Archiv der Kategorie: Halbmarathon

1. Trebbiner Naturlauf, 09.07.17

Karsten vor dem Start
Trebbin liegt zwischen Ludwigsfelde im Norden, Zossen im Osten, Luckenwalde im Süden und Beelitz im Westen. Von mehreren Berliner Bahnhöfen fahren Regionalzüge (RE 3) dorthin. Vom U-Bahnhof Friedrichsfelde mit Umsteigen am Alex und am Potsdamer Platz brauchte ich etwas mehr als eine Stunde bis zum Bahnhof Trebbin. Zu Fuß vom Bahnhof Trebbin bis zum Start-/Ziel-Bereich an der Goethestraße waren es
15 Minuten.

Aus mehreren Gründen war mein Wintertraining schlecht bis gar nicht verlaufen. Im Frühling hatte ich lange gebraucht, um wieder in Form zu kommen. Anfang Juni hatte meine 10-km-Zeit noch über 50 Minuten gelegen.
Ende Juni hatte ich die für einen Halbmarathon geeignete Form erreicht.
Doch in den letzten Junitagen war mein Training gestört worden – erst durch einen Kriebelmückenbiss am rechten Knie (Histamin im Speichel der Kriebelmücke, geschwollenes Knie wegen Histaminunverträglichkeit) und dann durch Dauerregen.

Der Naturlauf in Trebbin war meine erste Laufveranstaltung in diesem Jahr und mein erster Halbmarathon überhaupt. Das Wetter passte: weniger als 20°, kaum Wind, starke Bewölkung. Während der zweiten Hälfte des Rennens nieselte es leicht. Start war um 10 Uhr MESZ. Mehr als 100 Läuferinnen und Läufer traten an. Ein bekannter aus früheren Laufveranstaltungen, Winfried, war dabei, aber ich war der einzige Vegan Runner.

Ich hatte das Profil der Strecke vorher im Internet gesehen, aber nicht den Boden. Böse Überraschung: feinster märkischer Sand auf mehr als der Hälfte der Strecke. Es war nicht nur ein Halbmarathon. Es war ein Crosslauf. Wald- und Feldwege und immer wieder Sand. Auf den letzten acht Kilometern musste ich ein paar Gehpausen einlegen. Aufmunternde Worte von Läufern, die an mir vorbeizogen.

Vor dem Start hatte ich gemeint, ich würde etwa die gleiche Zeit wie Winfried laufen können. Ich würde schneller angehen, aber er würde mich am Ende wahrscheinlich einholen. So kam es dann auch. Auf dem letzten Kilometer zog er an mir vorbei. Winfried siegte in seiner Altersklasse.
Nach über zwei Stunden kam ich endlich ins Ziel, total kaputt, dreckige Waden, Sand in den Schuhen. Platz 60 von 109. Ein Platz im mittleren Drittel. Immerhin.

Winfried hatte 22,3 km gemessen. Na toll! Auch noch mehr als ein Kilometer zu viel! Meine Zeit von 2:01:52h ist nicht als Maßstab für meinen nächsten Halbmarathon-Versuch geeignet. Ein Vorteil ist, dass mir die Trainingsläufe auf festem Boden ab jetzt leichter fallen werden.

Die Startgebühr betrug 18 Euro. Die Veranstaltung war vorbildlich organisiert. Vor dem Start gab es einen Starterbeutel mit kleinen Überraschungen. Mehrere Verpflegungsstände an der Strecke. Weitere Verpflegung im Ziel. Siegerehrungen, Pokale, Medaillen, Urkunden.
Umkleiderräume und Duschen. Empfehlen kann ich den Lauf aber nur jenen, die gerne auf Sand laufen.

Solidarische Grüße
Karsten

 

Veranstalter: sc-trebbin.de

Teltowkanal Halbmarathon, 06.11.16

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Teltowkanal Halbmarathon, ein Bericht von Lukas Stück:

Am 6.11. fand der Teltowkanal Halbmarathon nun zum bereits 13. Mal statt. Während ich das erste Mal an den Start gegangen bin, war Birgit hingegen die Jahre davor schon dabei. Am Zeppelin Ufer in Teltow gingen dann um 10:30, bei recht frischen Temperaturen, etwa 1500 Läuferinnen und Läufer an den Start. Zuvor gab es für die kleinen mit 800 m noch den Bambinilauf. Den Hauptlauf bildete dabei der Halbmarathon welcher aus drei Runden (je 7,1 km) bestand. Dabei führte die Strecke zunächst bis zum Teltower Damm und von dort aus am Teltowkanal entlang bis zur Brücke an der Wismarer Straße. Von hier aus ging es dann auf der anderen Seite wieder zurück. Für wen diese 3 Runden zu viel waren, konnte auch nur zwei (14 km) oder eine Runde laufen. Birgit und ich liefen beide jeweils die volle Distanz. Entlang der Strecke gab es zu beiden Seiten des Kanals Stände an denen man als Läufer mit Trinken versorgt wurde.
Eigentlich hatte ich vor dem Start die Absicht den Lauf in einem eher lockeren Tempo anzugehen, da ich nach dem Marathon ein wenig aus dem Training raus war. Mit dem Startschuss war diese Entscheidung dann allerdings hinfällig und ich ließ mich von den losrennenden Massen mitreißen. Meine Endzeit betrug dann Schlussendlich 1:33:00, womit ich in meiner Altersklasse auf dem 10. Platz und in der Gesamtwertung auf dem 38. Platz landete. TeltowkanalHalbmarathon16 - vorZielBirgit hatte sich vor dem Lauf als Ziel eine Zeit unter 1:55 vorgenommen und diese mit 1:52:15 deutlich unterboten, was den 4. Platz in der Altersklasse und insgesamt den 220. bedeutete.
Nach dem Lauf konnte man sich dann in dem großen Festzelt aufwärmen. Hier erfolgte vor dem Start die Ausgabe der Startnummern und nach dem Lauf dann die Siegerehrung. Für einen Platz auf dem Podest hat es für uns zwar nicht ganz gereicht, der Lauf hat aber sehr viel Spaß gemacht und mit unseren Zeiten waren wir zudem auch sehr zufrieden.

