Archiv der Kategorie: Persönliche Berichte

5i50, 01.07.2012

Hi,

heute möchte ich vom gestrigen 5i50 Triathlon in Berlin berichten. Gleichmal vorab noch einmal vielen Dank an Andrea und ihren Freund, dass das mit dem Shirt so gut geklappt hat!

Der 5i50 Berlin hatte am Sonntag Premeire in der Stadt. Es handelt sich dabei um einen Triathlon olympischer Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen), jedoch ohne Windschattenfreigabe, so dass man auch mit einem Triathlonrad oder -Ausfatz fahren darf. Die Serie wird weltweit ausgetragen.

Das Schwimmen fand in der Spree und zwar um den alten Zollanleger am Badeschiff im Kreuzberg statt. Die Nach von Samsatg zu Sonnatg ließ zunächst nicht Gutes erwarten, ich hatte fast damit gerechnet, dass das Schwimmen ausfallen würde aber der Sonntag präsentierte sich dann mit Sonnenschein und fast schon zu warmen Temperaturen.

Die Wechselzone war in der Arena eingerichtet und da kamen etwa 1.000 Starter zusammen. Das war schion eine tolle Kullisse zumal auch hochkarätige Profis am Start waren. Leider hatte sich Michael Raelert im Training den Fuß verknackst und konnte nicht starten. Er übernahm stattdessen die Moderation.

Ich war der zweiten Startwelle zugeordnet und so ging es gegen 8.10 Uhr ab in die Spree. Das Wasser war erstaunlich gut (ich hatte da eher eine Kloake erwartet) . Los ging es erstmal Richtung Schlesisches Tor und dann nach der ersten Wende am Anleger entlang, am Molekular-Men vorbei bis fast zur Elsenbrücke und dann nach der Wende auf der anderen Seite Richtung Badeschiff zurück. So richtig wohl fühlte ich mich allerdings beim Schwimmen nicht. Irgendwie kam ich nicht in den Rythmus und so litt dann auch die Zeit ein wenig. Aber ich hatte mir ja nichts weiter vorgenommen, als dabei zu sein und Spaß zu haben.

Raus aus dem Wasser und aufs Rad. Es ging dann durch Treptow und Neukölln über den Columbiadamm zum Tempelhofer Feld. In Neukölln waren aber fast alle noch am Schlafen und so waren nur die Streckenposten als Zuschauer an der Strecke. Auf dem Feld war es relativ windig und ich war froh, dass es ein Non-Drafting Rennen war und ich mich schön tief auf meinen Zeitfahrlenker legen konnte. Der Gegenwind konnte so nicht viel ausrichten. Radfahren auf dem Tempelhofer Feld ist herrlich, denn so breite, völlig autofreie Strecken gibt es sonst nirgends. Ich hatte meinen Rythmus gefunden. Es galt drei Runden von 10 km Länge auf dem Feld zu bewältigen und es lief gut.

Leider hatte ich dann aber auf der Hälfte der zweiten Runde das Pech, dass mir eine Biene direkt oben in den Helm flog. Oder andersrum hatte die Biene das Pech, dass ich ihr in die Flugbahn fuhr. Erstmal drin im Helm ging es für sie leider nicht wieder raus. Die Biene reagierte darauf, wie Bienen das nunmal tun, sie stach zu. So ein Bienenstich direkt in die Mitte des Schädeldachs verursacht ordentliche Schmerzen und gleich darauf hatte ich das Gefühl, der Zahnarzt hätte mir eine Betäubungsspritze direkt unter das Schädeldach gesetzt. Bis zu den Ohren wurde es taub. Ich musste also anhalten, den Helm abnehmen (wobei ich mich fragte, ob das denn nach dem Regelwerkr erlaubt ist, denn mit dem Helm sind Kampfrichter sehr streng) und die Biene ausschütteln. Leider reißen sich Bienen ja den Stachelapparat heraus, wenn sie stechen, was sie wohl (so wie ich gehört habe) regelmäßig nicht überleben. Vergleich man also mein taubes und dennoch schmerzendes Schädeldach mit dem Schicksal der Biene, bin ich gut weggekommen.

