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Vegan Runners (Homepage)

1. Tierrechtslauf Braunschweig, 15.06.13

2013_braunschweig1_a_FlyerAm Samstag, 15.06.13, folgten vier Vegan Runners dem Aufruf des Braunschweiger Vereins Tier Time, um am ersten Tierrechtslauf durch die Innenstadt Braunschweigs teilzunehmen.
Sabine Brigitte Pankau, Vorsitzende des Vereins Tier Time: „Wir wollen ein Zeichen setzen gegen die allgegenwärtige Tierquälerei und Tierausbeutung für menschliche Zwecke.“ Ein Tierrechtslauf in Wien habe sie inspiriert, und ihres Wissens ist der Braunschweiger Lauf der erste in Deutschland.

Um 07:30 Uhr trafen sich Guido, Auge, Annett und Thomas am Rathaus Spandau. Von dort ging es mit Thomas Auto nach Niedersachsen. Knappe zwei Stunden später suchten wir schon einen freien Parkplatz in Nähe des Kohlmarkts.
Der Kohlmarkt war der zentrale Platz des, als politische Veranstaltung angemeldeten, Tierrechtslaufs. Laut Veranstalter wuselten bei bestem Wetter etwa 300 Teilnehmer auf dem Platz umher, die sich für eine der drei Disziplinen Inlineskaten, Walken oder Laufen entschieden hatten.
Der Tierrechtslauf war Teil eines kleinen feinen Straßenfestes. Etwa 18 Stände waren aufgebaut. Von Peta2, Sea Shepherd und Ärzte gegen Tierversuche über Vegan Strength Germany oder LUSH Cosmetics bis hin zu Ständen mit veganen Leckereien, war eigentlich alles dabei. Nur die Flächenbeschallung ließ ein wenig zu wünschen übrig, denn wenn man nicht unmittelbar in Nähe der Bühne war, hatte man kaum was mitbekommen, auch nicht von der Livemusik.
Nachdem Annett, Thomas und Auge die Startnummern für den acht Kilometer-Lauf erhalten hatten und Guido sich für den Job des Fotografen entschieden hatte, verging die Zeit mit dem ersten Schlendern über den Kohlmarkt auch ziemlich schnell, sodass wir gegen 10:45 Uhr pünktlich vor der Startlinie standen, und auf den Startschuss warteten.
Anschließend ging es in fünf Runden hinter die, den Kohlmarkt umschließenden, alten Gebäude herum, um am Ende jeder Runde, unter Beifall der Zuschauer, wieder auf den Kohlmarkt einzulaufen.
Eine Zeitmessung gab es nicht, sodass viele auch sehr gemütlich unterwegs waren.
Am Ende belohnten wir uns mit veganen Döner und anderen Leckereien, wie Kuchen und Torte. Thomas gönnte sich noch eine kostenlose 5-Minuten-Massage, um für die Rückfahrt gewappnet zu sein. Und als wir nochmal an allen Ständen vorbei gingen und hier und da auch Unterschriftslisten mitzeichneten, ging es mit vollen Magen wieder gen Heimat. Gegen 17:00 Uhr trennten sich die Wege wieder vom Rathaus Spandau aus.
Es war ein sehr schöner Tag. Und hoffentlich nicht der letzte Tierrechtslauf in Braunschweig.

Weitere Links:
Aufruf zum Tierrechtslauf (Video).
Flickr-Fotostrecke mit vielen Bildern.
Fotogalerie vom Veranstalter.

Bildergalerie:

Vielen Dank an Thomas und Annett.
Ohne die beiden wäre die Reise nach Braunschweig wahrscheinlich gar nicht erst zu Stande gekommen.
Und Dank auch an Guido, der beharrlich Werbung machte.

Verfasst von Andreas Augstein (Auge)

30. Lichtenrader Meile, 02.06.13

Fast ein Triathlon

Was gibt es Schöneres, als an einem verregneten, kalten Sonntag um 7:00 Uhr aufzustehen, um an einer morgendlichen Laufveranstaltung teilzunehmen?  Menschen mit viel Phantasie wird da sicherlich so Einiges einfallen. Aber ich hatte mich verabredet – und brauchte außerdem noch Punkte für den Berliner Läufercup, zu dem ich mich (in einem Anfall geistiger Umnachtung und kolossaler Selbstüberschätzung) in diesem Jahr erstmals angemeldet hatte. Von sechs möglichen hatte ich erst an zwei Läufen teilgenommen, und bildete das glanzvolle Schlusslicht in meiner Wertungsklasse W35. Also entschloss ich mich nach kurzem Zaudern, nicht zu kneifen, und fand den mühsamen Weg aus dem Bett.