Halbmarathon-Staffel in Potsdam am 31.08.2016

Alle waren GewinnerSo viele Vegan Runners hat noch keine Laufveranstaltung in Berlin-Brandenburg bisher gesehen. Mit 20 Läuferinnen und Läufern, die sich auf vier Staffeln verteilten, waren ständig und überall Läufer*innen mit dem schwarz-grünen Shirt und der Aufschrift VEGAN RUNNERS zu sehen. Insgesamt waren um 19 Uhr 108 Staffel gestartet und kein Verein hatte so viele Staffeln am Start wie wir. Dazu kam dann noch eine Staffel der Spreeganer. Vier Runden waren für jeden Läufer zu absolvieren, dabei ging es immer um den Bassinplatz im Holländischen Viertel in Potsdam. Für die Zeitmessung gab es einen Staffelstab mit integriertem Chip, sodass für jede und jeden die Zeit registriert wurde.

Im Vorwege war das Leistungsvermögen unsere Läufer*innen abgefragt und daraus dann eine Mixed-Staffel unserer schnellsten Leute zusammengestellt worden, weil wir uns hier im Vergleich zu den Vorjahren eine Chance ausrechnen konnten. Von den fünf Läufer*innen durften zwei Männer sein und so ließen wir unseren schnellsten Mann Pit starten, gefolgt von den drei schnellsten Frauen und dem zweitschnellsten Mann als Schlussläufer.

Erst kam Pit und dann lange nichtsPit brauchte für die ersten 4,2195 Km nur 15:40 Minuten und übergab den Stab an Ute, gefolgt von Constanze und Antje. Die Frauen blieben alle deutlich unter 19 Minuten für ihre Strecke. Schlussläufer war dann Lukas, der nach insgesamt 1:28:38 die Ziellinie überquerte. In der Gesamtwertung wurde diese Staffel 20. von 106, die ins Ziel kamen. Da sie die schnellste Mixed-Staffel war, konnten wir sie bei der Siegerehrung in dieser Kategorie als Erste feiern. Der Preis war ein Getränkekasten mit einer Mischung aus Bier, alkoholfreiem Bier und Grapefruit-Weizenmix, die wir uns alle teilten. Die zweitplatzierte Mixed-Staffel kam erst über zwei Minuten später ins Ziel und die drittplatzierte noch mal zehn Minuten später.

Das SiegerteamUnsere Frauenstaffel belegte in 1:44:59 insgesamt den 69. Platz und war damit bei den Frauen fünfte.

FrauenstaffelDie Männerstaffel war mit 1:35:25 schneller und belegte insgesamt den 39. Platz. In der Männerwertung reichte das zum 19. Platz. Unsere Firmenstaffel bestand aus drei weiteren Frauen und zwei Männern. Sie wurden in 1:53:57 insgesamt 88. und in der Firmenwertung 30.

VEGAN RUNNERS BBI FirmenstaffelDie Spreeganer waren 10 Sekunden schneller und kamen einen Platz vor uns ins Ziel.

Freudige SpreeganerinWenn wir unsere schnellsten Männer alle in eine Staffel gesteckt hätten, wären sie insgesamt nur 14. und bei den Männern 9. geworden. Ähnlich bei den Frauen; die wären insgesamt 41. geworden und unter den Frauen immerhin 4. So hatten wir aber nicht nur auf der Strecke eine gute Präsenz, sondern auch bei der Siegerehrung.

Unsere schnellste Frau Antje ist mit 18:27 unter den Vegan Runnners die fünftschnellste Zeit gelaufen und unter unseren schnellsten zehn sind immerhin vier Frauen. Alle Achtung!

Die schnelle AntjeAlle hatten reichlich zum anschließenden Picknick beigetragen, sodass wir noch lange zu essen und plaudern hatten.

Picknick etwas durcheinanderLeider mussten Guido, Melanie und Felix  absagen, da  war es gut, das wir drei Ersatzläufer*innen hatten, die tatsächlich alle zum Einsatz kamen. Kurzfristig sagten an dem Abend dann noch Zuzanna und Heiko ab. Am schlimmsten hatte es Heiko getroffen, der auf dem Weg zum Start in Potsdam mit einem seine Vorfahrt missachtenden Auto kollidierte und ins Krankenhaus musste. Zum Glück im Unglück hat er sich aber nichts gebrochen. Wir wünschen ihm schnelle Genesung, damit er für den Berlin-Marathon wieder fit ist.

Heikos Unglück war mein Glück, denn nun kam auch ich noch dazu zu laufen. Wegen meine Plantar Fasciitis hatte ich mich zurück gehalten. Da Guido Zörner mich mehrfach osteopathisch behandelt hatte, ging es dann für meine Verhälnisse recht gut. Danke Guido, kann dich echt empfehlen.

Erfreulicherweise hatte die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) am Tag vor dem Rennen einen wohlwollenden Artikel über uns gebracht, der hier nachgelesen werden kann:
Vegan Runner Frank
http://www.maz-online.de/Nachrichten/Sport/Die-Vegan-Runners-sind-dabei

Die Ergebnisse können hier abgerufen werden: https://www.strassenlauf.org/ext_ergebnisse.php?id=405&match=-1

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Bilder von Stefanie Stefanie Hollnack:


Professionelle Spreeganer-Performance vor kultigen VR-Banner!