Nach einer kurzen Besinnungspause entschloss ich mich wieder aufs Rad zu steigen und weiterzufahren. Was sollte ich auch tun, ich stand ja mitten auf der Startbahn und musste ohnehin irgendwie in den Zielbereich kommen. Das Radfahren klappte aber ganz gut und an der nächsten Verpflegungsstelle griff ich mir eine Flasche Wasser und schütte sie in den Helm. Das kühlte und so fuhr ich den Radsplit zu Ende.

Ich hatte das Runners-Shirt für das Laufen vorgesehen und so steckte es natürlich im Kleiderbeutel für das Laufen. Also nicht lange überlegt, ab in die Wechselzone, Lauschuhe und Runnersshirt angezogen und los auf die 10 km. Am Anfang lief ich noch etwas zurückhaltender. Einerseits weil ich noch nicht allzu viele Koppeltrainings dieses Jahr gemacht hatte und erstmal gucken wollte, wie die Beine sich anfühlen und zum anderen war ich mir auch unsicher, ob der Piekser nicht doch irgendelche Auswirkungen haben würde (bis auf das Pochen und das Taubheitsgefühl). Aber es lief sich ganz gut und zur Mitte der ersten von zwei Laufrunden hatte ich einen guten Rythmus, der mich bis ins Ziel trug.

Die Zeit war natürlich durch die Bienenepisode nicht besonders gut aber mir wars egal. Ich hatte richtig Spaß, der Wettkampf war vom SCC Berlin sehr gut organisiert und im Ziel gab es neben Medaille und Finisher-Shirt lecker geviertelte Orangen, von denen ich so einige verschlang.

Das Finish gestern sichert mir den Startplatz für den Ironman 70.3 nächstes Jahr in Berlin und da werde ich wieder am Start sein.

Jetzt gilt es etwas auszuruhen, um dann die letzten Wochen vor dem Aquathlon zum Training zu nutzen.

Eine gute Woche Euch und viele Grüße
Alex

PS: Ich finde es immer ganz amüsant, wie man den Leuten am Streckenrand ansieht, dass sie nicht glauben, dass man vegan und sportlich sein kann.:-). Sobald es Bilder von gestern gibt, leite ich sie weiter.

Verfasst von Alexander Malchow

BIG 25, 06.05.12

2012- BIG25
2012- BIG25

Mein Laufbericht:
Berichtet man über einen Berliner Citylauf, berichtet man über alle. Aber irgendwie auch nicht, denn viele der innerstädtischen Läufe haben ihre Besonderheit. So auch der BIG 25, angeblich der älteste Stadtlauf Berlins, der am Sonntag wieder anstand. Traditionell mit der klassischen Strecke von 25 Kilometern, aber auch mit einer Halbmarathondistanz und den 10 Kilometern. Insgesamt nahmen 10.478 Läufer teil. Ich hatte mich für die 25 Kilometer angemeldet. Es herrschte perfektes Läuferwetter. Acht Grad, kein Regen, kaum Wind, dafür aber auch mit einem trist und grau bedeckten Himmel. Um 10 Uhr fiel der gemeinsame Startschuss auf dem Olympischen Platz zu Fuße des Olympiastadions. Ich lief konstant durch. Ohne Highlights und ohne herausfordernde Anstrengung. Trotz der Temperaturen schwitze ich viel Wasser, sodass ich an jedem der vier Getränkestationen mindestens zwei Becher Wasser griff. Am Ende war meine Kleidung klitschnass.
Bei 2 Stunden und 13 Minuten lief ich durch das Ziel. Es hätte auch besser sein können. Aber am Ende ist man immer schlauer. –

