Archiv der Kategorie: Vegan Runners

S25 (ehem. BIG25), 06.05.18

Heute war der BIG25 angesagt. 25km quer durch Berlin: Die Strecke ähnelt zum Teil der des Berlin Marathon. Für mich war es das erste mal und eine ebenso spontane Entscheidung. Nachdem Constanze eine Woche vorher noch eine Freikarte zu vergeben hatte, habe ich zugesagt. Vorbereitet war ich nach einem etwas längeren 1.Mai Wochenende und intensiver beruflicher Verpflichtung ziemlich genau gar nicht.

Aber die Sonne schien, also war ich guter Dinge. 6 Vegan Runners fanden sich kurz vor Start am Freibad am Olympiastadion für ein kleines Foto zusammen.
Dann ging es los. Mit Lukas zusammen fand ich mich im ersten Startblock ein. Hier durfte starten, wer eine Zielzeit von unter 1:45 auf 25km anpeilte. Der Startschuss fiel direkt vor dem Stadion, direkt vor den olympischen Ringen. Da, wie mir berichtet wurde, scheinbar keine Startgelder an ausländische Läufer mehr verteilt wurde, war die Leistungsdichte in den vorderen Reihen übersichtlich. Wir starteten in der 2. Reihe von anscheinend 12.500 Startern. Der erste Kilometer wurde demnach in 3:30 absolviert. Alles super. Da sich aber auch die Halbmarathon ebenso wie die 10km Läufer mit unter uns gemischt hatten, war es nicht all zu einfach sein Tempo zu zurückzuhalten. Nach den ersten 5km standen rund 19Minuten auf der Uhr. Vom Wetter und der Menge getragen, lief ich ein wenig vor Lukas. Ich fühlte mich super. Unter den Linden hoch hatte die Gruppe sich ausgedünnt und ich lief mit der ersten Halbmarathon Frau gegen den Wind.
Diese verabschiedete sich kurz vor dem Brandenburger Tor von mir zurück Richtung Stadion. Für uns ging es weiter geradeaus, erst kurz nach der Bahn Station Französische Straße bogen wir in Richtung Leipziger Straße, Potsdamer Platz ab Richtung zurück. Bei Kilometer 10 zeigte meine Uhr 38 Minuten.

Zu trinken gab es nur alle 5km etwas. Ich gönnte mir zwei Gels, bei km10 und km15. Leider ein wenig spät, wie ich im Nachhinein merken musste. Bei der zweiten Verpflegung holte Lukas auf und lief durchgehend ein paar Meter vor mir. Durchgehend im Blickfeld konnte ich jedoch nicht aufschliessen. Als wir dann ca. bei km 17 wieder auf die Läufer vom Halbmarathon trafen, verlor ich ihn aus dem Blickfeld. Einerseits konnte man sich jetzt von Läufer zu Läufer nach vorne angeln, andererseits wurde es schwerer den Anschluss an die Leute aus seinem Rennen zu behalten ggf. aufzuschliessen.

Ein paar Kilometer waren also richtig anstrengend. Dann überquerten wir die Halbmarathon Markierung und das Ziel rückte fühlbar näher. Bei Kilometer 23 dann, waren wir wieder am Stadion angekommen. Zwar hörte man schon die Moderation im Zieleinlauf, dochh gab es noch eine quälende Runde um das Stadion zu absolvieren. Erst als wir uns von hinten dem Eingang des Stadions bergab näherten, kam Erleichterung auf. Die Runde über die Leichtathletik Piste konnte ich zwar nur bedingt geniessen, aber am Ende konnte ich trotz einiger Strapazen eine solide 1:44:44 ins Ziel retten. Gemessen an den Beinen und dem doch sehr unregelmässigen Lauf meinerseits bin ich damit sehr zufrieden. Auch Lukas hat es kurz vor mir (1:43:00) ins Ziel geschafft, wenn auch sichtlich geschafft.

Im Zieleinlauf gönnten wir uns, wie für Veganer typisch, Bier Bananen und Becher Wasser.

Auf ein nächstes!

Von Pit Reger

Ergebnisse

Streckenrandnotiz:

Andrea, Stuff und Jan waren als Streckenposten für den guten Zweck im Einsatz (ihre Aufwandsentschädigung haben sie für einen Lebenshof gespendet) und anschließend haben wir es uns uns noch auf der Wiese gemütlich gemacht.
Liebe Grüße
Constanze

13. Darß Marathon, 22.04.18

13. Darß Marathon, 22.04.2018
(von Birgit Leszinski)

Unterwegs

Meine 4. Teilnahme an diesen wunderschönen Landschaftslauf wollte ich mit einer neuen Bestzeit krönen, laut Plan SUB 3:50.
Nur das Training lief nicht optimal, Erkältung und Probleme mit Fuß und Piriformis. Aber pünktlich zum Marathon alles gut und der Halbmarathon eine Woche vorher vielversprechend.

Sonntag 9 Uhr am Start in Wieck, das erste Mal kein Aprilwetter sondern angenehme Temperaturen, Sonne und kaum Wind. Am Start keine Hektik ca. 250 Marathonis, viele Wiederholungstäter, man kennt sich.

Die erste Hälfte der abwechslungsreichen Strecke über die Wiesen nach Prerow, durch den Darßer „Urwald“ bis zum Deich Richtung Ahrenshoop machten Spaß, locker und leicht alles nach Plan. Vielleicht ein wenig zu schnell. Von Anfang an jeder VP zum Trinken gestoppt denn es wurde schnell warm, zu warm und von nun an kein Schatten mehr.

Bei km 25 kam der Einbruch, es ging rauf auf die Steilküste und ich fühlte mich als hätte mir jemand den Stecker gezogen. Ich wurde immer langsamer, die Beine schwer, die Sonne brannte und ich sehnte jede VP herbei. Der lange Weg am Bodden, ich kämpfte mit mir.
Bei km 36 wollte ich schon aufgeben der Traum von SUB 3:50 war längst ausgeträumt, der Fuß tat weh und durch das ständige auf die Uhr schauen wurde ich auch nicht schneller.
Aber Stopp, da war doch noch Plan B: unter 3:55 h, etwas schneller als 2017. Vielleicht zu schaffen, das gab neuen Mut, nur noch 5 km. Einige Läufer konnte ich überholen, km 40. Jetzt noch mal letzte Kräfte mobilisieren, dachte ich. Oh nein, nicht schon wieder, Krämpfe kündigten sich an. Dann endlich im Ziel, 3:53 h, geschafft!
Nach einer wohltuenden Massage, der Blick auf die Ergebnislisten.
Wow, 7. Frau und 1. Platz AK. Da hatten heute wohl einige mit dem Wetter und der Strecke zu kämpfen. Ich saß auf der Wiese in der nun angenehmen Sonne, wartete auf die Siegerehrung und Tränen kullerten mir über die Wange.
Das Präsent habe ich gleich an den schnellsten Mann weitergegeben, ich steh nicht so auf eingeschweißten, toten Fisch.