Heimfahrt:

Veganes Sommerfest und StadtLauf Berlin, 21.08.16

Veganes Sommerfest und StadtLauf Berlin am 21.08.16
Ein Bericht von Constanze

Am Sonntag, den 21.08.2016 lief ich gemeinsam mit vielen anderen Vegan Runners, SpreeganerInnen und Läuferinnen von Laufen gegen Leiden (LgL) den 8. StadtLauf Berlin von SportScheck und BMW. Zudem fand von Freitag bis Sonntag (19.-21.08.) auf dem Alexanderplatz das vegane Sommerfest statt, wo sowohl die Vegan Runners als auch Laufen gegen Leiden mit einem Informationsstand vertreten waren. Ich hatte am Freitag VR-Standdienst und war an allen drei Tagen als Besucherin auf dem Fest, so dass ich ein aufregendes Wochenende mit vielen Begegnungen, netten Gesprächen und auch ein wenig Sport erlebte. An dieser Stelle ein großes Dankeschön

– an Felix für die Idee, die Anmeldung und dafür, dass er Tag für Tag allen Interessierten Rede und Antwort stand und das wirklich -entschuldige das Wortspiel- mit einer Engelsgeduld

– an Frank, der die Initiative ergriff und Flyer drucken ließ, die weggingen wie warme Semmeln

– an Guido und Kathrin, die ihren Farbdrucker heiß laufen ließen, beim Aufbau halfen und mit deren Fotos wir eindrucksvoll demonstrieren konnten, dass wir lieben was wir tun

– an Andrea und Jan von den Spreeganern, die mit ihrem Pavillon dafür sorgten, dass wir vor Regen, von dem es an diesem Wochenende leider reichlich gab, einigermaßen geschützt waren

Und nicht zuletzt ein Dankeschön an alle, die den Stand vor Ort unterstützten! Ich denke, wir haben uns gut präsentiert, so dass uns demnächst hoffentlich ein größer Zustrom an MitläuferInnen erwartet.

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Bereits im Vorfeld zum StadtLauf gab es einige Aufregung – N24 hatte sich gemeldet und wollte einen kurzen Beitrag über uns drehen. Also trafen sich am Wettkampftag um 8:30 Uhr brav alle interessierten LäuferInnen in ihren Laufshirts mit veganer Message im Startbereich. Zuvor noch ein wenig Verunsicherung, denn der Veranstalter schreibt auf der Homepage, dass das in der Anmeldegebühr inkludierte Funktionsshirt als „Startberechtigung“ dient. Die Ängstlichen unter uns (so wie ich) zogen es also vorsichtshalber unter ihr Vegan-Shirt, aber einige mutige und weise LäuferInnen wussten zu berichten, dass bisher noch niemand ausgeschlossen wurde, weil er das Veranstalter-Shirt nicht trug.
Mit einiger Verspätung trafen wir also die Verantwortlichen im Startbereich. Felix wurde interviewt, während wir hinter dem VR-Banner eine gute Figur machten. Nachdem alles fertig gedreht war, wurde von Auge noch schnell ein Erinnerungsfoto samt TV-Crew geschossen und dann blieben uns noch ganze fünf Minuten fürs Einlaufen, was der eine oder andere zugunsten eines letzten Toilettengangs jedoch komplett ausfallen lassen musste. Im angekündigten Beitrag kamen wir dann schlussendlich nicht vor, worüber wir im Nachhinein eigentlich eher froh sein sollten. Felix‘ Argumente waren wohl zu stichhaltig und passten nicht in den ansonsten eher kritischen und wenig aussagekräftigen Beitrag. Haken wir es also als „viel Aufregung für nix, dafür aber um einige Erfahrungen reicher“ ab.

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Nun aber zum eigentlich Lauf, das ist ja schließlich ein Laufbericht:

Nachdem ich zuvor noch meinte, dass das Wetter nahezu ideal war, verschwanden pünktlich zum Start die Wolken und offenbarten eine strahlende Sonne. So musste ich diese Aussage dann bereits nach wenigen Kilometern und einigen sehr sonnigen Abschnitten revidieren. Wie ungünstig, dass ich nun auch noch zwei Shirts übereinander trug. Ich hatte es zwar geahnt, aber eine fehlende Taschenaufbewahrung ließ auf die Schnelle dann auch keine andere Option mehr zu. Das ist im Übrigen ein großer Kritikpunkt meinerseits am Veranstalter, aber darum soll es hier nicht vordergründig gehen. Durch die zuvor entstandene Zeitnot reihte ich mich zusammen mit Stefanie von LgL ziemlich weit hinten ein. Durch das Nichttragen des Einheitsshirt fühlt man sich inmitten der anderen LäuferInnen schon irgendwie wie ein abtrünniger Lemming. Aber damit kann ich leben. Denn wir #laufenfürdietierenichtfürsportscheck (vielen Dank, Anika, für diesen grandiosen Hashtag!). Nachdem ich irgendwann endlich die Startlinie passierte, hieß es überholen, überholen, überholen. Und das am laufenden Band. Die Straßen waren recht eng und meine Laune sank. Ich war regelrecht genervt, was dann auch dafür sorgte, dass ich viel zu schnell anging. Wut-Pace quasi. Kennt vielleicht der/die eine oder andere. Da ich am Morgen mit heftigen Halsschmerzen aufgewacht bin, rückte ich bereits im Vorfeld von meiner eigentlichen geplanten Zeit ab und wollte schauen, was möglich ist. Dass ich überhaupt gestartet bin, ist meiner eigenen Unvernunft zuzuschreiben und sollte besser nicht nachgemacht werden, denn heute (am Tag danach) liege ich so richtig flach! Ich bin also deutlich zu schnell angegangen und dann kam Heiko des Weges, mit dem ich genau einen Kilometer in 4:40 Minuten mithalten konnte, bevor ich ihn ziehen lassen musste. Dieses Tempo stellte sich für meinen angeschlagenen Gesundheitszustand als deutlich zu schnell heraus, obwohl es genau das gewesen wäre, was der Trainingsplan ursprünglich vorsah. Aber mit Marathon vor den Augen, blitzte dann doch etwas auf, was man mit viel Wohlwollen vielleicht als Vernunft bezeichnen könnte. Nachdem der SCC im Vorhinein die neue Streckenführung als sehr flach und bestzeitentauglich beworben hatte, habe ich mich über die (gefühlten?) Anstiege etwas gewundert. Aber ich bin was das angeht auch sehr empfindlich und nicht das Maß aller Dinge. Mir sind ja die Rehberge im Wedding schon zu bergig 😉 Insgesamt hat mir dieses Rennen ziemlich viel abverlangt und das hohe Anfangstempo rächte sich sehr schnell. In einer „steilen“ Phase am Botanischen Garten, in der ich gerade ziemlich genervt war (irgendwo zwischen km 6 & 7), passierte ich die Limonenstraße. Da fiel mir diese blöde Weisheit ein. Für die restliche Strecke wurde also folgendes mein Mantra: Wenn dir das Leben Limonen beschert, mach Limonade draus. Oder so ähnlich. Keine Ahnung warum, aber das heiterte mich auf und ließ mich das Rennen durchhalten, obwohl ich nach der ersten Runde wirklich kurze Zeit ans Aufgeben dachte und mich fragte, warum ich nicht einfach im Bett geblieben bin. Also bin ich den zweiten Teil in der Konsequenz deutlich langsamer gelaufen, aber ich habe es geschafft und meine HM-Bestzeit sogar noch um knappe zwei Minuten verbessern können.

Ergebnisse:
Ergebnisse VM
16_sommerfest_stadtlauf03_vm
Ergebnisse HM
16_sommerfest_stadtlauf04_hm

16_sommerfest_stadtlauf05Das Wochenende hat mir folgendes gezeigt: Ich bin unglaublich froh, ein Vegan Runner zu sein und fühle, dass ich in der Gemeinschaft angekommen bin. Nicht, dass ich dieses Gefühl nicht schon vorher hatte, aber es hat sich durch die vielen tollen Erlebnisse und Begegnungen auf und neben der Strecke sowie auf dem Fest noch intensiviert. Darüber hinaus freue ich mich über die friedvollen und bereichernden Kooperationen bzw. gemeinsamen Aktionen mit den LäuferInnen von Laufen gegen Leiden und den SpreeganerInnen. Wir verfolgen alle dasselbe Ziel – let’s spread the message!

Recknitztallauf, 05.05.16

Recknitztallauf am 05.05.2016 (Christi Himmelfahrt), ein Bericht von Constanze:

Manchmal wälzt man den Laufkalender gefühlte hundert Mal auf der Suche nach dem perfekten Lauf oder durchstöbert das Internet auf der Suche nach interessanten Laufberichten. Beim Recknitztallauf war das anders. Man könnte fast meinen, der Lauf hat mich gefunden.

Und das kam so:

Am Mittwoch vor Himmelfahrt machten wir uns auf den Weg nach Zingst, wo wir mit den Kindern jedes Jahr in der Vorsaison ein verlängertes Wochenende verbringen. Seitdem ich mit meinen Töchtern dort vor vielen Jahren zur Mutter-Kind-Kur war, liebe ich dieses Fleckchen Erde über alles und ein Jahr ohne den Zingster Puderzuckersandstrand kann ich mir einfach nicht vorstellen. Aufgrund der sehr positiven Wettervorhersagen, waren die Straßen enorm voll und auf unserer regulären Strecke wurde in den Verkehrsnachrichten Stau durchgesagt, so dass wir erstmals eine andere Route über die Dörfer fuhren. Und da hab ich in einem kleinen Örtchen namens Kavelsdorf das riesige Werbeplakat für den Recknitztallauf entdeckt, der jedes Jahr an Himmelfahrt stattfindet. Also habe ich, Smartphone und mobilen Daten sei Dank, kurzerhand im Internet recherchiert. Neben 400 und 800 Metern für die Bambinis gab es Läufe über 2km, 6km, 10km und den Halbmarathon. Mit Blick auf die HM-Zeiten des letzten Jahres wäre sogar ein Sieg drin. Einmal ganz oben auf dem Treppchen stehen und zeigen, was mit veganer Ernährung alles möglich ist, das wär’s doch! Da ist man dann schon mal direkt sehr motiviert. In Berlin scheint es für eine mittelschnelle Freizeitläuferin wie mich nahezu unmöglich zu sein, eine gute Platzierung zu erzielen, aber in der Provinz könnte das mit etwas Glück sogar klappen, dachte ich mir. Ich leistete also solange Überredungs- und Überzeugungsarbeit, bis mein Freund einverstanden war. Ein längerer Lauf von 20km war im Rahmen des Urlaubs schließlich ohnehin geplant. Ein bisschen abschreckend fand ich die Meldegebühren, die bei einer Nachmeldung für den Halbmarathon immerhin 20 Euro betrugen, was mir für eine solche Veranstaltung doch recht happig erschien. Aber hey, es war immerhin Urlaub und so kam es, dass unser Wecker am ersten Urlaubstag bereits 7:45 Uhr klingelte, denn wir hatten eine 50 – minütige Fahrt ins Hinterland vor uns. Bei der Nachmeldung vor Ort und der stolzen Nennung meines Vereins zuckte der Herr am Meldestand noch nicht mal mit der Wimper und es kam auch kein blöder Kommentar. Wie schön!