Und was ist das Besondere an diesem Lauf, der wie die anderen Läufe eben auch an den vielen Sehenswürdigkeiten der Berliner City entlang führt? Es ist vor allem der Zieleinlauf! Denn wenn man wieder am Olympischen Platz ankommt, läuft man zunächst außen am Stadion entlang, schwenkt dann aber irgendwann und läuft in die Katakomben des imposanten Gebäudes ein. Im unterirdischen Gebäudegang steht dann nochmal eine Trommlerband, die es rhythmisch richtig knallen lässt, – intensiviert durch den Schall, kommt da das erste Mal richtig Gänsehaut auf. Von da an läuft man schon aufgeputscht den Weg entlang, welcher mit vielen Bodenstrahlern beleuchtet ist, in Richtung des grellen Lichts am Ende des Tunnels. Man hört schon das Jubeln und Getöne, welches vom Stadion dringt, und je näher man kommt, desto lauter wird es. Und dann läuft man hinein! Wie ein Bekannter zu Recht berichtete, glücklich mit Pippi in den Augen und mit einem ordentlichen Schwall Gänsehaut. Es haut einen glatt um, aber man läuft weiter, auf die blaue Tartanbahn. Eingerahmt von dieser riesigen Stadion-Schüssel, die 70.000 Menschen Platz bietet. Und man läuft. Noch eine Bahn. Und sieht sich mit etwas Glück auf der riesigen Leinwand, die mitten in der Südkurve steht. Am Ende ist es wie eine berauschende Erfahrung. Man läuft ins Ziel. In den paar Rängen, in gleicher Höhe, jubeln hunderte gar tausende Zuschauer. Es ist der Hammer! – Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder!!!

Bis dann,

Auge.

Verfasst von Andreas Augstein (Auge)

6. Airportrun, 22.04.12

2012_airportrunDie sechste Auflage des Airportrun stand am vorigen Sonntag an. Zum letzten Mal vor der anstehenden Inbetriebnahme konnte man über die Start- und Landebahn des Großflughafens BBI entlang laufen. Ich hatte mich für die 21 Kilometer-Strecke entschieden. – Die Anreise war für mich wie eine kleine Weltreise. Um 06:30 Uhr in der Früh (am Sonntag -, um das nochmal zu betonen!!!) klingelte der Wecker. Etwa vierzig Minuten brauchte ich von Wittenau mit Bus und Bahn Richtung S-Bahnhof Flughafen Schönefeld. Besonders das letzte Stück mit der S-Bahn, als an mir die unbebaute Weite, Kleingartensiedlungen und mal in Betrieb, mal leer stehende Industrieanlagen vorbei flogen, machte sich bei mir Fernweh breit. Als ich dann endlich um 08:30 Uhr am S-Bahnhof Schönefeld ankam, ging es mit extra eingerichtetem BusShuttle weiter. Husch, kurz angestanden und schon saß ich im Bus. Nochmal gemütliche 20 Minuten Fahrt und aus dem Fenster gucken. Schließlich erreichten wir den Flughafen. An einem von zwei großen Wartungshallen für Flugzeuge hielt der Bus. Um 09:00 Uhr war ich dann also da. Bis zum Start um 10 Uhr hatte ich noch genügend Zeit, und so inspizierte ich erst mal die Gegend. Es gab eine große Bühne, Infostände, Imbissbuden und eine ganze Menge Biertische. Auch genügend viele Toiletten und Duschen. Am anderen Ende des Flughafens konnte ich in einigen tausend Metern Entfernung das Terminal sehen. Hier und da waren auch einige aufgeschüttete Sand- oder Geröllhaufen zu sehen und einige Bagger standen still herum. Vor allem aber herrschte die Weite mit einer endlos glatten Fläche aus Beton und Wiese. Nach der Inspizierung zog ich mir meine Laufklamotten an, kurze Hose und kurzärmliges Shirt, obwohl der Wetterbericht Regen und Wind voraussagte und dem auch der graubedeckte Himmel gerecht wurde, und gab anschließend noch meinen Kleiderbeutel ab. Mittendrin steuerte Andrea mit familiärem Anhang auf mich zu. Gerechnet hatte ich nicht mit ihr, hatte ich doch die Tage vor dem Lauf nichts per E-Mail gehört. Sie erzählte mir, dass sie sich zuletzt wegen ihrer Arbeit ordentliche Blasen an den Füßen gelaufen ist und sich bis zum Schluss offen halten wollte, ob sie den Lauf mitmacht. Jetzt, wo sie da war, wollte sie eventuell nur die 10 Kilometer joggen, auch wenn sie sich für 21 Kilometer angemeldet hat. Nach einem kurzen Plausch war das Warmlaufen angesagt und kurz darauf reihten wir uns in unsere Startblöcke ein. Just kurz vor dem Startschuss bildeten sich Wolkendurchbrüche und die Sonne schien kräftig herab. Fast 4000 Tausend Läufer standen am gemeinsamen Start von 10 und 21 Kilometer. Endlich ging es los! Nachdem die Startlinie hinter mir lag, ließ ich die Wartungshallen rechts neben mich und lief die halbe Schleife entlang, um auf die südliche Start-und Landebahn zu gelangen, die 600 Meter breit ist und vier Kilometer lang. Der Wind blies einem kräftig entgegen und machte das Laufen schwerer. Aber es gab, zwar selten, auch windstille Momente, nur waren die meistens dann, wenn man gehofft hatte, es könne jetzt nur Rückenwind geben. Von der Start- und Landebahn konnte man in alle Richtungen bis zum Horizont gucken und mit den kräftigen grauen Wolken am Himmel und der Sonne, die an einigen Stellen durchbrach, hinterließ das ein sehr beeindruckendes Gefühl. Wehte der Wind nicht, war es dazu auch noch richtig still. Das Auftreten der Läuferfüße dämpfte der Beton sehr gut ab, außerdem zog sich das Läuferfeld immer weiter in die Länge. Und so war man mit sich selbst beschäftigt und hatte mehr mit sich zu kämpfen, als wenn immer wieder neue Eindrücke auf einen einprasseln, es Schaulustige am Rand gibt, oder Bands und Trommler, die einen einheizen. All das war nicht. Die letzten 5 Kilometer vielen mir richtig schwer und ich war doch froh, als ich durch den Zieleinlauf lief. Kurz nach mir lief auch Andrea ein. Dank Blasenpflaster waren es dann doch 21 Kilometer. Nach einem Foto für den Verteiler verabschiedeten wir uns. Nachdem ich geduscht hatte, entspannte ich mich auf meiner langen Heimkehr, glücklich und stolz und mit einer Medaille in der Hand.