Eigentlich hatte ich mich sehr auf diesen Lauf gefreut. Obwohl an diesem 2. Juni noch viele andere reizvolle Laufveranstaltungen angeboten wurden (der Schlösserlauf in Potsdam zum Beispiel, oder der Lauf in den Internationalen Gärten der Welt in Marzahn), hatte ich mich bewusst für die Lichtenrader Meile entschieden. Zum einen natürlich, weil es ein Wertungslauf für den Berliner Läufercup war. Und zum anderen, weil die Laufstrecke quasi vor meiner Haustür lag und direkt an meiner Arbeitsstätte vorbeiführte. Obgleich ich nun schon viele Jahre in der Motzener Straße in Berlin-Marienfelde und damit in einem der größten Industriegebiete Berlins arbeite, habe ich es bisher noch nie zum Laufen in das angrenzende, weitläufige und sehr grüne Parkgelände dahinter geschafft. Nur davon gehört: dass es sehr schön sein soll nämlich, und auch einen für Berliner Verhältnisse recht hohen, ehemaligen Müllberg geben soll.

Am Veranstaltungsort angekommen wusste ich nicht, wer mir mehr leid tat – meine Begleitung, die nun knapp 90 Minuten im Regen stehen und meinen Rucksack halten musste, oder ich, die einen 15 Kilometer-Lauf gegen Wind und Wetter absolvieren würde. Der Startbereich war relativ klein, und alles war überlagert vom Bratwurstgeruch, der sich vom Grillstand aus mit dem Wind in alle Richtungen verbreitete. Ganz sicher war ich an diesem Tag die Einzige, die das störte – nur knapp 500 Läufer_innen hatten sich in den Marienfelder Schichauweg verirrt. Und nur eine davon trug ein Vegan Runners-Shirt. Ich fühlte mich ganz schön allein.

Ich war froh, als es endlich losging – endlich Bewegung, um Kälte und Bratwurstgeruch zu entgehen, und es hinter mich zu bringen! Es ging direkt in das Grüngelände hinein, vorbei an Industriebauten auf der einen und grüner Natur auf der anderen Seite des Weges. Der besagte Müllberg ließ nicht lange auf sich warten – gut, dass ich angefangen hatte, gezieltes Steigungstraining zu machen, was in der flachen Ebene Berlins aufgrund spärlich gestreuter Trainingsobjekte nicht ganz einfach ist. Der Berg hatte in diesem Fall vier Steigungen, und ich hatte mir vorgenommen, es beim ersten Mal vorsichtig anzugehen, da ich wusste, dass es auf der zweiten Runde bestimmt um ein vielfaches anstrengender sein würde.

Irgendwann zwischendurch begann es immer stärker zu regnen. Einerseits war das ganz gut – bei solchen Wetterverhältnissen lassen sich Läufe auch ohne Getränk gut aushalten. Und wenn man erst mal unterwegs ist, wird der Regen ja eigentlich auch erst dann richtig unangenehm, wenn man unvorsichtigerweise durch eine Pfütze getappt ist. Was mir glücklicherweise nur einmal passierte.

Die Laufstrecke an sich war wunderschön, es ging größtenteils mitten durch Feld und Wald, und auch direkt an der NABU Naturschutzstation Marienfelde vorbei. Einen kurzen Augenblick befürchtete ich, Magenprobleme zu bekommen – bis ich realisierte, dass die komischen Geräusche nicht aus meinem Bauch, sondern von den quakenden Fröschen kamen 🙂

 So verging die erste Runde eigentlich recht schnell, es gab ja viel zu sehen (für Leute, die Waldläufe mehr mögen, als überfüllte Straßenläufe mit jeder Menge klatschenden Menschen am Rand). Der Berg war beim zweiten Mal natürlich eine Herausforderung – aber ich kämpfte und ließ mich nicht entmutigen. Das gute an Bergen ist ja: Wenn man erst mal oben ist, geht es nur noch hinunter. Der Regen wurde immer stärker. Die Streckenposten, die sich unter Regenschirme und Regenjacken kauerten, witzelten, dass dies eigentlich kein reiner Lauf, sondern fast schon ein Triathlon sei – bei dem vielen Wasser. Ich wollte endlich ins Ziel kommen, nach Hause fahren und eine schöne heiße Dusche nehmen!

Dermaßen motiviert lief ich weiter, das Ziel und meine möglichen Punkte für den Berlin Cup vor Augen. Nach etwas mehr als 1:25 h trugen mich dann Silbermond’s „Krieger des Lichts“ quasi durch das Ziel. Sorry – ich mag es eben kitschig und das Lied passte super zu dem Tag 🙂 Ich war erschöpft, aber glücklich und mehr als zufrieden mit meiner Leistung – und darüber, dass ich nicht gekniffen hatte.