Ich brauchte diesmal recht lange um mich körperlich & mental von diesem Lauf zu erholen.
Aber wie sagt man so passend: „Schmerz geht, Stolz bleibt“.

Vielen Dank an Constanze & Steffanie, die auf der Halbmarathonstrecke Ihr Bestes gaben, für die nette Fahrgemeinschaft und den Tipp mit der kostenlosen Massage.
Die Orga war wieder spitze, super Stimmung überall und eine schöne, außergewöhnliche Medaille. Vielleicht mag 2019 der ein oder andere Vegan Runner mitlaufen, es gibt auch eine Teamwertung.

Veranstalter: www.darss-marathon.de

Bericht aus dem Jahr 2017
Bericht aus dem Jahr 2016
Bericht aus dem Jahr 2015

Trail Uewersauer, 19.11.17

Nun schon zum 4. Mal (2013, 2014, 2016 & 2017) bin ich beim „langen“ Rennen des Trail Uewersauer in Luxemburg dabei.
Während es das erste Mal noch 50,1km zu bewältigen gab, ist die Strecke des UltraTrail seit 2014 53km lang.
Letztes Jahr wegen eines Missgeschicks einige Minuten nach dem Feld gestartet, habe ich es dieses Jahr zeitig an den Start geschafft. Rund um waren die Bedingungen dieses Jahr ideal.
Das Wetter war wunderbar klar, wenn auch ein wenig kalt. Ich war gut vorbereitet und zuversichtlich. Und dementsprechend lief es. Meine Taktik sich ca. alle 10km ein Zuckergel zu gönnen und an den Verpflegungsstationen mit Brühe und Banane zu Versorgung lief reibungslos. Das Koffein aus den Gels und die wunderschöne Landschaft sorgten dafür dass die ersten 35km wie im Flug vergingen. Und auch die Zeit stimmte: 10km: ca. 49min. bei km 35 stand die Uhr bei ca. 3 Stunden. Ich liebäugelte mit einer Zeit unter 5 Stunden.
Erst ungefähr bei Kilometer 42 wurde es „anstrengend“. Der Weg zurück hielt, zwar gewusst, aber dennoch immer wieder erstaunlich, harte Bergaufpassagen bereit. Ich hatte für ca. 3 km zu kämpfen, was für meine bisherigen Verhältnisse sehr in Ordnung war.
Am Ende finishte ich in 5:01:30. Eine Bombenzeit. fast 30 Minuten besser als noch vor einem Jahr.
Gerne hätte es unter 5 Stunden sein können aber dennoch war ich sehr zufrieden.
Und als ich dann noch in der Ergebnisliste sah, dass der nette Belgier mit dem ich eine ganze Weile lief und später ca. 6 min nach mir in Zeil kam, Axel Zeebroek war konnte ich es kaum fassen.
Einen Profitriathleten, Ironmangewinner und Olympiateilnehmer hinter sich zu lassen, machte mich zurecht stolz.

Nächstes Jahr dann gerne wieder. Oder vielleicht setze ich ja noch einen drauf und gönne mir ein verrückteres Rennen. Mal überlegen.

39. Berliner 1/4 und 1/2 Marathonlauf (21,1km Einzel)

Kleinmachnow
In der Vorbereitung auf meinen dritten Über-20-km-Lauf lief ich den 40.
Friedrich-Ludwig-Jahn-Lauf in der Hasenheide und den 18. Hohen Neuendorfer Herbstlauf. In der Hasenheide konnte ich meine Zeit vom letzten Jahr deutlich unterbieten. In Hohen Neuendorf wurde wegen Sturmschäden eine andere Strecke als letztes Jahr gelaufen. Dort blieb ich unter 48 Minuten, Durchschnittsgeschwindigkeit: 13,166km/h. Dieses Ergebnis konnte ich im Training bestätigen.

Bei der Veranstaltung in Britz gibt es vier Rennen: Viertel- und Halbmarathon jeweils Einzel und Mannschaft. Die Mannschaftsläufe dürften für Laufen gegen Leiden, Spreeganer und Vegan Runners interessant sein.
Jede Mannschaft besteht aus vier Läufern/Läuferinnen. Die Mannschaften starten im Abstand von 20 Sekunden. Nur Mannschaften, die geschlossen ins Ziel kommen, kommen in die Wertung.

Der Start für die Einzelläufer war um 10 Uhr. Zum Halbmarathon traten 58 Läuferinnen und Läufer an. Später startete u.a. der aus früheren Laufberichten bekannte Robert Boyde-Wolke. Er lief wieder in Nadelstreifenanzug und Zylinder und kam mit seiner Mannschaft beim Viertelmarathon auf Platz 3.

Ich hatte mir eine Zeit unter 100 Minuten erhofft. Aber es war nicht mein Tag. Vielleicht lag es an der Kälte, vielleicht an den Windböen.
Ein paar Abschnitte der Strecke waren matschig. Für die erste Runde brauchte ich 51 Minuten. Meine zweite Runde war noch langsamer. Im Ziel wurden 1:44:12 für mich gestoppt. Damit war ich deutlich langsamer als in Finsterwalde. Immerhin konnte ich die Aufmerksamkeit des lustigen Stadionsprechers erregen. Er fand, dass mein Hemd gut zum Rasen passte; er konnte nur Vegan Runners nicht richtig aussprechen.

Ich denke, das Rennen ist für Mannschaften wirklich besser geeignet, und es gibt sicherlich schönere Laufveranstaltungen. Startgebühren, Umkleideräume und Duschen waren in Ordnung. Im Ziel gab es Äpfel, Bananen und heißen Tee. Wenige Siegerehrungen. Urkunden zum Herunterladen im Internet.

Mein Abschluss 2017
8 Wettkämpfe in der zweiten Jahreshälfte. 5 Rennen in Brandenburg:
Trebbin, Hennigsdorf, Finsterwalde, Kleinmachnow, Hohen Neuendorf; 3 Rennen in Berlin: Märkische Aue, Hasenheide, Britz. 3 der 8 Rennen waren länger als 20km: Trebbin, Finsterwalde, Britz. Ein 1. Platz in der AK
M45 am 17.09. in Kleinmachnow (Foto).

Solidarische Grüße
Karsten

Rückblick der Veranstalter:
http://www.stolpertruppe.de/2017/11/mannschaftslauf-2017/#more-5540
Bilder: http://www.stolpertruppe.de/bilder-vom-39-mannschaftslauf-2017/

Finsterwalder Dutzend, 09.09.17

Ein Bericht von Karsten Meyer.

