar Scheiben des einzigen etwas dunkleren Brotes ab und bestrich es mit dem „Hummus“. Zu meiner Überraschung und Enttäuschung zeigte sich, dass es lediglich pürierte Kichererbsen waren, ohne irgendwelche Würze. Also organisierte ich mir Zitrone, Paprika und etwas Salz, und machte mir die Masse etwas schmackhafter.

Nach dem Abendessen schrieb ich ein einfaches Rezept für Hummus auf und gab es der Küchenleitung als Anleitung für den nächsten Versuch. Wieder zeigte sie sich sehr aufgeschlossen und zuvor­kommend, und fragte, was sie sonst noch tun könnten. Ich bat um gebratenen Tofu und Süßkartoffeln, sowie wenigstens einen von vier Salaten ohne tierische Produkte. Das mit dem Salat klappte dann leider nur an einem der Folgetage.

Mittwoch 02.03. Die Hälfte des Camps liegt schon hinter uns. Ich hab zwar eine leichte Achillessehnenreizung, bin aber sonst froh, dass ich mich bisher nicht verletzt habe und auch meine Gelenke mir nicht die befürchteten Schmerzen bereiten. Nachdem ich Anfang des Jahres vermehrt Gelenkschmerzen hatte, habe ich meine Diät radikal umgestellt und auf Kaffee, Alkohol, Zucker und Weißmehl komplett verzichtet. Das scheint nicht ohne Wirkung zu sein, also weiter so.

Um 7:30 Uhr ist wieder allgemeines Joggen am Strand mit folgen­dem Stretching angesetzt. Die Coaches haben immer wieder neue und überraschend wirkende Übungen parat und haben uns versprochen, uns diese in einem Script nachzusenden. Da freue ich mich schon drauf, denn dieses Camp soll einen bleibenden Einfluss auf mein Training haben.

Um 10:30 Uhr ist Krafttraining angesetzt, das wir in drei Gruppen absolvieren. Claudia zeigt uns ein paar sehr effektive Pilates-Übungen. Serge hat Gummibänder mitgebracht, die uns bei einigen Beinübungen zusätzlichen Widerstand aufbürden. Benni hat dann auch noch eine Reihe Kraftübungen für uns, die auch ohne Hilfsmittel durchgeführt werden.

Um 14:10 Uhr bin ich wieder bei Claudia zur Physiotherapie dran. Diesmal geht es mir an die Beine. Insbesondere in den Oberschenkeln vorne spüre ich Muskelkater. Claudia walkt mich richtig schön durch, sodass hinterher alles wieder wie neu ist.

Zu um 15 Uhr ist ein Long Jog angesetzt. Im Pinienwäldchen von Novo Sancti Petri ist dafür von den Coaches ein fünf Kilometer-Parcours abgesteckt, den wir in 50 Minuten soweit durchlaufen sollen, wie wir können. Ich lasse mich von meiner neuen Laufuhr derart irritieren, dass ich die aktuelle mit der Durchschnitts­geschwindigkeit verwechsle und so zunächst schneller laufe als gut für mich ist. In der dritten Runde werde ich darum merklich langsamer, aber schaffe sie doch noch bis zu Ende. Wir sollten dann wieder die drei Kilometer zum Hotel zurücktraben. Irgendwie bin ich jetzt der letzte Läufer und als die verletzte Alex mit unserem Begleitfahrzeug und zwei anderen geschafften Läufer*innen mich überholt und fragt ob ich mitfahren will, nehme ich dankbar an. Insgesamt binich heute 19,5 Km gelaufen.

Um 17:30 Uhr gibt Benny dann einen Workshop zur Trainings­planung, der zwar einiges Grundwissen vermittelt, aber nicht ausreicht einen brauchbaren eigenen Trainingsplan aufzustellen. Da wartet noch einige Arbeit auf mich …

In der Bodega Luis Pérez
Foto: Axel Kieser

Donnerstag 03.03. 7:30 Uhr findet der obli­gatorische Jog am Strand mit nachfolgendem Stretching statt. Nach dem Früh­stück folgt dann ein lockerer Dauerlauf im Park. Mittags fahren wir mit einem gecharterten Bus zu einem Winzeranwesen – der Bodega Luis Pérez – wo wir von einer sehr engagierten und begeisterten jungen Dame in die Besonderheiten dieses Anwesens und deren Anbaumethoden eingeführt werden. Darauf folgte eine Weinprobe dreier Rotweine, die alle ganz hervorragend schmeckten. Zum Neutralisieren der Geschmacksnerven gab es nicht nur Weißbrot und ein sehr aromatisches Olivenöl, sondern für uns drei Veganer sogar vegane Buscettas und Gemüsebällchen. Die anderen bekamen Schinken und Käse serviert. Dazu erhielt jeder eine Flasche Olivenöl zum Mit-Nachhause nehmen. Wer wollte konnte sich auch noch ein paar Flaschen Rotwein dazukaufen.

Freitag 04.03. Der letzte Tag! Um 7:30 Uhr mache ich wieder meinen Morgenlauf, der nicht auf dem Plan stand, sodass ich alleine war. Um 10 Uhr sind wir dann zur sog. Camp-Challenge in den Park getrabt. Dort hat uns Serge zunächst mit einem Lauf-ABC aufgewärmt. Die Coaches hatten einen 250-Meter-Rundkurs mit Tape markiert. Dann wurden wir in zehn gemischte Teams eingeteilt und sollten als Dreierstaffel diesen Kurs in 60 Minuten so oft durchlaufen wie wir können. Nach dem Ende der Zeit wurde Maß genommen, wie weit jedes Team gekommen war. Ich hatte das Glück mit Sonja und Antje zu laufen, die beide sehr gute Läuferinnen sind. Es ging heiß her und einige entwickelten etwas überzogenen Ehrgeiz. Als Joker hatte sich Benny bereit erklärt, auf Wunsch je einmal für ein Team zu laufen, sodass die Läufer*innen eine etwas längere Pause hatten. Die Ergebnisse wurden bis zum Abschlusstalk am Abend geheim gehalten. Insgesamt bin ich heute 10 Km gelaufen.