So schnell habe ich mich dann glaube ich noch bei keiner Laufversantaltung nach dem Zieleinlauf aus dem Staub gemacht, es war einfach zu ungemütlich. „Jetzt erst mal ne schöne Bratwurst!“ – oh nein, da war es schon wieder…

Punkte für den Berliner Läufercup habe ich übrigens tatsächlich bekommen, zum ersten Mal bin ich sogar nicht Letzte in meiner Wertungsklasse geworden. In der Gesamtwertung liege ich aber trotzdem immer noch ganz hinten *schäm*. Egal, es kommen ja noch ein paar Läufe. Wichtig ist außerdem, dass es Spaß macht, und das hat es. Trotz Regen und Kälte. Und Bratwurst.

Die Strecke

Vor dem Start
Vor dem Start – endlich geht’s los!
Zieleinlauf
Zieleinlauf

SkyRun Messeturm Frankfurt, 26.05.13

MEDION Digital CameraZum zweiten Mal nahm ich am 26. Mai am Treppenlauf im Frankfurter Messeturm teil, dem höchsten Treppenlauf in Europa. Die vertikale Distanz betrug genau 1202 Stufen oder 61 Stockwerke oder 222 Höhenmeter.
Im internationalen Vergleich ist das zwar eher eine mittlere Distanz, doch nicht weniger anspruchsvoll. Immerhin anspruchsvoll genug, um gleichzeitig Austragungsort der 2. Deutschen Towerrunning Championships zu sein.

Nachdem mein Zug aus Berlin (ich reiste morgens am Wettkampftag an) etwas Verspätung hatte und mein Startfenster dann auch noch von 10:57:10 Uhr auf 10:29:00 Uhr vorverlegt wurde, blieb kaum Zeit zum Aufwärmen. Am Start – er befand sich ca. 50 Meter vor dem Eingang zum Messeturm – starteten die Läufer_innen im 10 Sekunden-Takt. Von Cheerleaders angefeuert ging es dann im Sprint ins Treppenhaus. Eigentlich ist Towerrunning ganz einfach: Immer nur aufwärts laufen. Doch die etwas eigenwillige Architektur des Messeturms und die damit einhergehende Asymmetrie des Treppenhauses, sowie die unregelmäßige „Taktung“ der Stufenzahlen in den ersten 11 Etagen, machten es allen Läufer_innen am Anfang schwer, das richtige Durchhaltetempo zu finden. Ab etwa der 15 Etage spielte sich der Rhythmus von Stufen, Absätzen und Wendungen schließlich ein. Dann allerdings wurde die Luft im abgeriegelten Treppenhaus zunehmend dicker und machte das Atmen zusätzlich schwer.

Das besserte sich kurz vor der 50. Etage. Noch bevor ich den Anfeuerungsjubel der Cheerleader im Zielbereich im 61. in den nackten Treppenhauswänden schallen hörte, spürte ich einen langsam immer stärker werdenden, kühlen Frischluftsog, der mir in dieser Höhe noch einmal neue Energie schenkte.

Oben angekommen gab es reichlich Wasser und – das war im ersten Augenblick viel wichtiger – noch viel mehr frische Luft. Für den Towerrun im Messeturm wird im Zielbereich die Parkgarage der Fensterputzgondeln frei geräumt. Dieser bizarren Szenerie steht im wahrsten Sinne des Wortes eine atemberaubende Aussicht entgegen.

Doch von der Aussicht habe ich an dem Tag leider nicht viel mitbekommen. In Frankfurt hat es den ganzen Tag geregnet. Die Spitze des Messeturms war unter dicken, grauen und sehr nassen Wolken versteckt.

Obwohl ich mit 12:29,9 Minuten fast eine Minute mehr benötigte als im letzten Jahr, bin ich dennoch sehr zufrieden. Ein holpriger Start in die Trainingssaison und ein Meniskusproblem ließen mich bis kurz vor dem Lauf an der Teilnahme zweifeln. Das ich nun mit diesem Ergebnis abgeschnitten habe, überrascht mich daher sogar.

Trotz der sehr strengen Sicherheitsvorkehrungen im Messeturm (alle Läufer_innen trugen zusätzlich zu den Startnummern ein RFID-Siegel am Handgelenk und durften sich nur in den freigegebenen Bereichen aufhalten), stellten diese Maßnahmen keine nennenswerten Hindernisse dar. Alles verlief reibungslos und die Helfer_innen und das Sicherheitspersonal waren sehr nett und hilfsbereit.

Mit so viel guter Hochhauslaune wollte ich mir das zeitgleich in Frankfurt stattfindende Wolkenkratzerfestival natürlich nicht entgehen lassen. Das schlechte Wetter hat aber leider buchstäblich die Aussichten getrübt.

So versüßte ich mir den Rest des Tages bis zur Abreise in Frankfurts einzigem veganen Café, dem Edelkiosk. Der Tag hat sich also doppelt gelohnt.