In der Vorbereitung auf meinen zweiten Über-20-km-Lauf lief ich den Hennigsdorfer Citylauf (10,8 km in 50:17) und den Friedrichsfelder Gartenlauf (10,16 km in 47:09). Der Gartenlauf, bei dem ich meine Zeit um mehr als zweieinhalb Minuten verbessern konnte, fand leider zum letzten Mal statt. Der Citylauf in Hennigsdorf wechselte ungenau zwischen Straßen und Gehwegen, wobei die Straßenabschnitte nicht immer autofrei waren. Stefanie von Laufen gegen Leiden (Foto) wurde dort Zweite in ihrer Altersklasse. Im Training lief ich 12 km unter 57 Minuten.

Finsterwalde liegt in der Niederlausitz. Per Zug brauchte ich vom Bahnhof Lichtenberg mit Umstieg in Calau etwa eine Stunde und 45 Minuten. Vom Bahnhof Finsterwalde bis zum Stadion des Friedens waren es zu Fuß 20 Minuten.

Die Veranstaltung heißt Finsterwalder Dutzend, weil sie normalerweise zwölf Wettbewerbe umfasst. Die Marathonstrecke verläuft wohl auch durch zwölf Orte. Auch diesmal sollten es wieder zwölf Wettbewerbe sein, aber das Skating wurde wegen zu geringer Teilnahme abgesagt.

Start des Halbmarathons war um 15:45 Uhr MESZ. Nur 47 Läuferinnen und Läufer traten an. Das Wetter war angenehm, nicht zu warm, nicht zu kalt.
Es nieselte leicht. Bei dem Wetter musste ich unterwegs nichts trinken.
An den meisten Verpflegungsstellen lief ich einfach vorbei. Ich nahm nur zwei Apfelstücke, die ich während des Laufens langsam zerkaute.

Die Strecke war einfach, die Höhenunterschiede gering. Die meiste Zeit blieb ich locker und versuchte, gleichmäßig zu laufen. Ich hätte mir die Kilometerzahlen der Verpflegungsstellen nicht merken müssen, denn an der Strecke wurden die restlichen Kilometer bis zum Ziel angezeigt. So wusste ich immer ungefähr, wie schnell ich war. Im Schlussteil der Strecke vermischte sich die Halbmarathon-Gruppe mit den Gruppen der anderen Läufe. Das war kein Problem. Auf dem letzten Kilometer, kurz vor dem Stadion, ging es noch über matschigen Boden. Das fiel nicht mehr ins Gewicht. Meine Verfolger konnte ich auf Abstand halten. Obwohl ich niemanden mehr überholen konnte, zeigte ich einen Endspurt auf der Tartanbahn. Ich liebe Endspurts auf Tartanbahnen.

Mit der Zeit von 1:42:37 bin ich zufrieden. Sie lässt auf eine 25-km-Zeit unter zwei Stunden hoffen. Die werde ich vielleicht nächstes Jahr laufen.

Die Veranstaltung ist sehr empfehlenswert. Da der Start am Nachmittag ist, muss man nicht allzu früh aufstehen, um pünktlich da zu sein.
Startgebühr für den Halbmarathon: 16 Euro. Start und Ziel im Stadion des Friedens. Mehrere Verpflegungsstellen an der Strecke. Weitere Verpflegung im Ziel. Medaillen, Urkunden, Siegerehrungen. Umkleideräume, Duschen. Finsterwalde ist nicht finster. Vielleicht werde ich nächstes Jahr dort die 28 km laufen.

Solidarische Grüße
Karsten

Marathoncamp, 30.06.- 02.07.17

Nicole im Marathoncamp

Marathoncamp 30.06.- 02.07.2017

Ein besonderes Geburtstagsgeschenk…

Wer hätte das gedacht, dass ich dieses Jahr beim 44. Berlin Marathon starte? Ich sicherlich am wenigsten. Letztes Jahr fieberte ich nach einem Ermüdungsbruch noch vorm TV mit und kämpfte mich Anfang dieses Jahres mental und körperlich wieder zurück.
Das Highlight war für mich der Halbmarathon beim BIG 25, den ich das erste Mal unter 2h finishte. Danach hat es mich wieder gepackt und ich war fast etwas traurig, dass ein Marathon dieses Jahr nicht mehr möglich war. Denn mein erster Marathon sollte natürlich der meiner Herzheimat sein und in Berlin ist es bekanntlich nicht so einfach einen Platz zu ergattern. Vor allem 4 Monate vorher… Doch dann kam mein Geburtstag und meine bessere Hälfte schenkte mir das Marathoncamp vom SMS Medical Institute, inklusive Startplatz… Ihm lag viel daran mir damit eine Freude zu bereiten, aber auch mich gut vorbereitet zu wissen. Und das wurde ich definitiv…

Das Camp ging drei Tage lang und begann mit einem Kennenlernen der weiteren 14 Teilnehmer*innen und der Vorstellung des professionellen Teams, das uns in den nächsten Tagen begleitete: Natalie Baron – Assistenz und Pacerin beim Laktattest, Dr. Matthias Krüll – Fachmann für Prävention und medizinische Fragen, Dr. Srdan Popovic – Coach und Biomechanik-Fachmann, Matthias Jaworski – Coach und Fachmann für Leistungsdiagnostik und Lennart Sponar – Coach und Campleiter.

Hier seht ihr das komplette Programm:

Danach ging es zum Laktatfeldtest auf der Tartanbahn. Die Ergebnisse bekamen wir noch am selben Abend per Mail zugeschickt wodurch jeder zeitnah wusste, wo man in Bezug auf den Marathon leistungsspezifisch steht. Hierzu wurden wir auch entsprechend beraten. Alle Coaches hatten während dem Wochenende, aber auch per Mailkontakt danach, immer ein offenes Ohr und gaben wertvolle Tipps in Bezug auf einen individuellen Plan, Laufstil, Prävention/ Vermeidung von Verletzungen sowie den richtigen Schuh. Auch Ernährung rund ums laufen war natürlich ein Thema. Aber auch hier gab es ein gutes Miteinander und positive Gespräche. Bei den Teilnehmer*innen waren einige dabei, die schon etliche Marathons und/oder Ultraläufe bestritten hatten. Auch hieraus ergaben sich interessante Gespräche, die mich fesselten und mich in meinem Vorhaben noch mehr bestärkten.

Während dem gesamten Wochenende fühlte ich mich ernst genommen in meinen Fragen und entsprechend wirklich gut beraten. So konnten viele Fragezeichen in meinem Kopf durch das Camp geklärt werden, was mich mental noch mehr stärkte und mir in Bezug auf die nächsten 12 Trainingswochen und den Marathon Sicherheit gegeben hat. Auch wurde ich in meiner Vorliebe in Bezug auf das nüchtern laufen beim LDL bestärkt. Im Gegensatz dazu werde ich mich in den nächsten Wochen bei Tempoläufen an selbstgemachte Gels herantasten.