2016recknitztallauf_vorher-bildDa ich mein VR-Shirt nicht dabei hatte, aber nicht ganz ohne Statement antreten wollte, lief ich mit Stirnband, welches ich eigentlich für den rauen Küstenwind eingepackt hatte. Im Hinterland wehte jedoch kein Lüftchen und es war natürlich viel zu heiß, so dass ich das Tuch hinterher auswringen konnte 😉´

Der HM war mit fast 22,5 km deutlich länger als 21,1 km. Darauf hätte ich mich gerne vorher eingestellt, denn so zog sich der vermeintlich letzte Kilometer wie Kaugummi und wollte einfach nicht enden. Ansonsten lief es, trotz des Sonnenscheins und sommerlicher Temperaturen, ziemlich gut. Ich bin mit meiner Durchschnittspace von 5:07 min/km für einen Lauf durch die Natur zufrieden. Meine Zeit von 1:54:37h hat dennoch nur für den dritten Platz gereicht und dass, obwohl nur sechs Frauen am Start waren. Das diesjährige Teilnehmerfeld war schnell und die Hitze machte mir zu schaffen. Als ich jedoch auf Nachfrage bei einer Helferin an der Strecke erfuhr, dass ich aktuell die dritte Frau bin, wollte ich mir das einfach nicht mehr nehmen lassen und zog nochmal etwas an, denn meine Erwartungen waren hoch und es sollte, wenn schon kein Sieg, zumindest mein zweiter Treppchenplatz werden. Die anderen beiden Damen waren leider außer Sichtweite, sonst wäre vielleicht noch etwas mehr drin gewesen und ich hätte mich möglicherweise heranziehen können. Nachdem die 10km – Läufer, mit denen wir uns die Strecke teilten, Richtung Ziel abdrehten, war es insgesamt ein eher einsames bzw. langweiliges Rennen und ich musste arg kämpfen. Der flache Rundkurs bot lediglich zu Beginn einen längeren Anstieg und führte ansonsten überwiegend über Feldwege und Asphalt, streckenweise aber auch über diese unebenen DDR-Betonplatten, wie man sie häufig auf den ehemaligen LPG-Wirtschaftswegen findet.

2016recknitztallauf_strecke

Nach Überqueren der Ziellinie wurde ich jedoch mit einer hübschen getöpferten und somit sehr individuellen Medaille belohnt, die aus meiner mittlerweile doch recht üppigen Medaillensammlung durchaus positiv hervorsticht. Etwas schade war der Umstand, dass ich im Ziel das letzte Stück Banane ergatterte. Mal abgesehen davon, dass ich gerne auch noch ein paar mehr Stücke gegessen hätte, taten mir die LäuferInnen nach mir wirklich leid. Ich erlebe das in letzter Zeit leider häufiger: Die Bambinis und Finisher der kürzeren Distanzen nehmen sich Unmengen der bereitgestellten Snacks und für diejenigen, die wirklich lange unterwegs sind und die somit im Anschluss erst recht Energie brauchen, bleibt dann häufig nichts mehr übrig. Hier sollten die Veranstalter dringend nachbessern und für jede Laufgruppe ein gewisses Kontingent zurückhalten. Der gesüßte Tee war ebenfalls alle und wurde auch nicht nachgefüllt, so dass ich mit Wasser vorlieb nehmen musste. Das trübte meine Stimmung leider erheblich. Ich bekam noch mit, wie eine Gruppe von Helfer-Mädels (vielleicht 14-16 Jahre alt) angeregt tuschelte. Schließlich war eine von ihnen mutig und sprach mich an. Sie fragte, ob ich denn wirklich vegan sei. Mit etwas besserer Laune und schnellerer Regeneration durch adäquate Energiezufuhr wäre da bestimmt ein tolles Plädoyer für die Verbindung von veganer Ernährung und Sport drin gewesen. Aber so… Immerhin verkniff ich mir den ironischen Kommentar, dass es natürlich nur aus Spaß auf meinem Stirnband stehen würde und bejahte einsilbig. Nach einer nahezu eiskalten Dusche in ollen Vereinsräumen (Augen zu und durch!), war ich zumindest erfrischt und fand glücklicherweise in meiner Sporttasche noch einen alten Clif-Bar, den ich gierig verschlang. Den Blick aufs MHD vermied ich, denn er tat, was er sollte und meine Stimmung hellte sich auf, so dass ich zur Siegerehrung schon wieder so etwas wie ein Lächeln zustande brachte.

Die Geschichte der Laufveranstaltung, die es bereits seit 1972 gibt, ist durchaus interessant: „Der Recknitztallauf hat seinen Ursprung in der Meilenlaufbewegung der ehemaligen DDR und den damals inoffiziellen Feierlichkeiten zum Herrentag. Die Tradition an besagtem Herrentag (Himmelfahrt) eine Sportveranstaltung durchzuführen, hat sich der Kavelsdorfer Sportverein bewahrt und ausgebaut.“ (Quelle)

Schöne Fotos von der Strecke oder der Siegerehrung existieren leider nicht, aber immerhin gibt es das Vorher-Bild und eines von meinen Preisen. Passend zum „Herrentag“ erhielt ich ein 3er Geschenkset Altenburger Bier (Prost!) und ein Salzkristall-Teelichthalter (oder so).
2016recknitztallauf_preise

Erkenntnisse bzw. Memos an mich:

1) Ärgere dich nicht über Umwege – sie bergen manchmal tolle Überraschungen!