Ich freue mich schon auf das nächste Jahr, dann hoffentlich mit besserem Wetter.

Viele Grüße,
Guido

1. Vegane Ultramarathonstaffel B12 vom 17. bis zum 19. Mai 2013

2013_ultra_1Vom 17. bis 19. Mai fand in Bayern ein ganz besonderer Lauf statt, die erste vegane Ultramarathonstaffel B12, organisiert von Laufen gegen Leiden. Von Lindau am Bodensee bis an die tschechische Grenze ging es 440km quer durch Bayern, immer mehr oder weniger genau entlang der B12. 9 Teams zu 4 Personen sollten jeweils 50km laufen.

Aus der Berliner Vegan Runners Gruppe waren wir, Matze und Kira, dabei. Für uns war es der erste Ultramarathon, deshalb waren wir im Vorfeld schon ein wenig aufgeregt. Nach dem langen Winter hatten wir durchaus einen gewissen Trainingsrückstand, aber dass wir den Spreewaldmarathon vier Wochen vor der Staffel gut hinter uns gebracht hatten, beruhigte.

Matze vor dem StartMatze:
Unsere Gruppe, die dritte der Staffel, startete kurz vor halb zwölf (nachts) mitten auf dem Lande bei Immenhofen. Wir vier waren alle etwas nervös, außer Thomas hatte noch niemand einen Ultralauf absolviert und ein Lauf bei Nacht auf unbekannter, nicht abgesperrter Strecke versprach spannend zu werden. Wir hatten lediglich einen Track auf unsere beiden GPS-Geräte geladen, den der Staffel-Organisator Mark vorher per G*-Maps erstellt hatte. Los ging es also frohen Mutes und mit Stirnlampen bewaffnet in die Dunkelheit. Ich hatte ein geliehenes Wander-GPS dabei, mit dem ich vorher nur einmal das Navigieren erprobt hatte. Schon nach 2 Kilometern kam dann die erste Herausforderung: Der Track verlief in einer schnurgeraden, fast tangentialen Linie von unserem Feldweg auf der einen Seite der B12 auf die andere Seite der Bundesstraße. Tja, nicht lange gefackelt, die Böschung hoch, auf die B12 und so lange dort geblieben, bis auf meinem GPS – zum Glück mit Karte – wieder ein Weg mit passendem Abstieg durch die Böschung zu sehen war. Das war die erste von einigen noch folgenden „kreativen Streckenführungen“, die wir dann im Laufe der Strecke absolvieren. Zum Glück war auf unserem GPS eine Wanderkarte mit recht detailliertem Wegenetz, so dass es sogar Spaß machte, um die diversen Hindernisse wie z.B. Wildzäune oder sumpfiges Gelände zu navigieren. Einmal ging es dann auch durch einen etwa 3 Meter breiten, knöcheltiefen Bach. Unser einziges ernsteres Streckenproblem hatten wir dann so etwa bei Marathondistanz nach der vierten Verpflegungsstation, als uns dann ein Bach, der schon fast ein kleiner Fluß war, den Weg versperrte und sich einige Wege als Sackgassen herausstellten. Aber nach einem weiteren Umweg waren wir wieder auf der Strecke und liefen schließlich nach 52km am Ortsschild von Landsberg am Lech vorbei. Es schlossen sich die gefühlt 3 längsten Kilometer der Strecke entlang einer seeehr langen Ortsstraße an, bis wir dann angestrengt, aber in guter Stimmung im morgendlichen Licht in der Altstadt ankamen. Unser Lauf hat – gerade auch wegen seines teilweise etwas abenteuerlichen Charakters – echt Spaß gemacht und ich hatte drei
tolle Laufpartner im Team, die die ganze Zeit gut gelaunt waren. Und sogar von Blasen bin ich verschont geblieben!
🙂