Besonders beeindruckt hat mich der Vortrag zur Lauftechnik und der intensive Trainingsnachmittag hierzu. Aber auch der letzte Tag, der als aktives Element „nur“ ein LDL beinhalten sollte, überraschte mich sehr und war letztendlich ein guter Abschluss. Hier ging es zum Tiergarten auf eine 3km Strecke was mich befürchten lies, dass es etwas eintönig werden würde. Denn zunächst gaaanz langsames Pulstraining für mich (nach Puls laufen fällt mir sehr schwer) und das 90-120min auf einer 3km Strecke. Doch auch hier kamen die Coaches bei jedem jeweils eine Runde mit und besprachen nochmal individuelle Themen und wiesen auf weitere wichtige Schwerpunkte im Training hin. Den LDL beendete ich nach knapp 90min da mein rechter Fuß anfing zu schmerzen. Ein leichtes zwicken bemerkte ich bereits einen Tag zuvor beim rückwärtslaufen. Denn auch das wurde mir wieder bewusst: Lerne auf deinen Körper zu hören und handele danach!

Rundum war es ein wirklich informatives, intensives und anstrengendes Wochenende bei dem ich jederzeit wieder teilnehmen würde und somit nur empfehlen kann 😊.

Liebe Grüße
Nicole

Die erste Leistungsdiagnostik


Die erste Leistungsdiagnostik

Das Marathontraining steht bevor, man sucht sich einen Trainingsplan heraus, sinnt über neue Laufschuhe nach und überlegt, die Energiegele nun doch endlich mal selbst herzustellen. Nachdem ich nun mehrere Monate, bzw. etwa ein halbes Jahr, eher gemütlich vor mich hintrainiert habe, mehr oder weniger regelmäßig, hatte ich jetzt beschlossen, es mal wieder richtig anzugehen. Doch wo stehe ich nun, nach so langer Pause? Um das herauszufinden habe ich einen Termin im Zentrum für Sportmedizin (Standort Olympiapark) gemacht und heute war es dann soweit.
Für mich war es die allererste Leistungsdiagnostik und entsprechend aufgeregt war ich. Da einige mich gefragt haben, wie so eine Diagnostik abläuft, versuche ich im Folgenden die wesentlichen Punkte grob darzustellen. Nach einer kurzen Einführung was mich heute erwartet, begann die Untersuchung mit einer Urinprobe. Es folgte dann das erste Gespräch mit dem Sportmediziner, in meinem Fall Frau Dr. Utsch. Sie checkte zunächst den Fragebogen (Erkrankungen in der Familie, Medikamente, Trainingspensum, Beschwerden…), den ich zuvor ausfüllen musste. Dann wurden Puls und Blutdruck gemessen, die Beweglichkeit getestet, der Brustkorb abgehört, die Wirbelsäule abgetastet und eventuelle Fehlstellungen wurden notiert. Anschließend ging es rein in die Sportklamotten. Bevor es auf das Laufband ging, wurden aber zunächst noch Körpergröße, -gewicht und -fettanteil ermittelt, sowie ein Lungenfunktionstest durchgeführt.
Dann endlich, das Laufband. Allerdings erst nachdem ich erst an allen Ecken und Enden verkabelt worden bin (Belastungs-EKG) und einen Brustgurt zur Pulskontrolle angelegt bekommen habe. Jetzt aber. Drei Minuten lang ging es in einem gemütlichen Tempo ganz langsam los (6:30 min/km?). Es folgte eine 30-Sekunden-Pause, in der dann zum ersten Mal Blut aus dem Ohrläppchen für den berühmten Laktattest abgenommen worden ist. Weiter ging es mit dem nächsten Belastungsintervall für drei Minuten, diesmal etwas schneller, und anschließend wieder eine 30-Sekunden-Pause für die Blutabnahme. Dieses Schema wiederholte sich und das Tempo wurde pro Zeitintervall immer um 20-30 Sekunden weiter gesteigert. Das Ende des Belastungstests ist quasi dann erreicht, wenn man merkt, dass das jeweilige Tempo nicht mehr gehalten werden kann. Nach einem kurzen Cool-Down war dann eigentlich auch schon alles vorbei.
Es ging unter die Dusche und dann wieder ins Sprechzimmer zur Auswertung. Alle aufgenommenen Werte werden besprochen, man erfährt wo das eigene GA1-, GA2- und Tempolauf-Tempo liegt und ob die gesetzten Ziele auch realistisch sind, bzw. ob nicht sogar mehr geht. Die komplette Auswertung bekommt man wohl nach einigen Tagen per Mail zugesendet. Es besteht auch die Möglichkeit, zusätzlich ein großes Blutbild anfertigen zu lassen. Diese Option habe ich allerdings nicht wahrgenommen. Das ganze Prozedere dauerte 2.5 Stunden und die Kosten lagen bei 153 Euro. Ich persönlich fand den Test sehr hilfreich. Nicht nur, dass ich jetzt weiß wo ich leistungsmäßig stehe, sondern auch, weil ich nun sicher sein kann, dass mit Herz und Kreislauf alles tip top ist und dem Marathontraining nichts mehr im Wege steht.

Liebste Grüße,
Jessi

Links:
Zentrum für Sportmedizin

Getting Tough, 10.06.17

Steve Klockow in Aktion

Ein brennender Nachmittag in der sonnigen Hölle von Mellrichstadt.

Der Name: „Getting Tough“ steht an sich für Eiseskälte, Leiden und Schmerzen. Das ist es, was in mir so viel Leidenschaft erweckt. Manche Leute mögen Kegeln, Spazieren oder Fischen, ich mag es Menschen vor Schmerzen leiden zu sehen 😀

Es ist nicht das Leiden an sich, sondern mehr die Tatsache, dass diese Leute Schmerzen ertragen, sich aber trotzdem nach Vorne kämpfen. Dieses Gefühl „nicht aufzugeben“ weckt in mir sehr viel Motivation und Wärme. Und im Feuer von Mellrichstadt war da einiges möglich.

Nach anfänglichen Wartezeiten wegen Naturschützern, die einen besonderen Uhu vor uns retten wollten, ging es los. Die Sonne brannte. Wie immer halb nackt, mit Flipflops oder barfuß ging ich mit den Sturmwölfen zur Startlinie.

Selbst dem Kalinator vielen meine dürftigen oder fehlenden Fußkleider auf und er fragte mich durchs Mikro, ob das tatsächlich mein Ernst sei. Meine Antwort äußerte sich in einem entspannten Lächeln.