Schade, dass es das letzte Mal in dieser Art den Airportrun gegeben hat, denn solange kein Sauwetter herrscht und es nicht allzu kalt ist, ist es doch ein besonderer Lauf.

Bis dahin, es grüßt
Auge
(Andreas)

Ergebnisse:
Augstein, Andreas Wolfgang (GER) Vegan Runners 01:55:03 01:51:06
Hayn, Andrea (GER) Vegan Runners Berlin 02:02:42 02:00:34

Berlin Läuft News:
Japhet Korir bricht Streckenrekord, 3.972 Läufer auf dem neuen Flughafen BER
[22.04.2012] – Zwei Rekorde gab es am Sonntag bei der sechsten Auflage des Berliner Airport Run. Mit 3.972 Läufern, die über die Halbmarathondistanz beziehungsweise über 10 km an den Start gingen, verzeichneten die Veranstalter von BERLIN LÄUFT einen Teilnehmerrekord. Sehr deutlich wurde damit die Vorjahreszahl von 2.125 Läufern übertroffen. Für den spitzensportlichen Höhepunkt sorgte auf dem neuen Hauptstadt-Airport Berlin-Brandenburg (BER), der in rund zwei Monaten eröffnet wird, Japhet Korir. Der Kenianer brach über 10 km den Streckenrekord und war nach 29:15 Minuten im Ziel.
Im Rennen der Männer über 10 km war schnell klar, dass die Kursbestzeit, die André Pollmächer (Rhein-Marathon Düsseldorf) im vergangenen Jahr mit 31:15 Minuten aufgestellt hatte, deutlich unterboten wird. Die Kenianer Japhet Korir und David Kogei machten das Tempo und steuerten klar auf eine Endzeit von unter 30 Minuten zu. Japhet Korir setzte sich schließlich mit 29:15 vor seinem Landsmann Kogei durch, der nach 29:25 im Ziel war. Dritter und damit bester Berliner in diesem Rennen war der Berliner Adam Pardoux in 34:09.
Bei den Frauen gab es über 10 km keine internationale Konkurrenz. Hier setzte sich Karsta Parsiegla (SCC Berlin) in 39:36 Minuten vor Lisa-Maria Schreier (LAZ Salamander Kornwestheim/40:13) und Krissy Barduhn (Kleinmachnower LC/41:55) durch.
Beim Halbmarathon gewann auf dem Gelände des neuen Flughafens – gelaufen wurde auch über die zukünftige Start- und Landebahn – Isaac Cheruiyot praktisch konkurrenzlos. Der Kenianer war nach 1:04:39 Stunden im Ziel. Zweiter wurde Dirk Kiwus (Berlin) in 1:17:10 vor Max Böttner (SVE Frankenhain/1:20:40). Schnellste Frau war über die 21,0975-km-Distanz Katja Czerr (Tri-Team Berlin) mit 1:36:49. Sie gewann vor Christiane Müller (SCC Berlin/1:37:09) und Manuela Edler (LC Ron Hill Berlin/1:37:41).