Kira vor dem StartKira:
Ich war in Gruppe F (6), die Kilometer 250-300 laufen sollte. Leider fielen verletzungsbedingt zwei der Läufer aus, sodass Thomas und ich nur zu zweit waren. Samstag nachmittags ging es für uns an einem Waldweg kurz vor Maitenbeth (ca. 20km östlich von München) los. Wir warteten auf die Gruppe vor uns, die wir wenige Stunden zuvor in der Münchner Innenstadt noch angefeuert hatten. Kurz vor vier Uhr kamen sie in Sicht, flott entlang der Bundesstraße — dann wurde kurz abgeklatscht und gratuliert — und los ging es für uns. Es war warm, etwa 20 Grad, und es hatte eine gute Brise, leider aber aus der falschen Richtung. Nach ca. 2km direkt entlang der Bundesstraße konnten wir auf einem Fahrradweg einbiegen, und liefen gemütlich (d.h. mit knapp 6:15-6:30/km) durch die hügelige hübsche Landschaft, viel Grün und dazwischen zwiebelige Kirchtürme. Bei km 10 war der erste Versorgungspunkt, wo uns die Helfer
von Sea Shepherd mit von lifefood gesponsorten Nahrungsmitteln versorgten. Ich musste hier meinen Trinkrucksack ablegen. Er war zu leicht, „nur“ mit 1l Wasser beladen, und ich hatte zum ersten Mal das kurzärmlige Trikot an — es fing an zu scheuern. Ab da lief ich mit einer 0.5l Flasche Wasser und den Streckenabschnittskarten in der Hand. Das ging erstaunlich gut. Bei km 12 sahen wir eine lustige Eidechse in grün-rot! Bei km 14 ging es leider direkt an die Bundesstraße. Wir liefen, der StVO gemäß, am linken Fahrbahnrand. Als erstes wollte uns ein SUV-Fahrer (bayrisches Fabrikat) Angst einjagen indem er einen Schlenker auf uns zu machte. Kurz danach war die Fahrbahn vor uns komplett frei, und wir atmeten schon durch. Dann kam aber ein Überholender mit einem irrwitzigen Tempo von hinten knapp 30cm entfernt an uns vorbeigeschossen. Mit der inneren Ruhe war es dann endgültig vorbei, als wir bei km 16 an einer Bushaltestelle fremdenfeindliche Aufkleber entdeckten. In Ermangelung geeigneter Mittel konnten wir diese leider nicht entfernen, aber Fotos und Beschreibung werden an das zuständige Busunternehmen weitergeleitet. Ab km 18 ging es dann wieder auf Feldwegen bis km 30. Die Landschaft wurde flacher und etwas langweiliger, es lief sich aber immer noch ganz gut. Erstaunlich! Die Länge des Laufes lud zur Landschaftsbeobachtung ein. Ein Mal sahen wir Kühe auf der Weide! Es war ein Naturland-Hof. Ansonsten sahen wir nur Kühe in Ställen, dicht gedrängt, und natürlich davor die 1x1m Kälberboxen auf dem Hof. Ab km 34 liefen wir entlang einer größeren Straße, leider fast durchgehend auch noch mit Leitplanken. Wir wechselten uns mit dem Vorauslaufen ab. Hinterherlaufen
ist einfacher. Von ausreichendem Überholabstand hielten die Autofahrer nicht sehr viel, die Gestik hinter den Scheiben war auch teilweise nicht sehr freundlich. Dafür freuten wir uns umso mehr, als wir den vierten Versorgungspunkt erreichten. Mittlerweile war es am Dämmern. Wir zogen Jacken und reflektierende Westen an, stärkten uns zum letzten Mal mit lifebars, Datteln und Feigen und machten uns auf die letzte Strecke. Leider weiterhin direkt an der Straße. Der Verkehr nahm aber ab, und in der Dunkelheit fuhren die Autos langsamer und hielten mehr Abstand. Thomas‘ Uhr piepste bei jedem gelaufenen Kilometer, und so motivierten wir uns. Der letzte Kilometer ging dann noch einmal bergauf. Wir hielten nach dem Versorgungsfahrzeug Ausschau. Es sollte links von uns in einem Seitenweg stehen. Es piepste zu den 50km, aber nichts zu sehen! Wir setzten uns ein letztes Mal in Gang und tatsächlich — 100m weiter stand es! Um halb 11 abends liefen wir ein, und freuten uns über einen beendeten unvergesslichen Lauf. Run Vegan!

Fazit: 50km, 32 supernette vegane Teilnehmer, viel Spass und einfach ein tolles Projekt für unseren ersten Ultra! Ein großer Dank an Mark!!

Andere Seiten:
Fotos und andere Laufberichte unter: laufengegenleiden.de
Laufbericht: bevegt.de
Laufbericht: koCKtrail
Laufbericht: Thomas Unger
Video: VeganSports Team Mannheim

Viele Grüße

Kira und Matze


Fotos auf dieser Seite mit freundlicher Genehmigung von Laufen gegen Leiden.

5. Run of Spirit, 20.05.13

Run of Spirit - 2013„Wieder ein Vegan Runner“, hörte ich bei der Startaufstellung zum 5.Run of Spirit jemand hinter mir sagen. Unsere Laufshirts sind zu einem echten Markenzeichen geworden. Das war genau die Motivation, die ich für den 5 km Fun Run benötigte.