Wenn ich mich selbst frage, warum ich das immer tue, gebe ich mir immer wieder die selbe Antwort: „Ich liebe es unter den schwierigsten Bedingungen das Beste zu erreichen.“ Ich kam untrainiert, mit dickem Bauch, bei brennender Sonne, ohne Sonnencreme und ohne Schuhe. Meine Gedanken waren fokussiert. Niederlage, Aufgeben oder mich zu verletzen gab es in meinen Gedanken nicht. Ich wäre auch weiter gelaufen, wenn ich mich verletzt hätte. So lange ich mich bewegen kann, komme ich durchs Ziel.

Der Startschuss fiel. Jetzt ging es los: Nun ist alles gefragt und es geht nur noch darum, wie hart du bist und was du ertragen kannst oder ob du zusammenbrichst. Was steckt in dir und wie weit gehst du wirklich?

Ich liebe es!

Männer, Frauen, alles von klein, dick, groß, schlank dabei. Die meisten natürlich muskulös, aber eben nicht alle. Und ich glaube, es zählen nicht die Muskeln, sondern die Gedanken. Du stehst und fällst mit dem Kopf. Wenn du dich den Schmerzen ergibst, hast du verloren, egal, wie gut dein Körper trainiert ist.

Mein Geist ist stark. Mein Körper wird meinen Gedanken folgen. Und so krochen, rannten und sprangen wir in den Schlamm und die Wassergräben.

Das ist schon alles nett, doch wie kann man einen Sommerlauf auch richtig hart machen?, wo in den Winterläufen doch sonst die Kälte das größte Hindernis ist.

Die Antwort war klar: „mit vielen harten und gemeinen Hindernissen“.

Nach gefühlten fünf Minuten war es soweit. Wir bekamen einen Sandsack auf die Schultern, der (wenn es mich nicht täuscht) 35 Kg schwer war. Nun ging es erstmal bergauf mit dem Sandsack, 1,9 Km lang.

Schnell machte sich bei mir das fehlende Training bemerkbar und ich schnaufte wahnsinnig wenn es hochging, und es ging sehr weit hoch.

Schritt für Schritt. Ich versuche den Sandsack so auszubalancieren, dass ich so wenig Kraft wie möglich nutzen muss. Ein Stück nach vorne zieht zu sehr nach vorn, zu weit nach hinten ist auch nicht so leicht, aber doch leichter als nach vorne, also trage ich ihn ein bisschen nach hinten geneigt.

Endlich auf dem Gipfel angekommen, ging es nun wieder bergab. Ich war jetzt schon ganz schön alle, wollte langsam gehen, hatte aber immer noch den Sandsack auf den Schultern. Ich beschloss also einen leichten Laufschritt einzulegen, um den kraftraubenden und verdammt schweren Sandsack schneller los zu werden.

Alle Wölfe außer mir waren trainiert, also alle schon lange weg.

Endlich sah ich das Ende dieser Etappe. Mein Schritt wurde schneller. Sandsack weg und weiter. „Jetzt wieder schneller laufen und die anderen einholen“. Einziges Problem: „Scheiße, ich bin total alle“. Ein unglaublich schönes Phänomen ist aber, dass man sich nach einer solchen Tortur sehr sehr leicht und befreit fühlt. Die Last auf meinen Schultern war weg und sie fühlten sich total geschmeidig an.

Nun lief ich was die Beine hergaben.

Holzwände waren zu überwinden, ca. 2,5 Meter hoch.

Die anderen Läufer waren von meiner fehlenden Fußbekleidung angetan und würdigten es mit eilender Hilfe.

Nun war es für mich an der Zeit wieder neue Menschen in mein Herz zu lassen.

Martin (mein neuer Held) rannte jedes Mal vor, wenn eine Wand kam und half mir mit einer Räuberleiter drüber zu kommen.

Beim ersten Mal bedankte ich mich, beim zweiten Mal lächelte ich schon mehr und beim dritten Mal nahm ich ihn in den Arm und dankte ihm herzlich, dass er mir diese Mühe ersparte.

Ich liebe diesen Zusammenhalt. Wir haben uns vorher noch nie gesehen und helfen uns doch in den schwierigsten Situationen. Sowas verdient Respekt und Anerkennung.

Doch ich bin ein Kämpfer und wollte mehr. Das Blut kochte in meinen Adern und ich musste mehr erreichen. Also rannte ich nach der dritten Wand nach vorn und nahm die kommenden Wände allein. Fuß an die Seite auf den Stützbalken und das andere Bein drüber geschwungen. So ging es auch sehr schnell und vor allem allein. Jetzt kam der Wolf in mir zum Vorschein und ich rannte wie besessen.

Immer wieder kam ich in Situationen in denen der Boden so steinig war, dass ich am liebsten meine Flipsis angezogen hätte. Wenige Meter später sah ich aber wieder Schlamm und so ließ ich sie aus.

Ich liebe es barfuß zu laufen. Es ist wie eine Passion für mich, mich natürlich zu bewegen. Viele Menschen mögen anders darüber denken, aber ich liebe es. Die Haut der Füße wird mit der Zeit auch immer härter und so kann ich mittlerweile auch immer steinigere Strecken unten ohne laufen.

Nur für besonders harte Stellen habe ich die Flipflops bei. Wenn es gefährlich wird, weil die Steine im Untergrund durchgehend scharfkantig sind, zieh ich die kleinen Scheißer an um mich doch noch etwas zu schützen.

Vom Ehrgeiz gepackt lief ich schneller und schneller. Nun kam ein neuer Gegner: „die Sonne“. Selbstredend habe ich vergessen, Sonnencreme aufzutragen. Ich creme mich so gut wie nie ein und dachte, es wird schon nicht so schlimm werden. Fazit: „es war die Hölle“. Meine Haut brannte von oben bis unten und ich war erst wenige Kilometer unterwegs. Da kam noch einiges und ich musste etwas tun.

Krebsrot dachte ich erst an Pflanzen. Spitzwegerich (sieht so ähnlich aus wie Löwenzahn) bringt gute Heilung, aber nur, wenn man dann nicht mehr in der Sonne ist. Ich war aber noch über Stunden in der Sonne unterwegs. Ich brauchte etwas, was die Haut abdeckt und kühlt. Klar, ich war ja im Wald.

Und was gibt es im Wald zur Genüge? Schlamm!

Ich hielt an der nächsten Pfütze an und rieb meine Schultern und meinen Hals mit Schlamm ein. Er kühlte fein. Die Haut war auch schon recht rot und heiß. Es war höchste Zeit zu handeln. Der Schlamm tat mir gut und ich rieb mich stark damit ein, damit keine Sonne mehr auf die Haut kam.

Wenn ich andere Läufer nun sah, waren die Reaktionen immer in zwei Kategorien aufgeteilt.