Links:
http://www.airportzentrale.de/teilnehmerrekord-beim-6-airport-run-in-berlin/14826/

30. Pankower Frühlingslauf, 14.04.12

Der Name war Programm. – Am Samstag schien die Sonne schön kräftig, bei etwa acht bis zehn Grad. Dazu passte auch, dass es endlich überall grün wird und das die Strecke am Rand einer Parkanlage (südlicher Zipfel der Schönholzer Heide) entlang führt. Mein Fazit gleich am Anfang: Der Pankower Frühlingslauf ist ganz nett, aber auch nicht allzu besonders. Auch wenn es durch den Park geht, der Fahrzeuglärm ist allgegenwärtig. Pluspunkte gibt es für den Moderator, der mit Hilfe der Flächenbeschallung durch Lautsprecher die Show an den Man / die Frau bringt, und natürlich auch dafür, dass es Umkleidekabinen und Duschen gibt.
Bei mir stand die 12,5 Kilometer-Strecke auf dem Programm. Kathrin hatte sich angekündigt, um tatkräftig Anzufeuern. Gegen 11 Uhr fiel der Startschuss. Ich hoffte auf eine Zeit knapp unter eine Stunde. Der Laufweg war harter Waldboden, hier und da etwas schottern und mit Wurzeln überzogen. Nach wenigen Hundert Metern folgte ein steiler Anstieg und man musste eine ordentliche Anhöhe überwinden. Als ich den Berg danach wieder herunter lief, wünschte ich mir weitere schöne Abstiege. Die sollten auch noch kommen, denn die Strecke hatte fünf Runden. Als ich das zweite Mal den Berg hinauf lief, war mir klar, nicht nur Bestzeit ist hier nicht drin. Die Beine waren schwer und meine Geschwindigkeit nahm stetig ab. Im Start-Ziel-Bereich stand Kathrin und feuerte mich an. Dort machte ich dann wieder einige Sekunden gut. In der dritten Runde zog dann langsam ein älterer Läufer an mir vorbei, der auf meine Höhe sagte: „Jetzt ne Bratwurst!“ Ich war erst perplex, antwortete dann aber: „Oder ne Zigarette!“ Daraufhin murmelte er irgendwas wie „Das jetzt nicht…“, um dann laut und demonstrativ wie bei einer Rezitation zu sagen: „Trennkost – Das Fleisch vom Knochen trennen“. Er zog an mir vorbei und am Rücken seines Laufshirts stand in großen Lettern „Evangelische Läufergemeinde“ und darunter folgten Daten von den absolvierten Läufen. Ich rief dann noch: „Auge um Auge. Zahn um Zahn!“ Er murmelte noch etwas und zog dann von dannen. Allmählich zogen immer mehr Spitzenläufer an mir vorbei, die mich umrundet hatten.
Es lief nicht sonderlich gut. (Obwohl, solange man Gespräche führen kann, kann es ja gar nicht so schlimm gewesen sein.) Ausreden hat man ja immer. Vielleicht lag es daran, dass ich schlecht geschlafen hatte oder auch daran, dass ich dummerweise auf leerem Magen lief? Jedenfalls galt es nur noch, durchs Ziel zu kommen. Bei etwa 1:06 lief ich ein. Froh darüber. Kathrin erwartete mich mit einem Becher Wasser, den ich gierig leerte. Ein Bekannter (der Moderator) kam noch auf mich zu und freute sich: „Nicht wahr, der Berg ist heftig!“ Kathrin steuerte bei und wusste, dass es eigentlich ja fünf Berge waren. Ich bekam gleich darauf noch eine Urkunde und eine Rose in die Hand gedrückt. Die Rose ging dann an Kathrin weiter. Wir saßen noch einige Minuten in der Sonne. Und dann ging es ab nach Hause. Im Großen und Ganzen war es doch (wiedermal) ein toller Lauf.