2) Ignoriere die Vorjahresergebnisse – neues Jahr, neue Läufer!

3) Verlasse dich nicht darauf, dass ein Halbmarathon nach 21,1 km geschafft ist!

4) Mach es wie die Eichhörnchen und lege dir Notverstecke für Energieriegel an (Sporttasche, Handschuhfach,…) – die nächste schlechte Versorgung bei einer Laufveranstaltung kommt bestimmt!

5) Hab immer ein paar positive Statements zum Veganismus parat, die du notfalls abspulen kannst!

4) Fahre niemals (wirklich niemals!) wieder ohne dein Vegan Runners – Shirt in den Urlaub!

Constanze

10. Airport Night Run, 09.04.16

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Am 09.04.2016 hieß es für die Vegan Runners Berlin/Brandenburg: Schuhe schnüren und ab zum „10. Airport Night Run“!
Kaum Am S-Bahnhof Schönefeld angekommen, blieb den meisten erst einmal nichts anderes übrig als auszuharren und abzuwarten, denn der Shuttlebus zum Startbereich verkehrte äußerst selten. Als dann endlich der ersehnte Bus in Sicht kam, stieg die Vorfreude auf den Lauf und das Treffen mit den anderen Vegan Runners. Im Startbereich angekommen musste ich leidvoll feststellen, dass es nur noch 15 Minuten bis zum Start waren. Also schnell in den Startbereich, kurz aufgewärmt und ab ging es auf das Flughafengelände des neuen „BER Berlin Brandenburg“.
Wer Berliner Stadtläufe kennt, weis von der Atmosphäre, den Anfeuerungen und Jubelrufen. Der „Airport Night Run“ kommt im Gegensatz dazu ganz anders daher. Nach dem Start, wird es bald still, um dich herum die tolle Abendstimmung und unzählige Läufer, die dieselbe Leidenschaft mit dir teilen. Du fühlst dich als Läufer unglaublich frei, wenn du über das Rollfeld und die Landschaft um dich herum in die Ferne blickst. Das Hauptgebäude rückt mehr und mehr in die Ferne und du wirst es frühestens nach 10 km widersehen. Zum Glück spielte auch das Wetter mit und alle Vegan Runners sind gut ins Ziel gekommen.
Die Laufsaison hat gerade erst angefangen und wer die Vegan Runners Berlin/Brandenburg kennt, weis, dass wir noch unzählige Male bei Läufen dabei sein werden und stolz unsere T-Shirts tragen. Denn Sport geht auch ohne Leid, dafür mit ganz viel Mitgefühl, Spaß und Freude.
Zum Schluss noch eine kleine aber nicht zu vergessende Anmerkung:
Jeder Teilnehmer erhielt mit den Startunterlagen einen „Energy-Müsli-Riegel“, leider war in diesem Milchschokolade enthalten, dabei gibt es so leckere Alternativen, welche ohne jegliche tierische Produkte auskommen und dabei noch super lecker schmecken. Ebenso gab es nach dem Lauf die Möglichkeit sich die verlorene Energie durch den Kauf einer Erbsensuppe zurückzuholen. Leider war die aber „traditionell“ mit Speck zubereitet. Vielleicht kann sich der Veranstalter in Zukunft zu inklusiveren Angebot durchringen. Bei Startgebühren, welche zwischen 15-40 Euro variieren (je nach Anmeldezeitpunkt) dürfte es nicht zu viel verlangt sein. Nicht nur für Veganer ist weder der Riegel noch die Suppe so nichts, auch Juden und Muslime werden ausgegrenzt. Mal sehen, wie es nächstes Jahr aussieht.
Nachfolgend die tollen Ergebnisse der Vegan Runners, sowie drei Schnappschüsse:
10km
– Prof. Dr. Rey, Ulises, 00:49:39
– Gonsior, Vanessa, 01:09:07
– Popien, Philip, 00:40:27
– Stück, Lukas, 00:41:58
– Walk, Paula, 00:46:26
21km
– Boyde-Wolke, Robert, 01:36:54
– Augstein, Andreas, 01:49:04

Laufbericht von Bettina Böhmer

36. Berliner Halbmarathon, 03.04.16

Am 03.04.16 fand der 36. Berlin-Halbmarathon statt. Ungeachtet der vielen „vereinslosen“ veganen LäuferInnen, haben wir wieder die Recherche nach „Vegan Runners“, „Laufen gegen Leiden“ und „Spreeganer“ bemüht.
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Dazu noch ein Laufbericht von Robert Boyde-Wolke:
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Zum zweiten Mal nach 2014 nahm ich beim 36. Berliner Halbmarathon teil.
Die Anmeldung hatte ich schon sehr lange ausgeführt.

Mit meiner ersten HM-Teilnahme möchte ich aus dieser Erfahrung verbessern. Meine Zielzeit war damals 1:54:12 und war damit sozusagen unerfahren. Ich hatte bei meinem ersten HM keine Bestzeit angegeben, so stellte man mich auf den letzten Startblock, wo fast alle üblichen „Freizeit- bzw. Hobbyläufern“ (ohne Zielzeitsetzung) zu sehen waren. Bei dem Aufholjagd bis zum 5 KM war ich bei den richtigen Laufblock. Das Wetter war im Jahre 2014 völlig überraschend auf einmal sehr warm, deshalb hatten viele Läufer(innen) sowie ich selbst auch erhebliche Konditionsprobleme. Bis zum 15 KM war ich völlig aus der Puste und kämpfte bis zum Ziel in den Hintergedanken „UNTER 2 STD ZUM ZIEL“. Erschöpft, aber ein wenig enttäuschend!