1. (verwundert) „Warum machst du das?“ – „Weil ich mir sonst die Haut stark verbrenne.“
2. (mit einem dicken Grinsen) „Cool, das machen die Wildschweine, Elefanten und sämtliche, andere Waldtiere auch.“

Egal, gelächelt und weiter, es gibt noch viel zu tun und wir sind noch nicht am Ziel.

Ich nehme die Hindernisse meist sehr schnell und leicht. Immer wieder merke ich, dass ich ziemlich gut mit den Hindernissen umgehen kann. Wenn andere Leute manchmal zwei Minuten dafür brauchen, bin ich meist in 20 Sekunden drüber, dafür stinke ich total beim Laufen ab, regelmäßiges Training ist eben noch nicht so meine Stärke.

Ich konnte die meisten Hindernisse also sehr schnell nehmen und holte sogar meine Wölfe manchmal wieder ein. Aber einmal eingeholt, waren sie bei der nächsten Laufstrecke auch schon wieder verschwunden.

Nicht so schlimm, ich kann auch mal allein laufen. Der Matsch kühlte meine Haut und schützte mich vor der brennenden Sonne. Ich fühlte mich wie ein Urmensch, aber es sah auch verdammt klasse aus 😀

Im Wald war es schattig, viele kleine, abgefuckte Übungen, Steine für 100 Meter tragen, Holzscheiben 100 Meter tragen, Sandsäcke …, Kugeln …..

Mein Körper schrie nach Wasser und Nährstoffen. Zum Glück gab es Martin und seinen Freund Andreas, die mir eine dopingartig wirkende Kaumasse gaben. Andreas sagte mir: „einmal zerbeißen, in beide Backen legen und nicht weiter kauen, einfach zerlaufen lassen“. Gesagt, getan …, sofort hatte ich wieder Power und legte weiter los. Mit dicken Hamsterbacken (wegen dem Gummizeug) lief ich mit großen Schritten, gestärkt, weiter.

Endlich kam mal wieder ein Hindernis meines Geschmackes. Ein Gerüst mit quer liegenden Holzstangen. Über eine Stange drüber klettern unter der nächsten unten durch (in 1,5 Meter Höhe), ohne runter zu fallen. Endlich durfte ich mal wieder etwas meinem Kopf einsetzen und mit relativ guter körperlicher Geschmeidigkeit glänzen 😀

Ich meisterte die Aufgabe phantastisch und scheiterte bei der letzten Stange. Schei… runtergefallen, 30 Burpees (in Liegstützposition stehen, dann in die Hocke gehen und einen Hockstrecksprung machen)

Doch alles egal, es gab Wasser!

Kraftgetankt, weiter geht es, die Hälfte ist geschafft. Der Wald zieht sich, doch die Wege sind mit viele kleinen Hindernissen wie Holz, Ästen und spitzen Steinen gefüllt. Ich fokussiere mich auf die Grasnarben und laufe immer im weichen, wenn ich eine Stelle sehe.

Heute will ich mich mal nicht verletzen. Ich reiße mir oft genug die Füße in den Läufen auf, damit soll heute Schluss sein. Heute will ich verletzungsfrei ins Ziel kommen. Doch selbst wenn es passiert, mache ich weiter.

Sowas kann theoretisch bei jedem Schritt passieren, also mache ich mir keine Gedanken darüber und laufe einfach weiter.

Aus dem Wald geht es wieder in die Sonne und bald zum Steinbruch.

Was für eine unfassbar schöne Umgebung. Tief beeindruckt laufe ich zu den Klippen, wo ich viele Leute warten sehe. Ich geselle mich zu ihnen und schaue was dort passiert.

Es ist eine Bergschlucht, an der man sich mit einem Seil ablassen muss. Einige Läufer sind sehr sehr schnell, andere sehr ängstlich und daher langsam. Die Schlucht ist steil und das Abseilen alles andere als alltäglich. Ich verstehe jede Angst. Doch da mir der Rücken von der Sonne brennt, drängle ich mich höflich und mit einem freundlichen Lächeln vor.

Ich lasse mich, ohne Schuhe, in die Schlucht hinab. Unten geht es zu einem steinigen Kreis von ca 100 Metern. Dort sollen wir eine Holzpalette mit zwei Sandsäcken (ca. 70 Kg) ziehen. Ich gehe zu einem Läufer, der fertig ist und sage ihm: „gib mal her, ich übernehme ab hier“. Im nächsten Moment breche ich fast zusammen, weil ich so gut wie gar nicht voran komme. Schei… ist das Ding schwer zu bewegen. Ich kämpfe stark, weil ich mit den Flipflops nur schlecht auf dem Schotter weiter komme. Die Runde zieht sich sehr sehr lang, aber auch dieses Hindernis ist irgendwann geschafft.

Direkt danach geht es bergab, weiter in die Schlucht. Ich bin verwirrt, weil ich zwei Wege sehe, erst später bemerke ich den Pfeil mit der Richtung, die wir nehmen sollen.

In der Schlucht angekommen, sehe ich einen der Helfer, der mir sagt, dass es nun nach oben geht.

Mit einem Blick nach oben fange ich gedanklich an zu stottern. Der scheiß Berg ist echt hoch und super steil. In solchen Situationen bekommt man sogar mich manchmal zum fassungslosen Staunen. Wenn ich mit einer Sache überfallen werde, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe.

Also bergauf und hoch hinaus.

Der Untergrund ist Gift für meine Füße. Alles gesplitterte Steine, sau scharf. Ich ziehe die Flipflops an und gehe ganz vorsichtig hoch, nur nicht zur Seite fallen, denn der Berg ist steil und die Steine sind scharf.

Mit viel Feingefühl, das ich noch nicht verloren habe, gehe ich Schritt für Schritt. Oben angekommen, gibt es die nächste Gemeinheit. Einen Eimer voller kleiner Steine tragen. Ich weiß nicht wie schwer er ist (sau schwer), aber ich sehe die anderen schon sehr stöhnen. Da ich ihn relativ günstig auf den Nacken, zwischen die Schultern lege, komme ich recht gut voran. Die 100 Meter habe ich nun auch geschafft.

Es geht weiter in eine Heide. Dummerweise sehe ich in der Ferne (links von mir, mehrere hundert Meter entfernt) Läufer und weiß, dass es jetzt eine ganze Weile erstmal in der Sonne weiter geht.

Ich höre auf zu denken und nehme den Weg. Schritt für Schritt. Die Sonne brennt, doch der Schlamm hält sich ganz gut auf meinen Schultern. trotzdem will ich so schnell wie möglich wieder aus der Sonne kommen. Ich halte den Laufschritt, fast geradlinig. Manchmal muss ich doch gehen, da es einfach zu anstrengend ist.