An Kathrin: Vielen vielen Dank nochmal für die Unterstützung!!! J

Es grüßt Auge
(Andreas)
P.S:

http://www.ksv90-berlin.de/Ausschreibung.htm – Homepage des Veranstalters

http://g.co/maps/2q32u – Google Map, die Sportanlage und der irgendwo unter den Bäumen die Strecke…

23. Lauf der Sympathie 18.03.12

Lauf der Sympathie 2012
Hallo ihr Lieben!

Um exakt 11 Uhr ging es heute von Falkensee (in Brandenburg) Richtung Spandau (Berlin) los zum 23. Lauf der Sympathie. Wie immer recht weit hinten eingereiht standen wir für einen kurzen Moment beisammen, Auge, Matze, Diana und ich. Dann ging es los, Stau, jede Menge Läufer_innen. Matze zischte sofort von dannen, während ich mich noch an Auge hielt. Den musste ich nach km 1 dann ziehen lassen –der war mir einfach zu schnell:), Diana war im Trubel nicht zu sehen. Bei 20 Grad und Sonne ging es auf der Strasse Richtung vormaliger Grenze. Die Kilometerschilder waren schnell übersehen, etwas Trost (‚Ja, ich komme voran‘) lieferten die Teilnehmer der Kinderstaffel die am Strassenrand warteten. Nach einer Weile hatten wir alle raus, dass sie wohl jeweils 2km Stücke liefen.

Schon recht schnell merkte ich, dass ich im Vorfeld nicht genügend getrunken hatte. Und dann auch noch die Hitze und das lange Thermounterhemd! Die Grenze kam nach ca. 5km in Sicht — aber leider
kein Getränkestand, den gab es nicht. So schielte ich nur neidisch auf die persönlichen Wasserträger am Strassenrand die auf ihre Kamele warteten. So jedenfalls kams mir vor. Bei km 7 allerdings entdeckte ich ein Strassenschild meines Heimatlandkreises und das motivierte mich wieder, meinen Vordermann zu überholen.

Von den breiten Strassen ging es erst auf den letzten ca. 500m runter in die Altstadt Spandaus, um einige Ecken auf Kopfsteinpflaster herum dann doch am Rathaus anzukommen. Nach jeder Ecke hoffte ich da aufs Ziel!

Nach 54:53m war ich endlich da — und in der Verfassung hätte ich Matzes Bier auch ausgetrunken wenn es nicht alkoholfrei gewesen wäre!

Tja, der ist laut seiner Aussage ein entspanntes Rennen gelaufen — und kam nach 39:44m ins Ziel!

Ohne Worte.

Auge hat seine Bestzeit gut unterboten und kam nach 50:56m an und Diana nach 55:29m — alles in allem waren wir echt superfix!

Die Kleiderbeutel die wir in Falkensee abgegeben hatten konnten wir hier wieder einsammeln und mit ein bisschen Detektivsinn schafften wir es
auch, die Duschen zu finden.

Beim anschliessenden Brunchen im Veganz machte Matze dann doch aber erstaunlich schnell erstaunlich schlapp (Nach 4 Tellern!) und meinte,
das wäre der anstrengendste Teil des Tages… nun ja.

Das hat Spaß gemacht!

Viele Grüße aus Potsdam!