Ein Tag vor dem HM war die Startunterlagen-Abholung für alle Teilnehmer völlig eine Neuheit. Nicht mehr beim bekannten Hangar am ehemaligen Flughafen Tempelhof, aufgrund der Übernachtungsbelegungen für die Kriegsflüchtlinge, sondern in der neuen Messehalle am Berliner Gleisdreieck. Nach meiner Einschätzung fand ich die Halbmarathonmesse in Tempelhof besser.
Neu war es mit dem Armband, nicht mehr in Plastik, sondern in wasserfestem Stoffmaterial. Nachteilig war dieser Band, mit der Zeit löste man die Fussel auf. Aber was soll´s? Nur für ein paar Tage kann man es aushalten.

Nach unerwarteten HM vom 2014 möchte ich mit meinem zweiten HM-Anlauf viel besser erreichen.
Ohne Hektik und Stress kam ich locker vorm Startbeginn an, kannte mich schon die Orten, wo man die Kleiderbeutel-Aufbewahrung, WC usw. erreichen konnte.

Laut Wettervorhersage soll ein super relativ angenehmes Frühlingswetter werden und wie ich kurz vorm Start in den Himmel angesehen habe, stimmte es vollkommen richtig.

Beim Start bis zum 8 KM lief es ohne Probleme und hatte das Gefühl, ich bin im richtigen Form und behielt dieses Tempo bis zum Ziel. Es war ein einmaliges Gefühl, in gleichmäßigem Tempolauf nebenbei auch die wunderschönen Sehenswürdigkeiten in Berlin zu genießen. Das war beim 1. HM nicht möglich, musste selbst an die Belastung konzentrieren. Ein großer Unterschied war es für mich.

Nach dem Zieleinlauf war ich sehr glücklich, denn es war meine persönliche Bestleistung mit der Zeit von 1:38:31 Std. Ich hatte schon lange immer gewünscht, eines Tages unter 1:40 Std zu laufen. Das ist mein harter Verdienst, da ich seit über 8 Monaten 4x und zwischen 50-60 km pro Woche trainiert habe. Von Nichts kommt Nichts!

Was mich am meisten enttäuscht war, war die Finsihermedaille, die wirklich nicht schön erscheint. Es ist nun mal meine Meinung! Es könnte besser für die Stadt Berlin aufdrucken lassen, und die Schleife sah wie die Schnursenkel aus. Ein wenig breiter Band mit bescheidendem Aufdruck wie Berliner Brandenburger Tor z.B. könnte man präsentieren. Wo anders in aller Welt, nach meiner gründlichen Einsicht im Internet, gibt es noch bessere HM-Finsihermedaille zu sehen.

Ansonsten war ein sehr angenehmer Tag für mich gewesen! Schade, dass ich die anderen „Vegan Runners“ nicht während des Laufens getroffen habe. Es war wirklich ein Traumwetter, man könnte schon sagen, ein „Bestleistungswetter“ nennen.
Nur am Ernst-Reuter-Platz habe ich mit Freude die lautstarken Zuschauer von blauen „Spreeganer“ gesehen und ich bedankte sie für Ihre Einsatzbereitschaft. :o)2016_hm_robert_02

Müggelsee-Halbmarathon, 18.10.15

Am 18. Oktober fand der 9. Müggelsee-Halbmarathon statt.
Nachdem es an den Tagen zuvor regnerisch war und für das Wochenende keine wesentliche Verbesserung vorhergesagt worden war, überraschte der Sonntag dann doch mit idealem Laufwetter. Dass es voll werden würde, zeigte sich bereits in Köpenick am Bus, der so voll war, dass er nicht abfahren konnte und einige wieder aussteigen mussten. Der nächste Andrang war dann bei den Toiletten am Start. Zehn Minuten Wartezeit und später sogar mehr, sind nicht akzeptabel. Da hatte der Veranstalter am falschen Ende gespart.

Neben mir hatten sich zwei weitere Vegan Runners angemeldet, wie ich bei der Online-Registrierung in Erfahrung gebracht hatte. Ulises war ich bereits an der Bushaltestelle begegnet und Karl fand dann beim Umkleiden zu uns. Wir klärten, was wir uns vorgenommen hatten und erkannten, dass ein Zusammenlaufen unseren Möglichkeiten nicht gerecht werden würde. Um den starken Andrang für die schmalen Wege zu kanalisieren, wurde der Start in drei Wellen durchgeführt. Karl und ich starteten in der ersten und Ulises in der dritten Welle. Durch die Chips am Schuh eigentlich kein Problem für die Zeitmessung, aber die schnellen Läufer der zweiten und dritten Welle mussten dann mit den langsameren Läufern der vorhergehenden Wellen kämpfen.

Dieser Lauf ist insgesamt sehr flach, bietet aber nach vier Kilometern eine Besonderheit, nämlich einen Tunnel unter der Spree hindurch. Etwa 40 Stufen zunächst hinab und auf der anderen Seite wieder hoch. Danach geht es ungefähr acht Kilometer auf Straßen und Fußwegen entlang, bis es in Hessenwinkel diesmal per Brücke wieder über die Spree geht. Von da ab sind es nur noch Waldwege. Alle Kilometer waren deutlich ausgeschildert und Streckenposten sicherten Abzweigungen, damit niemand verloren ging. Zunächst alle fünf Kilometer und später etwa alle drei Kilometer waren Getränkestationen, an denen es Wasser und leicht gesüßten Tee gab.

Da ich ziemlich weit vorne gestartet war, ließ ich mich vom Tempo der Anderen mitreißen und absolvierte die ersten fünf Kilometer in 23 Minuten. Das war dann aber für die Distanz für mich zu schnell, sodass ich etwas nachließ und so die 10-Kilometer-Marke nach 48 Minuten passierte. Doch dann wurde es langsam hart für mich. Ich merkte, dass mir für ein so schnelles Rennen noch die Ausdauer fehlt. Ab ca. 14 Kilometern musste ich richtig kämpfen, aber viel Tempo war nicht mehr rauszuholen. Immer wieder wurde ich überholt und die letzten vier Kilometer wurden zu einer Tortur.