Die Hälfte der Strecke ist geschafft. Ich sehe wenige hundert Meter vor mir andere Läufer. Bis ich merke, dass ich an eine Kreuzung komme, an der ich noch eine ganze Strecke nach rechts und später links laufen muss, deprimierend aber nicht zu ändern. Wieder höre ich auf zu denken und konzentriere mich auf die Schritte. Ich atme gut, der Schritt funktioniert, die Schultern sind durch den Schlamm geschützt, zwischendurch kommt etwas Wind. Ich fühle mich also gut.

Ich sehe das Ende des Weges. Schnell einen Stein weit werfen und ab zur nächsten Wasserstation. Endlich gibt es sogar Bananen. Nach zwei Bananen ist der Kraftspeicher und der Magen wieder gefüllt. Ich kann mich etwas besser bewegen doch mir fehlt das Salz.

Ich kriege langsam kleine Krämpfe und das dehnen reicht nicht mehr. Schlimmer wird es bei den nächsten Hindernissen.

Ich komme dem Killingfield langsam näher. Aber wie heißt es immer so schön, das Beste kommt zuletzt.

Ich laufe mit großer Freude weiter, weil ich weiß, dass ich bald dort bin. Endlich kann ich die Sturmwölfe wieder sehen, mit Ihnen heulen und natürlich meine Freundin erblicken, die am Ziel schon auf mich wartet.

Ich komme ins Killingfield und nehme die nächsten Schlammlöcher. Jedes einzelne mit Bedacht. Immer Stück für Stück. Wenn ich jetzt zu überhastet bin, verletze ich mich vielleicht noch. Also alles mit viel Feingefühl meistern. Das Wasser ist kühl, aber die Berge sind rutschig, so rutschig, dass ich mir etwas überlegen muss um aus den Wassergräben wieder raus zu kommen. Es ist nicht leicht, aber ich finde einen Weg.

An den hohen Balken, die jetzt kommen, scheitere ich beim ersten Anlauf. Doch ich gebe ich nicht auf. Der zweite Anlauf ist schneller und mit genug Power komme ich auch drüber. Auf den nächsten Tonnen, die ich überqueren muss bekomme ich starke Krämpfe. Die Wade total verkrampft und verhärtet. Ich strecke das Bein vor Schmerzen. Andere Läufer wollen mir helfen und dehnen es ein bisschen. Unter starken Schmerzen muss ich kurz sitzen bleiben. Jetzt beginnt der interessante Teil des Laufes.

Ich bin schon so ausgelaugt, dass ich kaum noch Feingefühl habe und die Schmerzen von Mal zu Mal stärker werden. Nun kommt es darauf an. Jetzt kann ich zeigen, aus welchem Holz ich geschnitzt bin.

Als ich mich wieder bewegen kann, klettere ich von der Tonne runter und dehne die Wade. Ich werde nun vorsichtig sein, dass ich das Bein nicht mehr so stark einbeuge, so ist die Wahrscheinlichkeit für Wadenkrämpfe geringer.

Jetzt wird es fies. Direkt am Ende, wo kein Mensch mehr Kraft hat, kommt es dick, Hangelhindernisse. Ich sehe sie und denke nichts freundliches…

Ich gehe zu dem Helfer und frage ihn, was ich machen muss, wenn ich es nicht schaffe, mich über den Parkour zu hangeln. Er sagt, dass ich zur Strafe eine Steinkugel tragen muss.

Ich schaue nach der Steinkugel, lächle ihn an und gehe durch das Hangelhindernis durch, direkt zur Strafstelle und absolviere die Strafe mit der Kugel.

Ich finde es immer witzig, wenn die Strafe leichter ist als die Übung, die man machen soll, um keine Strafe zu bekommen. Die Kletterwand schaffe ich auch nicht mehr, da ich kaum noch Feingefühl in mir habe. Ich setze diese Strafe also gleich noch mit hinten dran. Wieder Krämpfe in der Wade, aber ich bin auch schon fast am Ende.

Jetzt wieder ein Hangelhindernis. Ich hangele mich tatsächlich bis zum Ende durch und sehe eine Wand, so wie man sie mit einem Fahrrad oder Skateboard hochfährt. Ich sehe, wie die Leute mit starkem Anlauf dort hoch rennen und versuchen die Hände der anderen im Sprung zu greifen.

Weil ich dort ein Seil hängen sehe, bin ich ein bisschen verwundert und gehe ganz entspannt dort hin um das Seil zu greifen. Ich gehe relativ geschmeidig hoch und werde von den anderen hochgezogen. Ich reiße das Bein ein letztes Mal hoch und rolle mich auf die Plattform. Das Bein schön gestreckt halten, damit es nicht wieder krampft.

Auf der anderen Seite muss man runter ins Wasser rutschen. Als ich im Wasser lande, bin ich ein bisschen orientierungslos, weil ich nicht weiß, wo es raus geht. Schon relativ verwirrt, folge ich der Richtung, die mir die Leute mit dem Finger zeigen.

Als ich raus klettere sehe ich auf einmal, dass ich schon im Ziel bin. Endlich kann ich fast alle Sturmwölfe und meine Freundin in die Arme schließen. Die Medaille ist wie immer wunderschön!

Fazit: Da haben sich der Kalinator und der Capitano doch ganz schön was einfallen lassen.

Für mich persönlich waren es zu viele Hindernisse, an denen man wirklich etwas schaffen musste. Ich bin ja eher so der Typ, der gern mit Geschmeidigkeit und Lösungen an schwere Hindernisse heran geht. Ich mag es mehr meinen Kopf einzusetzen. Wenn ich aber nur Kugeln tragen muss, kommt der Kopf meist zu kurz.

Im selben Moment sagt mir das aber auch, dass ich endlich mal beginnen sollte zu trainieren, aber das sage ich mir auch nach jedem anderen Lauf 😀

Mein Fazit ist also: Es war hart und gut, aber im Enddefekt ersetzt nichts die Kälte des Winters. Die Kälte macht für mich den größten Reiz aus. Die Sonne war auch hart, aber ich konnte sie mit Schlamm überlisten, und auch wenn er regelmäßig getrocknet und dadurch abgefallen ist, hat es super funktioniert.

Resultat: Schmerz geht, Stolz, Muskelkater und Sonnenbrand bleiben noch ein paar Tage.

Treppenmarathon Radebeul, 22/24.04.17


Das vierte Mal nun sind wir angemeldet zum Mt.Everest Treppenmarathon.
Die ursprüngliche Aufregung vor der Anstrengung ist verflogen. Das leidige Problem mit den abspringenden Teammitgliedern ist geblieben.
Eigentlich waren Félix, Emile und Ich angemeldet. Diesmal mussten wir den Leidensweg ein weiteres Mal ohne Emile nehmen, der aus persönlichen Gründen nicht dabei sein konnte. Immerhin fanden wir mit Jens Nähler, einem erfahrenen Trail Läufer und Vegan Runner, relativ schnell Ersatz.