Geboten wurde auf dem Gelände des Evangelischen Johannesstifts in Berlin Spandau eine breite Palette von Läufen. Mit den Kindern ging es los. Nach dem Jugendlauf folgten die Walker. Der barrierearme Lauf über 2 km war der eigentliche Höhepunkt des Tages. Den Riesenspaß, den die Läufer_innen und die Zuschauer_innen ausstrahlten, ist kaum in Worte zu fassen. Die pure Lebensfreude war in den Gesichtern aller zu sehen. Man konnte selbst als Zuschauer sehen und spüren, wie die Lust an der Bewegung eine elementare Empfindung für alle Menschen ist.

Vor dem Hauptlauf über 10 km und der Team-Staffel war der 5 km Fun Run, für den ich mich angemeldet hatte, an der Reihe.

Der Start verlief gut und alle Läufer_innen zogen gut los. Der Lauf ging zwei Runden über das große Areal des Johannesstifts. Vorbei an den einzelnen Häusern (der Johannesstift ist fast eine kleine Stadt für sich), über Wiesen und durch einen Wald. Unermüdlich wurden die Läufer_innen von den zahlreichen Zuschauer_innen angefeuert.

Nach 28:38 Minuten war ich am Ziel. In meiner Altersklasse (M40) belegte ich den 10. Platz. Damit bin ich ganz zufrieden. Gegenüber dem letzten 5 km Lauf (Plänterwaldlauf im Dezember) habe ich auch noch ein bisschen zugelegt. Damit habe ich kurz vor dem Skyrun im Frankfurter Messeturm am nächsten Sonntag einen Leistungsvergleich, der mich optimistisch stimmt.

Der Name „Run of Spirit“ ist Programm. Während andere Vereine und
Veranstalter noch überlegen, was Inklusion im Sport bedeutet, zeigt dieser Lauf, wie einfach es in der Praxis funktioniert
und welchen Gewinn es für alle bietet.

Ein schöner und inspirierender Lauf, sehr schöne Atmosphäre und ein Rahmenprogramm das nicht nervt. Gerne wieder.

Verfasst von Guido Zörner

BIG25, 05.05.13

Gruppenfoto
Gruppenfoto

An einem herrlich warmen Sonntag trafen sich 10.901 Läufer am Olympiastadion, um den ältesten Stadtlauf Berlins zu bestreiten. Mit am Start waren sechs Vegan Runners, nämlich Alex, Jessi, Karl, Kira, Matze und Auge. Fünf waren für die traditionelle 25 Kilometer Strecke gesetzt, nur Alex meldete sich am Veranstaltungstag nach und lief schließlich außerhalb der Wertung. Trotz des Gewusels fanden alle, bis auf Jessi (sie tauchte erst zum Ende auf), für ein Gruppenfoto zusammen.
Als der Startschuss fiel, liefen die Läufer vom Olympischen Platz die altbekannte Strecke durch die Berliner Innenstadt. Die kräftige Sonne am wolkenfreien Himmel erschwerte den Lauf, sodass die Verpflegungspunkte doch recht rar aufgestellt waren. Und nicht wenige Läufer kapitulierten, und so sah man viele schon nach der Hälfte der Strecke nur noch gehen.
Der Lohn der ganzen Mühe wartete natürlich am Ende des Laufs, wo man unter hallenden Trommelwirbel einer Musikband von den Katakomben in das Stadion und noch ein Stück auf der blauen Aschebahn hinweg in das Ziel einlief. Unter dem Getöse der Zuschauer im Stadionrund (zugegeben nur von einem kleinen teilbesetzten Stück davon), waren in diesem Moment alle Strapazen vergessen.

Ergebnisse:
Augstein, Andreas 02:17:51
Hänisch, Jessica 01:56:52
May, Matthias 01:50:56
Rehfeld, Kira 02:17:32
Sandoval, Karl 02:01:53

Verfasst von Andreas Augstein (Auge)