Nachdem ich im letzten Jahr in 1:53:46 den 511. Platz belegt hatte und damit in meiner Altersgruppe (M60) Sechster geworden war, hatte ich mir als Minimalziel gesetzt, unter 1:50:00 zu laufen. Das ist dann auch mit viel Mühe gelungen. 1:49:30 zeigte die Uhr im Zieleinlauf an. Damit wurde ich insgesamt 348. (bei den Männern 308.), aber nur Neunter in meiner Altersgruppe.

Sieger wurde bei den Männern mit 1:15:28 der Berliner Tobias Singer und bei den Frauen in 1:26:01 die Kenianerin Magdaline Chemjor. In meiner Altersgruppe siegte mein Potsdamer Sportkamerad Wolfgang van Straten in phänomenalen 1:33:26!

Und die anderen Vegan Runners? Karl wurde 117. in starken 1:38:25 und Ulises braucht sich mit seinen 1:51:45 und dem 404. Platz auch nicht zu verstecken. Insgesamt waren 1.054 Läufer und Läuferinnen ins Ziel gekommen.

Im Zieleinlauf gab es dann wieder Wasser und Tee sowie in Stücke geschnittene Bananen. Jeder hatte zudem einen Gutschein für einen Teller Erbsensuppe bekommen. Leider war die aber traditionell mit Speck zubereitet. Vielleicht kann sich der Veranstalter da in Zukunft zu einem inklusiveren Angebot durchringen. Bei einer Startgebühr von 22 Euro dürfte das nicht zu viel verlangt sein. Nicht nur für Veganer ist diese Suppe so nichts, auch Juden und Muslime werden ausgegrenzt. Mal sehen, wie es nächstes Jahr aussieht …

Veranstalter: mueggelsee-halbmarathon.de

17. Mercedes-Benz-Halbmarathon, 30.08.15

Ein Bericht von Gregor Hradetzky:

Am 30.8.15 fand der 17. Mercedes-Benz-Halbmarathon in Berlin-Reinickendorf statt. Anfang des Jahres hatte ich beschlossen, in diesem Jahr endlich zum ersten Mal diese Distanz zu laufen. Ich hoffte, gut vorbereitet zu sein und deutlich unter 2 Stunden zu bleiben.
Eine Stunde vor dem Start holte ich meine Unterlagen ab und traf auch schnell Friederike und Friedrich, die anderen beiden Vegan Runners, die es mit den 21 Kilometern aufnehmen wollten. Während Friedrich sich eine langsamere Geschwindigkeit vorgenommen hatte, liefen Friederike und ich recht flink los. Zu Beginn hatten wir noch genug Luft, uns zu unterhalten und uns artig bei den applaudierenden Zuschauerinnen und Zuschauern zu bedanken. Die Sonne brannte da schon recht stark und es gab kaum Schatten auf der Strecke. Die erste 10-Kilometer-Runde absolvierten wir in 52 Minuten, dann wurden die Beine aber langsam schwerer. Nachdem mir Friederike vorher etwa eine Stunde lang erzählt hatte, daß sie unser Tempo kaum werde halten können und ich ihr wohl bald davonziehen würde, lief sie mir nun immer weiter voraus. Mit drei Gelpackungen war ich gut versorgt, was ich aber total unterschätzt hatte, war der starke Flüssigkeitsverlust. Kurz nach einem Wasserstand wurde mir bewußt, daß es wohl besser gewesen wäre, nicht immer nur einen Becher zu trinken. Ich war ziemlich ausgetrocknet, mir wurde schwindelig. Ich mußte eine Gehpause einlegen und plötzlich war Aufgeben eine Option. Hätten mich die zwei freundlichen Damen am Wegesrand nicht großzügig aus ihrer Wasserflasche trinken lassen, hätte ich wohl – wie einige andere Läuferinnen und Läufer – abbrechen müssen. Am nächsten Wasserstand genehmigte ich mir gleich drei Becher des lautstark als „Biowasser, 100% vegan“ angepriesenen Getränks und lief weiter. Jetzt meldeten aber langsam meine Knie Bedenken an, so daß ich die letzten Kilometer sehr erschöpft und unter Schmerzen bewältigen mußte. Als ich das Schild „18 Kilometer“ sah, dachte ich zuerst „Toll, gleich bin ich da!“ Sofort wurde mir aber klar, daß drei Kilometer in meinem Zustand eine lange Strecke sind. Als ich schließlich nach knapp über zwei Stunden die Ziellinie passierte, war ich fix und fertig. Die Freude, es geschafft zu haben, war etwas schüchtern an diesem Tag, gab sich später dann aber doch noch die Ehre. Friederike hatte schon 6,5 Minuten vor mir das Ziel erreicht und konnte den Ansager am Mikrofon mit einem strengen Blick davon überzeugen, daß sie nicht etwa TROTZ, sondern eher WEGEN der veganen Ernährung so fit ist. Später kam Friedrich zufrieden ins Ziel. Kurze Zeit darauf und nach dem ersehnten alkoholfreien Hefeweizen entstand dieses schöne Bild von uns.

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Werde ich noch mal einen Halbmarathon laufen? Spaß hat es zum Schluß nicht mehr gemacht, aber einen Tag später schmerzen die Beine kaum noch und … naja, mal sehen …
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Zur Ergänzung hier noch die Veranstalterseite und die Ergebnisse.