Um 14:50 Uhr hatte ich meine letzte Physiotherapiesession bei Claudia. Glücklich das Camp erfolgreich und unverletzt beendet zu haben, lasse ich meine Beine und diesmal auch die Achillessehne durchwalken. Um 15:30 Uhr gibt es noch eine Stretch- & Relax-Session, in der wir u. a. von Bennie lernen uns mit der Faszienrolle zu malträtieren. Serge zeigt uns weitere neue Dehnungen, von der eine ein Sofa als Hilfsmittel vorsieht und Benny leitet die dritte Gruppe beim Krafttraining an.

Zum Abendessen gibt es wieder pürierte Kichererbsen, die ich mir mit Knoblauchöl, Zitronensaft und Paprika etwas schmackhaft mache. Dazu gab es panierten und gebratenen Seidentofu, es geschmacklich auch nicht überzeugen konnte. Zudem hatte man ein paar fast quadratische Scheiben Süßkartoffeln angegrillt. Ich einem Viersterne-Hotel sollte man etwas mehr erwarten dürfen.

Nach dem Abendessen findet auf den Sofas in der Hotellobby der Abschlusstalk und die Verkündung der Ergebnisse der Challenge statt. Unser Team hat einen guten fünften Platz geschafft.

Während der letzten Tage hatte Gloria – die einzige vegane Frau – heimlich von uns Geld gesammelt und für jeden Coach ein kleines Geldgeschenk und eine sehr anrührende und wertschätzende Rede vorbereitet und gehalten.

Samstag 05.03. Morgens fand ein letzter Auflocker­ungsjog am Strand statt, zu dem sich diesmal ca. zehn Teilneh­mer*innen einfanden. Wir verabschieden uns innerlich von Strand und Meer, und dann auch voneinander.

Sonnenuntergang an der Costa de la Luz
Foto: Axel Kieser

Da mein Flug erst am nächsten Morgen zurück­ging, machte ich mit zwei Lauf­kame­rad*innen einen Ausflug nach Cádiz, wo uns die zentrale Markthalle (Mercado Cen­tral) mit den vielen verschie­denen kleinen Ständen und dem regen Treiben beeindruckt. Danach besuchten wir noch den einzigen Bioladen der Stadt (La Huerta de San Miguel). Ein zweiter ist erst in ca. 50 Km Entfernung zu finden. So ganz nebenbei konnten wir einen Abschiedsappell auf dem Viermastschoner der spanischen Marine „Juan Sebastián de Elcano“ beobachten, welcher dann mit Böllerschüssen verabschiedet wurde und in See stach.

Auf dem Rückweg wählen wir die Route less traveled und fuhren über die Dörfer zurück zum Hotel. Danach machten sich dann auch die Letzten von uns auf den Heimweg.

Fazit: Das Training war super, aber für uns drei Veganer war das Essen eine Enttäuschung. Vielleicht gibt es ja mal irgendwo ein veganes Laufcamp …

Fotos von dem Camp sind auf der Facebook-Seite vom SMS Medical Institute zu finden.

Réger Burger Vegan Foodtruck – Crowdfunding

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Hallo liebe Leserschaft.

Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter Sportler. Ich betreibe Triathlon, laufe Ultra-Trails und mache auch sonst ziemlich alles außer ruhig rum sitzen. Mit 9 habe ich meinen ersten 10km Wettkampf bestritten. Auf Training folgte Wettkampf.

Was mich jedoch seit jeher nervt, ist die Verpflegung auf solchen Veranstaltungen. Selbst als ich noch Fleisch gegessen habe, fand ich Bratwurst extrem unpassend um nach einer körperlichen Anstrengung seine Reserven wieder aufzufüllen. Seit ich volljährig bin, lebe ich vegan, und damit wurde das ganze nicht einfacher. Als Option blieben Bananen und Orangen. Nichts gegen Obst, aber manchmal gelüstet es einem nach einem Rennen dann doch nach etwas Deftigerem. Ich habe mich entschieden einen veganen Burgertruck ins Leben zu rufen, um damit u.a. auf genau jenen Sportveranstaltungen die pflanzliche „After-Race-Verpflegung“ zu verbessern.
Ich bin überzeugt, dass ich nicht der einzige bin, der das so empfindet. Man muss nicht Veganer sein, um Essen zu würdigen. Es reicht Hunger zu haben und etwas vollwertiges, nahrhaftes zwischen den Zähnen haben zu wollen.regerburger2
Momentan läuft unsere Crowdfunding Kampagne um das Projekt zu finanzieren. Ich würde mich freuen wenn ihr euch das Ganze anschaut, mir Feedback gebt, und es vielleicht auch unterstützt. Es wäre ein Traum von mir nächstes Jahr euch alle nach Veranstaltungen mit richtig leckeren Burgern versorgen zu dürfen. www.startnext.com/regerburger

Vielen Dank. Pit Reger

Crowdfunding Video für unsere Startnext Kampagne im Oktober 2016

Réger Burger Vegan Foodtruck – Crowdfunding Video from Hans Franz on Vimeo.

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