11. Spreewaldmarathon, 21.04.13

Hallo werte Leser,
am letzten Sonntag sind Kira und ich beim 11. Spreewaldmarathon in Burg
mitgelaufen, hier nun der Laufbericht.
Der Lauf startete um 10:30 Uhr und da der Weg nach Burg mit den Öffentlichen erstaunlich lange dauert, mussten wir schon vor sieben Uhr morgens noch etwas schlaftrunken in die S-Bahn steigen. Ankunft, Abholung der Startunterlagen und Umkleide reihten sich so nahtlos aneinander, dass wir uns vor dem Start nicht mehr mit Dingen wie Warmlaufen die Zeit vertreiben brauchten. Bei schönstem Laufwetter – strahlendem Sonnenschein und knapp über 10 Grad – fiel dann der Startschuss für die Läufer des (Halb-) Marathons und der 10 km. Grob geschätzt waren es etwa 1000 Starter und wir hatten uns sehr weit hinten platziert, nicht ahnend, dass später nur die Bruttozeit für die Platzierungen gelten würde. Nach 3-4 Kilometern hatte sich dann das Feld soweit verdünnt, dass man sein Tempo laufen konnte und da kam dann auch schon die erste Verpflegungstation, die es dann alle vier Kilometer gab. Deren Ausstattung war üppig und als Spezialität gab es – natürlich! – auch Spreewaldgurken, die sich sehr gut als Marathonverpflegung gemacht haben. Weiter gings über Straßen, Feldwege und Wanderpfade durch eine sehr schöne Landschaft. Die 1,8 m Höhenunterschied, mit denen der Marathon auf seiner Internetseite wirbt, stellten sich aber angesichts der vielen Brückchen über die mehr oder minder kleinen Kanäle als etwas unrealistisch heraus. Zu Beginn der zweiten Runde trennten sich dann die Halbmarathonläufer von uns und das Feld wurde sehr dünn mit teilweise etwa einem Läufer pro 50 m. Da machten sich dann auch die teilweise recht starken Windböen bemerkbar, weil man sich nicht mehr hinter dem/der Vordermann/-frau verstecken konnte. Ins Ziel kam Kira dann mit. 4:27:31 und ich mit 3:34:06. Dafür, dass wir den Marathon eigentlich nur als Trainingslauf in Vorbereitung der 50 km-Staffel im Mai gelaufen sind, waren wir beide (Matze mehr, Kira weniger) etwas zu schnell, da haben wir uns wohl vom guten Laufwetter mitreißen lassen.2013_spreewaldmarathon
😉

Viele Grüße

Matze & Kira

31. Pankower Frühlingslauf, 14.04.13

Noch bis vor zwei Wochen herrschte Eiseskälte, die jegliche Lust, im Freien zu joggen, zur bitteren Pflicht machte. Aber seitdem setzt sich endlich der Frühling durch. Und am Sonntag, zum 31. Pankower Frühlingslauf, war der Himmel zwar wolkenverhangen, aber wenigstens herrschten angenehme 10 Grad. Und selbst der recht starke Wind konnte keinem die Stimmung verderben.
Mit auf die Strecke gingen von den Vegan Runners der Gregor und Auge. Kurz vor 10 Uhr traf man sich am Sportplatz an der Schönholzer Heide. Gregor musste als erstes an den Start, ließ sich aber durch störrische Bekleidung nicht aus der Ruhe bringen. Selbst den Startschuss verpasste er um wenige Sekunden. Und es blieb ihm nichts anderes übrig, als das Läuferfeld von hinten aufzuräumen. Dafür lief er eine gute Zeit auf der 5 Kilometer Strecke. Nach knappen 23 Minuten lief er durch das Ziel.
Für Auge ging es eine Stunde später an den Start. Mitten auf der in 5 Runden angelegten Strecke kostete ein ordentlicher Berg Zeit und Kraft, und allein des Berges wegen müsste der Frühlingslauf „Frühlingscrosslauf“ heißen. Auf den ersten Runden kam die Sonne raus, um aber gleich danach Aprilgemäß, wieder dunklen Wolken Platz zu machen. Die letzten zwei Runden goss es aus allen Kübeln. Und so ließ am Ende ein pitschnasser Auge die 12,5 Kilometer in 1:04 hinter sich.
P.S.: Dieses Jahr gab es laut Veranstalter einen neuen Streckenrekord auf der 12,5 km-Strecke. – Der Gewinner lief bei 39 Minuten ein.
– Veranstalter: Kissingensportverein KSV 90 e.V.
Laufbericht Vegan Runners aus 2012
Verfasst von Auge.
Fotos von Gregors Bruder.

Tower-Run Berlin 13.01.2013

Das HochhausDer Zahl 13 sagt man ja bekanntlich üble Dinge nach. Auch unter Towerrunnern ist die 13. Etage unbeliebt, lauert dort doch ein böser Troll mit einem Hammer. Aber an diesem 13. Tag des Jahres 2013 gibt es für die Vegan-Runners Gutes zu berichten. Das war der Tag des Tower-Runs über eine Distanz von 465 Stufen (29 Etagen) inklusive eines Sprints von 400 Metern in das Gebäude hinein.

Der Treppenlauf im Wohnhaus der Baugenossenschaft Ideal in der Fritz-Erler Allee 120 ist für mich der 3. Lauf in diesem Haus. Beinahe ist es eine zweite Heimat für mich geworden. Dieser „Heimvorteil“ und das intensive Training im vergangenen Jahr zahlten sich nun aus.
Das TowerRun-TeamMit von der Partie war diesmal Frank, der mit diesem Towerrun seine Premiere bei den Vegan-Runners feierte.
Nach einem etwas verpassten Start auf dem Parkplatz vor dem Haus und eine stellenweise kleine Rutschpartie auf den vereisten Pfützen, lief ich in der Mittelfeldgruppe ins Treppenhaus. Das Tempo war gut und ich fasste von Beginn an einen zügigen Schritt.
Frank sah ich einige Meter vor mir und er hielt das Tempo dort sehr gut.
Auf der Treppe reihte ich mich in die Mittelfeldgruppe ein. Wie an einer Angelschnur zog es mich nach oben. Überholen war in dieser „Perlenkette“ praktisch unmöglich.
Frank schaffte es dagegen, ab der 13. Etage 3 Mal zu überholen. Respekt!
In dieser Höhe fallen viele Läufer, die zu schnell angefangen haben, zurück. Den Läufern, die ihnen folgen, bleibt nur, sich ihnen anzuschließen oder nochmal die allerletzten Kraftreserven zu
mobilisieren und hier die entscheidenden Platzierungen zu formieren.