Kira

23. Lauf im Britzer Garten 04.03.2012

Heute um 10:20 Uhr war der Start zum Hauptlauf (10km) des 23. Britzer Gartenlaufs.
Am Tag zuvor, am Samstag, hatte ich im Internet noch die ÖPNV-Verbindung von Reinickendorf nach Britz rausgesucht (laut Ausdruck 1:23 Stunden Fahrzeit), damit der folgende Tag nicht gleich zu Beginn hektisch wird. Schließlich noch am Vorabend den Wecker gestellt und gut geschlafen. Am heutigen Morgen war ich fit. Aber dann doch volle Hektik! Bei der Suche nach der Fahrverbindung hatte ich im Internet unachtsam einen Fehler begangen und anstatt Ankunft um 09:20 Uhr Abfahrt um diese Zeit eingestellt. Als ich bemerkte, dass da in meiner Planung was nicht stimmen kann, war es fast zu spät. (Wie konnte das bloß passieren?) Auf dem Weg mit Bus und Bahn war der Puls schon ordentlich hoch. – Mit 15 Minuten vor dem Start war ich, Glück mit der Verbindung, dann doch noch rechtzeitig da. Den Weg von der Busstation schnell zur Startnummernausgabe gejoggt, schnell in den Britzer Garten und zum Start gejoggt und schnell umgezogen. – Umziehen muss man sich im Freien! In der Nähe des Starts befindet sich eine kleine Freilichtbühne, wo man dann auch seine Wechselwäsche u.ä. zurück lässt. –
Gleich danach reihte ich mich auch in die Schlange ein. 465 andere Läufer standen mit mir zusammen am Start.
Das Wetter war super. Zu Anfangs bei etwa 4 Grad zwar bedeckt und windig, auf halben Wege dann aber angenehm sonnig und windstill.
Der Lauf geht mitten durch den Britzer Garten, der wegen der Bundesgartenschau 1985 angelegt wurde. Vorbei an Wasseranlagen und an weiten Wiesen. Alles künstlich und sauber, aber nicht weniger schön. Nur erblüht ist leider noch nichts. Der Streckenverlauf ist etwas wellig. Immer wieder muss man kleine Anhöhen bewältigen, dafür geht es aber auch wieder bergab!;) Asphalt und harte Sandwege wechseln sich ab und machen (denke ich) keinen Unterschied.
Ich ließ mich am Start mitreißen und lief viel zu schnell los. Schon bei Kilometer 3 dachte ich, puh, das wird anstrengend. Mittendrin spurtete Jemand an mir vorbei und grüßte: „Noch ein Veganer! Da muss ich dir glatt die Hand geben! Aber leider habe ich nicht so ein tolles Shirt… Viel Spaß noch beim Lauf!“ – Weil ich mehr oder weniger mit meiner Atmung zu kämpfen hatte, konnte ich keine Werbung für die Vegan Runners machen. Er zog dann geschwind an mir vorbei. Trotzdem lief es auch bei mir sehr gut. Nach der Hälfte der Strecke merkte ich, dass bei mir eine gute Zeit drin ist. Mit Hilfe meiner Pulsuhr managte ich Schnelligkeit und Erschöpfung ganz passabel.
Beim Plänterwaldlauf vor drei Wochen lief ich bei über 1Stunde ein, diesmal bei (für mich) guten 52:27Min (Pulsuhr 52:17). Ganz nah dran also an meiner persönlichen Bestzeit aus dem letzten Jahr!!! Und diese Bestzeit wird dieses Jahr auf jeden Fall geknackt, denn die Saison hat ja erst begonnen!

Verfasst von Andreas Augstein (Auge)

Nachtrag von Andrea:
Hey Auge!
Vielen Dank für den ausfuehrlichen Bericht, da brauche ich ja gar nicht mehr viel schreiben:-) Ich hab dich gesehen, du warst am Anfang mal so 400 m vor mir, hast deinen Vorsprung dann aber auf exakt 2 Minuten ausgebaut, und das hab ich nicht mehr geschafft aufzuholen. Als wir beide durchs Ziel gelaufen sind, war Robert schon fast wieder trocken (Gratz zu sensationellen 39:18), aber irgendwie haben wir uns da wohl auch verpasst. Das nächste Mal sagst du vorher Bescheid 😉
Wir sehen uns beim Airportrun – dann aber wirklich und nicht nur von hinten!
LG und schöne Woche
Andrea

Nachtrag von Robert:
Hallo miteinander,
nun ist ja wirklich alles geschrieben. Erwähnenswert ist noch, dass auch ich leichte Probleme mit der richtige ÖPNV-Verbindung zum Britzer Garten hatte. Aber ich kam ja noch rechtzeitig an. Ein guter Freund von mir, hat das leider nicht hinbekommen. Er kam etliche Minuten nach dem Startschuss im Britzer Garten an und konnte Andrea und mich nur im Ziel begrüßen. Er war nicht außer Atem 😉
Auf dass wir uns nächtes Jahr finden und vermehrter auftreten.
Beste Grüße
Robert