Und eigentlich kann ich Jens‘ ursprünglichen FB Bericht nichts mehr beifügen:

Heute war Staffel, die sogenannte Dreierseilschaft, angesagt, Start um 0 Uhr über 100 Runden in Radebeul. Das sind: 84,390 km mit 8848 m Höhenunterschied. 39.700 Stufen aufwärts, 39.700 abwärts. Dazu am Ende der Treppe eine Steigung, wie sie manch einer in der Woche nicht rennt. Und oben auch.

Weil Felix (im Bild mitte) leider nach 15 von ihm gelaufenen Runden verletzt ausfiel, haben Pit und ich allein weitergemacht – wohl wissend, dass wir aus der Wertung fallen (weil jeder der drei Läufer mindestens 25 Runden absolviert haben muss), obwohl wir mehr rennen müssen. Dabei sein ist alles…
Der Treppenmarathon war definitiv das Härteste, das ich läuferisch bisher je gemacht habe. Nicht zu vergleichen mit irgendwas! Und es gibt Athleten, die laufen 24 Stunden allein, um mindestens die 100 Runden zu erreichen, mit denen man den Mt. Everest erklommen hätte! In der Staffel (Seilschaft) geht es dagegen darum, dieses Ziel möglichst schnell zu schaffen. Ich habe den allergrößten Respekt vor allen Läufern – gegen diese Treppe sind die Kaskadentreppen in Kassel, obwohl mehr und länger, eine Wohltat für die Beine…
Am Ende behaupteten wir unseren zweiten Platz – trotz eines Läufers weniger sogar mit fast drei Runden Vorsprung – und sind zumindest für uns trotzdem zweiter Sieger (der Herzen).
War eine Lektion in Sachen Mentaltraining für mich: Als irgendwann feststand, dass Felix definitiv nicht mehr würde laufen können, wollte ich ernsthaft abbrechen, weil ich mir weitere 28 Runden nicht zutraute. Und wir Sonne erst erhielten, als wir im Ziel waren. Davor: Nacht, Wind, Regen, Kälte, Hagel – und damit einhergehende Erschöpfung. Man muss sich das runterrechnen, kleine Ziele setzen. Wir legten dann fest, doppelte Runden zu laufen – so waren es dann nur noch 14 x 2 Runden. Und wenn man erst bei Runde zehn ist, steigt man dann auch nicht mehr aus (auch wenn die zehn zwanzig Runden entspricht).
Jede einzelne Runde war hart – aber am Ende war ich meist sogar in der zweiten Runde schneller als in der ersten und blieb hintenraus erstaunlich konstant auf gutem Niveau mit etwa 7:40 min pro Runde. Bei jeder Runde musste ich auf die Zähne beißen und fluchen. Aber aufgeben? Never. Klingt etwas pathetisch, ist es auch. Doch ich wollte diese Herausforderung unbedingt meistern.
Am Ende lief ich 43 Runden, 3800 HM. Wir waren in etwas über 12 Stunden durch. Man stellt einfach immer wieder fest, dass man viel mehr leisten kann als man zuvor vermutet hat.

Fazit: Ein großartig, hochanspruchsvolles Event, das heute besseres Wetter verdient hätte.
Danke an meine Mitläufer, die tolle Orga, die netten Helfer, die herrliche Massage und die Zuschauer, die sich an die Strecke verirrt haben. Und einen ganz besoderen Dank an Claudine, die unermüdlich unsere Zeiten notierte und uns die ganze Nacht und den Rest unterstützte! Wow. 👍
Ach ja: Ich bin fix und alle und müde.

Pit Reger und Jens Nähler

Weitere Links:
Erfahrungsbericht eines anderen Läufers
– Veranstalterseite: Sächsischer Mt. Everest Treppenmarathon

12. Darß Marathon, 23.04.17

Ein Bericht von Birgit Leszinski.

Bereits zum 3. Male stand ich am Start des Darß Marathons in Wieck.
Diesmal ohne Regen, immer wieder mal Sonne, dafür eisiger, oft böiger Wind.

Und ich hatte nur ein Ziel, endlich unter 4 Stunden!
War ich irre, bei der anspruchsvollen Strecke?
Laut Trainingsplan waren 03:58 möglich, mein Plan B, falls nicht alles supi läuft, 03:59:) und das bitte ohne Stress und Druck.

Auf den Wiesen zwischen Wieck und Prerow begrüßte uns ein starker, eiskalter Wind. Gut, das ich mich zwischen großen Jungs „verstecken“ konnte. Nur so lief ich schneller als geplant.

Im Ostseebad Prerow; meinem Urlaubsort, super Stimmung, Musik und Spinnmarathon.


Dann durch den Darßer Urwald; Sümpfe, uriger Buchenwald und Naturlehrpfade.
Es gab viel zu bestaunen, schön dass ich noch ein paar Tage hier bin.

Kurz vor Ahrenshoop auf dem Deich die HM-Marke, nun nur noch 21,1 km. So zählte ich die km runter und es lief gut und machte Spaß. Der Weg führte nun durch den Ort und dann rauf auf die Steilküste, was für ein toller Blick auf die stürmische Ostsee.
Aber dieses Stück kostete viel Kraft und es wird nicht einfacher. Keine Stecke für Bestzeiten, dachte ich noch. Immer wieder blies ein böiger Seitenwind und dann der nicht endende Weg an der Boddenküste Richtung Born. Zum Glück schob mich hier der Rückenwind vorwärts.

Die letzten 10 km musste ich arg kämpfen. Ich ignorierte die leichten Fußschmerzen und das Teufelchen: „Hey da ist eine Bank, hör doch auf, quäl dich nicht so.“ Aber nichts da, einige Läufer konnte ich noch einsammeln, das motiviert. Nicht lustig, wieder einmal die Nordic Walker zu dritt nebeneinander.

Dann endlich das Ziel in Sicht, ein ungläubiger Blick auf die Anzeige 03:56.. brutto.
Wie oft hatte ich mir den Zieleinlauf mit 03:58 vorgestellt aber nicht im Traum gedacht noch schneller zu sein. Ich brauchte eine Weile bis ich das realisiert hatte, dann ließ ich mir, fix und fertig aber glücklich, das Erdinger schmecken.

Später die Urkunde: 03:55:38 netto, 2. Platz AK 50

Damit habe ich die Vorjahreszeit um 20 min verbessert und war sogar 10 min schneller als beim Berlin Marathon.

Die Organisation war wieder top, reichlich Verpflegungsstellen, nette Leute und die einzigartige Medaille.

Diesen wunderschönen Landschaftslauf möchte ich nicht missen, also dann bis April 2018.

www.darss-marathon.de
www.darss-marathon.de

Alle Fotos:

Bericht aus dem Jahr 2016
Bericht aus dem Jahr 2015