Ich freue mich, dass ich mein Ziel, es diesmal unter 6 Minuten zu schaffen, erreicht habe. Mein 3. Treppenlauf im Ideal-Hochhaus endete nach 05:48,78 Minuten. Das ist der 9. Platz in meiner Altersklasse M40 (55. Platz gesamt).2012 waren es 06:04,78 Minuten (AK Platz 14). Das Jahr davor benötigte ich 06:10,60 Minuten (AK Platz 21).

Frank beendete den Towerrun in sehr beachtlichen 05:10,62 Minuten und landete auf Platz 5 in seiner Wertungsklasse (M40) und auf Platz 42 unter allen Läufer_innen.

Schön, dass wir mit Frank einen hoffnungsvollen Neuzugang in der Towerrunning-Familie gefunden haben.;-)

Wenn wir weiter fleißig trainieren, dann werden wir sicher auch irgendwann die Zeit des Siegers toppen. Christian Riedl aus Erlangen (übrigens 3. in der Towerrunning World Cup Liste 2012) legte in 03:20,78 Minuten die 400 Meter Sprint und die 29 Etagen zurück. Den Streckenrekord von Jan Wilker mit 03:17,63 im Jahr 2011 konnte er aber nicht schlagen. Es gibt also noch viel zu tun.;-)

Verfasst von: Guido Zörner

Plänterwaldlauf 9.12.12

Schneegestöber im Plänterwald

Der Winter 2012 entwickelt sich offensichtlich zu einem der mildesten, die wir je in Berlin erleben durften. Pünktlich zum Plänterwaldlauf am 9. Dezember, unserem vorerst letzten gemeinsamen Lauf diesen Jahres, gab es jedoch noch einmal eine volle Ladung Neuschnee bis zum Abwinken.

Nachdem wir uns alle durch den chaotischen, mit den ungewohnten Schneemassen überforderten Berliner Verkehr gekämpft und es mehr oder weniger pünktlich in den Treptower Park geschafft hatten, ging es um kurz nach 10 Uhr auch schon wortwörtlich ab auf die Piste und hinein ins Schneevergnügen. Unsere Läufer hatten sich für verschiedene Distanzen von 5 bis 15 km angemeldet und liefen somit ein, zwei oder drei Runden mitten durch den märchenhaft anmutenden Plänterwald, vorbei an Spree und dem verlassenen Gelände des ehemaligen Vergnügungsparks.

Obwohl Frau Holle Mitleid mit uns hatte und es wenigstens während des Laufes nicht schneite, war die Strecke aufgrund des gefrorenen und teilweise recht rutschigen Untergrundes einigermaßen anspruchsvoll und nicht für Bestleistungen geeignet. Trotzdem konnten wir uns alle nach dem Zieleinlauf nicht nur über heißen Tee und beheizte Umkleidekabinen, sondern auch über den einen oder anderen Treppchenplatz freuen: Über die 15 km-Distanz Platz 2 im Gesamteinlauf (gleichzeitig Platz 1 in der M20) für Matze, Platz 1 in der W30 für Kira, die außerdem als insgesamt dritte Frau das Ziel erreichte, und  Platz 3 in der W20 für Diana. Ferner über die 10 km-Distanz Platz 1 in der W35 für Andrea sowie Platz 5 in der W20 für Lena, nicht zu vergessen die Plätze 10, 22 und 42 über 5 km für Alex, Frank und Guido.

Plänterwaldlauf 9.12.2012
Plänterwaldlauf 9.12.2012

Während der Schneefall zwischenzeitlich wieder eingesetzt hatte, hatten wir es uns bereits im Viasko gemütlich gemacht und beim ausgiebigen Brunch die gerade verbrannten Kalorien schnell wieder reingeholt.

In diesem Sinn wünschen wir euch allen einen guten und gesunden Start in das neue Jahr und eine hoffentlich spannende und erfolgreiche Laufsaison 2013!

Alle Infos zum Lauf, Fotos und Ergebnisse findet ihr unter http://www.abczentrum-berlin.de/plaenterwaldlauf.html